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D 1998
Originaltitel:Eisbär, Der
Länge:86:57 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Til Schweiger, Granz Henman
Buch:Granz Henman
Kamera:Greg Littlewood
Musik:Klaus Badelt, Henning Lohner
Darsteller:Til Schweiger, Karina Krawczyk, Benno Fürmann, Florian Lukas, Jürgen Tarrach, Vladimir Weigl, Thierry Van Werveke, Robert Viktor Minich, Ralph Herforth, Ralf Richter, Leonard Lansink, Leander Haußmann, August Schmölzer, Willi Thomczyk, Christof Wackernagel, Katharina Thalbach, Manfred Lehmann, Peter Maffay, Heiner Lauterbach, Tom Gerhardt
Vertrieb:Constantin / Highlight
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:07.12.2007 (Kauf)



Inhalt
Leo, genannt "Der Eisbär", ist Profikiller. Doch bei seinem jüngsten Auftrag passiert ihm ein fataler Fehler - das Opfer sollte eigentlich gar nicht dran glauben. Um nun auch Leo möglichst schnell von der Bildfläche verschwinden zu lassen, schickt ihm sein Auftraggeber seine Schergen auf den Hals. In der abgewrackten Kneipe "Paul's Eck" kann Leo vorerst untertauchen und sein weiteres Vorgehen in aller Ruhe überdenken. Hier trifft er auch Berufskollegin Nico, deren Auftrag, nämlich Leos Boss zu töten, ebenfalls misslungen ist. Während sich die beiden Killer bei reichlich Alkohol nicht nur beruflich, sondern auch persönlich näher kommen, braut sich draußen vor "Paul's Eck" bereits eine Katastrophe zusammen.

Bild
Format2,35:1 (anamorph)
NormPAL
 Dieser Film hat seit Anfang der DVD-Tage einige Umsetzungen auf dem digitalen Medium erfahren, also stellt sich die Frage, ob man unbedingt bei dieser hier zugreifen sollte oder evtl. auch eine etwas ältere Scheibe ordert, die einem mittlerweile fast hintergeschmissen wird. Bisher benutzten alle DVDs die gleiche Vorlage, so dass die Unterschiede im Detail zu suchen sind. Die Constantin-Scheibe kann nun tatsächlich etwas mehr leisten, ist nämlich im Detail spürbar feiner aufgelöst. Damit erreicht sie auch erstmals ein sehr natürliches, scharfes Bild und damit 4 Punkte. Trotzdem scheint mir noch nicht das Optimum herausgeholt worden zu sein. Zu Anfang stören noch dezente Defekte und ein unruhiger Bildstand die Qualität, was sich erst nach etwa 5 Minuten komplett beruhigt. Besonders aber der Kontrast hat noch zu sehr jenen Look, den man vom deutschen Kinofilm her kennt: Die Schatten sind doch etwas kräftig, weswegen die Farbpalette noch etwas gemäßigt zugange ist. Besonders Gesichter könnten ein wenig mehr Farbe vertragen, um die gesamte DVD etwas aufzufrischen. Da dies aber nur zum Teil ein qualitativer Mangel, zum Teil auch eine persönliche Vorliebe (sprich: Stilistik) ist, sind 4 Punkte gerechtfertigt.
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Ton
FormateDolby Digital 5.1, DTS 5.1
SpracheDeutsch
Untertitel-
 Beim Ton wird es da schon etwas überzeugender. Der DTS-Ton, der auf einigen früheren DVDs fehlte, auf manchen vertreten war, sollte auch genutzt werden, denn er bietet die beste akustische Untermalung, die sich überraschend vielfältig gibt. So leistet "Der Eisbär" in diesem Modus mehr als die übliche deutsche Produktion und kann z.B. einige sehr dynamische Momente platzieren, in denen uns die Effekte förmlich um die Ohren fliegen. Ein sehr gutes Beispiel, was auch in Sachen Bassvolumen überzeugt, ist die Explosion des Mercedes, wo es aus allen Ecken zischt und rumpelt. Im weiteren Verlauf macht man zwar keine Fehler, ganz so kräftig wird es dann aber nicht mehr. Trotzdem sind immer wieder mal Effekte vertreten, die den Klang ordentlich aufwerten. Die deutschen Sprecher wurden sehr klar auf die Tonspur transferiert und klingen auch nicht zu weich oder zu zahm. Auch der Score gefällt mir mit seinen teils enorm losbrechenden Passagen. Also alles richtig gemacht, was zu machen ging. Nur eine durchgängigere Surround-Unterstützung wäre wünschenswert gewesen.
 ++++/-

