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BE, FR 2004
Originaltitel:Aaltra
Länge:89:46 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Gustave de Kervern, Benoît Delépine
Buch:Gustave de Kervern, Benoît Delépine
Kamera:Hugues Poulain
Musik:Les Wampas
Darsteller:Benoît Delépine, Gustave de Kervern, Jan Bucquoy, Pierre Carles, Isabelle Delépine, Jason Flemyng, Noël Godin, Christine Grulois, Aki Kaurismäki, Bouli Lanners, Vincent Patar, Benoît Poelvoorde
Vertrieb:Cinema Surreal / Alive
Norm:PAL
Regionalcode:0
DVD-Start:01.06.2007 (Kauf)



Inhalt
Nachdem eine lose Traktorklappe dem Zank zweier sturer Nachbarn ein jähes Ende bereitet hat, finden sich beide querschnittsgelähmt im Rollstuhl wieder - der Beginn einer ganz besonderen Freundschaft! Schon kurz darauf rollern beide in gemeinsamer Sache quer durch Europa, um die finnische Traktorfirma Aaltra auf Millionen zu verklagen ...
Wer nun aber meint, dass sich die beiden Galgenvögel schon alleine deshalb zu guten Menschen wandeln, weil sie nun im Rollstuhl sitzen, könnte schiefer kaum gewickelt sein. Mit unbekümmerter Miene und lakonischer Stinkefinger-Attitüde saufen und fressen sich diese Rollstuhl-Kings of the Road zum Nulltarif quer durch die EU, nicht ohne dabei den einen oder anderen mitleiderfüllten Zeitgenossen zum Abschied noch nach allen Regeln der Kunst zu bescheißen und auszunehmen!

