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USA 2000
Originaltitel:St. Francisville Experiment, The
Alternativtitel:St. Francisville Experiment, Das
Länge:76:10 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Ted Nicolaou
Kamera:Tim Baldini
Darsteller:Madison Charap, Troy Taylor, Ryan Larson, Paul James Palmer, Tim Baldini, Paul Salamoff, Ava Jones, Katherine Smith
Vertrieb:Sunfilm
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:24.10.2001 (Kauf)



Inhalt
Unvorstellbare Grausamkeiten haben die Plantagenbesitzer Louis und Delphine LaLaurie an ihren Sklaven begangen. Nach der Entdeckung ihrer Taten konnten sie aus ihrer luxuriösen Villa fliehen. Nie wurden sie gefasst, nie wurden sie zur Rechenschaft gezogen. Gut 150 Jahre später untersucht ein Team von Parapsychologen das offenbar verfluchte Anwesen in St. Francisville, Louisiana. Denn die Seelen der zu Tode gequälten Opfer haben das Haus niemals verlassen. Und sie sind voller Hass ...

Bild
Format1,44:1 (Letterbox)
NormPAL
 Für "The St. Francisville Experiment" gelten in den technischen Bereichen mildernde Umstände, denn es wurde nicht im düsteren Umfeld gedreht, sondern zusätzlich nur mit normalen Handkameras gedreht, so dass es auch wirklich nach einer Dokumentation bzw. Heimvideoaufnahmen aussieht. Das macht eine Bewertung der Bildqualität wie bei einem richtigen Spielfilm kaum möglich. Naja, die Farben sehen nicht fahl aus, man kann stets alles Wichtige erkennen, weil man dem Zuschauer eh nur einen kleinen Lichtkegel zeigen möchte, und es wurde davon abgelassen, das Bild zusätzlich mit Rauschen oder Defekten zu verdrecken. Das bestehende Rauschen reicht ja auch aus. Insgesamt zeigt man ein Bild, das nicht die schlimmen Merkmale von Digitalmaterial besitzt, aber deutlich die Atmosphäre durch die verwackelte, etwas unscharfe Kamera transportiert. Ziel also erreicht.
 +++/--

Ton
FormateDolby Digital 2.0
SpracheDeutsch, Englisch
UntertitelDeutsch
 Beim Ton wird die Einschätzung schon schwieriger, denn die deutsche Synchro wird mit einem enormen Problem konfrontiert: Wo andererseits eine Nachsynchronisation im Studio stattfindet und die Dialoge bereits frühzeitig von den restlichen Geräuschen isoliert werden, so dass für andere Sprachvarianten einfacher wird, später die Dialoge in Landessprache einzufügen, setzt "The St. Francisville Experiment" auf den unbearbeiteten Klang des Originaltons. Schließlich würde eine Nachsynchro bei Heimvideomaterial später sehr steril und langweilig klingen. Somit besitzt das englische Original, welches genauso wenig wie die deutsche Version nach Surround klingt, einen sehr realistischen, greifbaren, hellen Klang. Die deutsche Version dagegen klingt aufgesetzt, lässt Hintergrundgeräusche kaum durch und ist auch sonst eher flach. Somit ein Stereoton, bei dem die englische Fassung mehr als die deutsche zu empfehlen ist, wobei es ja noch deutsche Untertitel gibt.
 +++---

Extras
Extras
  • Trailer (1:13 Min.)
  • Weitere DVDs:
    • Shriek (2:33 Min.)
    • They Nest - Tödliche Brut (1:55 Min.)
VerpackungKeepCase
 Auf der DVD befinden sich zusätzlich der Originaltrailer und zwei weitere Filmvorstellungen.
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Fazit
Unter all den Billigepigonen, die auf den Zug rund um die Fake-Horror-Doku Interner Link"The Blair Witch Project" aufgesprungen sind, ist "The St.Francisville Experiment" noch am bekanntesten. Das muss jetzt aber nicht heißen, dass es sich deswegen auch gleich um einen guten Film handelt. In diesem Fall wird der dokumentarische Charakter insofern übernommen, als die Story eigentlich nur aus Kameraaufnahmen der Protagonisten besteht, die gemeinsam eine Nacht in einem alten Haus aus titelgebender Stadt verbringen, um die Anwesenheit der dortigen Geister zu dokumentieren. Eine klassische Geisterhaus-Story also, bei der man so tun möchte, als würde dieser Anstrich der Geschichte einen gewissen Realismus verleihen.

Ergo sieht man die Schulung der vier "Forscher", hört ihre Motivationen und folgt ihnen dann einen Abend und eine Nacht durch das Haus, wobei sie den "Auftrag" haben, das Haus irgendwie mittels Gebeten zu "reinigen". Mangels eines bereits im Internet populär gemachten Mythos muss die Vorgeschichte der ehemaligen Hausbewohner hier quasi auf die Schnelle mitgeliefert werden, es handelt sich angeblich um eine Art Folterhaus für Sklaven, in dem die weißen Südstaatenbesitzer abscheuliche Experimente an den Schwarzen vorgenommen haben, was die Geister der Sklaven natürlich im Haus hält. Aber, hohoho ... natürlich noch etwas anderes ...
Mag die Idee ganz reizvoll gewesen sein, prangt leider über jeder Szene ein dickes Schild mit dem Schriftzug "Rip Off". Das wäre an sich noch nicht so schlimm, wenn die Akteure nicht noch nervtötender wären als die drei Protagonisten aus "Blair Witch". Das wird wie üblich gescherzt, die Sache nicht ernst genommen und rumgeblödelt, während wir den Handkameraaufnahmen folgen dürfen, schön wackelnd und eigentlich nichts so recht enthüllend. Ein hüpfender Stuhl ist da schon das Maximum. Natürlich ist das ein Spiel mit den Erwartungen, denn der Zuschauer sucht geradezu die Lichtkegel nach verwertbaren Geistererscheinungen.
Bei dem ganzen Schotter, den die Figuren jedoch von sich geben müssen, ist das nicht so ganz einfach und nach einer knappen Stunden schaltet man schon fast ärgerlich ab, denn vor allem das Medium Madison brabbelt ununterbrochen einen esoterischen Murks rund um das "weiße Licht" (courtesy of Interner Link"Poltergeist" oder so ...?), das sie ja alle beschützt.

Rechtschaffend effektiv, wenn auch nicht befriedigend sind die letzten 15 Minuten, wenn sich die Vier voneinander trennen, um das Haus quasi zu exorzieren und jeder für sich samt Kamera abgeschieden in unterschiedlichen Stockwerken des Hauses die Hosen vollkriegen. In diesen Momenten, wo die Figuren alle allein in der Finsternis hocken und irgendetwas Seltsames vorgeht, da greift die "Angst vor der Dunkelheit" etwas. Leider sind die Vorkommnisse nicht rational erklärbar und der Höhepunkt verkommt wie bei "Blair Witch" zu hektischem Gewackel und Gerenne durch abgeschiedene Geheimgänge und endet in einer spontanen Flucht samt folgenden Infotiteln, wie es allen hinterher erging. Gehässige Naturen können ob des Höhepunkts natürlich auch weiterhin hämisch lachen. Leider sind 15 gute Minuten nicht ausreichend für einen ganzen (wenn auch kurzen) Film und es wäre zu begrüßen, wenn der nächste Beitrag zu diesem Konzept nicht ganz so hohle US-Dumpfbratzen als Charaktere vorführen würde. Dieses Haus bleibt ungereinigt.



Bilder der DVD




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