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AUS 2006
Originaltitel:Macbeth
Länge:104:45 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:Keine Jugendfreigabe (Film selbst FSK 16)
Regie:Geoffrey Wright
Buch:Victoria Hill, Geoffrey Wright
Kamera:Will Gibson
Musik:John Clifford White
SFX:Brian Pearce
Darsteller:Sam Worthington, Victoria Hill, Lachy Hulme, Anna Anderson, Steve Bastoni, Kate Bell, Louis Corbett, Peter Davenport, Matt Doran, Nash Edgerton, Bob Franklin, Hai Ha
Vertrieb:Sunfilm / Tiberius Film
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:28.09.2007 (Verleih) / 26.10.2007 (Kauf)



Inhalt
Macbeth ist ein brutaler Drogendealer der kriminellen Unterwelt. Boss der Gang ist der unberechenbare Duncan, der von allen gefürchtet wird. Drei Teenagerhexen prophezeien Macbeth eines Tages, dass er schon bald sehr mächtig sein wird. Macbeths Gier ist grenzenlos. Gemeinsam mit seiner intriganten Ehefrau plant er eine tödliche Verschwörung, um Duncans Platz an der Spitze der Gang einzunehmen. Doch mit dem Mord an Duncan gerät Macbeth in eine Spirale aus Macht und Gewalt. Seine Feinde verbünden sich gegen ihn und haben nur ein Ziel: seinen Tod.

Bild
Format1,85:1 (anamorph)
NormPAL
 Visuell ziehen die Macher sämtliche Register und verfremden das Bild sehr stark, wodurch es schwer fällt den Transfer zu bewerten. Zuerst fällt die extrem gute Schärfe auf, welche sich trotz aller Stilmittel nie mit dem Mittelmaß zufrieden gibt und hervorragende Werte abliefert. Das Bild wirkt durchweg plastisch, scharf und detailliert. Selbst der Kontrast arbeitet nahezu tadellos, überstrahlt zwar das eine oder andere mal in hellen Bildbereich, hinterlässt ansonsten aber einen ausgewogenen Eindruck. Die Farben wirken derweilen unnatürlich und verfälscht. Es herrschen warme, gar erdige Grundtöne und ein kräftiges Farbspektrum vor, welches sich so einige Verfremdungen des Regisseurs gefallen lassen muss. Die Kompression gerät niemals aus der Bahn und weiß durchweg zu gefallen, lediglich gelegentliches Bildrauschen ist auszumachen, aber nicht kontinuierlich vorhanden. Insgesamt ein ziemlich überraschender Transfer, mit den wir nicht gerechnet hätten.
 +++++-

Ton
FormateDolby Digital 5.1, DTS 5.1 (nur dt.)
SpracheDeutsch, Englisch
UntertitelDeutsch
 Beim Ton hat sich auch einiges getan und der deutsche Mix überzeugt mit einem guten Basseinsatz, sauberen Dialoge und einer hohen Dynamik im Musikbereich. In den Actionszenen werden sämtliche Kanäle mit vollen Einsatz genutzt und erzeugen so ein stimmiges Raumgefühl. Richtig frontlastig wird es eigentlich nie, da die Musik stets auf allen Kanälen spielt und die Umgebungsgeräusche der Abmischung noch etwas Tiefe verleihen. Der englische 5.1-Mix klingt etwas betagt und auch wenn die Abmischung als noch gut bezeichnet werden kann, kommt sie nicht an die Qualität der deutschen Version heran. Dennoch bleiben die Dialoge auch hier gut zu verstehen und der Effekteinsatz ist ebenfalls ausgezeichnet, es fehlt aber deutlich an Dynamik. Die beste Leistung erzielt aber eindeutig die deutsche DTS-Spur ab, welche um einiges dynamischer und druckvoller klingt als die anderen Track, dabei klarer wirkt und im ganzen mehr Volumen beinhaltet. Für den englischen Track gibt es optionale deutsche Untertitel.
 +++++-

Extras
Extras
  • Audiokommentar mit dem Regisseur Geoffrey Wright
  • Deutscher Trailer (1:46 Min.)
  • Original Trailer (1:47 Min.)
  • Making of:
    • The Crew (18:59 Min.)
    • The Cast (12:07 Min.)
  • Trailershow:
    • Buenos Aires 1977 (0:44 Min.)
    • Nightmare Detective (2:20 Min.)
    • The Night Listener (2:28 Min.)
    • Tödliche Diamanten (1:31 Min.)
    • Snoop Dogg's Hood of Horror (1:25 Min.)
    • Die wilden Siebziger (1:31 Min.)
    • Scorpion (1:38 Min.)
    • Storm (1:46 Min.)
    • Liebe ist Nervensache (2:17 Min.)
    • Behind the Mask (2:16 Min.)
    • The Collector (2:09 Min.)
    • Hinterm Mond gleich links (1:49 Min.)
VerpackungKeepCase
 Die beiden Making of Clips bestehen mit einer Gesamtlaufzeit von knapp 30 Minuten zum größten Teil aus untertitelten Interviews mit den Beteiligten. Hier erfahren mehr über die Entstehung des Films und der Musik, bekommen einen kleinen Enblick in die Produktionsarbeit von "Macbeth", ohne dass die Dokus in PR-Geschwätz ausarten. Der nicht deutsch untertitelte Audiokommentar mit dem Regisseur ist nett anzuhören, bietet aber nur die typischen Infos ohne Tiefgang. Für Interessenten aber durchaus einen Blick wert. Zum Schluss gibt es eine Sunfilm-Trailershow, sowie Trailer zum Film. Das angegebene Booklet ist leider nicht enthalten.
 ++/---

