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JP 2005
Originaltitel:Hazard
Länge:103:00 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:Keine Jugendfreigabe
Regie:Sion Sono
Buch:Kazuyoshi Kumakiri, Sion Sono
Kamera:Hiroo Yanagida
Musik:Tomohide Harada
Darsteller:Joe Odagiri, Jai West, Motoki Fukami, Hiroyuki Ikeuchi, Rin Kurana, Saya Hagiwara, Richard Brundage, Carson Grant, Garth Burton, Kenjiro Ishimaru
Vertrieb:Cult Movies Entertainment
Norm:PAL
Regionalcode:0
DVD-Start:19.07.2007 (Verleih) / 23.08.2007 (Kauf)



Inhalt
In Japan ist alles geregelt; eine Situation mit der Shinichi nur schlecht zurecht kommt. Doch in der Bibliothek seiner Universität entdeckt er ein Buch über New York, das die Stadt als gefährlichsten Ort der Welt beschreibt. Also: Nichts wie hin. Denn wer Sicherheit hat, der sucht die Freiheit. Und so schließt sich der junge Amerika-Tourist einer Truppe von schweren japanisch-amerikanischen Jungs an, die die dunklen Ecken von Big Apple noch ein bisschen dunkler machen wollen. Kleine Verbrechen, Raubüberfälle und Drogendeals bestimmen den Plot fortan, die Konfrontation mit der Polizei, die zunächst wie ein Spiel von dummen Jungs wirkt, endet in dramatischen und schließlich auch tödlichen Situationen. Der amerikanische Traum eines Japaners wird zum amerikanischen Trauma.

Bild
Format1,85:1 (anamorph)
NormPAL
 Produktionstechnisch ist das Bild aufgrund seines versuchten authentischen Looks eigentlich durchgefallen. Viele Szenen wirken aufgrund schlechter Ausleuchtung zu dunkel und lassen Details nur erahnen. Hinzu kommt der nicht ausgewogene Kontrast, der das Gesamterscheinungsbild zusätzlich noch etwas beeinträchtigt. Die Farben wurden recht kühl gehalten und weisen auf den Einsatz von Filtern hin, wirken aber auch durch die schlechte Beleuchtung unschön sowie unnatürlich. Aufgrund der eigenwilligen Kameraarbeit wirkt das ohnehin schon sehr verwackelte Bild zudem noch sehr weich und unscharf, was durch ein Bildrauschen erschwert wird. Szenenweise ist so nicht viel zu erkennen. Auch die Kompression hat ihre Probleme und kann ein Blockrauschen und kleinere Artefaktbildungen nicht verbergen. So wirkt der Film zwar wie ein Privatvideo, aber ob diese Methode als Vorteil für reale Bezüge aufgenommen wird, darf man bezweifeln.
 +-----

Ton
FormateDolby Digital 5.1, Dolby Digital 2.0
SpracheDeutsch, Englisch
Untertitel-
 Die Synchronisation ist etwas gewöhnungsbedürftig, da die Sprecherauswahl nur teilweise gelungen ist. Hat man sich daran gewöhnt, wird ein passabler Dolby Digital 5.1-Ton abgeliefert. Genrebedingt ist der Ton sehr frontlastig und nur zur musikalischen Unterstützung werden die Rears hinzugezogen. Auffällig ist die recht leise Abmischung und die Dominanz der Sprachausgabe. Gelegentlich kommen zwar ein paar direktionale Effekte vor, sind aber eher selten. Die Sprachverständlichkeit geht aber weitestgehend in Ordnung. Auch ist ein hörbares Rauschen vorhanden. Der Stereoton in Deutsch und Englisch ist weitestgehend identisch, doch klingt der O-Ton wesentlich natürlicher und homogener.
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Extras
Extras
  • Trailershow:
    • Naked (1:39 Min.)
    • Evilenko (2:00 Min.)
    • Bomb The System (1:51 Min.)
    • Bristol Boys (2:05 Min.)
VerpackungKeepCase
 An Extras wird nur eine Trailershow mit vier weiteren Titeln des Anbieters präsentiert.
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Fazit
Sion Sono dürfte durch seine beiden Filme Interner Link"Suicide Circle" und "Strange Circus" einen Bekanntheitsgrad errungen haben. Beide Titel können einen gewissen Kultcharakter nicht verbergen und somit reihte sich der Regisseur recht schnell in einen Vergleich mit Shinya Tsukamoto ein. Die Art, wie er Filme dreht und zudem für das Drehbuch verantwortlich ist, zeigt das Potential auf, das in ihm steckt. Demnach sind die Erwartungen an seinen Folgefilm "Hazard" auch recht hoch gesteckt.
Um es direkt vorwegzunehmen: Das Ergebnis ist eher enttäuschend, wenn man seine anderen Werke kennt. "Hazard" ist eine Charakterstudie, die schon fast im dokumentarischen Stil die Geschichte von Shin erzählt, der als ein in sich gekehrter junger Mann Japan verlässt und sein Glück in Amerika versucht. Doch direkt zu Beginn wird er ausgeraubt und seine Gedanken kreisen um Amerika. Ist dies der richtige Ort ein neues Leben anzufangen? Die darstellerische Leistung von Jo Odagir mit seinem "Aufstieg" vom Niemand zum Punk wirkt hierbei wie ein etwas unglaubwürdiger Befreiungsschlag des eigenen Ichs. Dabei wandelt er auf den Pfaden des American Way of Life, mit all seinen Facetten, wie es nur die Unterschicht zu spüren bekommt: Drogendeals, Raubüberfälle und andere Verbrechen vereinen sich mit den typischen Mentalitäten asiatischer Filme über Loyalität und Freundschaft. Der angewandte Stil von Sion Soto, alles recht kalt und kühl mit einer verwackelten Kamera aufzunehmen, steht dem Film nahezu perfekt zu Gesicht, doch will der Funke mittels der Geschichte nicht wirklichen auf den Zuschauer überspringen. Es fehlt an einer Identitätsfigur. Auch die angewandte Gewalt im Film, die zwar nicht sonderlich brutal dargestellt wird, doch immer als Selbstzweck gehuldigt wird, dürfte der FSK die Entscheidung leicht fallen lassen, den Film mit "Keine Jugendfreigabe" freizugeben. Welche von beiden Welten, also die Amerikanische oder die Japanische, letztendlich für Gut oder Böse steht, wird von Soto offen gelassen und erlaubt dem Zuschauer seine eigenen Gedanken in das eben Gesehene zu interpretieren. Diese fehlende Aussage ist zwar einerseits dem Regisseur positiv anzumerken, doch vermag in Anbetracht der Gesamtlänge des Films ein mitunter enttäuschendes Gefühl entstehen, dass über die gesamte Distanz einfach zu wenig Handlung transportiert wird.
Qualitativ ist die DVD eher dürftig, was aber nicht dem Anbieter zuzuschreiben ist, sondern dem Stil des Regisseurs. Ob der dokumentarische Look letztendlich für das gemischte Gefühl von "Hazard" zuständig ist, sollte jeder für sich selbst entscheiden. Definitiv ein Film, der die Filmwelt in zwei Lager spalten wird und eher für Freunde aus dem Bereich Arthause geeignet ist.



Bilder der DVD




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