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USA 1992
Originaltitel:Naked Lunch
Alternativtitel:Nackter Rausch
Länge:110:29 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:David Cronenberg
Buch:William S. Burroughs (Novelle), David Cronenberg (Drehbuch)
Kamera:Peter Suschitzky
Musik:Howard Shore
SFX:David Wiezer
Darsteller:Peter Weller, Judy Davis, Ian Holm, Julian Sands, Roy Scheider, Monique Mercure, Nicholas Campbell, Michael Zelniker, Robert A. Silverman, Joseph Scoren, Peter Boretski, Yuval Daniel, John Friesen, Sean McCann
Vertrieb:Kinowelt / Arthaus
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:12.10.2007 (Kauf)



Inhalt
1953: Der drogensüchtige Autor Bill Lee hält sich als Kammerjäger über Wasser. Als er im Rausch seine Frau erschießt, flüchtet er sich in die Traumwelt "Interzone". Dort gerät er als Geheimagent in seltsame Situationen und trifft auf bizarre Geschöpfe.

Bild
Format1,78:1 (anamorph)
NormPAL
 Die neu erschienene DVD von "Naked Lunch" in der Arthouse Collection ist identisch zur schon bereits erhältlichen Einzelveröffentlichung. Und da das benutzte Master von Kinowelt dem der hervorragenden US-Criterion-Ausgabe in nichts nachsteht, dürfen alle, die den Film noch nicht in ihrer Sammlung haben, bedenkenlos zugreifen. Im Vergleich zur ersten Auflage aus dem Hause MCP hat sich nämlich einiges getan, was die Daseinsberechtigung jener Scheibe nur noch als Bierdeckel rechtfertigt. Der neue Transfer erstrahlt in einem sehr angenehmen und ausdrucksstarken Farbspektrum. Hierbei ist der Kontrast sehr gut eingestellt und harmoniert mit einem sehr guten Schwarzwert, so dass selbst in dunklen Passagen eine recht gute Detailwiedergabe herrscht. Dennoch hätte noch etwas mehr in der Nachbearbeitung drin sein können, denn die Schärfe fällt gelegentlich nur durchschnittlich aus. Ansonsten wirkt das Bild sehr ruhig und Verschmutzungen sind hier ein Fremdwort.
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Ton
FormateDolby Digital 2.0 (Stereo), Dolby Digital 5.1
SpracheDeutsch, Englisch
UntertitelDeutsch
 Obwohl die deutsche Synchronfassung nur in Stereo vorliegt weiss sie auf Anhieb zu begeistern. Schließlich verfügt sie über eine sehr dynamische Abmischung und wirkt bei den Dialogen steht's klar und allgemein sehr sauber. Die Originalfassung liegt in Dolby Digital 5.1 vor und ist für diese Art der Abmischung ebenfalls gelungen. Dialoge und Musik werden sauber wiedergegeben und durch den Einsatz von einigen Effekten kommt ein angenehmes Raumgefühl auf. Störgeräusche sind keine auszumachen.
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Extras
Extras
  • Audiokommentar mit David Cronenberg
  • Dokumentation über David Cronenberg (48:52 Min.)
  • Trailershow:
    • The Fountain (2:32 Min.)
    • Boogie Nights (1:54 Min.)
    • Kinowelt TV (1:46 Min.)
VerpackungDigipack
 Das Bonusmaterial des Films ist zwar nicht üppig dafür aber sehr interessant ausgefallen. Zum einen durch den Audiokommentar von Regisseur David Cronenberg, der seinen Film sachlich analysiert und auf die Probleme eingeht, die entstanden sind, um in der filmischen Umsetzung der Buchvorlage von William S. Burroughs gerecht zu werden ohne etwas zu zerstören. Deutsche Untertitel sind vorhanden und machen den Audiokommentar so für jeden zugänglich. Ebenfalls befindet sich die Making of-Dokumentation Naked Making Lunch mit auf der DVD und vermittelt einen zusätzlichen Eindruck, was hinter der Verfilmung des Skandalromans steht. Einen gewissen Marketing-Hintergrund kann man der Doku zudem nicht absprechen, da der Werbeeffekt zu offensichtlich ist. Störend ist, dass man es nicht schaffte deutsche Untertitel für das Making of zu produzieren. Ein Werbetrailer für die Arthaus Collection und eine Bildergalerie mit Informationen zu den restlichen Titeln der Serie und drei weitere Trailer runden dann den Bonusbereich ab.
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Fazit
"Naked Lunch" ist ein Drogentrip par excellence und basiert auf dem literarischen Werk von William S. Borroughs. Man darf an dieser Stelle auch wirklich sagen "basiert", den wenn David Cronenberg das skandalträchtige Werk originalgetreu verfilmt hätte, würde der Film aus Gründen der Pornographie und exzessiver Gewalt recht schnell auf einem weltweiten Index landen. Zudem gehört es auch in die Kategorie der vermeintlich unverfilmbaren Stoffe. Doch Cronenbergs Idee, die Grundgeschichte von "Naked Lunch" in eine Kombination aus weiteren Werken Borroughs und der eigenen Lebensweise des Autors zu verpacken, darf als schlichtweg grandioser Einfall betrachtet werden. Den Film als leichte Kost abzutun und mal eben nebenbei zu konsumieren, dürfte für den Zuschauer ein Faustschlag ins Gesicht sein, dafür ist der Stoff viel zu schwer zu verdauen. Sind Filme von Cronenberg im Allgemeinen schon eher für einen gehobenen Anspruch bekannt, wird die Schraube bei "Naked Lunch" noch weiter angezogen, so dass die Eingruppierung in den Arthaus-Bereich mehr als gerechtfertig ist. Dass man mit Peter Weller (Interner Link"Robocop") zudem einen sehr passenden Darsteller gefunden hat, dem man dem stetigen Zerfall abkauft, ist ein weiterer Pluspunkt bei diesem Titel. Ebenfalls sorgen die doch recht obskuren Effekte für einen optisch ansprechenden Eindruck.
Dennoch sollte man sehr aufgeschlossen sein für einen Film wie "Naked Lunch", da er die normalen Sehgewohnheiten völlig aus der Bahn wirft und noch einiges Potential vom Gehirn des Betrachters abverlangt um der Handlung plausibel zu folgen. Dies dürfte auch der Grund sein, warum der Film von zwei Standpunkten aus betrachtet wird. Die einen finden Gefallen an dem, was Cronenberg hier erschaffen hat und anderen werden überhaupt nichts mit dem Gezeigten anfangen können und eher Spott denn Faszination übrig haben.

Die Umsetzung der DVD kann sich sehen lassen und so darf man Kinowelt gratulieren, diesen Titel in adäquater Form präsentieren zu können. Freude wird man mit dem Film, wenn man Gefallen dran findet, definitiv haben, da es ein Titel ist, der mehrfach geschaut werden muss, um verstanden zu werden.



Bilder der DVD




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Naked Lunch
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