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UK, SE, ESP 2006
Originaltitel:Cargo
Länge:88:02 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Clive Gordon
Buch:Paul Laverty
Kamera:Sean Bobbitt
Musik:Stephen Warbeck
SFX:The Chimney Pot
Darsteller:Peter Mullan, Daniel Brühl, Luis Tosar, Samuli Edelmann, Gary Lewis, Nikki Amuka-Bird, Ricky Grover, Koen Balcaen, Christopher Fairbank, Carlos Blanco, Lois Soaxe, Jan Willem, Pere Eugeni Font, Gonzalo Cunill
Vertrieb:Legend
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:18.04.2007 (Verleih) / 18.06.2007 (Kauf)



Inhalt
Der deutsche Backpacker Chris (Daniel Brühl) handelt sich in Afrika mächtig Ärger ein: Ohnehin schon völlig abgebrannt, behalten die Behörden auch noch seinen Pass ein. Um das Land dennoch schnell zu verlassen, schleicht er sich als blinder Passagier auf das heruntergekommene Containerschiff "The Gull".
An Bord des Frachters herrscht ein rauer Ton und Captain Brookes (Peter Mullan) führt seine verkommene Mannschaft aus menschlichem Abschaum mit starker Hand. Nachdem Chris entdeckt wird, versucht er zunächst, der gewalttätigen Crew aus dem Weg zu gehen. Doch die Gesetze auf hoher See dulden keine Außenseiter. Die Mannschaft scheint tief unten in den schwach beleuchteten, verlassenen Frachträumen des Schiffsrumpfes ein grauenvolles Geheimnis zu hüten. Je öfter Chris Zeuge der rätselhaften Ereignisse an Bord wird, desto mehr gerät er in eine ausweglose Situation und muss sich entscheiden: Will er dazu gehören und dafür einen hohen Preis zahlen oder wird er zum Verräter?

