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UK 1972
Originaltitel:Dracula A.D. 1972
Alternativtitel:Dracula '72
aka. Dracula Chases the Mini Girls
aka. Dracula Chelsea '72
aka. Dracula Today
Länge:91:51 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Alan Gibson
Buch:Don Houghton
Kamera:Dick Bush
Musik:Michael Vickers
SFX:Les Bowie
Darsteller:Stephanie Beacham, Peter Cushing, Christopher Lee, Christopher Neame, Michael Coles, Marsha A. Hunt, Caroline Munro, Janet Key, William Ellis, Philip Miller, Michael Kitchen, David Andrews, Lally Bowers, Constance Luttrell
Vertrieb:Warner
Norm:PAL
Regionalcode:2,5
DVD-Start:12.02.2005 (Kauf)



Inhalt
London in den 1970er Jahren. Eine Gruppe jugendlicher Rumtreiber sucht den allabendlichen Kick mit illegalem Rausch und Partys. Um all dies zu überbieten, trägt Johnny Alucard, der die Hippies von einem Spektakel zum nächsten führt, eine schwarze Messe aus. Vor den Augen der Freunde spielt sich auf einmal Unglaubliches ab: Die satanischen Riten werden durch Blutopfer zur Wirklichkeit und Laura wird gar auserkoren, die Wiederauferstehung des fürchterlichen Grafen Dracula mit ihrem eigenen Leben zu bezahlen. Dieser wurde vor 100 Jahren von einem Vorfahren der anwesenden Jessica van Helsing zur Strecke gebracht und wartet nun nur darauf, sich an der Sippe seines Erzfeindes rächen zu können. Doch ihr Vater studiert das Okkulte und weiß sich seinem schlimmsten und gefährlichsten Feind zu erwehren.

