Wicked-Vision-Index

Login 18er Bereich

Registrieren

Startseite und Neuigkeiten Reviews
• Filmberichte
• DVD/HD-Reviews
• Bildvergleiche
• Literatur
• Hörspiele Weitere, medienbezogene Informationen
• Hidden Features
• Schnittvergleiche
• Videocover
NZ, USA 2007
Originaltitel:30 Days Of Night
Alternativtitel:30 jours de nuit
Länge:98:16 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:keine Jugendfreigabe
Regie:David Slade
Buch:Steve Niles, Stuart Beattie, Brian Nelson, Ben Templesmith
Kamera:Jo Willems
Musik:Brian Reitzell
SFX:Weta Digital, PRPVFX Limited, Film Effects
Darsteller:Josh Hartnett, Melissa George, Danny Huston, Ben Foster, Mark Boone Junior, Mark Rendall, Amber Sainsbury, Manu Bennett, Megan Franich, Joel Tobeck, Elizabeth Hawthorne, Nathaniel Lees, Craig Hall, Chic Littlewood, Peter Feeney, Min Windle, Abbey-May Wakefield
Vertrieb:Concorde
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:06.03.2008 (Verleih) / 02.04.2008 (Kauf)



Inhalt
Alaska: Jedes Jahr im Winter bleibt in der abgeschiedenen Kleinstadt Barrow einen Monat lang Nacht. 30 Tage lang Dunkelheit. Kaum sind die letzten Sonnenstrahlen am Horizont verschwunden, fallen geheimnisvolle Fremde die Bürger der Stadt an. Niemand scheint eine Chance gegen die blutrünstige Invasion zu haben. Sheriff Eben (Josh Hartnett) und seine noch Ehefrau Stella (Melissa George) stellen sich den Vampiren in den Weg, um die Einwohner von Barrow zu retten ...

Bild
Format2,35:1 (anamorph)
NormPAL
 Der Film leistet nicht unbedingt die besten Ausgangsbedingungen, um ein Top-Bild für die DVD (bzw. auch BluRay) zu erzeugen. Die vielen Schneestürme und die fast dauerhaft düsteren Szenen verlangen einiges in Sachen Schärfebearbeitung und Kontrast. Da ist es nicht weiter schlimm, dass noch Rauschen in vielen Szenen dezent sichtbar ist, denn die Detailzeichnung ist jederzeit auf unerwartet hohem Niveau. So sehen die finstren Gestalten selbst vor dunklem Hintergrund noch angenehm scharf abgegrenzt aus und Gesichtern sieht man die Spuren der Kälte an, die für raue Haut und aufgeplatzte Lippen sorgen. Das soll auch in Bewegungen weitestgehend so bleiben, so dass ein sehr realistischer Eindruck entsteht. Die Farben sind nicht selten auf ein Mindestmaß reduziert, um die Kälte der Außenwelt und die triste Atmosphäre der Figuren darzustellen. Gelegentlich bricht das Farbschema aus und tränkt nicht nur den Schnee blutrot, sondern zeigt auch einige Schlüsselszenen in herausgearbeiteten Tönen. Beim Kontrast hat man einen guten Mittelwert zwischen sich gut abhebenden, aber auch noch bewusst schattigen Elementen gefunden. Somit ist die DVD absolut überzeugend umgesetzt.
 +++++-

Ton
FormateDolby Digital 5.1 (Deu, En), DTS 5.1 (Deu)
SpracheDeutsch, Englisch
UntertitelDeutsch, Deutsch für Hörgeschädigte
 Der Ton erfüllt seinen Zweck dahingehend sehr gut, dass man sich sofort in die eisige Kälte versetzt fühlt. Besonders der etwas fülligere, manchmal auch einfach nur lautere DTS-Ton, den es nur für die deutsche Tonspur gibt, vermittelt dieses Gefühl. Einfach nur auf das natürliche Ambiente zu setzen wäre aber zu einfach und so bauten die Tondesigner einige nette Effekte ein, die als auflösendes Moment einer Spannungsspitze den Zuschauer sicherlich im Sessel hüpfen lassen. Der Bass ist vorhanden, wird aber weit weniger eingesetzt als bei actionreichen Titeln. Im Mittelteil kehrt etwas Ruhe ein in das sonst ordentliche frequentierte Surround-Klangbild, danach geht es aber wieder weiter mit einigen schön Einsätzen für die Rear Speaker. Beide Sprachfassungen sind ausgezeichnet verständlich und abgemischt und wer möchte, der kann deutsche Untertitel, die es in zwei Varianten gibt: einmal die Standardversion und einmal eine spezieller Track für Hörgeschädigte, bei den Sprechern unterschiedliche Farben zugeordnet werden.
 ++++/-

