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D 2005
Originaltitel:Treppe, Die
Alternativtitel:Stairway to Heaven
Länge:15:05 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Dennis Knickel
Buch:Dennis Knickel
Kamera:Alex Richter
Musik:Massick
SFX:Holger Breiner
Darsteller:Ariane Klüpfel, Gerry Jansen, Jörg Germann, Martin Ihm
Vertrieb:e-m-s
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:15.03.2007 (Kauf)



Inhalt
Das Leben ist hart und nicht alles läuft nach Plan. Das muss ein Mann feststellen, der eines Nachts eine Verkehrskontrolle über sich ergehen lassen muss, die einen sehr ungewöhnlichen Ausgang findet. Und das ist erst der Beginn einer völlig verrückten Nacht, in der über Schuld und Unschuld, über Leben und Tod entschieden wird. Das Leben ist eine Treppe, und niemand weiß, was ihn auf der nächsten Stufe erwartet.

Bild
Format1,78:1 (anamorph)
NormPAL
 Für eine Amateurproduktion recht ordentliches Bild, wobei man hierbei keinerlei Vergleiche zu normalen Produktionen machen darf. Die Farben sind natürlich, der Kontrast produktionsbedingt recht hart, neigt zudem in hellen Flächen zum Überstrahlen, wodurch ein weißer Hausflur nicht unbedingt die beste Wahl war. Zudem werden feine Details verschluckt und der Schwarzwert lässt keine Abstufung zu. Die Schärfe ist mittelmäßig, wirkt etwas schwammig und im Hintergrund lassen sich unschönes Blockrauschen und leichte Kompressionartefakte feststellen. Wie gesagt, für einen Amateurfilm absolut akzeptabel und sogar anamorph kodiert.
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Ton
FormateDolby Digital 5.1-Upmix, Dolby Digital 2.0 Stereo
SpracheDeutsch
UntertitelDeutsch, Englisch, Spanisch, Türkisch, Russisch
 Der Dolby Digital 5.1 Upmix war unnütz und bietet lediglich zu Beginn eine Musikuntermalung, welche auf alle Kanäle verteilt wurde. Der Rest ist sowieso nur dialoglastig, wodurch der Stereo Track vollkommen reicht. Die Dialoge sind dabei recht gut zu verstehen, gehen allerdings mangels fehlender Nachsynchronisation hin und wieder etwas unter. Aber auch hier können wir von einer ordentlichen Abmischung für Amateurfilmverhältnisse sprechen. Interessant ist es auch, dass man uns optional diverse Untertitel spendiert, darunter in Spanisch, Russisch und sogar Türkisch.
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Extras
Extras
  • Making of (25:51 Min.)
  • Prdouktionsnotizen (23 Textfalen)
  • Produktionstagebuch (28:32 Min.)
  • Das Sofa (28:31 Min.)
  • Outtakes (15:06 Min.)
  • Fotogalerie:
    • Behind the Scenes (15 Bilder)
    • Poster (10 Bilder)
    • Neubrandenburg Festivalpremiere (14 Bilder)
  • Bio-/Filmografien:
    • Dennis Knickel
    • Gerry Jansen
    • Der echte Andreas
    • Jörg Germann
    • Asriane Klüpfel
    • Alex Richter
    • Holger Breiner
    • Marc Schneider
    • Martin Ihm
  • Trailershow:
    • Running Scared (2:19 Min.)
    • Brotherhood (2:50 Min.)
    • Countdown (2:36 Min.)
    • Undisputed 2 (2:07 Min.)
    • Sate of Mind (2:12 Min.)
    • Like Minds (1:54 Min.)
    • Oldboy (2:13 Min.)
    • 11:14 (1:33 Min.)
VerpackungKeepCase
 So kurz der Film auch sein mag, umso länger sind die Extras ausgefallen. Überraschend umfangreich präsentiert man uns 15 Minuten an Outtakes, eine schöne Bildergalerie, Bio- und Filmografien, sowie ein 26minütges Making of, welches wirklich sehr ausführlich auf die einzelnen Drehtage eingeht und uns einen schönen Einblick in die gesamte Produktion gewährt. Zudem finden wir unter Produktionsnotizen noch ein Produktionstagebuch auf 23 Texttafeln und ein Featurette mit dem Titel "Das Sofa", bei dem Darsteller, Kameramann und Regisseur auf einer Couch sitzen und viele Anekdoten und Hintergrundinfos zum Film los werden, während im Hintergrund verschiedene Ausschnitte aus dem Film zu sehen sind. Abgerundet wird das interessante Bonusmaterial durch die obligatorische e-m-s-Trailershow.
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Fazit
