Wicked-Vision-Index

Login 18er Bereich

Registrieren

Startseite und Neuigkeiten Reviews
• Filmberichte
• DVD/HD-Reviews
• Bildvergleiche
• Literatur
• Hörspiele Weitere, medienbezogene Informationen
• Hidden Features
• Schnittvergleiche
• Videocover
HU, AT, FR 2006
Originaltitel:Taxidermia
Länge:90:29 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:Keine Jugendfreigabe
Regie:György Pálfi
Buch:Lajos Parti Nagy, Zsófia Ruttkay, György Pálfi
Kamera:Gergely Pohárnok
Musik:Amon Tobin
SFX:Iván Pohárnok
Darsteller:Csaba Czene, Gergely Trócsányi, Piroska Molnár, Adél Stanczel, Marc Bischoff, Gábor Máté, Zoltán Koppány, Iván Dengyel, Géza Balkay, Katalin Bene, Mari Nagy, Péter Blaskó, Erwin Leder
Vertrieb:I-On / Splendid
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:13.12.2007 (Verleih) / 25.01.2008 (Kauf)



Inhalt
Taxidermia erzählt die Geschichten von drei Generationen innerhalb einer sehr außergewöhnlichen Familie. Im zweiten Weltkrieg "erfindet" der Soldat Vendel aus Frust über die unmenschlichen Gängeleien seines Leutnants immer ausgefallenere Möglichkeiten der Selbstbefriedigung. Sein ungewöhnliches Hobby hat bizarre und tragische Folgen, resultiert aber auch in einem Nachkommen, der einem wahnwitzigen "Leistungssport" nachgeht: Wettessen. Auch er zeugt einen Sohn, mit einer ungewöhnlichen Leidenschaft: dem Ausstopfen von Tieren ...

Bild
Format2,35:1 (anamorph)
NormPAL
 Das anamorphe Bild wird im Originalformat von 2,35:1 wiedergegeben, und verfügt über kräftige und stets natürlich wirkende Farben. In einigen Szenen wird zudem mit Farbfiltern gearbeitet, was als gewolltes Stilmittel meist in einem grünlichen Touch endet. Angenehm ist auch das Schärfeverhältnis, das insbesonders in Nahaufnahmen eine sehr gute Detailwiedergabe bereithält. In Totalen überzeugt die Schärfe dann zwar nicht mehr ganz, liefert aber immer noch gute Werte ab, sodass man vor Unschärfen oder eine nur durchschnittlichen Detailzeichnung bewahrt wird. Etwas unschön wirkt gerade zu Anfang das vorhandene Bildrauschen, welches in Szenen im Nebel bemerkbar ist. Der Kontrast wirk sehr ausgewogen und kann mit Hilfe eines satten Schwarzwertes punkten, der keine Details verschluckt. Auch die Kompression arbeitet vorteilhaft im Hintergrund. Fehler innerhalb des Bildes sind auch keine vorhanden.
 ++++/-

Ton
FormateDolby Digital 5.1
SpracheDeutsch, Ungarisch
UntertitelDeutsch
 Obwohl sich der Film selber als Drama versteht, gelingt es ihm dank seiner Andersartigkeit gegenüber anderen Genrevertretern eine sehr räumliche Klangkulisse zu erzeugen, die sowohl im Original als auch in der deutschen Synchronfassung zu überzeugen weiß. Das Hauptaugenmerk liegt zwar weiterhin auf den Frontkanälen, doch immer wieder wird an den richtigen Stellen der Effektbereich angesprochen. Im direkten Vergleich klingt die Originalfassung einen Hauch natürlicher, aber beide verfügen über eine angenehme Dynamik. Der Subwoofer bekommt allerdings eher selten etwas zu tun, aber einen bassstarken Film hätte man so oder so nicht erwartet. Obwohl die deutsche Synchronisation empfehlenswert ist, besteht auch die Möglichkeit dank deutscher Untertitel den Film in seiner ungarischen Originalsprache zu sehen. Störgeräusche sind nicht auszumachen.
 ++++--

