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TR 2004
Originaltitel:Büyü
Alternativtitel:The Spell
Länge:94:31Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Orhan Oguz
Buch:Servet Aksoy, Safak Güçlü
Kamera:Adnan Güler
Musik:Engin Duzyol
SFX:Kuban Altan
Darsteller:Nihat Ileri, Özgü Namal, Suna Selen, Dilek Serbest, Serhat Tutumluer, Ipek Tuzcuoglu, Ebru Ürün, Ece Uslu, Okan Yalabik
Vertrieb:MIG / EuroVideo
Norm:PAL
Regionalcode:0
DVD-Start:05.07.2007 (Verleih) / 16.08.2007 (Kauf)



Inhalt
Um das Jahr 1300 trieb eine böse Zauberin im alten Mesopotamien ihr Unwesen. Um sie zu besänftigen opferten die Einwohner kleine Mädchen und begruben ihre Töchter lebendig.
Heute, über 700 Jahre später, kommt ein Archäologenteam von Istanbul in die abgelegene Gegend in der Osttürkei, um nach einem als dort verschollen geltenden, heiligen Buch des Sultans Salih zu suchen. Vom Treiben der Hexe und dem Fluch Gottes, der über sie kam, wissen die Fachmänner dagegen gefährlich wenig. Als ein Team-Mitglied nach dem anderen auf mysteriöse Weise ums Leben kommt, beginnen die anderen herauszufinden warum - doch da ist es bereits zu spät ...

