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D, UK 2006
Originaltitel:Severance
Länge:91:51 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:keine Jugendfreigabe
Regie:Christopher Smith
Buch:James Moran, Christopher Smith
Kamera:Ed Wild
Musik:Christian Henson
SFX:Millennium FX, Men From Mars, Lip Sync Post
Darsteller:Toby Stephens, Claudie Blakley, Andy Nyman, Babou Ceesay, Tim McInnerny, Laura Harris, Danny Dyer, David Gilliam, Juli Drajkó, Judit Viktor, Sándor Boros
Vertrieb:Splendid
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:27.04.2007 (Kauf)



Inhalt
Bei einem Workshop-Ausflug in ein osteuropäisches Waldgebiet kommen die Angestellten des Rüstungskonzerns "Palisade Defence" vom Weg ab und landen in einem einsamen, heruntergekommenen Haus im Wald. Vor Ort hat Abteilungsleiter Richard (Tim McInnerny) gleich alle Hände voll zu tun, seine sechsköpfige Truppe vor der Meuterei zu bewahren, denn die muffige Bruchbude verhagelt allen ziemlich die Laune. Doch als sie dann im Wald auch noch auf eine brutal zugerichtete Leiche stoßen, befinden sie sich urplötzlich in tödlicher Gefahr, denn auch ihre eigenen Reihen werden nun empfindlich ausgedünnt! Die Helden des Büroalltags müssen einen panischen Kampf ums nackte Überleben führen. Eine atemlose und bizarre Hetzjagd durch einen Wald voller Geheimnisse nimmt ihren Lauf ...

