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D, FR 1980
Originaltitel:Winnetou ou le Mascalero
Alternativtitel:Winnetou, le Mescaléro
Länge:ca. 360 Minuten (Internationale Fassung)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Marcel Camus
Buch:Jean-Claude Deret, Jean Gérard nach Karl May
Kamera:Pierre Petit, León Sánchez
Musik:Peter Thomas
Darsteller:Pierre Brice, Siegfried Rauch, Eric Do Hieu, Ralf Wolter, Arthur Brauss, Jean-Claude Deret, Leopoldo Francés, José Antonio Marros, Noé Murayama, Ana Laura, Carlos East, Roger Cudney
Vertrieb:Koch Media
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:27.07.2007 (Kauf)



Inhalt
Apachen-Häuptling Winnetou überwältigt einen jungen Komantschen bei dem Versuch, sein Pferd zu stehlen. Obwohl sie verfeindeten Stämmen angehören, freunden sich die beiden Indianer an und erleben spannende Abenteuer bei ihrem Kampf gegen die Unterdrückung durch die Weißen.

Episoden:
01. Blutspuren
02. Ein junger Komantsche
03. Der Mann für indianische Angelegenheiten
04. Der Zweikampf
05. Im Fort der Weißen
06. Sam Hawkins City
07. Das Feuerross
08. Die Flöte
09. Der große Kriegsrat
10. Gequältes Volk
11. Die Rache der Cheyennes
12. Aufbruch
13. Der Prozess
14. Alter Bär