Ab und an treffe ich im von mir weitestgehend ignorierten Independent-Bereich auf überraschend kurzweilige Beiträge, wie kürzlich "31 Min." oder nun eben "Die Treppe", auf die mich zugegeben jeweils die talentierten Regisseure persönlich aufmerksam machten. Schönen Dank an dieser Stelle. Dennis Knickels Filmdebüt gestaltet sich als gut 12minütiger, mit schwarzem Humor gut durchgewürzter Kurzfilm, der mit seiner durchweg professionell agierenden Riege und einer kompetenten Inszenierung überzeugt, so dass einer späteren TV-Ausstrahlung im Bundle mit ähnlich gestalteten Kurzprojekten, zum Beispiel auf ARTE, eigentlich nichts im Wege steht.
Die Verkettung von Zufall und Unverständnis führt den Hauptdarsteller (Gerry Jansen), im Abspann schlicht "Der Kaltblütige" genannt, in eine sich kontinuierlich zuspitzende Situation, aus der er sich, trotz Beteuerung seiner Unschuld, bis zum Schluss nie wieder herauswinden kann. Denn als er nachts betrunken Auto fährt, von Polizeikommissar Andreas Kellner (Martin Ihm) angehalten und befragt wird, dieser aber plötzlich von einem LKW erfasst wird und stirbt, sieht sich der Kaltblütige in einer prekären Lage. Schloss der Gesetzeshüter doch vorher noch die Handschellen, weswegen er nun eine deutlich verunstaltete Leiche an seinem Handgelenk hängen hat. Mit ihr im Gepäck, flüchtet er nach Hause, wo neben seiner keifenden Freundin (Ariane Klüpfel) auch schon Kriminaloberkommissar Braun (Jörg Germann) auf ihn wartet und fest von dessen Mordtat überzeugt ist.
Positiv zu bewerten ist vor allem der bis auf einen Effektshot Verzicht auf einen inflationären Gebrauch von Blut und Unappetitlichkeiten, die im Independent-Sektor gern Aufmerksamkeit erregen, aber selten etwas über die Qualität des Films aussagen. Auch wenn Zugeständnisse in Bezug auf die Logik im Film zugunsten der Unterhaltung gern akzeptiert werden, kratzt man sich innerhalb der paar Minuten leider öfter am Kopf, als es vielleicht nötig wäre, weil der Realismus zu oft gebeugt wird, so dass an einigen Stellen schlicht die Nachvollziehbarkeit von Bord geht. Eine Erklärung, warum der Kaltblütige an den Polizisten gekettet wurde, noch warum später die Handfeuerwaffe so plötzlich und entgegen aller Vernunft ihres Trägers losgeht, bleibt der Film nämlich schuldig. Nichtsdestotrotz kulminieren die ausartenden Ereignisse, ohne dass es von den Beteiligten so überhaupt gewollt ist, im Treppenhaus zu einer tödlichen Katastrophe anfangs noch ungeahnten Ausmaßes, das über seine kurze, flott erzählte Distanz sicherlich ganz problemlos unterhält und anfangs von einem treibenden Score der Gruppe Massick auch kompetent begleitet wird, aber nicht gänzlich zufrieden stellt.
Das liegt weniger an den Darstellern, sondern mehr an den Dialogen, die in den absurden Momenten nicht den nötigen Wortwitz transportieren, um aus der abwärts zeigenden Todesspirale, ausgelöst durch den Kaltblütigen, jenen Aberwitz zu kreieren, der Tod und Ironie in Einklang bringt und damit den Zuschauer nach dem Motto "Was wäre wenn...?" weiterdenken lässt. Denn die Ansatze sind da und reichen von der Ignoranz und Engstirnigkeit unserer Gesellschaft bis hin zu unüberlegten Aktionen und Reaktionen in auf den ersten Blick doch eindeutigen Lagen, die man später nur noch schwerlich durch sein Handeln erklären kann.

Angenehm überraschendes Regiedebüt, das über eine sorgfältige Inszenierung und gute Independent-Darsteller verfügt, aber Abstriche in puncto Drehbuch machen muss, weil die Logik des Films zu viele Fragwürdigkeiten zu Tage fördert und den Dialogen der letzte Schliff fehlt. Aber daran wird mit Sicherheit bei Dennis Knickels nächsten Projekten weiter dran gefeilt.
Die DVD überzeugt mit einer für Amateurfilmverhältnisse guten technischen Umsetzung und interessantem Bonusmaterial. Jedoch stellt sich dem Zuschauer die Frage, ob es für einen Kurzfilm nicht besser gewesen wäre, man hätte von Seiten der e-m-s eine Kurzfilmsammlung mit vielen Beiträgen erstellt.



Bilder der DVD




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