USA 1988
Originaltitel:They live
Alternativtitel:John Carpenter's They live
aka. John Carpenter's Sie leben!
aka. Invasion Los Angeles
Länge:90:15 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 18 Jahre
Regie:John Carpenter
Buch:John Carpenter, Ray Nelson
Kamera:Gary B. Kibbe
Musik:John Carpenter, Alan Howarth
SFX:Effects Associates
Darsteller:Roddy Piper, Keith David, Meg Foster, George 'Buck' Flower, Peter Jason, Raymond St. Jacques, Jason Robards III, John Lawrence, Susan Barnes, Sy Richardson, Wendy Brainard, Lucille Meredith, Susan Blanchard
Vertrieb:Kinowelt
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:28.05.2002 (Kauf)



Inhalt
Sie beeinflussen unsere Entscheidungen, ohne dass wir es wissen. Sie betäuben unsere Sinne, ohne dass wir es fühlen. Sie kontrollieren unsere Leben, ohne dass wir es bemerken. Wir schlafen ... Sie leben!

John Nada (Roddy Piper) macht eine unfassbare Entdeckung. Als er eine der Sonnenbrillen aufsetzt, die er zufällig findet, erkennt er, dass sich rings um ihn herum alles verändert zu haben scheint. Einige der Menschen, die ihm begegnen, haben eigenartig verzerrte Fratzen. Überall blinken Leuchtreklamen mit merkwürdigen Botschaften und unmissverständlichen Befehlen. John begreift, dass die Welt, in der er lebt, von Aliens besetzt ist. Alles deutet auf eine lang geplante Invasion hin. Die fremden Wesen beuten systematisch den Planeten Erde aus. Und kaum einer kann sich ihrer Gehirnwäsche entziehen. Als sich John einer Untergrundbewegung anschließt, um das Alienhauptquartier zu zerstören, entdecken ihn die Fremden und machen unbarmherzig Jagd auf ihn ...

