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KR 2003
Originaltitel:4 Inyong shiktak
Länge:122:14 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Su-yeon Lee
Buch:Su-yeon Lee
Kamera:Yeong-gyu Jo
Musik:Yeong-gyu Jang
Darsteller:Shin-yang Park, Gianna Jun, Seon Yu, Ok Jeong, Ju-shil Lee, Yeo-jin Kim, Ki-hwa Kang, Won-sang Park
Vertrieb:e-m-s
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:29.05.2007 (Verleih) / 07.06.2007 (Kauf)



Inhalt
Innendekorateur Jeong schläft nachts in der U-Bahn ein. Als er an der Endstation erwacht und aussteigt, fallen ihm zwei kleine Kinder auf, die im Zug zurückbleiben. Tags darauf liest er in der Zeitung, dass die Kinder tot seien. Von diesem Moment an wird Jeong von Visionen der Verstorbenen geplagt und beginnt langsam, an seinem Verstand zu zweifeln. Eines Tages lernt er die junge Yeon kennen. Als sie die toten Kinder ebenfalls sieht, erkennt Jeong, dass die beiden ein furchtbares Ereignis aus der Vergangenheit zu verbinden scheint.

Bild
Format2.35:1 (anamorph)
NormPAL
 Das Breitbild besitzt eine ganz eigene Stilistik mit einem hart angezogenen Kontrast und Farben, die oftmals einen grünlichen bzw. bläulichen Schimmer tragen. Das verschafft dem Film ein wenig kühle Distanz, aber auch Spannung. Die Auflösung lässt ein sehr feingliedriges Bild zu, das in einigen Aufnahmen einen ausgezeichneten Eindruck hinterlässt, auch wenn helle Flächen stets etwas zu hell erstrahlen. Neben diesem Stilmittel, welches eine etwas düstere Atmosphäre einbringt, fällt das feine, aber meist starke Rauschen auf. Das verhindert leider auch, dass mehr als 4 Punkte zusammenkommen, denn im Detail, beispielsweise auf Gesichtern, führt die ständige Bewegung zu deutlichen Abschwächungen. Die Kompression scheint davon nicht beeinflusst, kleinere weiße Punktstörungen sind aber besonders auf dunklen Flächen von Zeit zu Zeit zu sehen. Nichtsdestotrotz sehr überzeugend.
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Ton
FormateDolby Digital 5.1
SpracheDeutsch, Koreanisch
UntertitelDeutsch
 Die deutschen Untertitel sind in jener Hinsicht vorbildlich, dass sie bereits die anfänglichen Credits mit übersetzen. Nur später gibt es kurze Ortseinblendungen, die bereits als fest eingebrannte Untertitel existieren und die nicht noch einmal hätten auftauchen müssen. Auch die deutsche Synchronisation ist überaus gefällig und lässt nichts vom zarten, realistischen Klang des Originals vermissen. "The Uninvited" bietet nicht unentwegt Surround-Futter, ist oftmals sogar sehr verhalten bzw. beinahe still, entfesselt aber in den aufregenden Szenen ein furioses Klanggewitter, das seinen Zweck nie verfehlen wird. Dabei wird bereits im Spannungsaufbau merklich vom Tieftöner Gebrauch gemacht, bis man letztlich einen glasklaren Schub aus den Rear Speakern zu hören bekommt. Deswegen ist der Film auf DVD längst noch kein Surround-Highlight, besitzt aber einen sauberen, stellenweise dynamischen Klang und kann sich im richtigen Moment tonal ordentlich durchsetzen.
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Extras
Extras
  • Trailer dt. (1:47 Min.)
  • Trailer kor. (1:47 Min.)
  • Musikvideo (2:38 Min.)
  • Interview (8:33 Min.)
  • Behind The Scenes (22:40 Min.)
  • Weitere DVDs:
    • Spider Forest (1:12 Min.)
    • Untold Scandal (2:17 Min.)
    • Brotherhood (2:50 Min.)
    • A Tale Of Two Sisters (1:59 Min.)
