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PK 1967
Originaltitel:Zinda Laash
Alternativtitel:Living Corpse, The
Länge:103:50 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Khwaja Sarfraz
Buch:Naseem Rizwani, Khwaja Sarfraz
Kamera:Nabi Ahmed, Raza Mir
Musik:Tassadaque Hussain
Darsteller:Ala-Ud-In, Asad, Cham Cham, Latif Charlie, Deeba, Habib, Baby Najmi, Rehan, Sheela, Yasmeen, Munwar Zarif
Vertrieb:Rapid Eye Movies
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:15.02.2008 (Kauf)



Inhalt
Auf der Suche nach dem ewigen Leben verwandelt sich Professor Tabani (Rehan) in einen blutdürstigen Vampir. Als er seinen Gast Dr. Aquil (Asad Bukhari) durch einen Biss zum Artgenossen macht, bleibt nur noch dessen Bruder (Habib), der die Welt vor dem Vampir retten kann.

Bild
Format1,33:1 (Vollbild)
NormPAL
 Gemessen am Alter und der Herkunft des Films kann man mit dem Endergebnis durchaus zufrieden sein. Für den Transfer konnte man scheinbar auf das aufbereitete Master der US-DVD zurück greifen, das zwar objektiv betrachtet nicht perfekt ist, aber in Anbetracht der Seltenheit gelungen erscheint.
Die Schärfe reicht von sehr schwammig bis hin zu annehmbar und kann immerhin noch einiges an Details offenbaren. Bildrauschen ist minimal vorhanden und der Kontrast des Schwarz/Weiß-Bildes geht durchaus in Ordnung, wobei man aber auch anmerken muss, dass einige Stellen im Film sehr dunkel wirken. Sehr gefallen kann die Kompression, welche unauffällig im Hintergrund arbeitet und saubere Werte liefert. Sehr häufig kommt es aber zu analogen Defekten und Verschmutzungen in der Vorlage, die aber bei diesem Film schon eher einen Nostalgieeffekt hervorrufen, als dass es störend wirkt.
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Ton
FormateDolby Digital 2.0 (Mono)
SpracheUrdu
UntertitelDeutsch
 Auf eine deutsche Synchronisation wurde verzichtet, was angesichts dieses Nischenprodukts verständlich ist. Zudem wäre auch das Flair der 60er Jahre sicherlich zerstört worden, wenn man mit einer moderneren Synchronisation aufwarten würde. So liegt der Film in der Landessprache Urdu vor in einer dem Alter des Films entsprechenden Monospur. Zwar werden die Dialoge akustisch gut wiedergegeben, ob es verständlich ist, entzieht sich aber meinen nicht vorhandenen Sprachkenntnissen. Dennoch klingen die Dialoge blechern und ein wenig verzerrt, was auch für die musikalische Untermalung gilt. Überraschend ist der recht saubere Hintergrund, der nur ein leichtes Rauschen und gelegentliche Knackser aufzuweisen hat. Optional gibt es gut lesbare deutsche Untertitel, die sehr gut ins Bild gesetzt wurden.
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Extras
Extras
  • Interviews (12:37 Min.)
  • Dokumentation über südostasiatisches Horrorkino (24:26 Min.)
  • Kinotrailer (1:29 Min.)
  • Trailershow:
    • Chandramukhi (2:06 Min.)
    • Rang De Basanti - Die jungen Rebellen (1:31 Min.)
    • Yuva (2:16 Min.)
VerpackungSoftbox
 Das Highlight im Bonusbereich ist die vom US-Label Mondo Macabro inszenierte und von REM für die deutsche DVD-Auswertung lizensierte Dokumentation über südasiatisches Horrorkino. Schaut man sich die Filmausschnitte an, kann man nur hoffen, dass sich REM die eine oder andere Perle der Unglaublichkeiten annimmt und auch in Deutschland veröffentlicht. Informativ fallen auch die Interviews mit Produzent, Regisseur und dem Hauptdarsteller aus, die u.a. stolz berichten, den ersten Film für ein Erwachsenenpublikum in Pakistan geschaffen zu haben. Zudem gibt es noch den englischsprachigen Trailer sowie eine kleine Trailershow mit weiteren Filmen, die unter dem Banner "Jenseits von Bollywood" bei REM erschienen. Leider gibt es nur englische Untertitel.
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Fazit
Dem Erfolg der DVD ist es wohl zu verdanken, dass immer seltenere und vor allem obskurere Werke dem Sammler und Filmfreund zugänglich gemacht werden können. So stellt auch der 1967 gedrehte, erste Horrorfilm aus Pakistan eine Perle der Filmkunst dar, die jahrelang als verschollen galt. Zwar war der reine Vampir-Mythos in den 60er Jahren in Pakistan eher unbekannt, aber Bram Stokers "Dracula" muss wohl auch in diesem südasiatischen Raum bekannt gewesen sein.
Auffällig ist die Herangehensweise des Regisseurs an das Thema. So wird doch deutlich, dass man an westliche Traditionen festhielt und die "Dracula"-Verfilmung der Hammer Studios als Pate fungierte. Stellenweise werden ganze Szenenabläufe kopiert und viele Soundsamples des Christopher Lee-Films finden auch hier Verwendung. Dies gilt auch für die Spielweise von Rehan, der obwohl laut Interview keinen Film mit Christopher Lee gesehen, eine ähnlich dämonische Aura an den Tag (oder besser: die Nacht) legt. Die Handlung hält sich aber nur grob an die Romanvorlage bzw. dem Vampirfilm im eigentlichen Sinne. Hier ist der Vampir nämlich ein Wissenschaftler auf der Suche nach dem Elixier des Lebens. Nachdem dies in seinem Labor erfunden wurde, wird auch gleich ein Selbstversuch arrangiert, der natürlich für das normale Leben tödlich endet. Doch wird er als Vampir wiedergeboren auf der Suche nach frischem Blut. Eine weitere Änderung ist die Art, einen Vampir zu töten: zwar bleibt das Problem mit dem Sonnenlicht auch in dieser pakistanischen Version vorhanden, doch braucht man keinen Pflock, sondern es reicht auch ein normales Messer, das man dem Untoten ins Herz sticht. Aufgrund der anderen Glaubensrichtung wird auch von christlichen Symbolen Abstand genommen. Die Fortbewegung eines pakistanischen Vampirs erledigt dieser mittels Auto, was im Film mit einer wüsten Verfolgungsjagd ausgeschmückt wird.
Dafür, dass der Horrorfilm zur damaligen Zeit eigentlich nicht existierte, ist Regisseur Khwaja Sarfraz ein sehr atmosphärischer Film gelungen. Etwas ungewohnt für westliche Gemüter sind die Musik- und Tanzeinlagen, welche spannende Momente immer wieder unterbrechen, so als ob man dem Zuschauer eine Verschnaufpause gönnen wollte. Sie mögen zwar unpassend sein, dafür aber auch wieder so schön obskur, dass es eine Freude ist dem Tanz und Gesang zu folgen. Im eigenen Land hatte "Dracula in Pakistan" gerade bei seiner Premiere ordentlich Probleme mit den Zensurbehörden, so dass der Film nur Erwachsenen zugänglich gemacht wurde. Die Besonderheit hierbei ist, dass es vorher keine Filme nur für Erwachsene gab und hiermit eine neue Ära der Altersfreigabe geschaffen wurde. Man muss den Film schon sehen, um wirklich zu glauben, was für ein bizarres Filmjuwel dank REM seinen Weg auch nach Deutschland auf DVD geschafft hat. Bitte mehr von solchen Filmen!



Bilder der DVD




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