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IT 1976
Originaltitel:Trucido e lo sbirro, Il
Alternativtitel:Free Hand for a Tough Cop
Länge:90:39 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Umberto Lenzi
Buch:Umberto Lenzi, Dardano Sacchett
Kamera:Sebastiano Celeste, Luigi Kuveiller
Musik:Bruno Canfora
Darsteller:Tomas Milian, Claudio Cassinelli, Nicoletta Machiavelli, Claudio Undari, Henry Silva, Biagio Pelligra, Luciano Rossi, Umberto Raho, Giuseppe Castellano, Mario Erpichini, Dana Ghia, Tano Cimarosa, Susanna Melandri, Valentino Macchi, Arturo Dominici
Vertrieb:Anolis / e-m-s
Norm:PAL
Regionalcode:0
DVD-Start:22.11.2007 (Kauf)



Inhalt
Eine Gangsterbande unter der Leitung ihres charismatischen Anführers Brescianelli (Henry Silva) entführt ein Mädchen. Die Kleine leidet unter einer schweren Krankheit und muss alle 48 Stunden ein Medikament gespritzt bekommen. Der ermittelnde Kommissar Antonio Sarti (Claudio Cassinelli) sieht sich mit dem Problem der Regelmäßigkeit langwieriger Ermittlungen konfrontiert, für welche ihm in diesen Fall keinerlei Zeit bleibt. Extreme Situationen erfordern mitunter extreme Maßnahmen und so wendet sich Sarti an den Privatdetektiv Sergio Marazzi (Tomas Milian). Das Schlitzohr nimmt es mit dem Gesetz nicht so genau und befindet sich zu diesem Zeitpunkt in Haft. Der Beamte ermöglicht jedoch seine Entlassung und schleust ihn in die Entführerbande ein. Im Verlauf der nächsten zwei Tage fasst Marazzi einen folgenschweren Entschluss: Brescianelli muss sterben und jedes Mittel ist recht!

Bild
Format2,35:1 (anamorph)
NormPAL
 Die Aufarbeitung der Farben gelingt in vielen Szenen, bringt in einigen aber auch etwas zu sehr die Gelb- bzw. Grüntöne hervor. Insgesamt kann das Bild nicht ganz mit den teils hervorragenden Italo-Flicks mithalten, die bereits auf DVD veröffentlicht wurden. Das Rauschen ist zwar dezent, gleiches gilt aber auch für die Schärfeverhältnisse, die selten über Mittelmaß hinauskommen. Nur wenn die Kamera etwas näher an die Szene herantritt, sind Details als gut bis sehr zu bezeichnen. Sonst sind es besonders die Konturen, die sich nicht richtig absetzen können. Das originale Filmformat hat man aber behalten, Verschmutzungen sieht man erstaunlicherweise gar nicht und auf Seiten der Kompression zeigen sich keine Störungen.
 +++/--

Ton
FormateDolby Digital 2.0 Mono
SpracheDeutsch, Italienisch
UntertitelDeutsch
 Mit erstaunlicher Klarheit ist die Tonspur zugange, die die sonst üblichen leichten Alterserscheinungen wie verschliffene Dialoge oder etwas kratzigen Unterton gut umschifft. Dass es nicht perfekt ist, zeigt die Musik, die im Hintergrund schon etwas lauere Qualität offenbart, dabei aber hörbar bleibt. Gegenüber dem italienischen Original bekommt man trotzdem eine gut erhaltene Monotonspur geboten, denn im Italienischen klingen die Stimmen wenig lebendig und klirren bereits ein wenig. Dass man im Deutschen in Sachen Wortwitz noch ein wenig auf die Tube gedrückt hat, zeigen die deutschen Untertitel, die vermutlich das Original übersetzen und in einigen Dialogen gemäßigter ausfallen. Hier heißt Milians Charakter auch Monnezza statt Makkaroni.
 ++/---

Extras
Extras
  • Trailer (3:14 Min.)
  • Bildergalerie (20 Bilder)
VerpackungKeepCase
 Viel gibt es hier nicht, aber der Trailer im Originalton kann deutsch untertitelt werden und eine Galerie enthält Fotos und Artworks.
 +-----

