TR 2006
Originaltitel:D@bbe
Alternativtitel:Dabbe
Länge:110:35 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Hasan Karacadag
Buch:Hasan Karacadag
Kamera:Seyhan Bilir
Musik:Olay Andaç, Türkay Türkmen
SFX:Cihat Parlak, Minço
Darsteller:Ümit Acar, Ebru Aykaç, Fulya Candemir, Zeynep Hasdal Çolakoglu, Kaan Girgin, Serdar Özer, Murat Sevis, Sabri Tekinalp, Süha Tok, Serhat Yigit
Vertrieb:MIG / Eurovideo
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:08.10.2007 (Verleih) / 15.11.2007 (Kauf)



Inhalt
Überall rund um den Globus begehen ungewöhnlich viele Menschen, scheinbar grundlos, auf grausamste Art und Weise Selbstmord. Die Todeswelle schwappt von Amerika aus über die ganze Welt, auch in der türkischen Kleinstadt Selcuk nimmt sich ein junger Mann das Leben. Kurz darauf beginnt für seine Freunde der blanke Horror: Sie erhalten verstörende eMails von dem vermeintlich Toten. Außerdem sehen sie sich von Gestalten umgeben, die aus den Tiefen der Hölle aufzusteigen scheinen. Aber das ist nur der Anfang vom Ende ...

Bild
Format1,85:1 (Letterboxed)
NormPAL
 "D@bbe" ist ein Independent-Film aus der Türkei, der produktionstechnisch nicht mit gängigen Kinoproduktionen verglichen werden kann. Durch den Einsatz von verschiedenen Farbfiltern wirkt das gesamte Farbspektrum unnatürlich, aber sehr stimmungsvoll und passend. Die Schärfe hinterlässt einen angenehmen Eindruck, wirkt eventuell aber einen Tick zu weich, um vollends zu überzeugen. In dunklen Bereichen ist ein sichtbares Bildrauschen vorhanden, das zu Lasten der Detailschärfe geht. Auch der Kontrast ist sehr steil und hat in Verbindung mit einem sehr satten Schwarzwert das Problem, Details zu verschlucken. Wesentlich besser gefällt die Kompression, die sich sehr unauffällig verhält. Bei der Angabe auf dem Cover, das Bild wäre anamorph, handelt es sich um einen Druckfehler.
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Ton
FormateDolby Digital 5.1, Dolby Digital 2.0
SpracheDeutsch, Türkisch
UntertitelDeutsch
 Der Ton verschenkt in beiden Sprachfassungen deutlich von dem vorhandenen Potential und befördert sich somit nur auf einen durchschnittlichen Platz. Deutlicher Sieger ist der Originalton, der den Bezeichnung Dolby Digital 5.1 noch am ehesten verdient. Denn im deutschen Pendant konzentriert sich die Abmischung nur auf die vorderen Boxen und lässt die Rears einfach entfallen, so als ob es sie nicht gibt. Gerade ein paar direktionale Effekte hätten dem Film in gewissen Szenen sehr gut getan. Die türkische Variante macht von den Rears zwar dezent gebrauch, nutzt aber die Möglichkeiten auch nie wirklich aus. Sehr angenehm überrascht die Dynamik und der gut eingesetzte Bassbereich, der den Subwoofer ordentlich bedient. Durch die kräftige Abmischung kommt es dann in der ebenfalls vorhandenen deutschen Dolby Digital 2.0-Fassung zu Übersteuerungen, die einige Bereiche verzerrt erscheinen lässt. Rauschen ist in keiner der drei Tonspuren vorhanden und die Dialogwiedergabe ist zudem sehr gut verständlich. Optional werden für alle O-Ton-Freunde auch deutsche Untertitel angeboten.
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Extras
Extras
  • Trailer (1:19 Min.)
  • 3 Teaser (0:36 Min.)
  • Musikvideo (4:43 Min.)
  • Making Of - Featurette (2:37 Min.)
  • Trailer: Büyü - Der Fluch (0:51 Min.)
VerpackungKeepCase
 Die Extras sind zwar nicht üppig anzusehen, aber zumindest befinden sich welche auf der DVD. Neben dem Trailer und drei Teasern zum Hauptfilm gibt es auch den Trailer zu dem ebenfalls türkischen Horrorfilm "Büyü" zu sehen. Ansonsten befinden sich noch ein Musikvideo und ein leider sehr kurzes Making Of auf dem Silberling.
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Fazit
Nicht nur die Amerikaner verwursten asiatische Produktionen, auch in der Türkei scheint man gefallen daran gefunden zu haben, denn zu offensichtlich kopiert man "Kairo" und ein wenig Interner Link"Ring". Weil es aber die Türkei ist, die ansonsten ja nicht unbedingt für einen gehobenen Filmstandard steht, und "D@bbe" auf dem Kerbholz hat, schaut die Produktion schon etwas anders aus. Nach Interner Link"Büyü - Der Fluch" ist dies nun die zweite Veröffentlichung von MIG, die den türkischen Horrorfilm einer breiten Masse zugänglich machen möchte. Ein schöner Grundgedanke, denn schließlich ist die Türkei nicht gerade das Mekka für Horrorfans, was die Sache noch interessanter macht. Wie schon angesprochen orientiert sich "D@bbe" deutlich an Kiyoshi Kurosawas "Kairo" und greift nebenbei noch Elemente aus weiteren Filmen aus diesem Bereich auf. Was Regisseur Hasan Karacadag letztendlich auf die Beine gestellt hat, kann sich aber sehen lassen und lässt auch genug eigene Ideen entstehen. Besonders hervorzuheben sind seine Stilmittel sowie die Kameraführung von Seyhan Bilir. Bei den Spezialeffekten allerdings müssen Abstriche in Kauf genommen werden, da gerade die Gesichtsverfremdungen eher lustig als grotesk wirken. Es gab mal ein Computerprogramm mit dem Namen "Kai's Power Goo", das ähnliche Effekte zustande brachte. Diejenigen, die es kennen, werden wissen, was ich meine, wenn man die Fotos seiner Familie bearbeitete um witzige Portraits zu entwerfen. Ansonsten entfaltet der Film aber eine sehr gut eingefangene Atmosphäre, die auch durch die Kulisse der Türkei zur Geltung kommt. Gerade weil er aber dem Kenner nicht sonderlich viel Neues zu bieten hat, besteht die Möglichkeit, dass nicht jeder etwas mit "D@bbe" anzufangen weiß. Eine Chance hat der Film jedoch definitiv verdient und man darf hoffen, dass MIG noch weitere solche Filme mit ins Programm nimmt.

Die DVD von MIG kann bildtechnisch überzeugen, nur beim Ton wurde vorhandenes Potential deutlich verschenkt. Für den Fan obskurer Horrorfilme anderer Kulturen sicherlich eine interessante Veröffentlichung.






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