Wicked-Vision-Index

Login 18er Bereich

Registrieren

Startseite und Neuigkeiten Reviews
• Filmberichte
• DVD/HD-Reviews
• Bildvergleiche
• Literatur
• Hörspiele Weitere, medienbezogene Informationen
• Hidden Features
• Schnittvergleiche
• Videocover
TH 2004
Originaltitel:Zee-Oui
Alternativtitel:Zee Oui: The Man-Eater
Länge:85:44 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:keine Jugendfreigabe
Regie:Buranee Rachjaibun, Nida Suthat Na Ayutthaya
Musik:Pongprom Sanitwong na Ayudhya
SFX:Montri Watlaead, Pongsak Withitkhun
Darsteller:Long Duan, Premsinee Ratanasopha, Chatchai Plengpanich, Surasak Chai-Aut, Nicha Fishlock, Ornnisa Kitchalernsopon, Anuway Niwartwong, Monjitkasam Phoonguan, Sathaway Ser-Udomsin, Weerasak Srisuk, Chatcharit Theera-Nittayathan
Vertrieb:e-m-s
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:20.08.2007 (Verleih) / 11.10.2007 (Kauf)



Inhalt
Thailand Mitte der 50er Jahre: Unter einem Kriegstrauma leidend fängt ein junger Mann an, zu morden. Er wird verhaftet und zum Tode verurteilt. Kurz vor seiner Exekution erinnert er sich: 1946 kam er als Flüchtling nach Bangkok. Die Behörden gaben ihm einen Pass auf den Namen Zee-Oui, rasierten ihm die Haare ab und sperrten ihn ein. Wieder in Freiheit übermannten ihn seine Erinnerungen an die Grausamkeiten im Zweiten Weltkrieg - er wird schwer krank ... und plötzlich ist da dieser Drang, zu töten.

Bild
Format1.85:1 (anamorph)
NormPAL
 Mit der Bildqualität lassen sich sicherlich keine Preise gewinnen, für 4 Punkte reicht es aber noch gerade so. Weiße Kratzer, die einem immer am stärksten ins Auge fallen, müssen wirklich nicht sein, weil es sich hier um eine noch frische Produktion handelt. Kleinere Probleme sind der nicht grad optimale Kontrast, der an der Schattendarstellung etwas scheitert, und die Schärfe. Während man insgesamt von einem gut definierten Bild sprechen kann, sind Konturen als auch Details in einigen Szenen doch etwas zu weich bzw. können auch mal ein wenig flimmern. Etwas verbessern kann sich die DVD weil der Schwarzwert nicht verfälscht ist und die Farben sehr kräftig ausfallen. Somit kann sich der Transfer im oberen Mittelfeld platzieren.
 ++++--

Ton
FormateDolby Digital 5.1 (Deu, Thai), DTS 5.1 (Deu)
SpracheDeutsch, Thai
UntertitelDeutsch
 Beim Ton hat man ein ganz schönes Kaliber aufgefahren. Wer dachte, dass die Geschichte auch im Ton eine ruhige Umsetzung erfährt, der liegt völlig falsch, denn "Zee Oui" kann im Deutschen ein sehr ausgewogenes, basshaltiges und Surround starkes Gefühl entfalten. Natürlich kann die Unterstützung der Rear Speaker nicht in allen Passagen überzeugen, weil einfach ein paar Momente einfach ruhig sein müssen, aber im Großen und Ganzen sind die Effekte immer wieder nett eingestreut, kurzzeitig sogar so aggressiv wie in einem Action-Film. Der Score klingt ebenfalls sehr warm und füllig, was dem geringfügig dünner klingenden Original vielleicht noch etwas fehlt. Aus der DTS-Spur konnte man nicht mehr allzu viel herauskitzeln, was angesichts der bereits sehr guten Leistung aber auch nicht weiter schlimm ist.
 +++++-

Extras
Extras
  • Trailer (2:07 Min.)
  • Weitere DVDs:
    • Bubba Ho-Tep (2:00 Min.)
    • Lonely Hearts Killers (1:46 Min.)
    • Home Of The Brave (2:11 Min.)
    • Lady Vengeance (1:52 Min.)
    • The Chumscrubber (1:44 Min.)
    • Zombies (2:11 Min.)
VerpackungKeepCase
 Die DVD enthält leider nur den Trailer.
 ------