VerpackungKeepCase
 Neben der Trailershow und dem Originaltrailer in zwei Sprachen wird uns ein Musikvideo geboten, welches fast wie ein zweiter Trailer erscheint. Der melodischen Metaltrack "Going Under" von Evanescence passt hervorragend zum Film, sollte aber ebenso wie der Trailer erst nach dem Filmgenuss angeschaut werden, weil er durchaus spoilern könnte. Im 8minütigen Doppelinterview dürfen die beiden Hauptdarsteller etwas über den Film, ihre Rolle und über Geister sprechen, wobei der Informationsgehalt nicht so groß ist wie beim nachfolgenden, gleich 22minütigen Blick hinter die Kulissen, der ebenso deutsch untertitelt wurde. Mehrere Szenen werden in ihrer Entstehung am Set aufgezeigt und dabei Gespräche mit der Regisseurin und verschiedenste Takes mitgeschnitten.
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Fazit
Intelligentes, mitreißendes Horrorkino der asiatischen Sorte wie "The Uninvited" landet leider viel zu selten in meinem Player. Denn der koreanische Geheimtipp bezieht seine Magie aus einer langsamen Erzählung, die nicht aller 10 Minuten auf einen Spannungspunkt zuarbeitet, sondern manchmal einfach die Charaktere vertieft bzw. ihr Leiden schildert, einer besonders anfangs auffallend dynamischen Schnitt- und Kameraarbeit, bei der zeitliche Übergänge nahtlos innerhalb einer Einstellung ausgeführt werden, und einer sich immer mehr öffnenden Hintergrundgeschichte, die bis zur letzten Minute nicht vorhersehbar ist. Denn wer hätte es gedacht, dass sich aus dem Unglück zu Beginn, bei dem zwei Kinder vergiftet in der U-Bahn gefunden werden, ein tiefes menschliches Drama mit unheimlichen, zeitweise gar schockierenden Szenen entwickelt? Dabei spielen sowohl übersinnliche Kräfte einer Schamanin eine Rolle als auch verloren gegangene Kindheitserinnerungen, die ihrem Besitzer nicht etwa den erwünschten Seelenfrieden verschaffen, sondern ihn in einen surrealen Alptraum stürzen. Surreal ist ohnehin das Zauberwort des Filmes, denn traumartig bewegt man sich durch einige Szenen, die mit urplötzlich hereinbrechenden Schocks auf uns warten. Dass "The Uninvited" trotzdem nicht massenkompatibel ist, sondern eher ein Ausnahmeprodukt für Ausnahmezuschauer, belegt der ruhige Stil des Filmes. Zwei Stunden Film wollen gefüllt sein - ohne Actioneinlagen, ohne jegliche Rasanz oder Hektik. Dafür aber mit emotionalen Charakteren (durchweg bestens gespielt) und einer künstlerischen Aufnahme, die sowohl die Aufmerksamkeit als auch die Interpretationsfreude des Zuschauers herausfordert. Denn Deutungsmöglichkeiten, was uns Regisseurin und Autorin Su-yeon Lee mit ihrem Erstlingswerk mitteilen möchte, gibt es zur Genüge. Vielleicht fällt es auch deswegen schwer, "The Uninvited" zu beschreiben - man sollte ihn selbst gesehen haben.
Nebenbei besitzt der Film auch noch eine der verstörendsten Szenen sein langem, die so unerwartet und brutal angelegt ist, als ob sich der Regisseur einen kleinen Streich mit seinem Publikum leisten will. Um die Spannung nicht zu verschenken, sollte man daher auch auf keinen Fall vorab den Trailer anschauen - man würde sich um einen echten Kracher (bzw. "Knirscher") bestehlen.

Die DVD ist zwar keine große Special Edition, aber gut produziert und geht mit eurer Hilfe hoffentlich nicht im Sumpf asiatischer Produktionen unter.



Bilder der DVD




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