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UK, USA 1990
Originaltitel:State of Grace
Alternativtitel:Im Vorhof zur Hölle
Länge:128:38 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 18 Jahre
Regie:Phil Joanou
Buch:Dennis McIntyre
Kamera:Jordan Cronenweth
Musik:Ennio Morricone
SFX:Al Griswold, Bill Traynor
Darsteller:Sean Penn, Ed Harris, Gary Oldman, Robin Wright Penn, John Turturro, John C. Reilly, R.D. Call, Joe Viterelli, Burgess Meredith, Deirdre O'Connell, Marco St. John, Thomas G. Waites, Brian Burke, Jaime Tirelli, Sandra Beall, John MacKay, John Ottavino, James Russo
Vertrieb:MGM
Norm:PAL
Regionalcode:2,4
DVD-Start:02.06.2003 (Kauf)



Inhalt
Der frühere Kleinkriminelle Terry Noonan (Sean Penn) kehrt nach Jahren in sein heimatliches Viertel zurück. Doch jetzt arbeitet er als verdeckter Ermittler gegen das organisierte Verbrechen. Er ist auf eine irische Gangsterfamilie angesetzt, die von Frankie Flannery (Ed Harris) und dessen hitzköpfigem Bruder Jackie (Gary Oldman) geführt wird. Aber nachdem Noonan Zugang zu der Familie gefunden hat, fühlt er sich wieder zu seiner Jugendliebe Kathleen (Robin Wright) hingezogen, der Schwester der Flannerys. Die inneren und äußeren Konflikte spitzen sich dramatisch zu. Bis es zum gewalttätigen Showdown kommt - mitten in der Parade zum St. Patrick's Day!

