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USA 2005
Originaltitel:Call Of Cthulhu, The
Länge:46:41 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:Not Rated
Regie:Andrew Leman
Buch:Sean Branney, H.P. Lovecraft
Kamera:David Robertson
Musik:Chad Fifer, Ben Holbrook, Troy Sterling Nies, Nicholas Pavkovic
SFX:Terry Sandin, Dan Novy
Darsteller:Matt Foyer, John Bolen, Ralph Lucas, Chad Fifer, Barry Lynch, John Klemantaski, Jason Owens, D. Grigsby Poland, David Mersault, Richard Lucas, Noah Wagner, Patrick O’Day, Matthew Q. Fahey, Andrew Leman, Leslie Baldwin
Vertrieb:H.P. Lovecraft Historial Society
Norm:NTSC
Regionalcode:0
DVD-Start:01.10.2005 (Kauf)



Inhalt
So richtig weiß der junge Mann zuerst nichts mit den Abschriften seines kürzlich verstorbenen Onkels anzufangen. Eigentlich wollte er ja nur sämtliche Geschäfte beenden, doch die Manuskripte über von Alpträumen geplagte Personen, die es bis in den Tod treibt, lassen ihn nicht ruhen.
Bei seinen Nachforschungen stößt er auf unerklärliche Dinge, auf einen seltsamen Götterkult beispielsweise oder ein herrenlos auf hoher See treibendes Schiff. Alle haben etwas gemeinsam, nämlich den Hinweis auf eine mythische Figur namens Cthulhu, die tief schlafend nur auf ihrer Erweckung wartet und die Menschheit in ein neues Zeitalter führen kann. Doch es scheint nicht, als ob der Cthulhu dies friedlich bezwecken will, denn schon so mancher, der seinem Geheimnis auf die Spur kam, verlor sich und seinen Verstand in dieser unendlichen Wahrheit ...

Bild
Format1.33:1 (Vollbild, s/w)
NormNTSC
 Im Grunde ist eine Bildbewertung nicht wirklich möglich, wurde das Material doch absichtlich antiquiert. Dass diese Verfahren nicht im Widerspruch zu einem gut schaubaren, trotzdem zeitgemäßen Bild stehen müssen, zeigt diese DVD. Es wurde nicht nur der Farbraum auf Grauschattierungen beschränkt, sondern auch typische Altersmerkmale wie überhellte Gesichter, die dann leichenblass aussehen, oder fokussierte Belichtungsmaxima eingeführt. Der sehr weiche Kontrast dürfte die ersten Erinnerungen an die Anfänge des s/w-Films wach werden lassen, aber auch der weiche Schimmer um Konturen sorgt für eine Annäherung an den gewünschten Zeitraum Mitte der 20er Jahre. Ein manchmal bewusst unruhiges Bild (teilweise durch ein dezentes Helligkeitsflackern) und eine Vielzahl von hinzugefügten Kratzern komplettieren das Ansinnen der Filmemacher. Dabei ist die Schärfe natürlich weich, das Material erscheint aber auch nicht detailarm, sondern lässt gewisserweise schon erkennen, dass die Aufnahmen mit zeitgemäßen Mitteln durchgeführt wurden. Das ergibt ein zugleich authentisch gealtertes als auch klares Bild, bei dem die Verschmutzungen auch nicht dazu führen, dass man mit Bildausfällen rechnen muss.
Im Grunde wären 4 Punkte fällig, die Kompression zeigt sich aber in einigen Szenen nicht von der besten Seite, weil die unkomprimierte Tonspur noch an der geringen Bitrate nagt.
 +++/--

