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IT 1978
Originaltitel:Zio Adolfo, in arte Führer
Alternativtitel:Onkel Addi
aka. Gib' dem Bruder Saures
Länge:89:10 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Franco Castellano, Giuseppe Moccia
Buch:Franco Castellano, Giuseppe Moccia
Kamera:Giancarlo Ferrando
Musik:Carlo Rustichelli
Darsteller:Adriano Celentano, Anna Cardini, Filippo Costanzo, Amanda Lear, Giuseppe Diamanti, François Bastien, Lucio Montanaro, Bruno Di Luia, Claudio Bigagli, Paola Orefice
Vertrieb:MIG / EuroVideo
Norm:PAL
Regionalcode:0
DVD-Start:14.06.2007 (Kauf)



Inhalt
Zwei politisch ungleiche Brüder: Der eine ist als SS-Führer eine Stütze des Regimes, der andere unternimmt erfolglose Sprengstoffanschläge auf den Führer. Ihren Kampf um die Familienehre tragen sie im Russischen Roulette aus. Doch dann stellt sich heraus, dass nie Kugeln in den Pistolen waren. Und so nimmt das Chaos seinen Lauf ...

Bild
Format1,78:1 (anamorph)
NormPAL
 Wie bei den anderen Italo-Veröffentlichungen aus dem Hause MIG wurde auch bei "Onkel Addi" das Originalnegativ digital remastert. Diese Arbeit wurde mit Sorgfalt getätigt und lässt den Film wieder in einem guten Licht erstrahlen, ausgeschlossen davon das verwendete Archivmaterial. Einzig auffallend im negativen Sinn ist das sehr dezente Hintergrundrauschen, doch wird hierdurch zu keinem Zeitpunkt der Sehgenuss getrübt. Die Farbewiedergabe kann überzeugen und wirkt natürlich und kräftig. Auch die Kontrastwerte lassen keinen Anlass zur Klage aufkommen. Die Schärfe kann mit einem guten Niveau punkten und wird nur gelegentlich durch minimale Schwankungen beeinträchtigt. Ebenfalls arbeitet die Kompression nahezu unauffällig. Hin und wieder lassen sich kleiner Verschmutzungen ausmachen, diese fallen aber kaum auf. In Anbetracht des Alters und der Sorgfalt, die hier betrieben wurde, kann man wirklich von einer 4-Punkte-Bewertung sprechen.
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Ton
FormateDolby Digital 2.0 (Mono)
SpracheDeutsch, Italienisch
UntertitelDeutsch
 Der Ton kann mit dem restaurierten Bild leider nicht mithalten. Der Monoton erklingt sehr wechselhaft, was wohl ein Indiz dafür ist, dass die deutsche Synchronisation aus zwei verschiedenen Quellen stammt. Eine klingt etwas dumpf und recht leise, die andere wesentlich klarer, wird aber von einem hörbaren Rauschen begleitet. Hier hat der Originalton die Nase vorn, obwohl auch dieser nicht vollends überzeugen und sein Alter nicht verbergen kann. Die Sprachverständlichkeit ist dennoch gegeben. Zum O-Ton und zu den ehemals geschnittenen Szenen können optional deutsche Untertitel hinzugeschaltet werden. Dennoch sollte man der deutschen Synchronisation den Vortritt lassen, denn ansonsten verpasst man die kultige Synchronarbeit mit Celentanos deutscher Stimme Thomas Danneberg.
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Extras
Extras
  • Vorwort der "Stachelschweine" (0:44 Min.)
  • Trailershow:
    • Ein total versautes Wochenende (3:29 Min.)
    • Ein General und noch 2 Trottel (2:30 Min.)
    • Flotte Teens und die neue Schulmieze (3:41 Min.)
VerpackungKeepCase
 Als wirklich erfreuliches Extra kann man das Vorwort des Berliner Kabarettensembles "Die Stachelschweine" bezeichnen, das exklusiv für den Markt zur deutschen Erstveröffentlichung produziert wurde. Zu Beginn des Films kann man im Startmenü der DVD entscheiden, ob man den Film mit oder ohne diesem Vorwort anschauen möchte. Dies war von MIG eine gute Entscheidung, da das Material nicht mehr das Beste war und wohl von einer Videokassette stammte. So konnte den Nörglern ein Strich durch die Rechnung gemacht werden. Lieder war es das aber auch schon mit dem Bonus der DVD, der nur noch von einer kleinen Trailershow fortgeführt wird.
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Fazit
Um den Herrn aus dem Vorwort kurz zu zitieren: "So ein Film, der in Deutschland so hätte nicht gemacht werden können". Und man muss ihm Recht geben, denn außer Dani Levys "Mein Führer" mit Helge Schneider als Adolf Hitler traute sich keiner den am meisten gehasten Mann seit Ende des Zweiten Weltkrieges dermaßen durch den Kakao zu ziehen wie hier. Mit dem Unterschied, dass die Italiener den Mut schon 1978 aufbrachten und keine Rücksicht auf Verluste nahmen. "Onkel Addi" ist mehr als politisch unkorrekt, gelegentlich sogar mit zwinkerndem Auge etwas rassistisch, dabei aber immer eine gelungene Satire. Man sollte für diese Art von Humor schon offen sein und Spaß verstehen können. Wer sich von der Thematik eher angegriffen fühlt, sollte daher wohl lieber einen großen Bogen um den Film machen, verpasst dafür aber einen herrlichen Funfaktor. Von der Geburt Adolfs zur Entstehung des Hitlergrußes und die wahrlich wirklichen Hintergründe über den Einmarsch in die Ostzone wird davon jede Menge geboten. Eigentlich wird nichts ausgelassen, doch man muss auch anmerken, dass nicht jeder Witz unbedingt zündet - wenn das auch nur auf recht wenige Gags zutrifft. Ob man das im Film eingesetzte Archivmaterial wirklich verwenden musste, werden wohl nur die Regisseure beantworten können, doch ist die Idee trotz des authentischen Blickes durch die humoreske Synchronisation dieser Szenen gelungen, und trägt recht gut zum Gesamtbild bei.

Im Gegensatz zur alten deutschen Fassung wird "Onkel Addi" zum ersten Mal in seiner ungeschnittenen Fassung präsentiert. Hierbei fällt auf, dass gerade die Zusammenhänge im Bezug auf Juden aus dem Film geflogen sind. Mittlerweile erkennt man wohl auch bei der FSK den satirischen Hintergrund des Films an und gab die ungekürzte Version ab 16 Jahre frei. Vom technischen Aspekt ist die deutsche Tonspur alles andere als gelungen und wirkt, gerade wenn man das restaurierte Bild vor sich hat, irgendwie fehlplatziert. Trotz dieses Mankos ist die DVD noch zu empfehlen, da der Preis günstig gesetzt wurde.



Bilder der DVD




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