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USA 2003
Originaltitel:Manson Family, The
Alternativtitel:Charlie's Family
Länge:91:15 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ungeprüft
Regie:Jim Van Bebber
Buch:Jim Van Bebber
Kamera:Mike King
Musik:Ross Karpelman, Phil Anselmo
SFX:William Farmer, Jim Van Bebber
Darsteller:Marcelo Games, Marc Pitman, Leslie Orr, Sage Stallone, Maureen Allisse, Samuel Turcotte, Amy Yates, Jim Van Bebber, Tom Burns, Michelle Briggs, Sherri Rickman, Nate Pennington, Marita Clarke, Kellye Morris, Sara Quoia, Don Keaton
Vertrieb:Shock DVD Entertainment
Norm:PAL
Regionalcode:0
DVD-Start:06.06.2006 (Kauf)



Inhalt
9. August 1969. In den nahe gelegenen Bergen von Beverly Hills wird in einer ruhigen Sommernacht die Stille durch den angsterfüllten Schrei einer jungen Frau unterbrochen. Innerhalb von 48 Stunden wurden hier 7 junge unschuldige Menschen auf bestialische Art abgeschlachtet. Ein wahres Blutbad, verübt von Charles Manson und seiner selbst ernannten "Familie". Ein Ereignis, das die gesamte Welt erschütterte und nicht aus den Hirnwindungen von Drehbuchautoren entstammt, sondern grausame Realität ist.

Bild
Format1,33:1 (Vollbild)
NormPAL
 Das Bild objektiv zu beurteilen ist im Falle von Jim Van Bebbers Werk nicht unbedingt einfach. Durch den Einsatz diverser Spielereien wird das Bild in vielen Szenen stark verfremdet. Zwar auf 16mm gedreht, wechseln sich Spielszenen mit einem pseudo-dokumentarischen Stil ab. So geben sich Körnungen und absichtlich erstellte Bildfehler die Klinke in die Hand, um einen möglichen authentischen Look zu kreieren. Die Farbgebung wirkt meist natürlich, wenn auch nicht durchgehend mit kräftigen Tönen ausgestattet. Der Kontrast kann trotz diverser Stilelemente als ausgewogen bezeichnet werden und neigt selten zu Überstrahlungen. Letztendlich kann auch die Kompression überzeugen und das geringe Blockrauschen hält sich in Grenzen. Einzig die Schärfe hat etwas unter dem Stil von Van Bebber zu leiden und wirkt wechselhaft in ihrem Erscheinungsbild. Aber das ist bei diesem Film auch die große Frage: Was genau ist gewollt und was geht zu Lasten eines nicht optimalen Transfers. Mit dem verwendeten Master, welches Shock DVD Entertainment benutzte, kann man durchaus zufrieden sein, auch wenn das Vollbild in der heutigen Zeit eher untypisch wirkt. Aber auch das ist so gewollt vom Regisseur.
 +++/--

Ton
FormateDolby Digital 2.0 (Stereo)
SpracheEnglisch
UntertitelNiederländisch
 Auf akustischer Seite wird eine ordentliche Stereoabmischung geboten. Der vorhandene englische Originalton kommt sauber und gut verständlich aus der Front und wird nur von einem leichten Rauschen begleitet. Überlagerungen innerhalb der Tonspur gibt es keine. Dem Ton fehlt es allerdings etwas an Dynamik, was in Anbetracht der Thematik, der Art und dem vorhanden gewesenen Budget zu verschmerzen ist. Optional gibt es noch niederländische Untertitel.
 +++---

Extras
Extras-
VerpackungKeepCase
 Extras befinden sich keine auf der DVD.
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Fazit
Jim Van Bebbers Werke sind wohl die einzigartigsten Undergroundfilme, die man je sah. Extrem hart, extrem realistisch, extrem beunruhigend - und immer ein kritischer Zerrspiegel gesellschaftlicher Themen. Mit "The Manson Family" nahm er sich dem Hype um den wohl kontroversesten, umstrittensten und meistzitiertesten Serienmörders Amerikas an: Charles Manson. Einen gewaltigen Teil trug auch Schockrocker Marilyn Manson bei; gründet sich sein Name, wie unschwer zu erkennen ist, aus Charles Mansons Nachnamen. Doch der Mythos Manson, der zu einem wahren "Kult" wurde, hat mehr als eine Schattenseite:

Die grausige Ermordung von Roman Polanskis Ehefrau, der schwangeren (!) Sharon Tate, ist wohl an menschlichem Wahnsinn fast nicht zu übertreffen. Auf Grundlage von Polizeiberichten, Tatortfotos und anderen Materialien bildet Van Bebber (der selber eine Rolle im Film hat) diese besagte rituelle Abschlachtung mehr als graphisch nach. Selbst hartgesottene Naturen sind kurz vorm Abschalten: Gezeigt wird die wohl am extremsten, wiederwärtigste, brutalste und zermürbendste Schlachtung der Filmgeschichte. Van Bebber hat sich hier mehr als übertroffen, denn Spaß macht dies absolut nicht. Der Zuschauer leidet EXTREM mit, wird doch weder abgeblendet, noch verkürzt. Außerdem ist es kaum zu glauben, dass Menschen zu solchen Taten fähig sind, wenn man den Rest des Filmes sieht. Hier wechseln sich LSD-Trips, "FriedeFreudeEierkuchen", Jointgenuss und "WirHabenUnsAlleLieb(-UndLiebenUnsAlle)"-Momente ab und bilden eine seltsame Tagesordnung des scheinbar herrlichen Hippiedaseins unter Führung Charles Manson (Marcelo Game). Nach knapp einer halben Stunde eher "gemäßigtem" Kommunenlebens wird der Film zunehmend düsterer und unberechenbarer. Das "Creepy Crawl" beginnt mit dem Einsteigen in fremde Häuser und endet beinahe mit der besagten Abschlachtung Sharon Tates samt deren Freunden. Das dürfte bestialischer als alles bis dato verfilmte und roher als alle Van Bebber-Filme zusammen sein. Auch die restlichen Morde der Helter Skelter sind extrem übel.
Respekt an den Hauptdarsteller, der eindringlich, authentisch und anziehend-abstoßend er auf den Zuschauer wirkt. Dieser wird eben mit einer Vielzahl visueller Reize konfrontiert, welche wie ein (schlechter) Trip wirken. Dabei wirken diese Szenen der damaligen Zeit sehr authentisch, wurden sie doch nachbearbeitet, künstlich gealtert und lassen das Gefühl eines Zeitdokuments aufkommen, was zu einer von verschiedenen Erzählebenen heranwächst. Dann gibt es noch Interviews mit gealterten Ex-Manson-Anhängern in einer zweiten Erzählebene. Diese Bilddokumente schicken abgefuckte Punks (dritte Erzählebene), die sich selber als Nachfolger dieser Lebensgemeinschaft sehen, an ein True-Crime-Sendungs-Moderatorenteam (vierte Erzählebene), das sich fortan nicht in Sicherheit wägen kann, trachten die Punks doch nun nach ihrem Leben... Eine sehr interessante Collage, deren verschiedene Ebenen PERFEKT miteinander verbunden wurden. Dabei nehmen die Zeitaufnahmen und Interviews den meisten Platz ein. Die darin bestehenden, ebenso authentisch wirkenden Hippie-Klänge intensivieren den Film ohnehin.

Van Bebbers Inszenierung ist der reine Wahnsinn - Schnittfolge, Stilmittel wie Farbfilter, Zeitraffer, bildlich eingefangene LSD-Trips und anderes erinnern an die Alptraumszenen aus Stones Interner Link"Natural Born Killers", nur sind sie hier viel wilder, viel extremer und wirkungsvoller. Mit einem höheren Budget wäre der Film nie so intensiv geworden, denn solch eine rohe Atmosphäre kann vermutlicg nur ein Undergroundfilm haben, der in diesem Fall von der ersten bis zur letzen Minute beeindruckend, wenn nicht sogar ein Meisterwerk, das zum Denken anregt, geworden ist! Hoffentlich kommen noch möglichst viele Leute in den "Genuss" des Filmes - ich hoffe sehr extrem viele, die bisher ihrem abartigen "Gott" gehuldigt haben! HAMMER!!!



Bilder der DVD




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