Bild
Format1.78:1 (anamorph)
NormPAL
 Die DVD wurde ziemlich überzeugend produziert. Beim Alter des Materials ist ein geringes Restrauschen und selten auch etwas Unschärfe fast schon normal. Insgesamt wird eine angenehme Schärfe erreicht, die vielleicht deshalb nur angenehm ist, weil die Details etwas schwächeln. Das soll kaum stören, schließlich ist die Aufarbeitung in allen anderen Bereichen bestens. Kratzer gibt es keine mehr, die Farben erstrahlen, so dass es zum knalligen 70er Stil passt und die Kompression wird nicht auffällig. Die nächtlichen Aufnahmen sind zwar sehr schattig und dunkel, der Kontrast ist hier aber eher aufnahmebedingt etwas eingeschränkt als dass man von einem wirklichen Makel sprechen könnte. Denn jede andere Szene hat dahingehend keine Probleme. Gefällt mir.
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Ton
FormateDolby Digital 1.0
SpracheDeutsch, Englisch, Spanisch
UntertitelDeutsch, Englisch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch für Hörgeschädigte, Dänisch, Finnisch, Griechisch, Polnisch, Portugiesisch, Schwedisch, Spanisch, Türkisch, Tschechisch, Ungarisch
 Der 1.0-Ton gibt in allen Spuren die volle Center-Dröhnung von sich, ist letztlich aber nicht viel besser oder schlechter als das, was man von einem 35 Jahre alten Film erwarten würde. Der deutsche Track ist unter den Geräuschen, die bei Frauenstimmen oder generell hohen Frequenzen zischeln, etwas geräuscharm. Im Vergleich dazu hat der englische O-Ton einen helleren, lebendigeren Klang vorzuweisen, aber auch hier macht sich das Alter bemerkbar. Die solide deutsche Synchronisation sollte niemanden enttäuschen, jedoch sollte man möglichst den O-Ton wählen, evtl. mit deutschen oder englischen Untertiteln, denn nicht nur einige Witzeleien hat die Eindeutschung übersprungen, auch die Dramatik liegt den Originalsprechern besser. Vergleicht einfach mal anhand der schwarzen Messe. Warner hat für Hörgeschädigte spezielle Untertitel beigelegt.
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Extras
Extras
  • USA-Kinotrailer (2:40 Min.)
VerpackungKeepCase
 Zwar ist der Originaltrailer etwas wenig Bonus für diesen Film, aber zumindest gibt es das Menu inklusive Ton.
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Fazit
1972, als es den Hammer Studios aufgrund inhaltlicher Stagnation längst nicht mehr so gut ging, durften mal wieder die beiden Zugpferde Peter Cushing und Christopher Lee in ihren Paraderollen als Vampirjäger und Gejagter ran, um für eine vergnügliche Filmvorstellung zu sorgen. Dabei treffen diesmal Welten aufeinander, denn nach klassischem Auftakt im 19. Jahrhundert, bei dem gleich die Charaktere beider Darstellergrößen ins Gras beißen, findet man sich in den 70ern des 20. Jahrhunderts wieder, wo eine Hippie-Party ganz zum Verdruss des Establishments rockt. Während also auf der einen Seite der Lifestyle dieser Zeit mit entsprechender Mode und packendem Score gewürdigt wird, was keineswegs als Anbiederung an die Moderne verstanden sein soll, dringt auf der anderen der typische Gothic-Horror mit Nebelmaschine, hypnotisierendem Vampirblick und alten Schlössern (hier: eine "entweihte" Kirche kurz vorm Abriss) durch. Man mag nicht glauben, wie gut diese Gegensätzlichkeiten miteinander funktionieren, selbst wenn sich im Endkampf Lee und Cushing im klassischen Set gegenüberstehen und ein aufwühlender, fast "funky" Score die Situation untermalt. Wie gewohnt werden blutige Details nicht ausgespart, auch wenn Hammer bis dato bereits wesentlich Mark erschütterndere Werke hervorgebracht hatte, und der Rest mit einer Prise Erotik gewürzt (achtet auf den Zielpunkt der Kamera!). Dass sich daraus nicht mehr entwickeln kann, ist wohl der Einfallslosigkeit des Drehbuchs zuzuschreiben, die nicht mehr zu bieten hat, als den Vampirmythos in die 70er zu verlegen und dort eine wenig aufregende Geschichte daraus zu bauen, die leider keine einzige Wendung zu bieten hat, die nicht zum Standardrepertoire des Genres gehören würde. Auch die Screentime von Lee ist etwas zu kurz, er steht wohl eher im Hintergrund, kann aber spätestens im Showdown mit blutrot unterlaufenen Augen wieder für Stimmung sorgen. Besonders angetan haben es mir die reizvollen Kameraansichten, die die oft farbig ausgeleuchteten Sets gern im verkanteten oder aufschauenden Blickwinkel aufnehmen.
Nicht selten platziert Hammer selbstreflexive Dialoge oder Elemente in "Dracula jagt Mini-Mädchen", die nun rückblickend Interpretationen über die Situation des britischen Studios zu dieser Zeit zulassen: Das rüpelhafte Wildern der jungen Wilden im Haus der Reichen zu Beginn mag eine Parallele zu Hammer darstellen, die sich durch ihre Vorreiterrolle in Sachen blutigem, teils exploitativen Horror nicht immer beliebt machten. Der Umbruch im Genre wird an anderer Stelle aufgegriffen, wenn immer wieder mal von noch brutaleren Ritualmorden in den Staaten die Rede ist - ein Ausblick auf die US-Horrorwelle der 70er Jahre, die Hammer so sehr zu schaffen machte?

Für Fans der britischen Horror-Schmiede sind sowohl der Film als auch die DVD eine klare Empfehlung, auch wenn Ersteres nicht den bleibenden Eindruck von früheren Werken hinterlassen kann und Letztere mit Bonusmaterial geizt. Ganz davon abgesehen, ein weiterer Kaufgrund: Caroline Munroe gibt einfach ne leckere Figur ab, in diesem Film wie in jedem anderen ...



Bilder der DVD




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