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SE 2005
Originaltitel:Zombiejäger, Die
Länge:85:07 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 18 Jahre
Regie:Jonas Wolcher
Buch:Petter Hörberg, Jonas Wolcher
Kamera:Ulrik Hedin
Musik:Aardia, Sturm Cafe, Dismember, Dark Funeral, DDR, Red Cell, Necro Facility u.a.
Darsteller:Martin Brisshäll, Nick Holmquist, Christian van Caine, Margareta Strand, Erich Silva, Aldo Cunei, Mads Koudal, Yohanna Idha, Jonas Lübeck, Helena Karlsson, Andreas Andersson, Maud Sjögren, Hyse Gashi, Petter Hörberg
Vertrieb:Regain Records
Norm:PAL
Regionalcode:0
DVD-Start:14.05.2007 (Kauf)



Inhalt
Die Zukunft birgt Grausiges für die Stadt Göteborg, denn Zombies überrennen die schwedische Metropole und die Polizei ist der Invasion gegenüber machtlos. Ein dreiköpfiges, deutsches Zombiejäger-Team soll die Straßen von den Untoten befreien. Dabei treffen sie auf einen italienischen Profikiller und müssen herausfinden, was oder vielleicht sogar wer die Zombieepidemie verursacht hat.

Bild
Format2.00:1 (Letterbox)
NormPAL
 Das Bild hat man in Letterbox-Balken gepackt, was nicht unbedingt nötig gewesen wäre, da es der Übersichtlichkeit schadet. Für einen Amateurfilm der billigsten Sorte sieht das Ergebnis trotzdem ganz in Ordnung, sogar fast gut aus. Die Fehlerquellen sind typisch für die Budgetklasse und beziehen sich besonders auf die wieder mal zu sterile Farbgebung, die man mit etwas farbiger Ausleuchtung und einem gelbgrünlichen Anstrich etwas in den Griff zu bekommen versucht, was halbwegs gelingt. Statt sich auf Schwankungen bei der Schärfe einzustellen, kann man sich auf ein mittleres Niveau in diesem Bereich freuen. Klaro, der Detailgrad ist nicht mit Großproduktionen messbar, es kommt mir aber auch keine Szene wirklich unscharf vor. Mehr Schwarzwert in dunklen und weniger Überstrahlung in hellen Szenen wäre von Vorteil, aber selbst das ist noch ok. Bei der Kompression hat man dafür nicht wirklich was geleistet, denn nicht nur im Detailbereich sind Artefakte zu finden, auch Blockrauschen ist sehr präsent. Das produziert neben den fast unsichtbaren Ghostings zusätzliches Nachziehen. Wie bereits erwähnt gibt es für diese Art von Film eigentlich kaum etwas, was wirklich schlecht ist, weswegen die 3 Punkte auch nach oben tendieren.
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Ton
FormateDolby Digital 2.0
SpracheMehrsprachig (Schwedisch, Deutsch, Englisch)
UntertitelSchwedisch, Englisch, Spanisch
 Die Musik trägt ganz bedeutend dazu bei, dass "Die Zombiejäger" einen doch satten Sound besitzt. Denn dadurch entsteht im Stereomodus eine gut klingende, dicke Sound-Wand, die von den eher flach klingenden Geräuschen des Films kaum unterstützt werden können. Glücklicherweise wurden alle Stimmen nachsynchronisiert und auch zusätzliche Effekte eingefügt, so dass weder ein hintergründiger Geräuschpegel, noch Verwehungen oder Kratzen auftritt. Die Tonspur enthält Dialoge in drei Sprachen, weswegen Untertitel zwingend nötig sind, es sei denn man versteht Schwedisch, Englisch und das gebrochene Deutsch. Eine Eindeutschung gibt es bei der schwedischen DVD nicht, aber zumindest durchgängige Untertitel in Englisch.
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Extras
Extras
  • Commercials:
    • Combatzone (1:13 Min.)
    • SFX Makeup (4:00 Min.)
  • Audiokommentar
  • Featurettes:
    • Dragonettis (4:11 Min.)
    • Weapons (3:19 Min.)
    • Riot in Gothenburg (4:06 Min.)
    • Martin as Heinrich (5:40 Min.)
  • Radio GFN (5:04 Min.)
  • Slideshow (14:09 Min.)
  • Trailer:
    • Trailer 90s v1_2 (1:31 Min.)
    • Dieter Widescreen (0:43 Min.)
  • Videos:
    • Project X - Infected (3:57 Min.)
    • Avatar - My Shining Star (3:44 Min.)
  • Hidden Feature
VerpackungKeepCase
 Das Bonusmaterial beginnt mit ... Werbung. Die ist aber halb so schlimm, weil es hier um interessante Firmen geht, die auch den Film unterstützt haben. Im Ersten stellt sich in einem kurzen Clip Combatzone vor, ein Softair-Knarrenshop und Spielwiese zum lustigen, gegenseitigen Beschuss. Unter SFX-Makeup wird der Sänger einer Band geschminkt wie der Hellraiser, bevor es zu einem Gig auf die Bühne geht, der leider nicht synchron zur Musik abläuft. Der Audiokommentar wird eingesprochen von Regisseur Jonas Wolcher, Dragonetti-Darsteller Aldu Cunei und Produzent Magnus Hedqvist und ist typisch für seine Art. Es werden Szenen in ihrer Entstehung beschrieben, die Ausarbeitung des Skripts, das Herantreten an Darsteller und Supporter und natürlich ein paar lustige Geschichten vom Dreh. Unter den Featurettes, die jeweils etwa 5 Minuten laufen, stellen zwei Darsteller ihre Figuren vor und der