Fazit
Mit "Das Schlitzohr und der Bulle" gelingt Lenzi ein höchst vergnügliches Stück Film, das man dem Mann, der eigentlich für zynische, kalte und grobe Kost bekannt ist, so gar nicht zutrauen möchte. Das Booklet gibt Aufschluss darüber, dass die klar dem Poliziotto zuzuordnende Produktion des Jahres 1976 eigentlich noch ein Stück komödiantischer hätte ausfallen sollen, Lenzi aber vermutlich mit etwas Strenge die komödiantischen Anteile wieder zurechtrückte, um den Film seiner ursprünglichen Genre-Bestimmung zurückzuführen. Heraus kam ein etwas ungewöhnliches Stück Film, das in beiden Genres beheimatet ist und noch einige interessante Facetten mehr besitzt.
Eine gute Idee ist bereits die Figurenkonstellation, bei der die Rolle des unnachgiebigen Inspektors (hier: Claudio Cassinelli, Interner Link"Der Tod trägt schwarzes Leder") um einen findigen Kleinganoven (Tomas Milian) erweitert wird, der die Suche nach einem entführten, todkranken Mädchen mit seinen eigenen Gaunermethoden in Angriff nimmt. Vorerst ist Makkaroni, wie ihn die deutsche Synchro nennt, nicht erfreut, als der für seine groben Methoden bekannte Inspektor Sarti ihn aus dem Gefängnis entführt und zur widerwilligen Zusammenarbeit überredet, aber bald spielt sich das Duo, u.a. nach einigen witzigen Wortgefechten, aufeinander ein und die Jagd nach den Lösegeldverbrechern kann beginnen. Cassinelli und Milian sind zwar äußerlich weit davon entfernt, mit dem unschlagbaren Filmduo Spencer/Hill verglichen zu werden, benehmen sich aber ähnlich und machen einen ebenso charmanten Eindruck wie die "4 Fäuste Italiens". Besonders Milian verhilft die deutsche Synchronstimme, die unter anderem für Eddie Murphy zuständig ist, zu einem amüsanten Redeschwall. Zusätzlich holen sich die beiden noch drei weitere Verbrecher ins Boot, deren Vertrauen man sich damit erkauft, dass man sie bei einem missglückten Coup aufgabelt. Diese Täuschung soll noch für einige Reibereien in der mittlerweile fünfköpfigen Truppe sorgen. Also kann es losgehen mit der verdeckten Ermittlungsarbeit ...
Immer wieder sind interessante Details im Film versteckt, die mit dem Erwartungswert des Zuschauers spielen. Das Booklet spricht beispielsweise den Westernvorspann an, aber auch die (beinahe) Entlarvung von Sarti als Cop oder der kurze Prozess, der dem Bandenchef (gespielt von Henry Silva, hier nicht mehr als schmückendes Beiwerk) gemacht wird, zeigen eine gewisse Ironie auf sonst übliche Abläufe im Genre auf. Dass "Das Schlitzohr und der Bulle" auch leichte Action-Kost ist, verdeutlicht der seltene Gebrauch von kritischer Auseinandersetzung der Charaktere mit der Obrigkeit, die hier fast außen vor bleibt.
Dafür darf Milian die volle Show abziehen, sich mehrfach in Verkleidung einschleichen und sich später mit einer wunderbaren Sequenz an einem Spitzel rächen, der fast für die Ermordung seines Bruders verantwortlich gewesen wäre. Schießereien, eine hübsche Frau in einer Schlüsselrolle und ein paar wilde Verfolgungsjagden durch die Innenstädte sind natürlich mit von der 90minütigen Partie, die wie im Fluge vergehen, auch wenn Überraschungen in der Handlung außen vor bleiben. Vielleicht liegt es an der unbeschwerten Vortragsweise des Stoffes, die trotzdem von einigen kurzen Gewalteruptionen zerschnitten wird, welche sicher stellen, dass Lenzi am Werk war. Das nah am Buddy Movie befindliche Werk kann Fans italienischer Klassikerkost wärmstens ans Herz gelegt werden, wenn man nicht zuviel Anspruch stellt und sich über die tolle Besetzung freut, die viele bekannte Gesichter zeigt. Milian mit schwarzem Eyeliner, Lockenkopf und seiner typisch überdrehten Art ist eh die Spielzeit wert.



Bilder der DVD




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