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USA 2006
Originaltitel:Bug
Länge:97:28 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:William Friedkin
Buch:Tracy Letts
Kamera:Michael Grady
Musik:Brian Tyler
SFX:Tinsley Transfers, Handmade Digital
Darsteller:Ashley Judd, Michael Shannon, Harry Connick Jr., Lynn Collins, Brian F. O'Byrne, Neil Bergeron, Bob Neill
Vertrieb:Ascot Elite
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:06.11.2007 (Verleih) / 06.12.2007 (Kauf)



Inhalt
Kellnerin Agnes schuftet in einer Bar und haust in einem schäbigen Motel. Dort versteckt sie sich vor ihrem extrem gewalttätigen Ex-Mann Jerry, der auf Bewährung draußen ist und fieberhaft nach ihr sucht. Seelischen Beistand spendet Arbeitskollegin R.C., mit der Agnes eine lesbische Beziehung hat. Plötzlich taucht ein freundlicher Fremder namens Peter auf, der unter den Folgen eines Golfkrieg-Einsatzes leidet. Peter ist besessen von imaginären Insekten, die nach seiner Überzeugung für Militärzwecke gezüchtet werden. Agnes fühlt sich dennoch zu dem gestörten Mann hingezogen, fühlt sich in seiner Gegenwart sicher, und lässt sich sogar auf dessen Wahnvorstellungen ein.

Bild
Format1.85:1 (anamorph)
NormPAL
 Das anamorphe Bild wurde zwar sauber auf die DVD gebracht, wird aber sicherlich keine Begeisterungsstürme entfachen. Pluspunkte sammelt das begrenzte Farbspektrum, das dem Film angepasst wurde und eher schlichte Töne zeigt. Es versagt aber auch nicht, wenn es beispielsweise in den silberblauen Schlussteil übergeht. Gleiches gilt für den Kontrast, der aber eher weniger zu tun bekommt, aber dazu neigt, die Bilder schattig darzustellen. Die relativ niedrige Wertung ergibt sich aus der eher unterdurchschnittlichen Schärfe, die einfach nicht in der Lage ist, Details als solche abzubilden. Etwas stärkeres Restrauschen lässt darauf schließen, dass eine Eindämmung desselben zu dem etwas zu weichen Bild geführt hat. Kompressionsfehler sind ebenso wie Verschmutzungen eher eine Seltenheit. Da man gewohnt ist, dass selbst mittelmäßig produzierte Werke mittlerweile besser aussehen, sind es nur knapp 3,5 Punkte.
 +++/--

Ton
FormateDolby Digital 5.1
SpracheDeutsch, Englisch
UntertitelDeutsch
 Irgendwie enttäuschend fällt der Ton aus. Da dieser Eindruck sich auf beide Sprachen bezieht, darf man von schwachem Ausgangsmaterial ausgehen. Der Dialoglastigkeit ist die starke Frontlastigkeit geschuldet, so karg und schwach muss es aber dennoch nicht klingen. Insbesondere die eher leblosen Dialoge, die zum Teil auch an der für diese Art Film nicht genügend hochwertigen Synchronisation liegen dürften, führen dazu, dass es praktisch nichts gibt, was das Einschalten des Dolby Digital 5.1-Modus rechtfertigen würde. Wenn selbst im Stereobereich keine Akustik aufkommt, die interessant klingt, dann gelingt das meist im Surround-Bereich auch nicht. Im Vergleich zu anderen Filmen, die wenig Potenzial für eine zeitgemäße Tonaufarbeitung haben, wurde bei "Bug" aber anscheinend gar kein Wert auf die Einbeziehung der Rear Speaker gelegt. Selbst Dialoge können beweglich platziert werden und müssten eigentlich realistischer klingen. Im Englischen verhält es sich ebenso, denn die Dialogstimmen sind auch nicht immer besonders greifbar. Wer möchte, kann deutsche Untertitel hinzuschalten.
 +++---

