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USA 1982
Originaltitel:Ruckus
Alternativtitel:Big Ruckus in a Small Town
aka. Loner, The
aka. Ruckus in Madoc Country
Länge:91:55 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 18 Jahre
Regie:Max Kleven
Buch:Max Kleven
Kamera:Don Burgess, Michael A. Jones
Musik:Tommy Vig
SFX:Ira Anderson Jr.
Darsteller:Dirk Benedict, Linda Blair, Richard Farnsworth, Matt Clark, Jon Van Ness, Taylor Lacher, Clifford A. Pellow, Ben Bates, Jerry Gatlin, Bennie E. Dobbins, Bobby Hughes, A.J. Blake, Melanie Weeks, Patrick Connolly
Vertrieb:Starlight Film
Norm:PAL
Regionalcode:0
DVD-Start:28.02.2006 (Kauf)



Inhalt
In Madoc County verläuft das Leben ruhig und eintönig bis zu dem Tag, als ein Fremder in dem Städtchen auftaucht, Kyle Hanson. Die Spießer in Madoc County wollen dem vergammelten Hippie einen Denkzettel verpassen und ihn aus der Stadt vertreiben. Doch sie haben die Rechnung ohne ihr Opfer gemacht. Aus dem dummen Spiel wird blutiger Ernst, denn Hanson ist ein Vietnam-Veteran, ein zum Einzelkämpfer ausgebildeter Elite-Soldat, gedrillt zum Überleben um jeden Preis. Die Wälder von Madoc County verwandeln sich in die Hölle des Dschungels von Vietnam.

