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USA 1971
Originaltitel:Hired Hand, The
Länge:86:59 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Peter Fonda
Buch:Alan Sharp
Kamera:Vilmos Zsigmond
Musik:Bruce Langhorne
SFX:Roger George
Darsteller:Peter Fonda, Warren Oates, Verna Bloom, Robert Pratt, Severn Darden, Rita Rogers, Ann Doran, Ted Markland, Owen Orr, Al Hopson, Megan Denver, Michael McClure
Vertrieb:Koch Media
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:25.05.2007 (Kauf)



Inhalt
Harry (Peter Fonda) verließ einst seine Familie, um dem Ruf des Wilden Westens zu folgen. Doch traumatische Erfahrungen bringen ihn wieder zurück zu Frau und Tochter. Durch sein Vagabundenleben entfremdet, blüht das Glück nur langsam wieder in der Familie auf. Doch eines Tages erhält Harry eine blutige Botschaft aus seiner Vergangenheit. Voller Hass zieht er los, um sein altes Leben ein für alle mal zu beenden.

Bild
Format1,85:1 (anamorph)
NormPAL
 Die Bildqualität liefert in Anbetracht des Alters und aufgrund der Tatsache, dass Universal den Film und das dazugehörige Material sehr stiefmütterlich behandelt hat, gute Wert ab, wirkt im Gesamtbild aber nicht so brillant wie so mancher 50er Jahre Edel-Western oder gar 70er Italo-Western, die ebenfalls bei Koch Media erschienen sind. Der Kontrast wirkt sehr hart und lässt das Bild meist unnatürlich dunkel erscheinen, wodurch hin und wieder Details verschluckt werden und sich helle Flächen etwas steil abgrenzen. Die Farbgebung erscheint weitgehend natürlich, könnte an vielen Stellen aber satter und kräftiger sein und auch die Schärfe befindet sich leider nur im durchschnittlichen Bereich. Zwar sind die Konturen recht sauber und die Gesamtschärfe noch angenehm, aber selbst in Nahaufnahmen wirkt der Transfer nur bedingt detailliert und es fehlt deutlich an Tiefe. Dies scheint an den eingesetzten Rauschfiltern zu liegen, mit denen man mal sparsam, mal zu gut gemeint umging, wodurch die Detailschärfe recht stark variiert. Hinzu kommt ein hin und wieder deutlich sichtbares Bildrauschen, welches aber nur in den wenigsten Sequenzen, dann aber extrem auffällt. Defekte und Drop-Outs halten sich in Grenzen und der Bildstand wirkt ausgesprochen ruhig, selbst die Kompression leistet eine ordentliche Arbeit.
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Ton
FormateDolby Digital 2.0 Mono
SpracheDeutsch, Englisch
Untertitel-
 Die deutsche Monoton liefert Standardwerte ab und bleibt stets gut verständlich, wobei immer wieder leichte Verzerrungen auszumachen sind. Rauschen taucht dabei nicht auf und die Musik ertönt sehr sauber aus dem Center. Der englische Track bietet eine viel natürlichere Feinzeichnung der Nebengeräusche. Während man in der deutschen Fassung weder Grasgeräusche, Vögelgezwitscher etc. hört, ist dies in der englischen Fassung sehr deutlich zu erkennen, so dass diese beim Hören einfach mehr Spaß macht. Dafür wirken die Stimmen etwas kratziger und verzerren weitaus deutlicher als in der deutschen Fassung. Deutsche Untertitel gibt es nicht.
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Extras
Extras
  • 20seitiges Booklet mit Infos zum Film
DVD 1:
  • Audiokommentar mit Peter Fonda
DVD 2:
  • Dokumentation: "The Return of the Hired Hand" (58:46 Min.)
  • Anmerkungen zum Film von Martin Scorsese (2:01 Min.)
  • Zusätzliche Szenen: (23:21 Min.)
    • Barkeep Innuendo
    • Dumb Animals, Horses
    • Morning After
    • Lookin' for Work
    • Saloon Shootout
    • Gunfight - Alternate Edit
  • Trailer und TV-Spots:
    • Trailer 1 (1:35 Min.)
    • Trailer 2 (0:58 Min.)
    • Teaser (2:33 Min.)
    • 4 TV-Spots (2:11 Min.)
  • 4 Radiospots (1:11 Min.)
  • Fotogalerie (58 Bilder)
  • DVD-Credits
VerpackungKeepCase im Schuber
