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Originaltitel:4 mosche di velluto grigio
Alternativtitel:Four Flies on Grey Velvet
aka. Four Patches of Grey Velvet
aka. Quatre mouches de velours gris
Länge:96:55 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ungeprüft
Regie:Dario Argento
Buch:Dario Argento, Luigi Cozzi, Mario Foglietti
Kamera:Franco Di Giacomo
Musik:Ennio Morricone
SFX:Cataldo Galliano
Darsteller:Michael Brandon, Mimsy Farmer, Jean-Pierre Marielle, Bud Spencer, Aldo Bufi Landi, Calisto Calisti, Marisa Fabbri, Oreste Lionello, Fabrizio Moroni, Corrado Olmi, Stefano Satta Flores, Francine Racette, Costanza Spada, Guerrino Crivello, Jacques Stany
Vertrieb:Retrofilm
Norm:PAL
Regionalcode:0
DVD-Start:21.12.2007 (Kauf)



Inhalt
Der Musiker Roberto kommt sich verfolgt vor, nachdem immer wieder ein schwarz gekleideter Mann in seiner Nähe auftaucht. Als er ihn endlich in einem alten Theater zur Rede stellen kann, tötet er ihn aus Versehen. Genau in diesem Augenblick bemerkt er ein Blitzlichtgewitter von den oberen Rängen. Dieser unheimliche Beobachter ist hinter einer Maske versteckt, und nun beginnt für Robert ein Katz- und Mausspiel ganz perfide Art. Irgendjemand will ihn in den Wahnsinn treiben. Und diesem jemand sind alle Mittel recht, die auch nicht vor Mord zurückschrecken.

Bild
Format2,35:1 (anamorph)
NormPAL
 Das Bild dieses als verschollen gegoltenen Films kann nach heutigen Maßstäben nicht sonderlich überzeugen, dennoch ist die Bildqualität als zufrieden stellend zu bezeichnen. Ob jemals eine bessere Fassung erscheinen wird, das ist zu bezweifeln. Der Zahn der Zeit hat also ordentlich an dem Transfer genagt, der von einer Kinorolle zu stammen scheint. In einigen wenigen Szenen musste man wohl auch auf eine Videokassette zurückgreifen, um eine möglichst ungekürzte Fassung präsentieren zu können. Diese integrierten Szenen weisen eine verhältnismäßig schlechte Qualität auf, und stören sichtlich den Gesamteindruck, auch wenn es nur unbedeutende Szenenabläufe betrifft. Auffällig sind die starken Verschmutzungen in Form von Drop-outs und Laufstreifen, die durchweg den anamorphen Transfer begleiten. Angenehm kräftig wirkt die Farbgebung, die allerdings wenig natürlich aussieht. Auch der Kontrast ist des Öfteren etwas zu steil gewählt und neigt in manchen hellen Szenen zum Überstrahlen. Sehr positiv fällt die Schärfe auf, die über eine gute Detailwiedergabe verfügt. Dies gilt natürlich nicht für die besagten eingefügten Szenen, da hier von Schärfe nicht die Rede sein kann. Ein weiterer Pluspunkt ist die Kompression, die ordentlich arbeitet und das Bild nicht weiter beeinträchtigt. Die Bildbewertung tendiert eher zu 2 Punkten, die aufgrund der Rarität und dem Hintergrund, dass es bisher weltweit kein anderes Master dieses Klassikers gibt, einen kleinen Sonderstatus einnimmt.
 ++/---

Ton
FormateDolby Digital 2.0 (Mono)
SpracheDeutsch, Englisch, Italienisch
UntertitelDeutsch
 Der Ton liegt in allen drei Varianten in Mono vor. Als Überraschung schlechthin darf hierbei aber die deutsche Tonspur bezeichnet werden, die bis dato als verschollen galt. Die Dialogverständlichkeit kommt entsprechend gut rüber, kann aber altersbedingte Störfaktoren nicht verbergen. Zum einen wirkt der Ton etwas zu spitz und zum anderen ist ein kontinuierliches Surren/Brummen zu vernehmen. Auch fehlt es an Dynamik, so erklingt der Ton sehr dünn und flach. Ebenfalls ist die gesamte Tonspur mit einem Hall versetzt, der wiederum bewirkt, dass man sich klangtechnisch in einem alten Kino wiederfindet. Von Natürlichkeit kann man also nicht reden und dennoch kann die deutsche Synchronspur durch ihre Seltenheit überzeugen. Hier klingen der Originalton und der englische Dub wesentlich natürlicher. Optional gibt es auch deutsche Untertitel für alle O-Ton-Fans.
 ++----

