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UK, CAN 2005
Originaltitel:Tideland
Länge:115:16 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Terry Gilliam
Buch:Mitch Cullin, Terry Gilliam, Tony Grisoni
Kamera:Nicola Pecorini
Musik:Mychael Danna, Jeff Danna
SFX:Bleeding Art Industries
Darsteller:Jodelle Ferland, Janet McTeer, Brendan Fletcher, Jennifer Tilly, Jeff Bridges, Dylan Taylor, Wendy Anderson, Sally Crooks
Vertrieb:EuroVideo
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:05.10.2007 (Verleih) / 25.10.2007 (Kauf)



Inhalt
Nach dem Drogentod der Mutter reist die zehnjährige Jeliza-Rose (Jodelle Ferland) mit ihrem Vater Noah (Jeff Bridges), einem heroinabhängigen Rockmusiker, in die Prärie, wo er in einer Einöde in einer klapprigen Hütte groß wurde. Während Jeliza-Rose die Umgegend zu erforschen beginnt, nimmt auch der Vater Abschied von seinem irdischen Dasein. Völlig auf sich allein gestellt, mit der langsam verwesenden Leiche des Vaters als ständiges Mahnmal, zieht sich das einsame Mädchen mehr und mehr zurück in eine morbide Fantasiewelt, in der sie neue Freunde findet.

Bild
Format2,35:1 (anamorph)
NormPAL
 Wie es sich für eine neue Produktion gehört, enthält der anamorphe Transfer keinerlei Verschmutzungen oder Defekte. Die Farben im Film wirken kräftig und vor allem sehr natürlich. Leichte Unschärfen in Verbindung mit einem dezenten Rauschen trüben die ansonsten gute Qualität. Dies bemerkt man beispielsweise bei Szenen, die im Getreidefeld spielen, wo einzelne Halme nicht deutlich wiedergegeben werden. Auch die Kantenschärfe wirkt in wenigen Szenen etwas zerfranst, dafür arbeitet die Kompression durchweg sauber. Also ein durchweg guter Eindruck.
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Ton
FormateDTS 5.1 (nur dt.), Dolby Digital 5.1
SpracheDeutsch, Englisch
UntertitelDeutsch
 Auch soundtechnisch kann die DVD überzeugen und so befinden sich fast permanent alle Kanäle im Einsatz und spendieren ein durchgängiges Raumtongefühl. Auch der Subwoofer wird angesprochen, verhält sich aber genrebedingt etwas ruhiger, kann aber sobald er benötigt wird einen guten Eindruck hinterlassen. Die Dialogverständlichkeit ist perfekt und es wird eine klare und saubere Front geboten, die in einem nahezu homogenen Einklang mit der Soundkulisse steht. Rauschen oder andere Störgeräusche sind keine vorhanden. Im Vergleich zwischen den deutschen DTS und DD 5.1-Ton sind bis auf eine etwas lautere Abmischung keine großartigen Unterschiede auszumachen. Auch der Originalton kann mit seinem deutschen Pendant gleichziehen. Optional können noch deutsche Untertitel hinzugeschaltet werden.
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Extras
Extras
  • Trailershow:
    • Die Queen (1:54 Min.)
    • Alpha Dog (2:26 Min.)
    • Inland Empire (2:04 Min.)
VerpackungKeepCase
 Extras gibt es bei dieser Verleihfassung keine außer drei Werbetrailer für weitere Veröffentlichungen des Anbieters. Die Verkauffassung wird über umfangreiche Extras verfügen.
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Fazit
Terry Gilliams neuestes Werk ist bei näherer Betrachtung der Handlung von Guillermo del Toros Interner Link"Pans Labyrinth" nicht unähnlich. Wobei "Tideland" auf das gleichnamige Buch von Mitch Cullin basiert, und man demnach nur del Toro vorwerfen müsste, den Plot für sich umstrukturiert zu haben. Die Grundthematik ist gleich, aber Ort, Handlung, Zeit etc. variieren glücklicherweise dann doch, sodass man wohl nicht von der Absicht eines Plagiats reden darf.

Anders als bei Interner Link"Brothers Grimm", dem Vorgängerfilm von Gilliam, verzichtet er auf eine pompöse Ausstattung oder groß angelegte Drehorte und begnügt sich mit einer Darstellerriege, die man an einer Hand abzählen kann. Die Art wie Gilliam seinen Film lenkt, weckt beim Zuschauen verschiedene Gefühle, die alle Facetten des menschlichen Gemütes streift. Ein Kind, verlassen in einer großen weiten Welt, völlig auf sich allein gestellt, neben ihr die verwesende Leiche des Vaters und nur noch die realitätsentfernende Wahrnehmung. Die Spielsachen werden zu den besten Freunden und die eigens entworfene Welt zum Zufluchtspunkt nach Liebe und Geborgenheit. Dass dieser Zufluchtspunkt schnell wieder von der Realität eingeholt werden kann, vermittelt Gilliam mit verdeckten Botschaften, die sich in der grotesken Handlung verbergen. Kindesmissbrauch und Nekrophilie scheinen den alltäglichen Tagesrhythmus zu bilden, als die scheinbare Normalität in Form zweier weiterer Bewohner der Umgebung zerstört wird und Einzug in die Welt der kleinen Jeliza-Rose hält.

"Tideland" ist alles andere als leichte Kost. Er verlangt einiges vom Zuschauer ab, doch wenn man sich darauf einlassen kann, entfaltet er auch seine volle Faszination. Für die Rolle der Jeliza-Rose wurde Jodelle Ferland (Interner Link"Silent Hill") engagiert. Sie schafft es mit Bravour den kompletten Film allein zu tragen und dabei ihre Kollegen wie Randfiguren erscheinen zu lassen. Neben der Darstellung bekommt der Film auch Kraft aus seiner bildlichen Sprache, die von Kameramann Nicola Pecorini vortrefflich in Szene gesetzt wurde. Diese gesamten Faktoren machen "Tideland" zu einem sehr eigenwilligen Werk, doch vielleicht sogar zu Gilliams Besten. Möglicherweise ist er seiner Zeit auch einfach nur weit voraus und deshalb lohnt es sich den Film zu entdecken.



Bilder der DVD




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