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USA 1943
Originaltitel:Hangmen Also Die
Alternativtitel:Henker sterben auch
aka. Lest We Forget
Länge:129:18 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Fritz Lang
Buch:Bertolt Brecht, Fritz Lang, John Wexley
Kamera:James Wong Howe
Musik:Hanns Eisler
Darsteller:Hans Heinrich von Twardowski, Brian Donlevy, Walter Brennan, Anna Lee, Nana Bryant, Billy Roy, Margaret Wycherly, Dennis O'Keefe, Gene Lockhart, Tonio Selwart, Alexander Granach, Reinhold Schünzel
Vertrieb:e-m-s
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:26.10.2006 (Kauf)



Inhalt
Reichsprotektor Reinhard Heydrich, genannt der "Henker von Prag", wird bei einem Attentat getötet. Verantwortlich ist der Arzt Dr. Svoboda, Mitglied der tschechischen Widerstandsbewegung. Die Gestapo setzt alle Hebel in Bewegung, um den Täter zu fassen. Durch die Unterstützung der jungen Masha Novotna kann Svoboda knapp einem Zugriff entkommen, doch nun zieht sich die Schlinge immer enger. Bei einer Razzia wird Mashas Vater verhaftet und zu einer Gruppe Geiseln gesperrt. Als die Gestapo droht, diese zu erschießen, muss Svoboda handeln. Zusammen mit dem tschechischen Widerstand wird ein Plan geschmiedet, der Gestapo einen Täter zu liefern ...

Bild
Format1,33:1 (Vollbild)
NormPAL
 Der Zahn der Zeit ist auch nicht an diesem Fritz Lang-Klassiker ohne Spuren vorbei gezogen, aber für einen 60 Jahre alten Film ist das Ergebnis wirklich gut und ansehnlich geworden. Das s/w-Bild zeigt über die gesamte Laufzeit des Films immer wieder leichtes Hintergrundrauschen und die schwankende Schärfe fällt genauso auf wie der nicht immer optimale Kontrast, welcher sehr oft zu steil wirkt und helle Flächen überstrahlen lässt. Defekte und Verschmutzungen sind bei weitem nicht so intensiv vorhanden wie erwartet und auch die Kompression hinterlässt einen guten Eindruck. Alles in allem ein gutes Ergebnis in Anbetracht des Alters.
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Ton
FormateDolby Digital 1.0 Mono
SpracheDeutsch, Englisch
UntertitelDeutsch
 Der deutsche Monoton ist stets gut zu verstehen, nahezu frei von Rauschen und Defekten, lässt aber etwas an Natürlichkeit missen, da viele der Nebengeräuschen entweder nachträglich ergänzt wurden, oder aber gar nicht vorhanden sind. Zudem gibt es viele Szenen in der deutschen Fassung, bei denen gesprochen wird oder aber Musik zu hören ist, bei der in der Originalfassung aber weder ein Wort fällt, noch Musik zu hören ist. Der englische Mix klingt sehr dumpf und verrauscht, die Dialoge bleiben aber noch verständlich. Optional gibt es deutsche Untertitel. Die damals geschnittenen Szenen liegen in englisch mit deutschen Untertiteln vor.
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Extras
Extras
  • 12seitiges Booklet
  • Bio- und Filmographie Fritz Lang
  • Bildergalerie (15 Bilder)
  • Trailershow:
    • Der Koloss von Rhodos (2:04 Min.)
    • Pharao (1:07 Min.)
    • Die Schöne und das Biest (2:01 Min.)
VerpackungKeepCase im Schuber
 Die Extras sind etwas mager ausgefallen, aber bei einen knapp 60 Jahre alten Film hätte ich auch nicht viel mehr erwartet. So gibt es eine schöne Bildergalerie, Bio- und Filmografien, eine Trailershow und 12seitiges Booklet mit interessanten Hintergrundinformationen.
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Fazit
Fritz Lang, seines Zeichens Exildeutscher und Regisseur des legendären Interner Link"Metropolis" drehte "Auch Henker sterben" im Jahre 1943 in den USA nach einem Drehbuch von Bertolt Brecht. Herausgekommen ist ein packendes Anti-Nazi-Drama, welches sich auf historische Hintergründe des Attentats auf Reinhard Heydrich stützt, diese aber sehr frei umsetzt. So wurden viele Fakten zu Gunsten der Geschichte im Film komplett abgeändert. Heydrich starb z.B. erst nach einer Woche an den Folgen des Attentats und zudem wurde er damals nicht von einem, sondern von mehreren Attentätern getötet. Hinzu kommt, dass der Vergeltungsanschlag der Nazis viel dramatischer vonstatten ging und so wurde das gesamte Dorf Lidice dem Boden gleich gemacht und alle Einwohner über 16 Jahre kurzerhand getötet. Aber obgleich dieser freie Umgang mit den Fakten Historiker kalte Schauer über den Rücken laufen lassen müsste, so kann man Fritz Lang nur zu gute heißen, hier einen Anti-Nazi-Film geschaffen zu haben, der es nicht drauf anlegt, in Oberflächlichkeiten oder fadenscheinigen Patriotismus abzudriften. Vielmehr verbeugt man sich vor den Personen, die sich damals so tapfer und aufopferungsvoll gegen das Naziregmie zur Wehr gesetzt haben, so dass man als Zuschauer die künstlicherischen Freiheiten gern in Kauf nimmt. "Auch Henker sterben" ist Anti-Kriegsfilm, Drama und Kriminalstory in einem, der perfekt inszeniert und vor allem traumhaft fotografiert wurde vom Chinesen James Wong Howe. Das Spannungskino kann mit einer ausgeklügelten Geschichte und einem überzeugenden Cast aufwarten, vornweg Brian Donlevy (Interner Link"Schock") als Attentäter.
Aber auch solch ein toller Film hat seine Schattenseiten und so kam es während der Dreharbeiten immer wieder zu Streiterein zwischen Brecht und Lang. Als das Drehbuch von 280 auf 190 Seiten zusammengestutzt wurde, war alles aus. Zudem zog Brecht 1943 gegen dem ihm zur Seite gestellten Drehbuchautor John Wexley vor Gericht, da er sich seines geistigem Eigentums beraubt fühlte. Brecht verlor den Prozess allerdings und kehrte danach der Produktion den Rücken. Die DVD bietet eine solide, aber dem Alter entsprechende Bild- und Tonqualität und einige Extras. Die optische Seite der Veröffentlichung entspricht den anderen aus der e-m-s-Reihe "Meisterwerke der Filmgeschichte" und erscheint in einem KeepCase im Schuber.



Bilder der DVD




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