Bild
Format2,35:1 (anamorph)
NormPAL
 Die Optik ist frisch und sauber - wie es sich gehört. Weder trübt ein Staubkörnchen das Bild, noch fällt die Digitalisierung durch Blockbildung oder Säume um Objekte die. Das sehr schwache Hintergrundrauschen wurde so gut in den Griff bekommen, dass es innerhalb der Bewegungen nicht intensiver wird, aber es sollte ohnehin keine Probleme damit geben. Der Detailreichtum des anamorphen Bildes im breiten Kinoformat gefällt mir, auch wenn es hin und wieder Szenen gibt, wo die Details für meinen Geschmack noch nicht deutlich genug sind. Aber das unterscheidet die DVD höchstens von den absoluten Toptiteln, die wirklich jede Szene überrealistisch scharf durchzeichnen können. Die Farben unterliegen meist einem dezenten Gelbstich, der besonders gut zur Geltung kommt, wenn die jeweilige Szene im Dunklen oder im Laderaum stattfindet. Es scheint auch so, als wolle man mittels dieser Farbgebung die Stimmung des Films beeinflussen, denn später, wenn die Handlung sich zuspitzt, nimmt auch die Intensität bestimmter Tönungen zu. Der Kontrast unterscheidet sich durch seine seichten Schattierungen etwas vom eher steilen Kontrast, den opulente Großproduktionen anstreben. Aber auch das ist völlig legitim. Die Abzüge ergeben sich also lediglich aus den eher geringen Schärfeschwankungen, also Defizite im Detailbereich.
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Ton
FormateDolby Digital 5.1 (Deu, En), DTS 5.1
SpracheDeutsch, Englisch
UntertitelDeutsch, Englisch
 Die deutsche Fassung wird im etwas lautstärkeren DTS-Ton geboten, der bei diesem Film aber nicht unbedingt eine spürbare Steigerung besitzt. Das ist bei weitem kein Verlust, da "Cargo" weder die üblichen Schockszenen, noch brachiale Action im Klang zu verbuchen hat. Stattdessen wird man sehr erfreut sein über die realistische Klangkulisse, die selbst in der deutschen Synchro erhalten bleibt. Natürlich holen die Sprecher im O-Ton noch etwas mehr heraus, weil man dann wirklich das Gefühl hat, bei einem Flüstern direkt neben dem Sprecher zu sitzen. Trotzdem ist die Klangentfaltung von "Cargo" bei weitem nicht frontal, sondern es wird fast durchgängig ein packender Surround-Ton geboten. Statt den Umgebungslärm wie das Vogelkreischen, die Schiffgeräusche oder das Wellenspiel einfach auf die hinteren Boxen zu packen, hat man versucht, diese Quellen differenziert zu verarbeiten, so dass immer wieder sehr schöne Effekte daraus entstehen. Somit entsteht ein fülliger, von allen Seiten aktiver Klang, den man kaum vermutet hätte.
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Extras
Extras
  • 20seitiges Booklet
  • Making Of "Cargo" (17:57 Min.)
  • Fotogalerie (34 Bilder)
  • Dt. Trailer (0:40 Min.)
  • Originaltrailer (0:38 Min.)
  • Trailershow:
    • Die Grauzone (2:13 Min.)
    • Hammerhart (1:26 Min.)
    • Just A Kiss (1:56 Min.)
    • Manderlay (2:03 Min.)
    • Verschwörung im Berlin-Express (1:30 Min.)
    • Velvet Revolution (1:02 Min.)
VerpackungSteelbook
 Ganz im Stile des hochwertigen Films wurde auch ansprechendes Bonusmaterial produziert. So ist das Making Of nicht eins von vielen Werbevideos mit Überlänge, sondern ein tiefer Einblick in die 10jährige Produktion - von der Idee bis zur Umsetzung. Jede Menge Leute hinter und vor den Kulissen kommen zu Wort, u.a. Daniel Brühl, der seine Kommentare in Spanisch abgibt. Allein durch die multikulturelle Zusammensetzung ist ein deutscher Untertitel dabei. Neben dem Trailer enthält die DVD noch eine sehenswerte Bildergalerie mit Material aus allen möglichen Sparten (Behind The Scenes, Stills, Artworks). Wer mehr über "Cargo" und seine Macher erfahren möchte, der sollte durch das toll gemachte, 20seitige Booklet blättern, welches Biografien und Kommentare, aber auch Hintergrundinfos satt enthält.
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Fazit
Wenn ein Film gekonnt mit den Erwartungen spielt, weil er in eine gänzlich andere Richtung geht, als die eigene Phantasie das aus dem Cover-Text herausgelesen hat, dann hat er den Zuschauer auf seiner Seite.
Mit "Cargo" ist dieses Kunststück inmitten von Fließbandproduktionen vom Reißbrett mal wieder gelungen. "Cargo" ist kein Interner Link"Ghost Ship", noch eine Geschmackssache, weil der deutsche Jungschauspieler Daniel Brühl die Hauptrolle übernimmt. Es ist eine toll erzählte Geschichte mit einem starken Hauptdarsteller, die nach dem wunderbaren Prinzip möglichst lang anhaltender Geheimniskrämerei betrieben wird. Was da unter Deck vor sich geht und welches Geheimnis die Crew bestehend aus durch und durch schrotigen Seemännern bewahrt, das hat mich bis zum Beginn des Abspanns gefesselt. Es ist die reale Bedrohung, die die Atmosphäre an Bord bestimmt und durch ihr tiefes psychologisches Geflecht jedem Spukhausfilm vorzuziehen ist. Denn Brühl spielt einen Rucksacktouristen, der als blinder Passagier zurück in die Heimat aufgegriffen wird und der sich bald fühlt wie eine Maus in einem Labyrinth: Von verschiedenen Seiten her schnappt er mysteriöses, aber unverständliches Gemurmel auf, der introvertierte Kapitän scheint ihn förmlich mit der Nase auf Dinge stoßen zu lassen und doch bietet sich ihm kein rechter Einstieg in des Rätsels Lösung.
Da man aber nie weiß, woran man ist, sind die Begebenheiten unter Deck nicht minder gruselig. Dabei verstrickt sich der zu allerlei Arbeiten abkommandierte Neuling irgendwann so tief selbst in die Geschichte, dass er Gefahr läuft, zum Teil der Crew zu werden. Was das genau bedeutet, kann an dieser Stelle nicht erläutert werden. Wenn man aber denkt, begriffen zu haben, worum es eigentlich geht, folgt die nächste Überraschung, die in einem hervorragenden, dramatisch akzentuierten Ende gipfelt. Regisseur Clive Gordon hat sich für sein Spielfilmdebüt die richtigen Darsteller, das richtige Skript und vor allem einen Haupthandlungsort ausgesucht, der die Gefahr auf ein Schiff mitten auf hoher See kanalisiert.

Lasst euch also bitte nicht vom unscheinbaren Äußeren dieser Veröffentlichung (trotz Steelbook) täuschen, "Cargo" hat es wie seine Figuren faustdick hinter den Ohren.



Bilder der DVD




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