Extras
Extras
  • Originalteaser (engl., 0:57 Min)
  • Originaltrailer (engl., 2:17 Min)
  • Erweiterte italienische Endszene (7:11 Min)
  • Alternative italienische Credits (2:57 Min)
  • Trailer "Die neunschwänzige Katze" (3:28 Min)
  • Trailer "Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe" (2:38 Min)
Verpackunggroße Hartbox
 So selten wie der Film ist, ist es auch nicht leicht an Bonusmaterial zu kommen. Fündig wurde Retrofilm aber dann doch und präsentiert auf der DVD den englischen Originaltrailer sowie den Teaser. Alternativ gibt es auch noch die Titelsequenz im italienischen Original sowie eine erweiterte Endszene, die ebenfals aus der italienischen Fassung stammt. Die Bildqualität ist leider sehr bescheiden. Hier sehen die deutschen Trailer zu zwei anderen Filmen von Argento wesentlich besser aus.
 +/----

Fazit
Es gibt scheinbar immer noch Veröffentlichungen, mit denen man eigentlich nicht mehr gerechnet hätte. Umso erfreulicher ist es, wenn es mal wieder einen Titel in der Welt der zahllosen Wiederveröffentlichungen gibt, der sehnlichst erwartet wurde und bei dem man eigentlich dachte, dass er als wohl nie das Licht der Welt des digitalen Mediums erblickt. Viele Labels weltweit haben sich die Zähne ausgebissen um den Film in ihr Programm aufzunehmen. Nun ist endlich der Zeitpunkt gekommen und ein kleines Independentlabel erfüllt den sehnlichsten Wunsch eines Argento- und Giallofans: Die Veröffentlichung von "Vier Fliegen auf grauem Samt".Gerade was die Qualität angeht, darf man bei dieser Veröffentlichung nicht sonderlich viel erwarten, da es scheinbar unmöglich ist ein passables Master zu organisieren. Blickt man zurück, gab es zwar Unmengen von Bootlegs mit noch wesentlicher schlechteren Qualität bei der viel nur zu erahnen war, kann man mit dem jetzigen Ergebniss aber einigermaßen zufrieden sein. Die Frage bleibt dennoch ob es nicht möglich gewesen wäre das Bild durch etwas technischen Aufwand in einen besseren Zustand zu versetzen.
Der Abschluss, der von Argento selbst ernannten "Tier-Trilogie", wobei dieser Begriff erst deutlich wird, wenn man die englischen bzw. italienischen Originaltitel kennt, ist recht einfach gestrickt verfehlt aber seine Wirkung zu keiner Zeit.
Entgegen anderen Filmen dieses Genres benutzt Dario Argento nicht die üblichen Mittel um Spannung zu erzeugen und lässt den Film, nach einem recht zügigen Anfang, eher langsam und unspektakulär daherkommen. Schließlich beabsichtigte er das Grauen in eine gewöhnliche Altagssituation zu transportieren, die mit fortschreitender Handlung immer mehr Besitz vom Zuschauer ergreift. So fällt es leicht sich mit der Hauptfigur Roberto zu identifizieren und nimmt seinen körperlichen Verfall in Richtung Wahnsinn schon persönlich. Dies liegt zum einen an der guten Darstellung von Michael Barndon als auch an der Charakterisierung, die Argento mit Luigi Cozzi entwickelte. Vergleicht man "Vier Fliegen auf grauem Sand" mit seinen schon Angesprochenen quasi Vorgängern Interner Link"Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe" (OT: "L'Uccello Dalle Piume Di Cristallo") und Interner Link"Die neunschwänzige Katze" (Originaltitel "Il Gatto Nove Code") werden die typischen Giallo Elemente zugunsten der Handlung der eigentlichen Norm abgewandelt und durch das Genre Drama ersetzt.
Für die Musik konnte Argento wieder den genialen Komponisten Ennio Morricone gewinnen, der allerdings nur als zweite Wahl den Zuschlag bekam. Vorgesehen war eigentlich die Band Deep Purple, bei denen aber kein Interesse vorherrschte. Schaut man auf Aregntos spätere Werke ist der Soundtrack vom Stil eher ungewöhnlich und wenn die Gerüchte stimmen, muss er wohl auch sehr unzufrieden mit dieser Arbeit gewesen sein. Betrachtet man den fertigen Film eigentlich unverständlich, da der Score den Bildern einen passenden Einklang verleiht, schließlich geizt er nicht mit visueller Brillanz einzelner Szenen in farbenprächtigen Spielereien und Kameraführung. Ein echter Argento halt, wenn auch etwas anders als erwartet.

Anmerkung: Die hier besprochene deutsche DVD aus dem Hause Retrofilm machte nicht allein durch die Seltenheit des Films auf sich aufmerksam, sondern auch wegen einiger Kontroversen um die Lizenzlage, was sie zeitweise sogar zu einem Bootleg deklarierte. Mittlerweile hat sich diese Situation geklärt, was uns nach merhmaligem Nachfragen bei den Labelinhabern bestätigt wurde.



Bilder der DVD




Druckbare Version
4 Flies On Grey Velvet
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