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USA 2007
Originaltitel:Sublime
Länge:108:30 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:Keine Jugendfreigabe
Regie:Tony Krantz
Buch:Erik Jendresen
Kamera:Dermott Downs
Musik:Peter Golub, Anthony Marinelli
SFX:Dennis Dion
Darsteller:Thomas Cavanagh, Lawrence Hilton-Jacobs, Cas Anvar, Paget Brewster, Shanna Collins, Katherine Cunningham-Eves, Kyle Gallner, Bruce Nozick, Michelle Page, Kathleen York, John Rubinstein, Jordi Caballero
Vertrieb:Warner
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:08.06.2007 (Verleih) / 15.06.2007 (Kauf)



Inhalt
Familienvater George Grieves (Tom Cavanagh) macht sich ständig Sorgen um seine Gesundheit und geht deshalb zu einer Vorsorge-Untersuchung ins Mt. Abbadon Hospital. Als er aus der Narkose aufwacht, stimmt etwas nicht ... mit George, .. mit dem Krankenhaus und vor allem mit der scheinbar verlassenen Krankenstation, einem seltsamen Winkel, in dem Geheimnisse, Sex und chirurgischer Terror hausen.

Bild
Format2,40:1 (anamorph)
NormPAL
 Die Farbe des Bildes verfügt über eine natürliche bis kräftige Farbgebung. Stellenweise wirkt diese auch etwas zu kräftig. Der Kontrast geht in Ordnung, verschluckt aber aufgrund des etwas unausgewogenen Schwarzwertes kleinere Details. Die Kompression lässt zudem etwas zu wünschen übrig, so dass über die gesamte Laufzeit ein leichtes Bildrauschen auszumachen ist. Dies geht wiederum zu Lasten der Schärfe. Defekte oder Verunreinigungen sind nicht auszumachen.
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Ton
FormateDolby Digital 5.1
SpracheDeutsch, Englisch, Spanisch
UntertitelDeutsch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Portugiesisch, Spanisch
 Tonal liegt "Sublime" auch über dem Durchschnitt und nutzt die Facetten einer sauberen Abmischung. Da der Film sehr ruhig ist wird viel durch die vorderen Boxen wiedergegeben und nur der Score verteilt sich über das gesamte Boxensystem. Wenn es aber handlungsbedingt sein muss, werden auch die hinteren Speaker bedient. Überzeugen kann auch die homogene und vor allem klare Sprachwiedergabe, die sich auf ein gelungenes Spiel mit dem dynamischen Score einlässt. Auch der Originalton sowie die spanische Synchronisation wissen zu gefallen und stehen dem deutschen Pendant in nichts nach.
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Extras
Extras
  • Audiokommentar mit Regisseur Tony Krantz und Autor Erik Jendresen
  • Geist-Exorzismus (5:24 Min.)
  • Trailer: Rest Stop (1:44 Min.)
  • Interviews: (38:15 Min.)
    • Tony Krantz
    • Erik Jendresen
VerpackungKeepCase
 Der Bonusbereich besteht aus einem Audiokommentar, in dem Regisseur Tony Krantz und Autor Erik Jendresen viele Informationen zum Film zu berichten wissen und auch einige Anekdoten zum Besten geben. Hinter Geist-Exorzismus verbirgt sich der Bericht von Dr. Falks, den man im Film auf dem Laptop von Georges Sohn sieht, in seiner vollen Länge. Ein kleiner netter Fake-Film. Zusätzlich gibt es noch zwei Interviews, die ebenfalls wie der Audiokommenar mit dem Regisseur und dem Autor gemacht wurden. Einiges aus diesem wird auch in den Interviews wieder aufgegriffen und zu dem gesellen sich noch unzählige Lobeshymnen auf die Darsteller. Abschließend gibt es noch den Trailer zum kommenden Raw Feed-Film Interner Link"Rest Stop". Anzumerken sei noch das der Audiokommentar sowie das gesamte Bonusmaterial über deutsche Untertitel verfügt.