Regisseur kommentiert die Dreharbeiten in Göteborg. Zu den Waffen und wie sie verteilt worden, hat er in einem kurzen Video auch etwas zu sagen. Beim Radiointerview mit der französischen Reporterin, welches im Film nur auszugsweise verwertet wird, wird man vielleicht nicht viel verstehen, denn die englische Aussprache der beiden Charaktere ist nicht unbedingt die Beste. Besonders hier fehlen Untertitel, die es leider nirgends im Bonusmaterial gibt. Die Slideshow besteht nicht nur aus Standbildern, sondern bringt auch noch einmal kurze Szenen vom Set mit unter. Die Fotos beinhalten von Artworks über Aufnahmen der Spezialeffekte bis hin zu Fotos der Premieren alles Relevante zum Film. Zum Schluss gibt es zwei Trailer (sehenswert!) und zwei Musikvideos, einmal rockig, einmal poppig. Wie gesagt ist es schade, dass man hier Englischkenntnisse voraussetzt.
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Fazit
Schwedisches Extrem-Metal-Label bringt landeseigenen Amateur-Zombie-Film mit deutscher Betitelung heraus, was fällt mir dazu zuerst ein? Grunzende Kuttenträger, die sich während des Drehs abwechselnd blutige Innereien und Einliter-Plörre reinprügeln und einen säuisch gorigen Spaßstreifen abliefern. Wenn Träume doch manchmal wahr wären ...
"Die Zombiejäger" ist wirklich ein Unikat, aber auch eine riesige Enttäuschung, denn ich hatte dann doch ein wenig mehr Schauwerte und Unterhaltungsfaktor erwartet. Mit dem sehr niedrigen Produktionslevel bin ich dagegen absolut einverstanden, denn hier hat man wirklich auf tiefstem Niveau gedreht, was man so ziemlich jeder Szene anmerkt. Während es mir schlichtweg wurscht ist, wenn Laien in wichtige Neben- oder sogar Hauptrollen gehoben werden, stört es doch sehr, dass die Erzählweise und der manchmal mit völlig unsinnigen Effekten beladene Schnitt so fehlschlagen und dass die Zombie-Shootouts weder gut gefilmt sind, noch ein bisschen mehr als Kunstblut und billige Gedärmeekligkeiten erkennen lassen. Sowas drehen die Deutschen seit gut 15 Jahren, benötigen dafür vielleicht mehr als nur 4000 Euro, aber auch nicht drei Jahre bis zur Fertigstellung! Als Film ist "Die Zombiejäger" also eine ziemliche Niete, auch weil selbst der unterschwellige Humor nicht richtig zünden mag. Ganz davon abgesehen kann man nicht lange über das Konzept nachgedacht haben, wenn man drei deutsche Söldner nach Göteborg einfliegen lässt, damit sie dort der Armee an Untoten Herr werden, was die einheimische Ordnungsmacht bisher nicht schaffte. Leider verhält sich das etwas zu cool abgefilmte Dreiergespann dann auch reichlich naiv und so tappen sie in eine Falle, welche man als kaltblütiger Killer drei Meilen gegen den modrigen Wind riechen müsste. Auch der reichlich fehlplatzierte Einsatz des Scores ist stellenweise nicht gerade dem Film dienlich. Die aus Elektro-Tracks der dunklen Szene und Langlodengebolze bestehenden Stücke passen sich nicht ein, sondern verdrängen das Geschehen und sind beim wiederholten Einsatz dann auch etwas abgenutzt. Gutmachen kann das inszenatorisch unterirdische Werk durch unfreiwillige Komik. Die drei Kämpfer besitzen nicht nur höchst "seltsame" Namen (Heinrich Rummel, Dieter Höss, Ivo Reinharth), sondern sprechen auch noch die gesamte Spielzeit über Deutsch. Das Schöne daran: Ihre Sprecher haben nicht wirklich etwas mit der deutschen Sprache am Hut, weswegen Stilblüten, stockender Kauderwelsch (Welches Schimpfwort ist bitte "Wischer"?) und sinnfreies Gebrabbel an der Tagesordnung sind. Bevor man sich jetzt fragt, wie das Skript auf die Idee kommt, sich ein dermaßen schwer wiegendes, kommunikatives Problem aufzuladen, muss man erkennen, dass so doch einige Klischees in die Geschichte Eingang finden.
Als weitere Pluspunkte gelten das überaus trashige Set- und Charakter-Design, beispielhaft am finstren Obermacker vorgeführt, der die Zombies für seine Sache benutzt und die drei Pappenheimer, die sich sympathisch darstellen und immer wieder an den kleinen Dingen hängen scheitern, die den typischen Zombieschützen sicherlich nicht im Geringsten kratzen würden.

Bemüht lustiges und blutiges, in beiden Kategorien aber nicht annähernd begeisterungsfähiges Amateur-Zombie-Werk, das nebenbei noch einige Grundregeln des Genres aus den Angeln hebt (Kopfschuss, endgültiges Ableben) und seinen Soundtrack namhafter Acts nicht richtig einzusetzen weiß. Die Stärken eines solchen Filmes, also die drei Protagonisten und das Gemetzel, werden durch die langweilige Inszenierung und die schlechte Kameraarbeit wieder aufgehoben.



Bilder der DVD




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Zombiejäger, Die
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