Bild
Format1.78:1 (anamorph)
NormPAL
 Ein grün-bläulicher Filter sorgt für eine Abschwächung der Farbwerte, wobei dies eher die Stilistik ändert als die Qualität beeinflusst. Trotzdem sind blutige Szenen überaus real, nur dass man, wie es für einen Horror-Film üblich ist, die Hauttöne etwas blasser gestaltet als etwa bei einer Komödie gewöhnt ist. Qualitativ macht die DVD den Eindruck einer etwas besseren Independent-Produktion. So ist die Schärfe nie wirklich sehr gut, weil der gesamte Aufbau plastischer sein dürfte, aber vor Unschärfe oder nur durchschnittlicher Detailzeichnung wird man auch bewahrt. Einziger Kritikpunkt meinerseits ist das manchmal etwas anwachsende Rauschen und der nicht ideale Kontrast. Vielleicht versuchte man bewusst, einiges in Schatten zu verbergen, der Schwarzwert sollte aber deutlich satter sein. An guten 4 Punkten rüttelt das aber nicht. Auch die zum Ende hin auffallenden Schärfeverluste in Bewegungen sind eher geringer Natur.
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Ton
FormateDolby Digital 5.1
SpracheDeutsch, Englisch
UntertitelDeutsch
 Der Score ist an den richtigen Stellen ein wahrhaftes Bassmonster und bringt den Ton um mindestens einen Punkt nach vorn. Allein durch dieses Klangvermögen, welches an den richtigen Stellen für satte Töne sorgt, wird eine sehr gefällige Dynamik vermittelt. Auch sonst stimmt eigentlich alles mit der Umsetzung des Tones. Der Effektbereich wird zwar nicht übermäßig, dafür aber sehr effizient mit Signalen gefüttert. Das sorgt in ein paar spannenden, besonders aber in Action-Szenen für die nötige Unterstützung, so dass man insgesamt von einem sehr sauber und kräftig produzierten Track sprechen kann. Gleiches gilt für den englischen Ton, wobei die deutsche Synchro keine Ausfälle bei den Sprechern enthält. Für deutsche Untertitel ist ebenfalls gesorgt.
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Extras
Extras
Film-DVD:
  • Audiokommentar
  • Trailer:
    • Der Fluch von Betsy Bell (2:46 Min.)
    • Dragon Tiger Gate (2:48 Min.)
    • Harsh Times (2:12 Min.)
    • Shadowless Sword (2:42 Min.)
    • Black Box (1:53 Min.)
    • Thumbsucker (2:04 Min.)
    • Silk (2:08 Min.)
    • No Good Deed (1:59 Min.)
Bonus-DVD:
  • Making Of (33:46 Min.)
  • Deleted Scenes:
    • Steve und das sprechende Reh (2:51 Min.)
    • Steve im Wald (0:25 Min.)
    • Palisade Corporate Video (1:40 Min.)
    • Wir marschieren (0:28 Min.)
    • Singen wir was? (0:46 Min.)
    • Pussy's (0:40 Min.)
    • Jill & Harris (1:28 Min.)
    • Die Drogen (1:51 Min.)
  • Outtakes (1:35 Min.)
  • Behind The Scenes (11:58 Min.)
  • Alternatives Ende (0:43 Min.)
  • Nadja & Olga (6:33 Min.)
  • Storyboard-Animation (2:49 Min.)
  • Danny Dyer Special (5:18 Min.)
  • Kampftraining mit Danny Dyer (2:01 Min.)
  • Frankish (3:05 Min.)
  • Der Fasan (1:16 Min.)
  • Der Flug (2:08 Min.)
  • Special Effects? (4:51 Min.)
  • Severance entsteht (4:54 Min.)
  • Der Busunfall (8:09 Min.)
  • Der Busunfall - Multikamera (1:58 Min.)
VerpackungKeepCase im Pappschuber
 Makabres präsentiert sich bereits im Hauptmenu der ersten DVD, in welchem dem enthaupteten Palisade-Mitarbeiter das Blut aus der offenen Wunde spritzt, während im Hintergrund leichte Unterhaltungsmusik für Freude sorgt. Neben Trailern bietet man hier einen Audiokommentar vom Regisseur Chris Smith. Der hat sich zur Unterstützung Szenebildner John Frankish, Autor James Moran und die Darsteller Danny Dyer, Tim McInnerny, Andy Nyman und Babou Ceesay herangezogen, was eine lustige Mischung ergibt. Der Kommentar, der wie alle Extras deutsch untertitelbar ist, dürfte somit das unterhaltsamste Feature sein.
DVD 2 startet mit einem halbstündigen Making Of, das dem Film sehr ähnlich ist, da es direkt und spaßig ausfällt. Das professionell zusammengeschnittene Material kommt ohne Filmsequenzen, dafür aber mit jeder Menge Aufnahmen direkt am Set aus. Die gesamte Crew hatte eine sehr lustige Zeit während des Drehs und das bringt das Making Of 100%ig herüber. Ganz nebenbei werden grundlegende Aspekte der Produktion genannt, so dass ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Unterhaltung und Informationsgehalt erbracht wird. Das etwas kürzere Video "Behind The Scenes" macht eigentlich genau da weiter und hätte gern auch an das Making Of angefügt werden können. Bei den Deleted Scenes handelt es sich ausschließlich um komödiantisches Material. U.a. gibt es das komplette Palisade-Werbevideo zu sehen und nicht wenige der entfernten Szenen drehen sich um Steves Drogen. Das alternative Ende wurde nie gedreht, schließt mit Storyboards aber nahtlos an das nun verwendete Ende an und zeigt jenen bösen Ausgang der Geschichte, den mancher vielleicht vermutet hatte. Unter "Nadja & Olga" verbirgt sich ein gestelltes Interview mit den beiden Damen des Begleitservices, die erklären, wie sie zu ihrem Job gekommen sind und wie es ihnen in Gesellschaft ihres Auftraggebers erging. Die Storyboard-Animation zeigt die Anfangssequenz komplett vertont anhand von s/w-Zeichnungen, ist aber wie einige andere Extras auch etwas verpixelt. Beim Danny Dyer-Special dreht sich alles um den Steve-Darsteller, der am Set durch seine ungezügelte Sprache auffiel. Lustigerweise piept der Audiotrack zwar bei jedem "cunt" (Fotze), aber bei "fuck" wird nichts zensiert. Im nachfolgenden Teil geht es um die Kampfsequenz zwischen Steve und den zwei Söldnern, die im Studio geprobt wird und dort noch eine etwas andere Choreografie besitzt. Unter "Frankish" läuft der Szenenbildner John Frankish am letzten Drehtag herum und kitzelt aus den Leuten die schlimmsten Momente heraus. Naja, eigentlich animiert er sie ja dazu, die Crew runterzuputzen - lustige 3 Minuten! Die restlichen Videos beschäftigen sich mit kleineren Episoden vom Dreh, u.a. dem dressierten Fasan, der Flugangst des Regisseurs und den Problemen mit einigen Spezialeffekten (z.B. den Schusswaffen). Interessant wird's nochmal, wenn es um die Entstehung der Idee bzw. des Drehbuchs geht ("Severance entsteht") und wenn man die leichten Missverständnisse beim Stunt mit dem umkippenden Bus erklärt. Dieser kann zuletzt noch mal aus allen möglichen Kameraperspektiven verfolgt werden.
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Fazit
Britischer Humor und flottes Rumgesplattere, so was sollte man dann auch den Briten überlassen. So geschehen im Fall von "Severance", Christopher Smiths Nachfolgefilm zu dem zwiespältig aufgenommenen Interner Link"Creep" mit Franka Potente. Zwiespältig bleibt leider auch das Gesamtergebnis, doch man kann Smith bescheinigen, dass er immerhin an seiner Kunst arbeitet, diesmal ist es wesentlich vergnüglicher geworden.
Im Grunde ist "Severance" eine Art "10-kleine-Negerlein"-Slasher, eine Gruppe von Angestellten eines Waffenkonzerns macht ein Teamstärkungswochenende irgendwo im Niemandsland zwischen Ungarn, Serbien und sonst wo. Prompt gerät man in die falsche Unterkunft, eine baufällige Baracke aus dem Jugoslawienkrieg und wird zur Zielscheibe einer Gruppe durchgeknallter Ex-Soldaten, die außer meucheln nun so gar nichts können. Aber bis man sich effektiv zur Wehr setzen kann, sind schon einige hinüber ...

