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FR, BE 1975
Originaltitel:Des diamants pour l'enfer
Alternativtitel:Girls Prison 3
aka. Hell Diamonds
aka. Women Behind Bars
Länge:77:10 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ungeprüft
Regie:Jesus Franco
Buch:Marius Lesoeur, R. Marceignac
Kamera:Jesus Franco, Gerard Brissaud
Musik:Daniel White
Darsteller:Lina Romay, Martine Stedil, Nathalie Chape, Roger Darton, Ronald Weiss, Denis Torre, Frieda Altstadt, Raymond Hardy, Jesus Franco, Jöelle Lequement
Vertrieb:X-NK
Norm:PAL
Regionalcode:0
DVD-Start:29.08.2005 (Kauf)



Inhalt
Die junge Shirley ermordet nach einem Diamantenraub ihren Geliebten. Während sie ihre Strafe mit einer Reihe anderer Frauen im Frauengefängnis absitzt, erweckt sie das Interesse des Gefängnisdirektors. Weiß sie, wo die Diamanten versteckt sind? Es beginnt eine Zeit der Folter und Erniedrigung.

Bild
Format2.40:1 (anamorph)
NormPAL
 Je weniger Bewegung im Bild ist, umso besser sieht es aus. Denn neben einem leicht unruhigen Bildstand von Zeit zu Zeit wird in Schwenks der Rauschfilter auffällig, der ein grobkörniges, auch etwas schleppendes Rauschen zurücklässt. Beispielsweise zu Beginn während des Schwenks über das bergige Küstenpanorama lässt sich dieser Effekt sehr gut erkennen, wobei hier auch die sonst passenden Farben auf ein schlichtes, beinahe flaches Niveau absinken. Davon und von den eher seltenen Störungen abgesehen, die fast schon Ausnahmeerscheinungen sind, ist das anamorphe Breitbild für diese Art von Film sehr angenehm und klar. Die Plastizität stellt weitgehend zufrieden, auch wenn eine Neigung zu eher weichen Bildern gegeben ist und der Kontrast lässt trotz dezenten Qualitätsabfall in dunklen Szenen noch alles bestens erkennen. Die einjährige Restauration des Materials ist also gelungen und wird Fans des Filmes erfreuen.
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Ton
FormateDolby Digital 2.0
SpracheDeutsch, Englisch, Französisch
Untertitel-
 Auf der DVD-Hülle ist die Rede von einer Tonspur, die "extra deutsch synchronisiert" wurde. Statt eine mäßige Neusynchro zu erwarten, die auch atmosphärisch nicht zum Film passt, macht der deutsche Ton einen sehr guten Eindruck. Die Stimmen gefallen mir sehr, versprühen Charme und sind nicht vergleichbar mit dem Stimmenmurks aktueller Synchros. Auch sonst gibt sich der Klang zwar sehr klar, aber dem Alter entsprechend auch ein wenig gedämpft an einigen Stellen. Dezentes Hintergrundrauschen stört kaum und der Ton besitzt auch keine Aussetzer. Im Vergleich zum englischen und französischen Ton punktet die deutsche Fassung durch eine bessere Verständlichkeit und einen sauberen Klang, aber auch durch eine stellenweise andere Musikbegleitung, die qualitativ aber nicht vom Easy Listening-Gedudel abweicht.
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Extras
Extras
  • Dt. Trailer (1:42 Min.)
  • Frz. Originalanfang (1:29 Min.)
  • Original Presse- und Werbematerial (5:10 Min.)
  • Bildergalerie (9:50 Min.)
  • Jess Franco auf dem heißen Stuhl (24:43 Min.)
  • Trailer "Angel Of Death 2: The Prison Island Massacre" (1:50 Min.)
VerpackungGroße Hartbox
 AlternativcoverNeben aufbereitetem Werbematerial in einer Galerie und einem Trailer befindet sich auf der DVD mit dem "heißen Stuhl" eine tolle Idee. Hier wurde Regisseur Jess Franco und seine Gemahlin und Hauptdarstellerin Lina Romay die französische Videofassung vorgespielt, von der auch der Beginn als separates Extra abgelegt ist. Beide können sich nur sehr langsam daran erinnern, dass es überhaupt ihr Film ist. Nach 30 Jahren und einem dermaßen großen Repertoire an Arbeiten ist das kaum verwunderlich. Es dauert zwar fast 15 Minuten, bis die Erinnerungen wieder einsetzen, dann aber erzählt Franco viel von damals. Die Bildergalerie besteht lediglich aus Screenshots, kann also schnell überblättert werden. Ein Trailer zu Interner Link"Angel Of Death 2" befindet sich auch noch auf der DVD. Diese erschien in zwei Covervarianten.
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Fazit
Vielfilmer Jess Franco liefert hier sicherlich einen seiner interessanten Produktionen ab, wobei der deutschen Titulierte "Frauengefängnis 3" wohl eher ein Spartenfilm ist, der sich Fans des Regisseurs, der knackigen Hauptdarstellerin Lina Romay bzw. des "women in prison"-Subgenres wendet. Denn wer keinen Gefallen an den leichten Sexploitation-Elementen wie die freizügige Belegschaft des Frauengefängnisses oder den Folterungen (Auspeitschen, Stromschläge) findet, sich also wie auch der Gefängnisdirektor in die Position des Voyeurs begibt, der wird schnell aufgeben. In inszenatorischer Hinsicht merkt man dem Film seinen Entstehungszeitraum in jeder Szene an, leider aber auch muss man sich mit einer etwas langatmigen Handlung anfreunden. Die bietet vorerst mehr als der übliche, auf nackte Tatsachen zielende Soft-Porno, spielt Lina Romay doch ein gerissenes Luder, das zwar vorgibt, ihren Mann aus Eifersucht umgebracht zu haben, hinterrücks aber so ganz andere Pläne mit dessen Diamantenbeute anstellt.
Dass die Grundzüge dieses sicherlich nicht allzu vertrackten Plots nur bedingt funktionieren, liegt zum Teil an Lina selbst, deren Schauspieltalent Grenzen kennt, und natürlich an den Randfiguren und wie sie ins rechte Licht gerückt werden. Hier schlägt dann doch mehr der Trash-Faktor durch als es zu erwarten wäre. Dieses Zugeständnis an das Budget kann den ernsten Bezug der Geschichte aber nicht völlig verdrängen, ist man doch versucht, "Frauengefängnis 3" mit etwas anderen Augen zu sehen. Regisseur Franco tritt übrigens in einer Nebenrolle auf, in der er höchstpersönlich für ein wenig Action sorgt, indem er Romays Charakter das Geheimnis der Diamanten entlocken will - notfalls mit Gewalt.

"Frauengefängnis 3" ist eher seichte Sexploitation, die in Sachen Gewalt und psychischer Belastung keinen Vergleich mit großen Titeln des Genres standhalten wird. Vielmehr beschränkt er sich oftmals auf seine Krimielemente. Wer sich mit dem zwiespältigen Programm des Regisseurs auskennt, den sollte nichts überraschen. Alle anderen sollten die Finger davon lassen, um sich nicht etwa zu langweilen.



Bilder der DVD




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NewsJess Franco verstorben: Ein Nachruf
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