Bild
Format1,33:1 (Vollbild)
NormPAL
 Es sieht fast so aus als hätte man die Serie vom originalen 16mm Filmmaterial abgetastet und auch wenn das Gezeigte alles andere als gut ist, bleibt die Bildqualität durchweg ansehnlich. Die Farben wirken weitgehend sauber, tendieren aber deutlich ins Rötliche und der Kontrast verschluckt in dunklen Szenen nötige Details und wirkt auch sonst nur durchschnittlich. Hinzu kommt eine mäßige Schärfe, welche selbst auf kleineren Diagonalen keine Details mehr zeigt. Zudem ist der Verschmutzungsgrad sehr hoch ausgefallen und immer wieder lassen sich Drop-Outs, Klebestellen und Haarrisse erkennen. Dafür arbeitet allerdings die Kompression recht sauber, doch sicherlich hätte man mehr aus den Transfer heraus holen können. Auch wenn sich das jetzt eher katastrophal anhört, so bleibt das Bild noch ansehnlich, auf Großbildschirmen wird es aber kaum erträglich sein.
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Ton
FormateDolby Digital 2.0 Mono
SpracheDeutsch
Untertitel-
 Der deutsche Monoton klingt sauber und bietet eine gute Sprachwiedergabe. Im Hintergrund ist immer wieder leichtes Knistern und dezentes Rauschen auszumachen, was aber nicht wirklich störend auffällt. Auch dass die Geräuschkulisse ingesamt etwas blechern klingt, geht in Ordnung, vor allem bei dieser 28 Jahre alten TV-Serie.
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Extras
Extras
  • 24seitiges Booklet mit Episodenguide
  • Exklusiv produziertes Interview mit Pierre Brice und Siegfried Rauch (23:54 Min.)
  • Exklusiv produziertes Interview mit Siegfried Rauch (48:16 Min.)
VerpackungDigipack
 Neben einem sehr informativen Booklet über die Entstehungsgeschichte der Serie bis hin zu einem kleinen Episodenguide, dürfen wir uns über ein knapp 72 Minuten langes Interview mit Siegfried Rauch und Pierre Brice freuen, welches Koch Media exklusive für diese DVD-Box produzieren lies. Beide haben darin sehr viel über die Dreharbeiten, die Produktion und vor allem die Hintergründe der Serie zu berichten. Wirklich Top!
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Fazit
Die Zeit für den Apachenhäuptling schien vorbei - nach dem Misserfolg mit Interner Link"Winnetou und Shatterhand im Tal der Toten" (1968) liebäugelte man zwar immer mal wieder mit einer möglichen Fortsetzung der "Winnetou"-Reihe, doch der Zug schien abgefahren und als Old Shatterhand-Darsteller Lex Barker 1973 plötzlich verstarb, sahen die Produzenten keinen Grund bzw. Möglichkeit mehr, weitere Karl May-Geschichten um Winnetou und Old Shatterhand zu erzählen. Erst einige Jahre später wurde dank der Elsper Karl-May Freilichtarena das Interesse an die Abenteuer des tapferen und ehrenvollen Indianers wieder geweckt. 400.000 Besucher sahen die Show jährlich, woran der Mitwirkende Pierre Brice als Winnetou sicherlich nicht ganz unbeteiligt war. Winnetou war wieder in aller Munde und selbst die Bravo berichtete damals mehrfach über die Rothaut und ihre Live-Auftritte in Elspe-Mitte. Zusammen mit Marlis Robels vom Westdeutschen Werbefernsehen und dem französischen Sender Antenne 2, unter der Mitwirkung von Brice plante man eine TV-Reihe um den Häuptling. Doch Brice wollte nicht am alten Schema des bunten Abenteuerfilms festhalten - als Liebhaber der indianischen Kultur war es ihm wichtig, dem Publikum den indianischen Geist näher zu bringen, er wollte einen Blick hinter die Kulissen, damit man jenes Volk besser verstehen kann. Von daher war für ihn eines klar: Wenn Winnetou zurückkehrt, dann nur historisch korrekt. Diese "Echheit" untermauerte man mit deutlichen Bezügen auf die indianische Vergangenheit - Winnetou erklärte seinen jungen Komantschen-Freund und somit auch dem Publikum immer wieder die Lebensweise der Rothäute und selbst vor unangenehmen Themen wie Verrat und Völkermord an den indianischen Ureinwohnern schreckte man nicht zurück. Dies und die Tatsache dass diesmal nicht in Jugoslawien, sondern in Mexiko gedreht wurde, war die Stärke der Serie, der es aber deutlich an wirklichen Spannungsmomenten mangelt. Dies machte man aber mit den düsteren und schmutzigen Settings wieder wett, die hier vielmehr an den alten Spaghetti-Western erinnerten als an den typischen Karl May-Filme, die von ihrer unbekümmerten, gar märchenhaften Ausstrahlung leben. Die Drehbuchautoren Jean-Claude Deret und Jean Gérardhaben haben zusammen mit Brice viel geändert und umgedichtet, ohne dabei aber die Intention Mays zu zerstören. Die Serie wirkt einfach nur roher und scheint keine bunte Traumwelt mehr zu sein. Selbst Old Shatterhand, der hier von Siegfried Rauch mit Vollbart und ziemlich düster dargestellt wird, wird von Winnetous Apachen-Brüdern alles andere als liebevoll empfangen. Insgesamt stehen die Weißen nicht sehr gut da und in dieser Welt Winnetous geht es nicht darum zu zeigen, dass es auch "gute" Weiße gibt, es geht einzig und allein darum, dem Publikum die Ureinwohner und deren aussichtslosen Kampf gegen die weißen Eindringlinge in einer Art Geschichtsunterricht zu übermitteln. Und genau das ist es, was die Serie so sehenswert macht, denn wer bei der peinlichen Harmonie der Spielfilme fast das Kotzen bekommen hat, darf sich jetzt über eine "ehrliche" Serie freuen. Wer Action und typisches Karl May-Feeling erwartet, sollte bei den Spielfilmen aus den 60er Jahren bleiben. "Mein Freund Winnetou" ist die ideale Lehrserie für Schulen und Menschen die sich für die indianische Kultur interessieren - und wenn man ganz nebenbei auch noch gut unterhalten wird, spricht doch nichts gegen ein wenig Geschichtsunterricht, oder?

Koch Media veröffentlicht "Mein Freund Winnetou" in einer sehr aufwendigen Digipack-Box im grünen Leinenbezug, was wirklich sehr hübsch anzusehen ist. Zwar ist die Bildqualität nur mittelmäßig, dafür spendiert man uns eine informatives Booklet und ein tolles Interview. Was will man mehr? Im übrigen kursieren immer wieder die Gerüchte, dass die Folgen geschnitten seien. Das ist so nicht richtig. Es gibt verschiedene Schnittfassungen der Serie und die Box basiert auf der deutschen TV-Version. Hier fehlen zwar einige Szenen, die man nur in der internationalen bzw. der französischen Version vorfand, dafür sind hier Szenen enthalten, die es woanders nie zu sehen gab. Schade ist nur, dass diese Szenen nicht als Extra in der Box enthalten sind.



Bilder der DVD




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