Extras
Extras
  • Making of (42:11 Min.)
  • Trailer (2:09 Min.)
  • Trailershow:
    • Black Kiss (1:28 Min.)
    • Dark Corners (1:38 Min.)
    • Ghost Train (1:58 Min.)
    • Memories of Matsuko (1:57 Min.)
    • Nuit Noire - Die schwarze Nacht (2:21 Min.)
    • Shinobi (2:02 Min.)
    • Seance (1:51 Min.)
    • The District (1:13 Min.)
    • Tokyo Zombie (2:00 Min.)
    • Uro (2:01 Min.)
VerpackungMetalpak
 Im Bonusmaterial befindet sich ein wirklich gelungenes Making of, wie man es sich öfter wünschen würde. Ohne großartige PR wird ein informativer Blick hinter die Kulissen geworfen, bei dem auch viele Leute der Filmcrew zu Wort kommen und ihren Beitrag zur Entstehung des Films kundtun. Zudem darf man noch den Trailer begutachten. Abgerundet wird der Bonusbereich mit einer umfangreichen Trailershow des Anbieters.
 +++---

Fazit
Ist das Ende erreicht, wird man sich erst bewusst, auf was für eine Achterbahnfahrt man sich eben begeben hat. "Taxidermia" wird früher oder später sicherlich als Kultfilm gehandelt werden, das Zeug dafür hat er und so unglaublicher ist er. Auf verschiedenen Zeitebenen, aber immer schön der Reihe nach, werden drei Generationen einer etwas andersartigen Familie offenbart. Zu Anfang wird inmitten des kalten Krieges ein Soldat vorgeführt, der irgendwo im Nirgendwo mit seiner Einheit in einer einsamen Gegend die Stellung hält. Wenn er nicht gerade in ein mit Wolle ausgestopftes Loch im Gartenzaun onaniert, ist seine Sehnsucht nach echtem Sex so groß, dass Er selbst vor einem toten Schwein keinen Halt macht. Als er eines Abends von der Fantasie beflügelt Einzug in seine Welt der sexuellen Revolution hält, ist auch die übergewichtige Herrin des Hauses, das die Soldaten bewachen, zur Stelle. Aus dieser kurzen Liebschaft entsteht ein Sohn, bestückt mit einem Kringelschwänzchen und einem ordentlichen Gewicht. Die Jahre vergehen und dieser Junge startet eine Karriere als Profiesser, der sein Leben mit Essen und diversen Wettessen bestreitet. Hier lernt er auch seine zukünftige Frau kennen, die ihm an Pfunden in nichts nachsteht. Zwar ist die Ehe zum Scheitern verurteilt, doch ein Kind ist der krönende Abschluss. Entgegen den Angewohnheiten seines Vaters besteht dessen Sinn des Lebens nicht aus Essen, sondern Taxidermie, was bedeutet, dass er sich ganz dem Ausstopfen von toten Tieren hingibt. Seine weitere Aufgabe ist die Pflege seines Vaters, der sich überhaupt nicht mehr bewegen kann und zusammen mit ein paar übergewichtigen Katzen, die in einem Käfig gehalten werden, vor sich hinvegetiert. Sein Sohn versorgt ihn und die Katzen mit Essen und erledigt die Einkäufe. Als eines Tages die Käfigtür nicht richtig verschlossen ist, entdecken die Katzen, dass sie sich auch selbst verpflegen können. Aber was viel wichtiger ist, ist die Frage, ob man sich auch selbst bei lebendigem Leib ausstopfen kann oder zumindest als Kunstwerk in seine Einzelteile zerlegen kann.
Wie die Inhaltsangabe schon vermuten lässt, wandelt der Film von György Pàlf zwischen Kunst und Tabubrüchen, die immer wieder in dermaßen perversen Momenten gipfeln, dass es schier unmöglich ist, alles zu beschreiben. So muss sich der Zuschauer gefühlt haben, als Interner Link"Das große Fressen" erstmalig in den Lichtspielhäusern gezeigt wurde. Doch gegen den aktuelleren "Taxidermia" mit seinen obskuren Augenblicken kann er kaum ankommen. Für Freunde der etwas geschmackloseren Filmkunst dürfte "Taxidermia" eine wahre Offenbarung sein. Sicherlich werden sich an dieser Art von Film die Geister scheiden, aber eine Anhängerschar wird dieses kleine Meisterwerk früher oder später heranziehen. Ein Film, den es zu entdecken lohnt, der weitab des üblichen Kinoprogramms von sich Rede machen wird, der angelegt zwischen Genie und Wahnsinn ist und garantiert nicht amerikanisiert wirkt - also der Stoff aus dem Kultfilme sind.



Bilder der DVD




Druckbare Version
IMDb.com OFDb.de



Alle Bilder und Texte sind Eigentum des jeweiligen Rechteinhabers

Copyright by Wicked-Vision 2000-2013/Designed by Daniel Pereé 2000-2013.