Extras
Extras
  • Audiokommentar
  • Bug: Eine Einführung (11:44 Min.)
  • Interview mit Regisseur William Friedkin (27:55 Min.)
  • Trailershow:
    • Unknown (2:04 Min.)
    • Five Fingers (1:48 Min.)
    • Renaissance (1:28 Min.)
    • Cronicas (1:48 Min.)
    • Intermission (2:15 Min.)
    • Mulberry Street (2:16 Min.)
    • Feed (1:25 Min.)
    • Shutter (2:24 Min.)
    • Little Trip To Heaven (2:13 Min.)
VerpackungKeepCase
 Die "Einführung" ist jene Art von Making Of, die zwar Interviewfetzen und Aufnahmen vom Dreh zeigt, mir insgesamt aber etwas zu oberflächlich erscheint. Der Grund mag in den wenig aussagekräftigen Standardfloskeln liegen, die Regisseur und Darsteller anbringen. Verschenkt sind die 12 Minuten aber nicht, denn interessante Aspekte, wie es zur Produktion kam und wie man die Darsteller auswählte, sind auch enthalten. Das anschließende Interview mit Regisseur Friedkin beginnt sehr interessant, denn der Mann möchte, dass bereits die wenigen Sekunden, in denen ihm das Mikro angesteckt wird, mit auf DVD kommen soll, weil es Teil des Prozesses ist. Das Interview ist höchst interessant, weil Friedkin seine gesamte Filmkarriere betrachtet und mit seinen Aussagen und Ansichten klar macht, dass er ein Ausnahmeregisseur ist. Besonders gefällt mir sein Satz, dass er zwar weiß, was gerade der Zeitgeist ist, er ihn aber nicht folgen möchte. Auch seine Einschätzung seiner Werke ist mutig, spricht er doch von einem Film, den er sich selbst nie wieder anschauen könnte, weil er so schrecklich sei. Bis hierhin hat man alle Extras deutsch untertitelt, was leider nicht für den Audiokommentar mit Friedkin zutrifft. Er erzählt mir hier ein wenig zu sehr den Film nach, als ob er nun mit Worten nachholen müsste, was er vermeintlich zu zeigen verpasst hat. Es geht also um die Figuren, die Geschichte, weniger aber darum, dass es nur ein Film ist, der von Menschen gemacht wurde.
 +++/--

Fazit
Wenn des Regisseurs größter Erfolg Interner Link"Der Exorzist" groß das Cover ziert, dann ist es nicht verwunderlich, dass von vornherein ein falscher Eindruck entstehen kann und die Zuschauer den Film letztlich zerreißen. Verdient hat das "Bug" als kühler Psychothriller ganz und gar nicht, denn Friedkin hat auch hier abermals Glück, dass ihn eine interessante Geschichte gefunden hat, die er handwerklich solide, aber nicht sonderlich publikumsträchtig umsetzte.
Sein 90-Minüter basiert auf zwei fragilen Geschöpfen, wunderbar gespielt von Ashley Judd und Michael Shannon, deren Not und Angst sich gegenseitig nährt und somit zu einer Paranoia ungeahnte und gefährlichen Ausmaßes heranwachsen lässt. Agnes klammert sich aus Einsamkeit an den introvertierten Peter, der nach eigenen Aussagen als Versuchsobjekt einem Armeekrankenhaus entfloh und nun Zuflucht in dem schäbigen Motel sucht. Agnes versinkt in ihrem aussichtslosen Leben aus Alkohol, Drogenkonsum und dem Job als Kellnerin und ist empfänglich für die Verschwörungstheorien von Peter. Friedkin versucht nicht möglichst schnell zum blutigen Finale zu kommen, sondern lässt der Beziehung der beiden, eine Art gegenseitige Abhängigkeit, Zeit zur Entfaltung. So entsteht natürlich kein 08/15-Horror, den man in "Bug" auch nicht zu sehen bekommt, aber eine glaubhaft entwickelte, stellenweise erdrückende Schilderung von Phobien, die bis zum Mord reichen können. Die Enge des Motelzimmers macht zwar Schauwerte zunichte, weil es praktisch nur zwei Sets gibt, aber optische Langeweile kommt dennoch nicht auf.
"Bug" ist untypisch und gewiss nicht massenkompatibel genug, um größere Zuschauerzahlen zu erreichen, aber ein nettes Projekt, das inhaltlich auch in einem Kurzfilm wiedergeben werden könnte. Die beiden bestens aufgelegten Hauptdarsteller lassen viel Menschlichkeit durchblicken, die dem Film ein wenig Dramatik verleiht, ihn aber auch bis zum Ende spannend hält. Friedkin hält sich also an sein Vorhaben, nur Stoffe umzusetzen, die er persönlich für verfilmenswert hält, auch wenn er vorab bereits die geringe Zugänglichkeit einschätzen kann.

Achtung: Wir raten dringend von dieser DVD ab, da sie den Kopierschutz X-Protect trägt, der auf einigen Playern für Probleme sorgen kann. Wer das Wagnis eingehen will, kann natürlich trotzdem einen Blick riskieren.



Bilder der DVD




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