Bild
Format1.85:1 (anamorph)
NormPAL
 In Sachen Bild kann man bei MGM eigentlich immer von einem gehobenen Standard ausgehen, was auch bei "Im Vorhof der Hölle" der Fall ist. Eine etwas gewöhnungsbedürftige, aber konsequente Farbgebung durchzieht den gesamten Film, was ihn dunkler und dreckiger aussehen lässt. Im Hintergrund ist fast immer etwas Rauschen zu sehen, was der DVD aber nicht sonderlich schadet. Auch Kratzer kommen selten vor, beschränken sich meistens auf eine Einstellung. Lediglich der Detailgrad muss zurückstecken. Das darf man nicht falsch verstehen, denn der anamorphe Transfer verliert nie seine gute Auflösung, könnte aber oft konturenreicher und vor allem feingliedriger sein. Besonders deutlich wird das auf Gesichtern, die ein wenig weich sind und dezent verschwimmen. Für eine DVD ist das noch ok, also gibt es grad noch 4 Punkte, aber für die nächste Generation der Medien muss sich MGM was einfallen lassen, falls dieser Titel mal zur Diskussion steht.
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Ton
FormateDolby Digital 2.0 Surround (Deu, Fr, Spa), Dolby Digital 5.1 (En)
SpracheDeutsch, Englisch, Französisch, Spanisch
UntertitelEnglisch für Hörgeschädigte, Deutsch für Hörgeschädigte, Französisch, Spanisch, Niederländisch, Schwedisch, Finnisch, Norwegisch, Dänisch, Portugiesisch, Griechisch, Ungarisch, Tschechisch
 Der deutsche Ton ist etwas enttäuschend. Der verhältnismäßig leise abgemischte Track ist sehr verhalten und kann nicht mal durch den grandiosen Score Atmosphäre entstehen lassen. Neben der sehr freien Eindeutschung, die trotz alledem Sinn macht, fallen die weichen Stimmen auf, die wie der gesamte Ton etwas regungslos ausfallen. Denn Dynamik, Bassumfang und selbst feine, hohe Töne fehlen dem Dolby Surround-Ton. Der kann nur gelegentlich auf den Rears zur Stimmung beitragen, was weniger stark in die Wertung einfließt als der nur durchschnittliche Klang. Dafür aber lassen sich hier keinerlei Ausfallerscheinungen feststellen. Leider verhält sich der englische Track trotz Dolby Digital 5.1 ähnlich. Eigentlich erwartet man hier mehr Surround-Aktivität, aber auch darauf muss man weitestgehend verzichten. Die Hoffnung, der Musikanteil könnte etwas mehr Dynamik erfahren, wird auch schnell zerstreut, nur gegen Ende macht sich der Einsatz dieser bemerkbar. Zwar kann man bei beiden Sprachen nicht von schlechter Qualität sprechen, aber irgendwie hatte ich mehr erwartet. Neben zwei weiteren Sprachspuren enthält die DVD noch verschiedene Untertitel.
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Extras
Extras
  • Original-Kinotrailer (1:31 Min.)
VerpackungKeepCase
 Die Extras sind ebenso wie das karge Menu typisch für MGM und bestehen lediglich aus dem Kinotrailer zum Film.
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Fazit
Obwohl oder vielleicht weil "Im Vorhof zur Hölle" nicht die Klischees des typischen Mafia-Films bedient, sondern die Geschichte in einem irischstämmigen Viertel erzählt, gehört er zu den herausragenden Werken seines Genres. Phil Joanou inszeniert seine Geschichte um Freundschaft und Verrat mit viel Fingerspitzengefühl, so dass, letztlich auch dank der hervorragend gewählten Darsteller, das Figurengleichgewicht positiv hervorsticht. Gary Oldman in seiner typischen Rolle als überdrehter Psycho ist einfach großartig, wobei er hier wesentlich menschlicher als beispielsweise in Interner Link"Leon - Der Profi" auftritt. Dabei verliert Joanou zu keiner Zeit den Blick für die wesentlichen Faktoren des Genres, die es auch immer wieder so interessant machen, auch wenn, wie in diesem Fall, die Handlung etwas vorhersehbar ist: etwas Action, ein paar verrückte Geschichten und Charaktere, die unerreichbar scheinende Liebesgeschichte und auch ein Hauch von morbider Komik (man denke nur an den Auftakt auf dem Dach des Hauses), aber ebenso Gefühl und insbesondere eine nicht abreißend wollende Atmosphäre. Für letztere ist nicht nur der grandiose Score von Maestro Ennio Morricone verantwortlich, dessen Arbeit das doomige Gegenstück zu seinen Kompositionen aus Interner Link"Es war einmal in Amerika" darstellt und der (nicht nur) das Ende dermaßen veredelt, dass es absolut unter die Haut geht. Auch die Sets scheinen authentisch, sind schmutzig und düster, die Charaktere eher die Art von Kriminellen, die es dank mangelnder Disziplin nie zu etwas Größerem geschafft haben, dabei aber sympathische Züge verliehen bekommen und die Konfliktsituationen stets fesselnd. Gerade dass "Im Vorhof zur Hölle" nicht jene inhaltliche Opulenz vorweist, die beispielsweise die Trilogie von Interner Link"Der Pate" oder "Goodfellas" so bekannt gemacht hat, macht ihn so interessant und einzigartig. In Sachen Kameraarbeit und Ausstattung erweist er sich übrigens dann doch als relativ hoch budgetierte Produktion.

Jedem Fan des Genres sei "Im Vorhof zur Hölle" wärmstens ans Herz gelegt. Selten gab es einen Film, der selbst nach mehrmaligem Anschauen und über eine Spielzeit von über 2 Stunden hinweg begeistern kann. Die Freigabe ab 18 Jahren ist dabei durchaus gerechtfertigt, sind doch einige kurze, aber rohe Gewaltexplosionen vertreten, die nicht allein dem Unterhaltungsgrad zuarbeiten, sondern die Geschichte intensivieren. Außerdem, auch wenn das seltsam klingen mag, wird hierbei der eindrucksvollste Kopfschuss der Filmgeschichte präsentiert, der brutal ist, ohne mit derber Splatterei arbeiten zu müssen.

Die deutsche DVD, solide produziert, aber leider ohne relevantes Bonusmaterial, ist sowohl unter dem Namen "Im Vorhof zur Hölle" als auch mit dem Titel "Im Vorhof der Hölle" erschienen. Inhaltlich sollten sich die beiden Fassungen nicht unterscheiden.



Bilder der DVD




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