Smith mischt in diesem Film typisch britische Gesellschaftssatire mit hartem Horror - und obwohl ihm Lachsalven des Publikums sicher sind, verbinden sich die beiden Zutaten nicht eben harmonisch. Der Betriebsausflug entpuppt sich als Ansammlung grotesker Klischeegestalten, von notgeilen und großspurigen Chef über graue Mäuse, immerfleißige Arbeitsnerds, Großmäuler aus besserer Familie, dem Quotenschwarzen, dem blonden US-Knackarsch und dem grenzdebilen Computerfachmann, der alles an Drogen einschmeißt, was ihm unter die Finger kommt. Provoziert die Kombination bewährte TV-Komik, wird's nach einer halben Stunde zunehmend grimmiger und bedrohlicher, denn baldigst legt der Killer los, verteilt ordentlich Bärenfallen, säbelt Köpfe durch den dunklen Tann oder fackelt seine Opfer mit dem Flammenwerfer ab.
Leider bewegen sich brutaler Grimm und entwaffnende Komik nebeneinander her, richtig stark ist der Film eigentlich nur, wenn er sich der oberflächlichen Satire widmet und auf Brüller setzt ("Im Vorstand unserer Firma sitzen Angehörige aus beiden Parteien. Die tun nichts Unmoralisches!"). Eine weitere, hin und wieder eingesetzte Stärke ist der Umgang mit den gängigen Horrorfilmklischees, die hier bisweilen überraschend entwertet werden. So krabbelt der grauen Maus eine ganze Zeit eine Riesenspinne auf dem Rücken rum, während man auf den Schrei wartet, doch die Gute hat gar keine Angst vor Spinnen. Der Schwarze kündigt an, aufs Klo zu müssen und gleich zurück zu sein - und kommt tatsächlich wieder. Währenddessen diskutieren zwei weitere Figuren die bedrohliche Situation, während im Hintergrund unbemerkt und stark belacht, der Killer ein verletztes Opfer entführt. Und die Blonde jagt einem vermeintlich Toten eine Ladung Schrot in den Kopf und begründet dies damit, dass sie sich nicht nachsagen lassen wolle, ihn nicht getötet zu haben, als sie die Chance hatte.
Die Killer an sich sind jedoch bloße Chiffres, eine Verbindung zu der Waffenfirma ist nur rudimentär und so bleiben sie nur Katalysatoren für wechselseitig Spannung und Gelächter. Am Ende wird's dann im Infight richtig schön blutig und optisch schmerzhaft ("Das wird jetzt sehr weh tun ..."), aber auch hier bleibt der Film uneben zwischen echtem Backwood-Stalker-Grauen und komischen Einlagen.

Flott konterkarierende Musik bietet zusätzliches Augenzwinkern zu den grafisch recht heftigen Szenen, die in der unbeabsichtigten Amputation eines Beines durch eine Bärenfalle einen Höhepunkt findet. "Severance" ist weitestgehend sehr amüsant, aber nicht wirklich gehaltvoll und so uneben, dass er nicht auf ewig hängen bleibt, für Slasherfreunde aber sicher künftig ein Partyfavorit.



Bilder der DVD




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Severance
News"Severance" - Deutscher Kinostart
"Severance" kommt im April als Special Edition
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