Bild
Format1.85:1 (anamorph)
NormPAL
 Hätte 'ne richtig gute DVD werden können und ist es in einigen Szenen auch. Man muss das Produktionsjahr 1981 betrachten, trotz dem die Detailschärfe in ruhigen, hellen Szenen sehr annehmlich ist. Auch die kräftigen Farben, die fast schon an einen knalligen Titel der 70er Jahre erinnern, machen einen hervorragenden Eindruck. Ein paar Macken hat aber bereits die Vorlage, nicht aber Verschmutzungen, die höchst selten auftreten und den Film nie wirklich beeinflussen. So ist es der Kontrast, der Schwierigkeiten macht. Als Beispiel sei eine Szene genannt, die bei strahlendem Sonnenschein spielt und bei der die Akteure im Vordergrund trotzdem derart abgedunkelt sind, als ob es bereits Dämmerung wäre. So sind die schattigen Bereiche zwar nicht übergreifend, aber stellenweise könnte das Bild sowohl heller als auch kontrastreicher sein. Die Schärfe wird etwas durch das Ghosting beeinflusst, die man nicht sehr oft, dafür aber umso mehr in Schwenks mitbekommt. Dort treten auch die weiteren, schwerwiegenderen Probleme auf: Das feine Rauschen wurde heftig gefiltert, so dass es zu verschleppenden Bewegungen kommt, welches im Blockrauschen zusätzlich Wirkung bekommt. Das hätte wirklich nicht sein müssen, zumal dadurch die gesamte Optik deutlich an Schärfe verliert. Zumindest sind es so 3 Punkte mit Aufwärtstendenz, was für diese Art von Titel wirklich keine schlechte Leistung ist.
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Ton
FormateDolby Digital 5.1 (Deu), Dolby Digital 2.0 (Deu, En)
SpracheDeutsch, Englisch
UntertitelDeutsch für nicht synchronisierte Szenen
 Mit dem deutschen 5.1-Ton tut sich weder Starlight Film noch der Zuschauer einen Gefallen, denn etwas anderes als ein Upmix ist das hier nicht. Der bringt das Rauschen in ruhigen Momenten nur noch deutlicher zur Geltung, denn auf eine echte Kanaltrennung wurde natürlich nicht vorgenommen. Dafür hätte sich sicherlich auch kein geeigneter M+E-Track gefunden. Die 2.0-Tonspur ist da schon interessanter, hat aber mit Macken zu kämpfen, die etwas nach einem leicht fehlerhaften Magnetband klingen. So tritt plötzlich Rascheln ein oder spitze Überhöhungen im Soundtrack sind zu hören. Die Dialoge, die etwas zischeln, leiden darunter kaum, für eine gute Verständlichkeit ist also gesorgt. Auch ist der Klang insgesamt nicht allzu schlecht, nur eben etwas zu mittenlastig. Auffällig ist, dass im Deutschen wesentlich mehr Gebrauch von Musik gemacht wird und auch andere Stücke als beim Original eingespielt werden. Das macht das Geschehen etwas actionlastiger, was dem Film zugute kommt. Auch die Synchro macht einen guten Eindruck und ist mit bekannten Sprechern erarbeitet worden, die die Billig-Synchros von heute schnell ausstechen. Einige längere Szenen sind ohne Eindeutschung vorhanden, wurden dann aber mit deutschen Untertiteln versehen. Hier fällt auf, dass das Dialogbuch teils heftige Übersetzungsfehler von Redewendungen und Umgangssprache besitzt. Wer das nachempfinden möchte, schalte kurz die Dialogsequenz auf dem Floß ein.
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Extras
Extras
  • Audiokommentar
  • Filmografie:
    • Dirk Benedict (4 Seiten)
    • Linda Blair (6 Seiten)
    • Richard Farnsworth (7 Seiten)
    • Max Kleven (1 Seite)
  • Artwork-Galerie (15 Bilder)
  • Verschiedene Schnittfolgen (3:43 Min.)
  • Alter dt. Vorspann (3:10 Min.)
  • Alter dt. Abspann (2:49 Min.)
  • Schnittfehler (0:15 Min.)
  • Spiegelverkehrt (0:13 Min.)
  • Integralfassung (106:26 Min.)
VerpackungKeepCase
 Ich hatte es nicht unbedingt erwartet, dass Starlight den Audiokommentar untertiteln würden, aber schön wäre es gewesen. Der von Regisseur und Autor Max Kleven und den beiden Hauptdarstellern Dirk Benedict und Linda Blair gesprochene Kommentar ist stellenweise doch etwas zäh. Zumindest wird hier auf die Parallele zu "Rambo" eingegangen und darauf, dass Max Kleven, der selbst aus der Stuntbranche kommt, beim Schreiben des Films vor allem die Action-Szenen voranstellte und ausarbeitete, was man dem Resultat anmerkt, welches sich von Stunt zu Stunt hangelt. Nun kommen ein paar der üblichen Extras, die nicht gerade interessant sind, weil sie sehr karg aufgearbeitet worden, u.a. die vier schlichten Filmografien und der Ab- und Vorspann der Videokassette, bei dem lediglich die Credit-Einblendungen verändert scheinen. Interessanter ist da bereits der direkte Schnittvergleich zwischen US- und deutscher Fassung mittels Split-Screen, bei der man auch sieht, dass die US-Fassung gemattet wurde. Am besten lässt sich das per Kopfhörer verfolgen, denn im linken Kanal wird der Ton der US-Fassung, im rechten Kanal jener der deutschen Fassung abgespielt. Wie es aussehen würde, wenn man die qualitativ etwas schlechtere Fassung in den Film integriert, zeigt ein weiterer Menupunkt. Die meist kurzen Szenen bzw. Szenenbeginne wurden sehr sauber integriert und man muss hierbei auch auf keine Tonspur des Hauptfilms verzichten. Außerdem weisen zwei kurze Videos auf Filmfehler hin.
Auf dem Backcover scheint dem Label selbst ein Fehler unterlaufen zu sein, weil dort im Inhaltstext einige Sonderzeichen nicht gedruckt sind.
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Fazit
Interner Link"Rambo", "Rocky", "Ruckus" - irgendwelche Ähnlichkeiten, die über den Namen hinausgehen? Aber wie! Dabei muss man gleich sagen, dass trotz verblüffender Parallelen zu "Rambo" diese 1981er Produktion hier eher am Start war und sich somit keine Plagiatsvorwürfe gefallen lassen muss. Das ist Aufgabe des deutschen Cover-Designs, welches ein völlig irreführendes Motiv eines muskelbepackten Einzelkämpfers zeigt. Der Protagonist Hanson benutzt im Film aber kein einziges mal eine Waffe, noch hat er Ambitionen, zum schießwütigen Dschungelkämpfer zu mutieren. Auch ist die Stimmung eine gänzlich andere als bei Stallones Figur. Dirk Benedict in grüner Army-Jacke mit halblangen, übers dreckige Gesicht hängenden Haaren, durch die nur selten die hellen Augen blinzeln, da er oftmals mit hängendem Kopf durch die Welt latscht, ist ein anfangs sehr ruhiger Typ, der nur dann, wenn er seinen martialischen Schrei ausstößt, kurz aus seinem Vietnam-Trauma erwacht, um seinem Gegenüber zu überwältigen. So richtig kommt dabei keiner zu schaden, es gibt keinen anführenden Bösewicht, der mit sadistischen Trieben die Geschichte anheizen könnte und die Truppe Rednecks, die die schlecht organisierte Jagd auf den Fremden macht, besitzt einige gezielt komödiantisch angelegte Charaktere, die "Ruckus" eher zur leichten Nachmittagsunterhaltung werden lassen, die für ein Publikum ab 12 Jahren sicherlich angemessen ist.
Umso mehr verwundert der FSK18-Sticker, denn bis auf leichte Blessuren und einen Pfeil, den Hanson im Wald mit einem Messer schnitzt (und dabei den Darsteller schon mal für seine spätere Verpflichtung im "A-Team" üben lässt), fällt die Gewalt sehr harmlos aus. Für den Action-Anteil sorgen ein paar Verfolgungsjagden im Stile von "Ein Duke kommt selten allein" mit entsprechender Endschrottung, anfangs ein paar Ausritte auf der Motocross, u.a. als klebrige Zeitlupenszenerie eines frisch verliebten Paares, bei der ich vor Lachen fast vom Stuhl gefallen bin, und vielleicht noch die Kettenexplosion, die Hanson so geschickt herbeiführt. Dementsprechend verkommt die Hatz zu einer eher drolligen Angelegenheit, bei der man schon bald weiß, dass sich niemand wirklich weh tun wird, leider aber auch nichts vorankommt.
Zwar machen einige der Szenen gewissermaßen Spaß beim Zuschauen, der Film im Ganzen hat dann aber keinerlei Nährwert und ist inhaltlich eine echte Nullnummer. Deutlich wird dies besonders beim urplötzlichen Wandel von Hanson, der im Beisein der alleinstehenden Farmerswitwe sowohl seine Sprache wiederentdeckt als auch langsam handzahm wird. Fortan ist es auch vorbei mit der Vietnamdramatik, der eh keinerlei Bedeutung zukam. "Ruckus" besitzt amüsante Momente, geht aber an der falschen Erwartung zugrunde, die man hat. Das ist kein Action-Film, eher eine rasante Komödie, die vielleicht auch nur dann (unfreiwillig) komisch ist, wenn man sich über schlechte Filme und Benedicts bockigen Gesichtsausdruck amüsieren kann.



Bilder der DVD




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Ruckus
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