Bild
Format1,78:1 (anamorph)
NormPAL
 Für einen Film, der gerade einmal 3 Jahre auf den Buckel hat, ist die Qualität gerade einmal durchschnittlich. Farblich kann der anamorphe Transfer noch überzeugen und verfügt über einen natürlichen Look. Im Bereich der Schärfe ist das Bild maßgeblich durchgefallen, da viele Details einfach nicht zur Geltung kommen und eine ständige Unschärfe das Bild trübt. Diese wird noch etwas durch das vorhandene Bildrauschen verstärkt. Vor allen in Totalen wirkt das Bild weich. Bei Nahaufnahmen wirkt es aber angenehmer und kann mit einer passablen Detailschärfe aufwarten. Schwarzwert und Kontrast hingegen gehen einen soliden Weg. Die Kompression ist durchaus verbesserungswürdig und zeigt immer wieder leichtes Blockrauschen.
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Ton
FormateDolby Digital 5.1 (Deutsch), Dolby Digital 2.0 Surround
SpracheDeutsch, Türkisch
UntertitelDeutsch
 Der 5.1 Ton entpuppt sich wieder als Upmix, der das Stereobild auf alle Kanäle verteilt und somit, was Räumlichkeit betrifft, nicht zur Debatte steht. Dennoch kann die gelungene Synchronisation eine Atmosphäre schaffen, die durch die lautstarke und dynamische Tonspur zur Geltung kommt. Der Stereoton selber ist etwas leiser als der Upmix und verfügt über weniger Dynamik. Beide Tonspuren weisen eine gute Sprachverständlichkeit auf. Der türkische Originalton ist recht leise abgemischt und leicht am Rauschen. Optional können deutsche Untertitel hinzugeschaltet werden.
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Extras
Extras
  • Originaltrailer (0:51 Min.)
  • Trailershow:
    • Bajrang - The Killer (2:44 Min.)
    • Desperate Girls (1:03 Min.)
    • Die Kreuzritter 2 (2:51 Min.)
    • Deli Yürek - Hell of Boomerang (2:06 Min.)
    • Django - ein Dollar für den Tod (1:47 Min.)
    • The King Maker (2:14 Min.)
    • Lost Colony (1:34 Min.)
VerpackungKeepCase
 Der Originaltrailer sowie eine Trailershow mit weiteren Titeln aus dem Hause MIG sind die einzigen Extras der DVD.
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Fazit
Bei der Coveransicht denkt man direkt an asiatische Geisterfilme, doch legt man den Film ein, werden Erinnerungen an den guten alten 80er Jahre des Italo-Horrorfilm wach. Nur handelt es sich um eine Produktion aus dem Jahre 2004, zudem kommt sie aus der Türkei und schließt an das alte türkische Explotationkino nahtlos an. Vom Stil werden sofort Erinnerungen an die guten alten Fulci-, Lenzi- oder d'Amato-Zeiten wach, um auch direkt festzustellen, dass diese gewohnte Atmosphäre mit ihrem Umfeld auch irgendwie anders ist. Die Geschichte wirkt recht altbacken und in ihrer Umsetzung etwas trashig, aber das ist es doch, was das Retrofeeling wieder aufkommen lässt. Die Storyline ist eigentlich schnell erzählt und handelt von einem Dorf, in dem eine Hexe dafür sorgt, dass die Dorfbewohner nach der Schwangerschaft ihr Neugeborenes, sollte es ein Mädchen sein, direkt bei lebendigem Leib vergraben. Bei einem Horrorfilm sollte nicht zuviel in die Geschichte interpretiert werden, aber da man es hier mit einem türkischen Film zu tun hat, muss man ein wenig über das Frauenbild in der Türkei nachdenken. Die Stellung der Frau ist, sieht man von Großstädten einmal ab, gerade in ländlichen Gegenden eher zweitrangig. Ob Die Drehbuchautoren Servet Aksoy und Safak Güçlü unterschwellig auf diese Misslage hinweisen wollten oder eine Spiegelung ihrer Denkweise hingaben, sollte der Konsument für sich selbst entscheiden. Aber weiter in der Geschichte. Ein Vater will sein Kind nicht opfern und flüchtet mit ihm, um ein neues Leben zu beginnen. Dies kann die Mutter aber nicht gutheißen und besucht die alte Hexe. Durch die Durchführung eines Rituals wird der Vater von einer dunklen Macht besessen, die es ermöglicht, dass er zum Mörder seiner Tochter wird. 300 Jahre später begibt sich ein kleiner Archäologentrupp in das verfluchte Dorf. Alle Warnungen eines alten Mannes, das Dorf nicht zu betreten, wurden in den Wind geschlagen. Angekommen wird mit den Ausgrabungen begonnen, die von etwas Unheimlichen begleitet werden. Eine der Truppen wird von einem unsichtbaren Wesen vergewaltigt (im angezogenen Zustand und wohl eine Hommage an den Film "Entity"). Ein Pärchen, das weder verlobt noch verheiratet ist, fällt in einem sexuellen Rausch übereinander her, den der Mann aber mit seinem Kopf bezahlen muss. Durch diesen Mord ist das Vertrauen der Gruppe gestört, jeder beschuldigt jeden und es bleibt nicht bei diesem einen Mord.
Liest sich zwar recht flüssig aber bis zu besagten Vorkommnissen vergeht einige Zeit. Sehr unüblich für einen türkischen Film ist der Einsatz unbekleideter Frauen vor der Kamera, die mehr als einmal ihre Brüste präsentieren können. Auch die Sexszene ruft in ihrer verwurzelten Glaubensthematik ein Tabu auf. Scheint hier wieder eine unterschwellige Botschaft der Drehbuchautoren versteckt zu sein? Wie aber gesagt wird dies ganz dem amerikanischen Vorbild mit dem Tod belohnt. Womit wir auf die Effekte zu sprechen kommen, die gewohnten Standards entsprechen und ganz 80er mäßig rüberkommen, dabei aber nie selbstzweckhaft wirken. Das Blut läuft in leuchtendem Rot über Wände und Türen oder nächtliche Szenen werden durch blaue Filter dargestellt. Der Aufbau der Charaktere reiht sich hierbei ebenso in die alte Mentalität des Retro-Horrorfilms ein und verfügt über eine etwas debile Vorgehensweise dieser. Regisseur Orhan Oguz scheint seine italienischen Vorbilder genau studiert zu haben und kann durch das andersartige Setting der Türkei trotz des Bekannten und oft Gesehenen etwas Frisches in seinen atmosphärischer Gruselfilm einbinden. Hierbei spielt auch die musikalische Untermahlung mit ihren orientalischen Klängen eine wichtige Rolle. Bis auf den Schluss ist es Büyü gelungen, den türkischen Film im Horrorgenre zu etablieren. Ob den Drehbuchautoren ein Mangel an Ideen vorzuwerfen ist oder sie es für richtig hielten, das Ende für eigene Interpretationen freizuhalten sollte jeder für sich entscheiden, der Schlussteil wirkt aber dennoch sehr unverständlich. Mit "Tal der Wölfe" oder Interner Link"Deli Yürek" haben die Türken bewiesen, dass sie durchaus gute Actionfilme abliefern können. Mit "Büyü" zeigen sie, dass man es auch mit dem Horrorfilm aufnehmen kann. Nicht umsonst war der Film über 6 Wochen in den Top 50 der deutschen Kinocharts!

Die DVD kann qualitativ nicht vollends überzeugen, wartet aber mit einem Film auf, der sich von der heutigen Einheitsmasse deutlich abhebt und den Zuschauer zurück in die gute alte Zeit des italienischen Horrorfilms katapultiert, nur diesmal aus der Türkei.



Bilder der DVD




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