 Koch Media spendiert dem "weiten Ritt" eine Doppel-DVD-Edition im Schuber. Auf der Hauptfilm-Disc befindet sich ein Audiokommentar mit Hauptdarsteller und Regisseur Peter Fonda, der leider nicht untertitelt wurde, dafür aber ziemlich langweilig ausgefallen ist. Ständig lobt er das Team, ohne dabei wirklich nützliche Informationen zu bieten, welche wir nicht bereits von der Dokumentation her kennen, welche sich auf der zweiten DVD befindet. "The Return of the Hired Hand" gehört mit einer Spielzeit von knapp 60 Minuten und nützlichen Hintergrundinfos zum Film zu den besseren Dokus der letzten Zeit. Peter Fona, Verona Bloom, Komponist Bruce Langhorn, der Kameramann und weitere Mitglieder der Produktion geben Auskunft über die Entstehung von "Der weite Ritt". Leider wurde die Dokumentation aber unverständlicherweise nicht deutsch untertitelt. So etwas kennen wir von Koch Media gar nicht. Schade für diejenigen, die kein oder nur sehr schlecht Englisch können.
Weiter geht es mit 23 Minuten an Deleted Scenes, sowie eine 2minütige Anmerkung zum Film von Martin Scorsese. Abschließend dürfen wir uns noch auf TV- und Radiospots, den Originaltrailer und eine Fotogalerie freuen. Der DVD liegt zudem noch ein 20seitiges Booklet mit Hintergrundinformationen bei.
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Fazit
Im Jahre 1969 veränderte ein Film eine ganze Generation. Die Rede ist von Dennis Hoppers "Easy Rider", der damals in der 68er Bewegung symbolhaft für alles stand, was sich ein Mensch nur wünschen konnte, allem voran die Freiheit. Dank des Erfolges von "Easy Rider" gestattete Universal Pictures seinem Hauptdarsteller Peter Fonda ein Budget von einer Millionen Dollar zu, damit er seinen eigenen Film drehen konnte. Dieser Film war der später als Hippie-Western verklärte "Der weite Ritt". In seinem Film arbeitet Fonda sehr innovativ mit Überblendungen, Zeitlupen und Kameraeinstellungen. Gerade diese Innovationen haben daraufhin zu der Verklärung als Hippie-Western geführt, da sie viel zu philosophisch erscheinen, um in der genretypischen rauen Welt des Westerns zu Hause sein zu können. Als Fonda dem Studio seinen fertigen Schnitt vorlegte, waren die Bosse entsetzt, hatten sie von "Der weite Ritt" doch etwas ganz anderes erwartet. Schadensbegrenzung war angesagt und so verkauften sie den Film durch einen zusammen geschnittenen Trailer als Mischung aus "Easy Rider" und "The Wild Bunch". Erst im Nachhinein wissen manche Fans den Film zu schätzen, während ihn die meisten Kritiker als überschätzt ansehen.
Dass Fonda mit seinem Film einen sehr elegischen und poesievollen Western im Sinn hatte, das merkt man ihm gleich zu Beginn an. Solch einen Western in der Hochphase der Leone-Zeit hervor zu bringen, verlangt Mut und diesen hat Fonda zweifelsohne bewiesen. Dass er mit einem solchen Western bei den Zuschauern scheitern musste, hätte er sich aber denken können. Zu vieles bleibt im Unklaren, lediglich angetastet, aber nicht weiter verfolgt. Ein totes Mädchen im Rio Bravo, man erfährt nicht wer sie ist oder was ihre Einbindung in die Handlung eigentliche sollte. Wie Fonda die Szene aufbaut, impliziert jedoch, dass noch eine Erklärung folgt. Auch die Motivationen für Fondas Figur Harry zu seiner Frau zurück zu kehren oder für die Einwohner von Del Norte sucht man vergebens. Alles wirkt zu konstruiert, ohne eigenständiges Leben und ist daher im Grunde bedeutungslos für den Zuschauer. Viele gute Szenen, wie die Beschuldigungen Harrys an seiner Frau, sind ohne Frage gut gemacht und sind bedeutungsschwanger, gehen jedoch in ihrem Kontext unter. Man kann mit den Charakteren nicht mitleiden, weil man ihnen nicht folgen kann, ihr Verhalten ist nicht verständlich. Das Ende wirkt dabei so überhastet, wie alles andere im Film. Für Fans von "Easy Rider" oder etwas leiserer Western jedoch sicherlich einen Blick wert.

Auch wenn es beim Bild etwas hapert und das Fehlen von deutschen Untertiteln beim Film und dem Bonusmaterial einfach der falsche Weg ist zu sparen, so dürfen wir uns über eine ordentliche Veröffentlichung freuen, die sich Fans von Peter Fonda sicherlich gerne ins Regal stellen.



Bilder der DVD




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