Bild
Format2.35:1 (anamorph)
NormPAL
 Kinowelt hat den Film würdig auf DVD gebracht. So sind die eher geringen Schwächen auch ganz normal für das Alter. Dazu gehört ein etwas pumpendes Rauschen in einigen Szenen, welches derart fein ist, dass es nur wenig auffällt, und die manchmal nur moderate Schärfe. Detailbereich wie Konturen sollten in einigen Szenen einfach etwas kräftiger ausfallen. Dafür gibt es wieder andere Momente, in denen der Detailreichtum und die Auflösung des Bildes überraschend gut, beinahe sehr gut ist. Die weiteren Bereiche erlauben sich keine Fehler mehr. Erstaunlich ist die Farbvielfalt, der weiche, aber immer transparente Kontrast und dass die Kompression in komplexeren Außenszenen absolut ruhig bleibt. Einzig etwas stehendes Rauschen kann dort bei genauem Hinschauen beobachtet werden. Noch etwas mehr Schärfe und aus den vier Punkten werden fünf.
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Ton
FormateDolby Digital 2.0
SpracheDeutsch, Englisch, Spanisch
UntertitelDeutsch, Englisch, Schwedisch, Finnisch, Dänisch, Portugiesisch, Spanisch, Holländisch, Norwegisch
 Einen Upmix gibt es für keine der Sprachen. Auch die etwas später als die Kinowelt-Scheibe erschienene US-DVD von Universal liefert lediglich einen Dolby Surround-Ton mit. Um die Qualität der deutschen Tonspur muss man sich aber keine Gedanken machen. Weder klingt sie zu dünn (trotz fehlendem Tieftöner), noch offenbart sie Fehler oder Rauschen. Die Verständlichkeit ist prima, nur fehlt hier der Schwung. Der wird ein wenig nachgeliefert mit dem weiter offenen Originalton, der neben einer Steigerung im Hochtonbereich die gesamten leiseren Umgebungsgeräusche klarer wiedergibt. Ein etwas brummiger spanischer Ton ist ebenfalls dabei und jede Menge Untertitel.
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Extras
Extras
  • Kapiteleinleger
  • Audiokommentar
  • Making Of (8:01 Min.)
  • Hidden Features
VerpackungKeepCase
 Das Menu beginnt bereits während des Copyright-Vorspanns mit musikalischer Untermalung. Lustigerweise sind alle Menupunkte entsprechend der Botschaften im Film betitelt als "Sieh Fern" (Filmstart), "Gehorche" (Kapitel), "Kaufe" (Extras), "Schlafe" (Sprache/Ton) und "Ordne dich unter" (Film fortfahren). Für den Audiokommentar konnte man Regisseur John Carpenter und Hauptdarsteller Roddy Piper verpflichten, die sich gut miteinander verstehen und sich deswegen etwas zu oft Komplimente machen. Andererseits ist Piper ständig gut gelaunt und am Lachen und es geht viel um seine Aktivitäten im Wrestling vor und nach diesem Film, seinen Werdegang als Schauspieler und wie die Arbeit am Set verlief. Das Making Of ist bereits etwas älter und enthält eine Mischung aus Trailer-Szenen und Interview-Sequenzen, die nicht allzu tiefgründig verlaufen. Es lohnt sich noch, die zwei versteckten Zugaben der DVD zu suchen.
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Fazit
Carpenter, den ungekrönten König des B-Plots, kann man lieben, wenn man will. Seine Werke haben immer einen unverwechselbaren Stil, aber manchmal kann auch die beste Absicht oder eine gute Idee noch keinen ausgezeichneten Film generieren. "Sie leben" ist Carpenters Reflektion auf die Reagan-Ära und die 80er Jahre, hier wie auch in der Realität eindeutig im Zeichen des Kapitalismus stehend. Es erinnert schon ein wenig an die 50er Jahre, als die Alieninvasionen noch Metaphern für den Feind von drüben waren. Die Zeiten waren vorbei, nur hat es niemand dem Regisseur gesagt.
In "They Live" bedienen sich die Aliens nun einer seltsamen Strahlung, die den Menschen im Unterbewusstsein suggeriert, möglichst träge und kapitalistisch orientiert vorzugehen. Das offenbart sich dem kleinen Mann, der sein Brot als Wanderarbeiter auf der Straße suchen muss. John Nada, nicht mal so übel von dem Wrestler Roddy Piper gespielt, kommt zufällig auf den Trichter, als die Obrigkeit eine Rebellenorganisation aushebt. Eine spezielle Sonnenbrille zeigt ihm die Welt, wie sie wirklich ist und von da an bekämpft der Held das System, bis zum bitteren Ende. Leider ist "They Live" nicht besonders gut konstruiert. Die mysteriöse Organisation und das Vorgehen des Staates sind zu Beginn noch recht ordentlich gelungen und erinnern an die goldenen 70er, als das Individuum in französischen und italienischen Filmen gegen die dunkle Macht im Hintergrund keine Chance hatte. Doch der Film kippt in dem Moment, in dem er auf Effekte und Enthüllung setzt. Zwar ist die Weltsicht durch die Brille ein Überraschungseffekt, doch das Skript kann mit diesem Potential kaum etwas anfangen. Die simple Formel: Das System ist nicht, was es vorgibt zu sein - zerstört das System! - sie führt nur zu einem ungeplanten Amoklauf, ein sinnfreies Kräftemessen ohne Basis. Nach einem Kampfintermezzo zu zweit (weiß und schwarz vereinen sich gegen die Aliens) werden wieder die Rebellen dazwischen geschoben, doch auch das führt nur zu einer Aufreibung der Renegaten in kürzester Zeit. Von da an ist das Buch nur noch bemüht, ein wenig Hintergrund für die Aliens aufzubauen (Kapitalisten und Aliens kooperieren, der Reichtum profitiert zusätzlich auf Kosten des armen Mannes) und das ungleiche Duell zwischen unseren beiden Helden und der Übermacht zu forcieren. Stark vereinfacht und mit simpler Moral gerät der Showdown zum Actiongeballer mit wieder mal einer Carpenter-Pointe, die das Leben auf dem Planeten in eine neue Richtung lenken wird, wobei hier die Logik (wieso gibt es nur einen Sender und warum ist der nicht besser bewacht) sich wieder mal der Botschaft beugen muss.

"Sie leben" funktioniert durchaus, vor allem bei jüngeren Semestern (im Teenager-Alter fand ich die Aussage sehr beeindruckend), später jedoch wird überdeutlich, dass nur wenig Handfestes geboten wird. Substanziell unbedeutend, aber halbwegs unterhaltsam. Die DVD ist im technischen Bereich guter Kinowelt-Standard für sein Alter, nur beim Bonusmaterial fehlt noch ein wenig. Bitte nicht zur FSK16-Fassung greifen, welche gekürzt ist.






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