Ton
FormateDolby Digital 2.0
Sprachekeine gesprochenen Dialoge
UntertitelKatalanisch, Serbokroatisch, Tschechisch, Dänisch, Niederländisch, Englisch, Baskisch, Finnisch, Französisch, Deutsch, Galisisch, Ungarisch, Irisch, Italienisch, Litauisch, Luxemburgisch, Norwegisch, Polnisch, Portugiesisch, Rumänisch, Spanisch, Schwedisch, Türkisch, Walisisch
 Beim Ton hat man sich etwas Tolles einfallen lassen. Zum Ersten gibt es keine Sprachspur, sondern lediglich eine musikalische Begleitung, die von feinster Beschaffenheit ist und die Stereobandbreite voll ausnutzt. Dialoge werden im typischen Stummfilmprinzip zwar vor der Kamera mit Mundbewegungen simuliert, aber erst kurz darauf auf einer Texttafel verständlich gemacht. Eine Internationalisierung dieser Informationen wurde mit einem gewitzten Trick erreicht. Die Rede ist von "Intertitles", also nicht Untertitel, die als zusätzliche Textzeile unter dem eigentlichen englischen Text stehen, sondern eine Einblendung als komplettes Bild in der jeweiligen Landessprache, was dank weißer Schrift auf schwarzem Untergrund auch problemlos mittels einem Untertitelbild möglich ist. Leider klappt diese Einblendungstaktik nicht immer, denn man erwischt schon mal einen Teil des unterliegenden Originaltextes, bevor sich dieser am Ende ausblendet. Wie bereits erwähnt ist der symphonische Score erstklassig in der Klangeigenschaft. Wär es gern etwas atmosphärischer mag, der darf die zweite Tonspur mit der Bezeichnung "mythophonische Version" einstellen, die abermals die Musik enthält, nun aber als künstlich veränderte LowFi-Version mit dünnem Frequenzband, leichtem Kratzen und einigen Knistergeräuschen. Auch wenn sie vielleicht besser zum ebenfalls künstlich gealterten Bild passt, gefällt mir die klare Version doch etwas besser, weil sie durch kraftvolle Laute mehr Nervenkitzel erzeugt. Aber diese Entscheidung bzw. Einschätzung sei jedem selbst überlassen.
 +++/--

Extras
Extras
  • Einlegeblatt
  • Trailer (2:39 Min.)
  • Hearing "The Call" (28:35 Min.)
  • Photographs from the set (89 Bilder)
  • Production Stills (49 Bilder)
  • Deleted Footage (8:03 Min.)
  • Hidden Features
VerpackungKeepCase
 Da es eine US-DVD ist, die hier vorgestellt wird, befinden sich sämtliche Extras nur in englischer Sprache darauf und es gibt auch keine Untertitel. Die Verständlichkeit ist aber unproblematisch mit ein paar Englischkenntnissen. Interessant ist bereits das Menu, welches die Stilistik des Films wiedergibt. Unter den Extras befindet sich zuerst ein Trailer, der natürlich etwas anders gestaltet ist als ein Trailer zu einer neueren Kinoproduktion. Das Making Of unter dem Namen "Hearing The Call" zeigt auf, wieviel Detailarbeit in der Produktion steckt. Es wird der Bau von Kulissen, die Arbeit mit dem Green Screen und die anschließende Computerarbeit durch Interviews aufgearbeitet, die immer in Zweiergrüppchen gegeben werden. Dabei wird deutlich, dass "The Call Of Cthulhu" zwar eine Minimum-Budget-Produktion ist, man es ihm aber kaum ansieht - trotz der hohen Anzahl an speziell angefertigten Kulissen. Zudem ist das Making Of witzig gemacht und mit allerlei kleinen Späßen versehen. Die Bildergalerie mit Aufnahmen vom Dreh wird anders als die Still Shots in Farbe präsentiert. Unter den Deleted Scenes befinden sich nicht etwa fade Szenen, die später dem Film aus Gründen von Straffung oder Ähnlichem wieder entnommen wurden, sondern ebenfalls toll aufbereitete Aufnahmen aus dem Aufnahmeprozess. Die ersten Minuten drehen sich um die Stop-Motion-Animation der Cthulhu-Figur, die wohl noch nicht so recht klappen wollte, weil Cthulhu laut Aussage der Texttafel als Amateurdarsteller noch einige Startschwierigkeiten hatte. Es folgen diverse improvisierte Dialoge, die ebenfalls lustig sind, weil man im fertigen Film ja nicht wirklich hört, was die Darsteller sagten. Diese durften sich also irgendwelchen Unsinn ausdenken, einfach um die Lippen zu bewegen, was zu faszinierenden Schilderungen führte. Außerdem liegt der DVD noch ein Einleger bei, der auf einer Seite die Historische Gesellschaft vorstellt und auf der anderen Merchandise zum Thema anpreist.
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Fazit
- "In seinem Haus in R'lyeh wartet träumend der tote Cthulhu. Die Gestirne werden einst wieder richtig stehen, und er wird zurückkehren." (Filmzitat)