Bild
Format2.35:1 (anamorph)
NormPAL
 Es ist sehr verständlich, dass die DVD einen möglichst realistischen Eindruck machen soll, also kaum eine Rauschfilterung vorgenommen wurde. Die doch sehr körnige, stets präsente und auf das gesamte Bild bezogene Partikelbewegung erzeugt im Zusammenspiel mit der s/w-Tönung den Eindruck, man würde einem Dokumentarfilm beiwohnen. Dabei ist das Rauschen zwar stark, stört aber nicht und produziert keine Kompressionsfehler. Die Detailschärfe geht hier ebenfalls sehr in Ordnung, sind sämtliche Bildteile doch stets bestens erkennbar. Der Kontrast ist so eingestellt, dass es etwas zu Überstrahlungen kommt, aber auch das stört keineswegs. Insgesamt kann man doch von einem guten Bild sprechen, welches dem künstlerischen Anspruch eher gerecht werden möchte als dem ästhetischen. Die Kompression ist übrigens trotz des sehr beweglichen Treibens und einiger kleiner Kratzer kaum zu sehen.
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Ton
FormateDolby Digital 2.0
SpracheMehrsprachig (Französisch, Holländisch, Englisch, Deutsch, Finnisch)
UntertitelDeutsch, Englisch
 Beim Ton könnte man ähnlich argumentieren wie beim Bild, weil weder viel gesprochen wird, noch musikalische Untermalung einspielt wird. Das macht natürlich die Möglichkeiten zunichte, das Klangbild zu füllen. Mangels Dolby Surround-Spur werden sämtliche Geräusche auch nur von der Front wiedergegeben. In diesem Bereich kann sich "Aaltra" durch ein sehr klares und natürliches Klangbild profilieren, das sämtliche wünschenswerte Details enthält. Den Ton nicht einzudeutschen, ist legitim, weil in "Aaltra" fünf verschiedene Sprachen gesprochen werden, so dass die Figuren sich teilweise nicht verstehen. Ein wenig Englisch wird man aber sicherlich kapieren und der Teil der Tour durch Deutschland dürfte auch jedem deutsch Sprechenden verständlich sein. Für die wichtigsten Stellen gibt es deutsche oder englische Untertitel, wobei auch hier nicht jede Szene übersetzt wird, um den Zuschauer etwas zu fordern.
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Extras
Extras
  • Deleted Scenes (8:35 Min.)
  • "Sunny" Porno-Version (2:46 Min.)
  • TV-Commercial (0:48 Min.)
  • Kurzfilm "A l'Arraché" (8:44 Min.)
  • Teaser (0:31 Min.)
  • Fotos (9 Stück)
  • Credits
  • Links (2 Seiten)
VerpackungKeepCase
 Mehrere herausgenommene, weil teils fehlgeschlagene Szenen kann man sich im Bonusmaterial, natürlich mit Untertitel, anschauen. Der Grund, dass die DVD trotz Filmfreigabe ab 6 Jahren das FSK16-Siegel bekommen hat, ist das Musikvideo des Titels "Sunny", welches im Film als Live-Auftritt für seltsame Momente gesorgt hat. Bei der Porno-Version gibt es einen Strip zu sehen, der künstlich bzw. durch die Aufnahmetechnik gealtert wurde und aussieht wie ein Heimvideo. Absolut großartig ist der aufklärende TV-Spot, der das Motto des Filmes in nicht einmal 50 Sekunden zusammenfasst. Ebenfalls für gute Unterhaltung sorgt der Kurzfilm "A l'Arraché" von und mit Benoît Delépine, der versucht, ein Auto zu klauen, dem es aber spätestens während der Flucht eiskalt den Rücken herunterläuft. Hier reinzuschauen lohnt sich allein der Pointe wegen. Ebenso wie die gekürzten Szenen ist der Teaser im falschen Bildformat, denn die anamorphe Kennzeichnung hat hier eigentlich nichts zu suchen. Vom Hauptmenu, das man mal etwas laufen lassen sollte, gibt es noch die Möglichkeit, sich durch 9 Fotos aus dem Film zu klicken, die man allesamt vergrößern kann. Die Credits beziehen sich auf den Film, wobei man von dort aus noch auf zwei Seiten mit Internet-Links klicken kann. Ein Audiokommentar, der mich brennend interessiert hätte, ist leider nicht mit drauf.
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Fazit
In Deutschland erfuhr der französische "Aaltra" nur eine sehr kleine Auswertung in den Programmkinos. Wer dieses Wahnsinnswerk damals verpasst hat, der kann es nun mittels der deutschen DVD genießen. Was in den 90 Minuten geboten wird, ist so bitterböse, dass man es kaum glauben kann, denn die beiden Regisseure, die sich als Hauptdarsteller in die Rollstühle setzten, befassen sich mit einem sensiblen Thema, dem Umgang mit körperlich Behinderten.
Als Protagonisten sucht man sich zwei ewige Faulenzer heraus, die in ihrem Leben nichts erreichen, sich aber gern gegenseitig eins auswischen. Bereits in diesem Teil wird deutlich, wie herrlich fies Menschen sein können, wie sich Frust aufstauen kann und sich im denkbar schlechtesten Moment entlädt. So geschieht den Beiden das selbst verschuldete Unglück, das letztlich ihr Leben verändert. Nach Selbstmordgedanken und völliger Aufgabe ihrer einstigen Existenz gehen beide unabhängig voneinander auf die Reise. Dabei nutzen sie schamlos ihre vermeintlich hilflose Situation aus, legen die Attitüde eines verbitterten Menschen an den Tag, den man sonst nur von Älteren her kennt, und schlagen sich durch die Welt. Wichtig für den Zuschauer dürften nicht die Zwischenziele ihrer Reise sein, sondern das Vorankommen selbst und wie sich die beiden ehemaligen Feinde im Angesicht ihres gemeinsamen Schicksals verbünden.
"Aaltra" zeigt nicht nur komische Momente, sondern baut auf tragischen Schlüsselszenen auf, denn ein Film der reinen Unterhaltung war wohl kaum das Anliegen der Regisseure. Sie zeigen auf, wie ungerecht man Behinderten begegnen kann, weil sie aber auch selbst ungerecht handeln können. Es werden nur wenige Dialoge gesprochen, denn die Charaktere definieren sich über ihre Taten. Aussparungen im Gezeigten machen die Geschichte zusätzlich interessant, denn selten werden Ereignisse bis zum Letzten verfolgt. Es ist dem Zuschauer überlassen, sich jeweils seine Schlüsse zu ziehen oder eine der vielen Details aufzunehmen, die die beiden Filmschaffenden versteckt haben. Dank Zurückhaltung in politisch korrekten Äußerungen, darf der beißende Humor immer wieder auf schmerzhafte Weise die Facetten unserer Gesellschaft aufzeigen. Sehr empfehlenswert also!



Bilder der DVD




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NewsNeues DVD-Label Cinema Surreal kündigt ersten Titel für Juni an
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