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JP 1972
Originaltitel:Goyôkiba
Alternativtitel:Goyoki
aka. Razor: Sword of Justice, The
Länge:89:31 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:keine Jugendfreigabe
Regie:Kenji Misumi
Buch:Kazuo Koike, Takeshi Kanda
Kamera:Chishi Makiura
Musik:Kunihiko Murai
Darsteller:Shintarô Katsu, Yukiji Asaoka, Mari Atsumi, Kô Nishimura, Kamatari Fujiwara, Akira Yamauchi, Kôji Kobayashi, Zenpei Saga, Daigo Kusano, Keizo Kanie, Yuuji Hamada, Renji Ishibashi, Teruo Matsuyama
Vertrieb:Rapid Eye Movies
Norm:PAL
Regionalcode:0
DVD-Start:06.11.2006 (Verleih) / 08.12.2006 (Kauf)



Inhalt
Gendarm Hanzo (Shintarô Katsu) ist unbestechlich, kompromisslos und ohne Respekt für die Obrigkeit. Als er erfährt, dass der berüchtigte Auftragsmörder Totenfluss-Kanbei wieder auf freiem Fuß ist und sein Vorgesetzter Onishi Kanbeis Geliebte zu seiner Mätresse gemacht hat, wittert er eine Verschwörung, die sich bis ins höchste Shogunat erstreckt. Um der Korruption im Japan der Edo-Periode die Stirn zu bieten, billigt Hanzo jedes Mittel. Mit umbarmherziger Härte kämpft er für Recht und Ordnung ...

Bild
Format2.35:1 (anamorph)
NormPAL
 Auch ein etwas weiches Bild wie das hier Gebotene kann, wenn auch nur knapp, dreieinhalb Punkte erreichen. Der Grund liegt darin, dass trotz des nicht sonderlich scharfen Aufbaus der Gesamteindruck stimmt. Weder geraten Außenbereiche der anamorphen Abtastung aus dem Fokus, noch machen Hintergrundobjekte jemals einen verwaschenen Eindruck. In Close-Ups sind die Details dann auch wirklich gut ausgeprägt, so dass Hanzos Gesicht nicht mehr zu glatt aussieht. Das Ghosting in schnellen Bewegungen fällt auch wirklich nur dort auf, was selten passiert, weil die Kameraführung ebenso wie die Figuren sich eher ruhig bewegen. Der düstere Film besitzt einen sehr guten Schwarzwert und verständlicherweise Farben, die noch etwas kräftiger ausfallen dürften. Diese Einschätzung mag vielleicht daran liegen, dass einige 70er-Jahre-Flicks aus HK teils übermäßig kräftigen Tönungen ausgestattet sind, so dass dort dann einige Außenszenen oder die Kostüme fast schon übernatürlich saturiert aussehen. Aber wie gesagt: Zu "Sword Of Justice" passt die dunkle Einstufung sehr gut. Erfreulich ist das Originalformat des Bildes ebenso wie das Ausbleiben von Schmutz. Somit sieht die 1972er Produktion oft besser aus als 30 Jahre später entstandene Filme, was sich auch in der Wertung niederschlagen sollte. Lediglich am Kapitelwechsel von 11 nach 12 habe ich etwas auszusetzen, denn mein Player stockte hier kurz und produzierte gleich noch einen kurzen Bildaussetzer. Bisher hab ich noch von niemanden über dieses Problem berichten gehört, weswegen es gut sein kann, dass es nur meine Scheibe betrifft, wobei die Stelle schon etwas nach Layerwechselproblem klingt.
 +++/--

Ton
FormateDolby Digital 2.0 Mono
SpracheJapanisch
UntertitelDeutsch
 Wie bei vielen Filmen von Rapid Eye Movies üblich, die mangels deutscher Kino- bzw. Videoauswertung keinen deutschen Ton besitzen, wird hier lediglich der Originalton mit optionalen deutschen Untertiteln angeboten. Auch wenn das den Durchschnittszuschauer eher abschrecken dürfte, ist es für den Fan japanischer Film doch kein Hindernis und immer noch besser als eine neu erstellte Synchro, die dem Zeitgeist des Werks nicht gerecht werden würde. Den Untertiteln kann man scheinbar vertrauen, weil keine denkwürdigen Pausen oder seltsame Redewendungen auftreten und auch die Orthografie stimmt. Der japanischsprachige Ton ist etwas körnig und bringt auch ein wenig Rauschen mit sich, das man in stillen Momenten bemerkt. Apropos Stille: In der 27. Minute fällt eine Szene auf (ein Rückblick), die komplett ohne Ton auskommen muss, was etwas seltsam erscheint. Auch später gibt es noch einmal einen solchen Sprung zu hören. Sonst bin ich mit dem Ton aber sehr zufrieden, weil die Dialoge noch sehr sauber klingen und die Musik trotz dünnem Gesamteindruck keine zu deutlichen Verzerrungen, z.B. das typische knatschige Eastern-Zerren, besitzt.
 ++----