An H.P. Lovecrafts Geschichten und Ideen haben sich bereits einige Zelluloid- oder der Literaturwerke orientiert. Es sind vermutlich viel mehr Filme, die die Ideen des großartigen Autors bewusst oder auch unbewusst verarbeiten, als es wirklich erkennbar ist. Als besonders gelungenes Beispiel für die Aufarbeitung von Lovecrafts Werk ist mir beispielsweise Interner Link"Dagon" in Erinnerung.
Nun hat sich die H.P. Lovecraft Historical Society, eine Vereinigung, die mittels verschiedener Rollenspiele, Hörspiele und diversem Merchandise die Erinnerung an den bereits 1937 verstorbenen Autor bewahren soll, daran gemacht, eine Verfilmung zu schaffen, die sich weniger durch Eigeninterpretation als durch Vorlagentreue auszeichnen soll. Mit "The Call Of The Cthulhu" bearbeiteten sie nicht nur eines der umfassendsten und einflussreichsten Werke, sondern schufen auch ein ungewöhnliches Resultat. Um nämlich möglichst nah an der Vorlage zu bleiben und die Stimmung der literarischen Vorlage mitsamt ihrer zeitlichen Einordnung einzufangen, versuchte man sich an einem Experiment: Gedreht wurde in schwarz/weiß, das Bild wurde nachhaltig dem Look eines Filmes der 20er oder 30er Jahre angepasst und natürlich inszenierte man folgerichtig einen Stummfilm, bei dem die wenigen gesprochenen Worte per Text eingeblendet werden und der Rest allein durch den hervorragenden orchestralen, manchmal richtig aufbrausenden Score erledigt wird.
Das Experiment gelingt nicht nur, sodass es tatsächlich an einen Stummfilm vergangener Zeiten erinnert (in meinen Augen eine großartige Leistung!), sondern kommt auch noch über den Kuriositätenfaktor hinaus. Erzählt wird der Mythos des Cthulhu-Universums, einer umfassenden Sammlung an Ideen eines übermächtigen, alten Volkes, welches an verborgenen Plätzen der Erde ruht, um eines Tages daraus zu erwachen und die Menschheit möglicherweise vernichtend zu unterjochen. Aber nicht nur die ungewisse Zeit ihres Aufwachens birgt große Gefahren, auch ihr todesgleicher Schlaf zieht Menschen in ihren Bann: Manipulativ können die unsterblichen Wesen ihre ungleichen Gegner in den Wahnsinn treiben, während sie sich von anderen Völkern kulthaft anbeten lassen.
Der Cthulhu-Glaube ist ein unheimlich tiefgreifendes Mysterium, welches grundlegende Ideen des Horror- und des Science-Fiction-Genres enthält und sich nur schwer in einen 45minütigen Film fassen lässt. Die Lovecraft Society hat es trotzdem geschafft, die Nachforschungen, die ein Mann nach dem Tod seines Onkels anstellt, innerhalb der verschiedenen Untergeschichten nicht nur spannend zu präsentieren, sondern eine wahrhaft fesselnde Atmosphäre aus dem Stoff zu ziehen, ohne dass jemals nur eine einzige Szene billig aussehen würde. Schwächen der Sets (Miniaturen, nachgebaute Kulissen) können hervorragend durch die s/w-Technik, Nebelmaschinen und eine atmosphärische Ausleuchtung überdeckt werden. Zumal umgehen die Darsteller die Versuchung, sich durch ihre überzogene Mimik, die ein Stummfilm erfordert, lächerlich zu machen. Somit vergisst man schnell, dass es ein Film ist und wird hoffentlich jede Menge Schauer verspüren, wenn sich am Ende die Götterkreatur aufbäumt und die Fliehenden verfolgt. Einfach großartig!



Bilder der DVD




Druckbare Version
Call Of Cthulhu, The
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