Fazit
Fraglos ist William Shakespeare eines der literarischen Genies der Menschheitsgeschichte (insofern er existiert hat). Wie kein anderer Autor bestimm(t)en seine Stücke die Gesellschaft, von Theateraufführungen bis hin zu Verfilmungen. Hierbei sind seine Werke "Romeo und Julia", sowie "Hamlet" die bekanntesten und beliebtesten Werke, aber auch sein vom Ehrgeiz durchzogenes Werk "Macbeth" hat viele filmischen Herausforderungen erfahren, so durch Orson Welles und Roman Polanski. Im letzten Jahr hat sich der Australier Geoffrey Wright, bekannt geworden durch sein Neonazi-Drama Interner Link"Romper Stomper" (1992) mit Russell Crowe in der Hauptrolle, an den Shakespeareschen Stoff gewagt und in ähnlich wie Michael Almereyda mit "Hamlet" (2000) in die heutige Zeit transferiert. Duncan ist nicht der König von Schottland, sondern der König der Melbourner Unterwelt. Sein Vetter und Untergebener ist Macbeth, dargestellt von Sam Worthington, welcher zur Zeit mit James Cameron an dessen neuestem Geniestreich Interner Link"Avatar" dreht, welcher sich bei einem missglückten Drogencoup als sichere Bank erweist.
Hier trifft das Publikum auch auf den Wendepunkt des Stückes: Macbeth ist erfolgreich und erhält von drei nymphenhaften Hexen ein böses und zugleich gutes Omen - er werde Duncan als König ablösen. Von Ehrgeiz gepackt und seiner Frau (Victoria Hill, ebenso Autorin) angetrieben, nimmt Macbeth sein Schicksal in die eigene Hand und ermordet Duncan im Schlaf, schiebt den Mord auf dessen Leibwächter und exekutiert sie, ehe sie ihre Unschuld debattieren können. Duncans Sohn Malcolm durchschaut die Machtkämpfe und ergreift die Flucht, dabei den Verdacht des Vatermordes auf sich ziehend. Macbeth wird in der Tat zum neuen König erwählt, hat aber mit einer weiteren Botschaft der Hexen zu kämpfen, prophezeiten diese doch dem Sohn seines Untergebenen Banquos die Königswürde. So kurz vorm Ziel verliert sich Macbeth in seinem von Wahn getriebenen Ehrgeiz und beginnt ein Blutbad, welches konzentrische Kreise zu ziehen im Beginn ist und vor niemandem halt macht.
In kräftigen und teils bunten Farben inszeniert Wright seinen Macbeth als jungen Draufgänger, emotional sehr kalt, Lady Macbeth dagegen von dem unerwarteten Tode des gemeinsamen Kindes aufgerüttelt. Schwerter werden durch Maschinengewehre und Revolver ersetzt, Drogen finden Einzug in die Geschichte und auch an nacktem Fleisch soll es nicht fehlen. Die Einordnung Duncans, Macbeths und der anderen in die Unterweltszene ist sicherlich kein Fehler im System, scheitert aber an den kläglichen Schauspielern und den geringen Mitteln. Erfreulich ist sicherlich anzumerken, dass Wright auf das Shakespearesche Englisch vertraut, und dies findet seine Ursache sicher in Baz Lurhmanns "Romeo + Juliet" (1996), welches nicht weniger bleihaltig ausfiel. Insbesondere Sam Worthington tut sich jedoch mit der Rolle von Macbeth schwer und wenn ein Schauspieler mit seiner Rolle den ganzen Film trägt und scheitert, dann scheitert logischerweise auch der Film. Dabei war das Konzept von Wright sicherlich gut gewählt und bedenkt man seine Mittel kommt auch ein akzeptables Ergebnis - welches im letztjährigen FFF-Wettbewerb lief - dabei heraus. Als Thriller wie Shakespeareadaption versagt "Macbeth" jedoch.

Hervorragend produzierte DVD aus dem Hause Sunfilm, deren hohe Altersfreigabe wahrscheinlich nur auf die Trailer der DVD zurückzuführen ist. "Macbeth" selbst wurde von der FSK ab 16 freigegeben. Einziger Wermutstropfen: die fehlenden Untertitel beim Audiokommentar.



Bilder der DVD




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"Macbeth" von Sunfilm
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