Fazit
Bisher waren meine Erfahrungen mit verfilmten Serienkiller-Themen aus dem asiatischen Bereich eher etwas einseitig, weil man doch eher auf Werke trifft, die den Unterhaltungsgrad in den Vordergrund stellen, bei der Charakterisierung oder der Handlung dann aber etwas trashig ausfallen bzw. auf typische polizeiliche Ermittlungen beschränkt werden. "Zee Oui" ist da gänzlich anders, denn hier geht es fast nur um den titelgebenden Protagonisten. Viele Szenen sind natürlich mit Ekelhaftigkeiten vollgepackt, denn ein Mensch, der seinen Opfern das Herz entnimmt, um es auszukochen und den Saft zu trinken, kann nicht ohne jene grauenvollen Szenen dargestellt werden bzw. muss es sogar, um dem Zuschauer die Tragweite dieser Taten nahe zu legen.
Dabei ist Zee Oui als chinesischer Emigrant ein Opfer seiner Umstände. Um das zu beschreiben, nimmt sich der Film viel Zeit. So stehen bereits beim Zoll die ersten Erniedrigungen bevor, später wird er von den Kindern seines Arbeitgebers verhöhnt und von dessen Frau, die ihre Zöglinge in Schutz nimmt, zusätzlich verprügelt. Er zieht als armer Arbeiter nach Ende des 2. Weltkrieges, der ihn psychisch schwer zugesetzt hat, von einem Job zum nächsten, muss aber stets Erniedrigungen und Misserfolge hinnehmen, wird von seinen Kollegen schikaniert und lebt dabei in einer Zeit, in der der Hungertod so real wie das Leben selbst ist. Er wird als eher zurückhaltender Mensch charakterisiert, der sich in mehreren sein Leben entscheidenden Momenten von seinem Schicksal leiten lässt und somit immer näher an jene Person heranwächst, für die er später gefasst, verurteilt und hingerichtet werden soll. Dabei ist Zee Oui lange kein Unmensch, der erste Mord ist nebenbei erwähnt auch nur ein höchst tragischer Unfall. Die Hintergründe legt die bis zum Letzten spannende Geschichte sehr geschickt nach und nach offen. Nicht nur seine direkten Umstände haben Auswirkungen auf Zee Ouis Psyche, auch seine chronischen Hustenanfälle und seine Kindheit lassen ihn zwangsläufig die blutig dargestellten Morde ausführen.
Als Zuschauer muss man sich eingestehen, dass man nie die Sympathie für den zerbrechlichen Protagonisten verliert, auch weil deutlich wird, dass dieser kein wirkliches Unrechtbewusstsein entwickelt, sondern nur sein eigenes Leben zu retten versucht, wenn auch auf Kosten anderer. Die Darstellung ist mitreißend und wird nur ein wenig unterbrochen von den zwar gut inszenierten, aber lange nicht derart atmosphärischen Aufklärungsversuchen einer thailändischen Reporterin. Auch ihre Rolle ist ausgerichtet auf eine wirkliche Persönlichkeit und kein Berufsklischee. Somit fällt diese erstklassige thailändische Verfilmung, die nicht mit authentischen Sets und wundervoll gefilmten Szenen geizt, auch in die Kategorie des Dramas, welches unter die Oberfläche des Serienkillerthemas schaut.

Wer sich beim Anblick der teils ausgeweideten Kinderleichen nicht völlig angeekelt abwendet, findet in "Zee Oui" einen der besten Genre-Filme der letzten Jahre wieder, der nicht plump, sondern überraschend feinfühlig ausfällt und intelligent erdacht und umgesetzt wurde.



Bilder der DVD




Druckbare Version
IMDb.com OFDb.de



Alle Bilder und Texte sind Eigentum des jeweiligen Rechteinhabers

Copyright by Wicked-Vision 2000-2013/Designed by Daniel Pereé 2000-2013.