Extras
Extras
  • Interviews:
    • Til Schweiger (3:54 Min.)
    • Karina Krawczyk (3:01 Min.)
    • Florian Lukas (1:48 Min.)
    • Benno Fürmann (1:34 Min.)
    • Benno Fürmann und Florian Lukas (1:07 Min.)
  • Blick hinter die Kulissen (3:21 Min.)
  • Darstellerinfos:
    • Til Schweiger (1 Seite)
    • Karina Krawczyk (1 Seite)
    • Florian Lukas (1 Seite)
    • Benno Fürmann (1 Seite)
  • Videoclip "Eisbär" (3:58 Min.)
  • Trailer "Hui Buh" (2:21 Min.)
  • Trailer "Schwere Jungs" (0:53 Min.)
  • Trailer "Apocalypto" (2:36 Min.)
  • Trailershow:
    • Französisch für Anfänger (2:30 Min.)
    • Grandma's Boy (2:13 Min.)
    • Mord im Pfarrhaus (2:20 Min.)
    • Wild Things (1:39 Min.)
    • Der scharlachrote Buchstabe (3:00 Min.)
    • Les Miserables (1:28 Min.)
    • Der Eisbär (1:39 Min.)
VerpackungKeepCase
 Das Bonusmaterial sieht nach viel aus, ist es aber nicht. Neben einer Menge Trailer und relativ unnützen Filmografien hat man Einblick in kurze Interviews, die vermutlich noch direkt am Drehort entstanden und welche die Charaktere und die Darsteller vorstellen sollen. Danach bleibt lediglich ein Musikvideo und ein sehr kurzer Blick hinter die Kulissen.
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Fazit
Was gab es nicht für ein Theater! Zuerst war "Keinohrhasen" ab sechs Jahren freigegeben und wurde dann doch auf zwölf angehoben, nachdem sich manche Eltern beschwert hatten, weil im Film fast nur Sex und Oralverkehr vorkommt. Kein Wunder also, dass der Film vier Millionen Besucher hatte - dennoch blieb dem guten Til Schweiger, seines Zeichens Hauptdarsteller, Regisseur, Produzent, Drehbuchautor und wahrscheinlich auch für die Maske zuständig gewesen, ein Filmpreis verwehrt. Das erzürnte den guten Til so sehr, dass er seinen eigenen Filmpreis gründen wollte: der Til-Schweiger-Preis, in dessen Kategorien dann überall wer gewinnt? Richtig, Til Schweiger. Dümmer geht es kaum noch. Dabei hat der Til gezeigt, dass er auch erträgliche Filme machen kann, zuvor mit "Barfuß" und davor noch mit "Der Eisbär". "Der Eisbär" entstammt ebenfalls einem Drehbuch und der Regie vom guten Til und damals war unser bewegter Mann noch weniger einfallsreich als heute, denn er klaute sich seine Handlung fleißig von Genregrößen wie Robert Rodriguez, Quentin Tarantino und Tony Scott zusammen (man bedenke allein das Finale des Filmes, Interner Link"True Romance" in Köln-Mühlheim). Dass das alles zumindest halbwegs funktioniert verdankt der Film der Selbstironie der Beteiligten. "Der Eisbär" ist nämlich starbesetzt bis in die Nebenrollen - insofern man von deutschen Schauspielern als Stars sprechen kann. Als Gäste fungieren neben Heiner Lauterbach noch Tom Gerhard, Peter Maffay und Katharina Thalbach, dazu gibt es auch von Florian Lukas über Benno Fürmann bis hin zur deutschen Kino-Requisite Ralf Richter beinahe alles zu sehen, was in Deutschland 1998 Rang und Namen hatte. Nur Martin Semmelrogge, der fehlt - vielleicht saß er zu der Zeit aber auch nur im Knast (wie so oft).

Schweigers Film besteht aber nicht nur aus billigen Kopien großer Filme und leidlichen deutschen B-Promis, sondern auch aus seinem Leim, der das alles zusammenhält: Karina Krawczyk. Die Ex von Toten Hosen-Frontmann Campino bezaubert durch ihr Lächeln ein ums andere Mal und sorgt dafür, dass sich spätestens am Ende des Filmes jeder in sie verliebt hat. Auch Jürgen Tarrach weiß in seinen Szenen zu gefallen und so verkommt "Der Eisbär" nicht vollends zum deutschen Ideenklau, denn Schweiger schafft es für seine Gangsterballade auch einen gewissen eigenen Charme zu entwickeln, der den Film dann bis zum Ende mäßig erfolgreich ausklingen lässt. Die Regie ist dem guten Til dabei hin und wieder sogar gelungen, mit schönen Kameraeinstellungen und -fahrten, bei der Musikauswahl hat es dann aber doch gehörig gehapert (und selbst bei "Keinohrhasen" war das nicht wirklich besser). "Der Eisbär" jedenfalls ist eine durchschnittliche Actionkomödie made in Germany, für Fans von "Knockin' on Heaven's Door" und anderen Schweiger-Filmen bestens geeignet.



Bilder der DVD




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Eisbär, Der
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