Extras
Extras
  • 6 Photokarten
  • Poster (inkl. rückseitigem Filmtext)
  • Bildergalerie (30 Bilder)
  • Kinotrailer (3:06 Min.)
  • Rapid Eye Movies (1 Seite)
  • Trailer:
    • Battles Without Honor & Humanity (3:14 Min.)
    • Branded To Kill (3:08 Min.)
    • Hanzo The Razor - The Snare (3:02 Min.)
    • Hausu (1:35 Min.)
    • Lady Snowblood (2:44 Min.)
    • Lady Snowblood - Love Song Of Vengeance (2:22 Min.)
    • Lone Wolf & Cub - Das Schwert der Rache (2:13 Min.)
    • Zatoichi meets Yojimbo (2:38 Min.)
VerpackungDigiPack im Schuber
 Leider gibt es zu wenig Labels, die wie REM auch außerhalb der DVD auf tolles Bonusmaterial Wert legen. In Bezug auf diese DVD sind nicht nur der Schuber mit klassischen Filmmotiven gemeint, sonder auch (oder: vor allem) die 6 Fotodrucke (etwa A5-Größe), die zwei Motive aus "Hanzo The Razor - Sword Of Justice" und 4 weitere Motive anderer japanischer Filme enthalten. Besonders toll finde ich aber das ausklappbare Plakatmotiv, welches auf der Rückseite ein weiteres Motiv und einen Text von Patrick Macias enthält. Da ist es nicht weiter schlimm, dass die DVD selbst "nur" noch eine Bildergalerie und den Trailer enthält. Die Vorschau auf weitere Titel von REM kann man auf einer Unterseite vom Menüpunkt "Rapid Eye Movies" anwählen.
 ++/---

Fazit
Mit "Sword Of Justice" bekommen wir den ersten Teil der Hanzo-Trilogie präsentiert, der auf einem Manga von Kazuo Koike basiert und vom "Zaitoichi"-Regisseur Kenji Misumi inszeniert wurde. Misumi hatte nicht nur Erfahrung mit dem blinden Samurai sammeln können, den er wie ebenfalls mit dem charismatischen Shintarô Katsu in der Hauptrolle besetzte, sondern sollte später noch die Reihe um den Genre-Klassiker "Okami" beginnen. Dass damit "Hanzo The Razor" handwerklich gar kein schlechter Film sein kann, dürfte den doch zahlreichen Fans oben genannter Serien klar sein, aber hier zieht er noch ein wenig mehr vom Leder als sonst.
"Sword Of Justice" verbindet in meinen Augen das Beste aus japanischem Samurai-Film, europäischer Exploitation, Sexploitation und der in den 70ern in den USA aufkeimenden One-Man-Revenge-Granaten eines Eastwood oder Bronson. Letzteres bezieht sich vor allem auf den starken Protagonisten, der sich als Gendarm niederen Ranges gegen die Korruption seiner Vorgesetzten einsetzt - und das auf eine sehr souveräne Art und Weise. Hanzo, die Rasierklinge, wie er von vielen auf Grund seiner ungestümen Art und Weise genannt wird, ist der Typ von Held, der sämtlichen Anwesenden überlegen ist, sobald er eine Szene betritt, sich selbst aber nichts daraus macht. Vielmehr ist er ein harter Hund, der sich selbst foltert, um diese Erfahrungen zu machen, der ein eisenhartes Kampftraining absolviert und sich zwei Gehilfen hält, einstige Verbrecher, deren Loyalität er sich durch Geheimhaltung ihrer Taten erwarb. Lustig wird's, sobald man Hanzo beim morgendlichen Training beobachtet, denn der Bengel mit dem großen Prengel sorgt nicht zuletzt wegen seiner Manneskraft für Aufsehen. Das erleichtert ihm natürlich auch das Verhör der weiblichen Gefangenen, deren Komplott er aufzudecken versucht. Die natürlich etwas bedeckt gehaltenen Sex-Szenen gewinnen Unterhaltungswert, weil Hanzo sich so einige Raffinessen einfallen lässt, von denen die wahrscheinlich Imposanteste die Liebesschraube sein dürfte. Wenn die Damen also nicht kooperieren, setzt Hanzo beim Akt kurz aus und erkauft sich dadurch nicht nur Informationen, sondern auch die komplette Abhängigkeit seines Opfers.
Darüber hinaus ist der herzensgute, aber immer um sein Leibeswohl bedachte Protagonist ein hervorragender Kämpfer, was man leider vergleichsweise selten zu Gesicht bekommt. Dann aber spritzt der rote Saft sehr ordentlich oder ein Nasenbein wird zermantscht - autsch! Außerdem kann er mithilfe seiner Laufburschen so einige Fallen und Tricks in seinem Heim einbauen, welches als Zentrale für die Ermittlungsarbeit dient.

Diese hohe Anzahl an Einfällen verleihen "Sword Of Justice" eine ungemeine Spritzigkeit, die man zwar gelegentlich der Ernsthaftigkeit der Materie opfert, dabei aber den sonst trockenen Verfilmungen haushoch überlegen ist. In Sachen Ausstattung und Set-Design kann nur wenig vorgeführt werden, weil man als Zuschauer schlichtweg zu beschäftigt damit ist, den Abenteuern von Hanzo zu folgen, was ja letztlich auch positiv gewertet werden kann. Somit bietet der erste Hanzo rohe Szenen en masse mit bemerkenswerten Skript-Einfällen und einem tollen Score, die ihn als Einstiegsdroge für Neulinge des weit gespannten Genres sicherlich höchst interessant machen. Damit darf man sich also auf den zweiten Teil freuen, der ebenfalls von REM erhältlich ist.



Bilder der DVD




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