Extras
Extras
  • 24seitiges Booklet
Disc 1:
  • Audiokommentar
  • Programmtipps:
    • Whisper (1:51 Min.)
    • Death Sentence (2:03 Min.)
    • Big Nothing (2:03 Min.)
Disc 2:
  • Kinotrailer:
    • Dt. Kinotrailer (2:23 Min.)
    • Original Kinotrailer (2:13 Min.)
  • B-Roll (5:02 Min.)
  • Cast & Crew-Infos:
    • Josh Hartnett (8 Seiten)
    • Melissa George (5 Seiten)
    • Ben Foster (7 Seiten)
    • Danny Huston (7 Seiten)
    • David Slade (3 Seiten)
  • Fotogalerie (16 Bilder)
  • Making Of:
    • Der Anfang (7:35 Min.)
    • Die Entstehung Barrows (4:23 Min.)
    • Der "30 Days"-Look (5:57 Min.)
    • Fünf Wochen Nachtarbeit (5:08 Min.)
    • Vampire von heute (5:06 Min.)
    • Schauspielarbeit (8:13 Min.)
    • Blut, Fleisch und Eingeweide (6:32 Min.)
    • Vampir-Stunt-Show (6:23 Min.)
  • DVD-ROM-Teil mit Weblink
VerpackungDigiPack im Schuber
 DVD 1 legt los mit einem Audiokommentar der Darsteller Josh Hartnett und Melissa George, die sich manchmal abseits der Szene über allerlei Dinge amüsieren. Um all dem einen etwas informativeren Hintergrund zu verschaffen, ist auch Produzent Robert Tapert mit dabei, der sich eher an Fakten hält. Wer das leichte Englisch nicht versteht, der kann hier deutsche Untertitel hinzuschalten.
Auf DVD 2 geht's weiter mit einem in 8 Bereiche aufgeteilten Making Of. Nun handelt es sich hierbei aber nicht um das typische Pflichtprogramm, das gern produziert wird, um damit noch ein wenig Werbung machen zu können, sondern ein echt toller Einblick in den Film und die Umstände. Wie oft bekommt man schließlich bereits die Vorproduktionsgespräche zu sehen, bei denen noch die Aspekte der Geschichte ausbalanciert werden? Aber das soll es nicht gewesen sein, denn es wird ausschließlich auf Material zurückgegriffen, das hinter den Kulissen entstand. Die einzelnen Teile behandeln die Vorproduktion, die Entstehung der Stadt, die Effekte, die Darsteller, die Vampirdesigns und vieles mehr. Dabei wird stets drauf geachtet, nichts zweimal zu verwenden und alles witzig aufzupeppen. So sieht man "Fünf Wochen Nachtarbeit", wie sich die Laune der Crew täglich wegen Schlafmangel verschlechtert. Besonders dem Regisseur scheinen die zusätzlichen Kaffee nicht auszureichen, denn er wird mehrmals in unmöglichsten Posen beim Pennen erwischt. Viele Outtakes, Versprecher, Probeaufnahmen und sonstiger Quatsch vom Dreh werden durch den dynamischen Schnitt hervorragend in Szene gesetzt. Einzig die Laufzeit von jeweils nur 5 bis 8 Minuten könnte man bemängeln, aber man bekommt trotzdem sehr viel zu sehen.
Im Abschnitt "B-Roll" wird Material aus einer zweiten Kamera gezeigt, die manchmal die Aufnahme einer Szene dokumentiert, dann wieder die Regieanweisungen von David Slade einfängt oder einfach nur bei einigen Stunts draufhält. Weiter geht's mit einer bildschirmfüllenden Bildergalerie, der Bilder einzeln aus einer Übersicht ausgewählt werden können, dem Kinotrailer in 2 Fassungen und ein paar Textdaten zu den wichtigsten vier Darstellern und den Regisseur. Die Möglichkeiten der DVD-ROM nutzt Concorde praktisch gar nicht, denn ein einfacher Weblink ist kaum als Bonus anzusehen.
Das vor Veröffentlichung angekündigte Steelbook dieser Veröffentlichung wurde gegen ein DigiPack im Schuber ausgetauscht. Das ist mindestens ebenso chic wie eine Metallverpackung und gibt die Möglichkeit, durch den aufklappbaren Innenteil einiges mehr an Bildmaterial unterzubringen. Außerdem liegt ein 24seitiges Booklet bei, welches neben Informationen zum Dreh einen Auszug aus dem separat erhältlichen Comic abgedruckt hat. Die vermeintlich hohe Wertung bezieht sich somit auf die Qualität des Zusatzmaterials und der Aufmachung.
 ++++--

Fazit
Noch ein Vampirfilm? Bübchen Josh Hartnett in der Heldenrolle? Naja, nicht gerade Traumvoraussetzungen für einen interessanten Horrorfilm, auch wenn Hartnett bereits mit Interner Link"Faculty" reichlich Genre-Erfahrungen sammeln durfte. Und zack, hat einen die Erwartungshaltung an der Nase herumgeführt. Denn wenn man "30 Days Of Night" als "kleinen" Unterhaltungsfilm ansieht, dann funktioniert er unheimlich gut.
Das Setting rekrutiert sich aus Ideen, die andere Filme bereits groß gemacht haben: unheimliche Vampire im Eis (Interner Link"Frostbite"), die sich diesen Platz wegen der Abgeschiedenheit ausgesucht haben (Interner Link"The Thing"), unheimlich kaltblütig und brutal morden (Interner Link"John Carpenter's Vampires") und sich ziemlich flink und schlau in ihrem Umfeld bewegen (Interner Link"28 Days Later"). Dazu kommt noch ein Schuss Interner Link"Dawn Of The Dead", denn schließlich sind die Überlebenden des anfänglichen Blutbades den lauernden Reißzähnen hilflos ausgesetzt und versuchen sich deshalb, zu verstecken, und fertig ist die gorige, atmosphärische Vampirkost der Neuzeit. Nun könnte man bereits argumentieren, dass doch alles nur geklaut sei - richtig, ist es möglicherweise, aber die Zusammensetzung stimmt und abgefilmt wurde die Sache höchst ansprechend und effektiv. Das Dorf im Schneesturm, umhüllt von einmonatiger Nacht, gleicht einer gut funktionierenden Geisterstadt, deren Möglichkeiten auf Kontakt nach außen sich auf ein Flugzeug beschränkt, welches erst wieder in einem Monat hier halt machen wird. Die Menschen hier kennen sich alle persönlich, helfen sich gegenseitig aus und es entsteht ein Szenario, wie man es vom ähnlich gelagerten TV-Epos Interner Link"Der Sturm des Jahrhunderts" her kennt. Die Atmosphäre greift also bestens und bereits die Gestaltung der Vampire lässt erkennen, dass diese Gattung ganz besonders gefährlich ist. Ihre knöchrigen Gesichter und schmalen, angewinkelten, schwarzen Augen erinnern an eine Mischung aus Alien und Mensch und sie belassen es nicht dabei, sich an den restlichen Hundert Bewohnern der Kleinstadt satt zu trinken, sondern sie löschen die gesamte Siedlung systematisch aus. Es ist gewissermaßen etwas fürs Auge, wenn die Anwohner panisch aus ihren Häusern zu fliehen versuchen, auf der Straße aber bereits "erwartet" werden und sich der Schnee nach und nach dunkelrot verfärbt. So definiert sich vermutlich eine apokalyptische Vision.
Auch ist der Film ganz und gar nicht zimperlich, wenn es darum geht, die Vampire bei ihrer Mahlzeit bzw. das restliche Grüppchen bei ihrer Selbstverteidigung zu zeigen. Manchem gestandenen Axtfilmmörder würde es die Schamesröte ins Gesicht treiben, wenn er Hartnett, der etwas zurückhaltend, aber nachvollziehbar agiert, bei seinem blutigen Werke zuschaut. Denn traditionelles Vampirwissen kommt hier nur wenig zur Ausführung, so dass Pflock, Knoblauch und Weihwasser gar nicht erst in Erwägung gezogen werden. Stattdessen wird geköpft, was das Zeug hält und trotzdem bewahrt sich "30 Days Of Night" mittels täuschend echter und variabler Effekte vor dem Gore-Overkill, den mancher Streifen nach dem ersten oder zweiten Mord hervorrufen würde. Es geht eben an erster Stelle immer noch um Grusel und Schocks, die man ganz ordentlich einzusetzen weiß. Kritikpunkte sind aber trotzdem vorhanden. Zwischenzeitlich wird dann doch versucht, ein wenig auf die Tränendrüse zu drücken. Das ist schade, denn bis dahin war der Grad an Realismus erstaunlich und man fühlte sich nicht in einem Film, sondern war versunken in der kühlen, dunklen Welt, die sich hier abspielte. Ob solche Standardszenen nun stören, liegt vielleicht auch an der persönlichen Auffassung gegenüber dem Medium Film. Ein anderer, weitaus objektiverer Patzer liegt aber in der Zeitachse. Manchmal wird gar eine Woche übersprungen, in der man sich nicht so recht vorstellen mag, wie die Leute denn in ihren Verstecken ausgeharrt haben. Hier hätte es wirklich gut getan, das Konzept auf eine Woche Nacht umzustricken, denn die Sprünge sind selten geschickt durchdacht. Womit ich mich entgegen sehr gut anfreuen konnte (was anderen nicht unbedingt gelang), ist das rabiate Ende, das so in kaum einem Hollywood-Film zu finden wäre.
Das mag es auch sein, was "30 Days Of Night" insgesamt für Horror-Fans interessant machen könnte: Es geht durchweg ernsthaft zur Sache und reinrassige Horror-Filme, die nicht jede Einstellung dem oberflächlichen Unterhaltungswert opfern, werden - besonders im Kino, wo dieser Film aufgeführt wurde - immer seltener.



Bilder der DVD




Druckbare Version
30 Days of Night
30 Days of Night: Dark Days
Suchspiel "30 Days Of Night"
NewsVampir-Horror "30 Days of Night" von Concorde
Ghost House produziert "30 Days of Night"
IMDb.com OFDb.de



Alle Bilder und Texte sind Eigentum des jeweiligen Rechteinhabers

Copyright by Wicked-Vision 2000-2013/Designed by Daniel Pereé 2000-2013.