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Fazit
"Sublime" ist die zweite Produktion von Raw Feed, die Filme direkt für den DVD-Markt herstellen, meist Filme, die eine härtere Gangart intus haben und speziell und exklusiv in einer Unrated-Fassung erscheinen. Die erste Folge dieser Serie mit Titel Interner Link"Rest Stop" wurde zum Zeitpunkt des Reviews noch nicht in Deutschland veröffentlicht. Raw Feed selbst betitelt "Sublime" als Psychothriller der neuen Generation. Es entstand als Regiedebüt von Tony Krantz (Executive Producer von"Interner Link"24") und nach einem Drehbuch von Emmy-Preisträger Erik Jendresen ("Band of Brothers") ist ein sehr verworrenes, aber nicht minder spannendes Puzzelspiel. Anders als in handelüblichen Horrorfilmen wird sehr viel Wert auf die Charakterisierung der Hauptperson gelegt, um sie später wie ein Lemming von der Klippe stürzen zu lassen. Zudem kann der Film als Charakterstudie betrachtet werden, die einen sozialkritischen Aspekt vorzuweisen hat. Die Angst der amerikanischen Mittelschicht. Denn George Grieves (Tom Cavanagh) ist ein 40 jähriger Amerikaner, der körperlich gesund ist und ein wohlhabendes Leben führen kann. Dies ermöglicht ihm sein Job als IT-Berater. So braucht sich auch seine Frau Jenny (Kathleen York) genauso wenig wie die Kinder (Shanna Collins, Kyle Gallner) um irgendetwas Sorgen zu machen. An seinem 40. Geburtstag führt er Streitgespräch mit seinem jüngeren Bruder Billy (David Clayton Rogers), in dem dieser versucht George klar zu machen, wie seine Zukunft aussehen könnte. George will von diesem Hirngespinst nichts wissen und ist sowieso der bodenständigere Typ als sein draufgängerischer Bruder, der das Leben so nimmt wie es kommt, mit allen Höhen und Tiefen. Dennoch denkt er über die mögliche Zukunft nach. Wie lange wird er noch solch einen Wohlstand genießen können? Wann werden die Kinder das heimische Nest verlassen? Werden die Kinder eine Familie gründen und falls ja, mit welchen Partnern? Wie steht's mit seiner Gesundheit? Fragen über Fragen, die seine Gedankenwelt überschatten und so passt es nicht gerade in seine Vorstellung, am kommenden Tag zu einer Routine-Koloskopie (Darmspiegelung zur Vorbeugung gegen Darmkrebs oder Polypen) zu müssen. Die in ihm herrschende Unruhe versucht er durch uninspirierte Witzchen zu übertünchen, was aber nicht wirklich gelingt, schon gar nicht in einem Gebäude wie einem Krankenhaus. Eine weitere Sorge gilt dem behandelnde Arzt, der aus dem Iran stammt. Nachdem der Eingriff durchgeführt wurde, ist für George die Welt nicht mehr so wie sie war. Alles hat sich augenblicklich verändert. Anscheinend wurde seine Krankenakte vertauscht und weit darüber hinaus ergeben sich medizinische Komplikationen, denn sein Körper baut zunehmend ab. Iimmer häufiger verliert er das Bewusstsein, ebenso setzen des Öfteren Halluzinationen ein. Und als sein Bettnachbar in der Nacht vom afroamerikanischen Pfleger namens Mandingo (Lawrence Hilton-Jacobs) ermordet wird, beginnt für George die Hölle, aus der es kein Entrinnen zu geben scheint.
Soviel zur Handlung, die kurzum mit der direkt am Anfang gestellten Frage im Film vorrangetrieben werden kann: Wenn man in einem Traum fällt, quasi"aus dem Himmel"heraus, wacht man immerzu unweigerlich kurz vorm Aufschlag auf; aber was passiert eigentlich, wenn man doch mal den Boden erreicht? Im direkten Vergleich mit anderen Filmen darf hier "Jacob's Ladder" genannt werden, der in eine ähnliche Kerbe schlägt, wenn auch nicht mit so vielen unterschwelligen Botschaften der menschlichen Ängste ausgestattet ist. Zum einen wäre da das Krankenhaus, in dem sich niemand gerne freiwillig aufhält, da es wohl zu einer der größten Ängste gehört. Hier manifestieren sich dann die übrigen Ängste rapide, z.B. Beziehungsängste und Ängste vor Schwarzen oder Andersgläubigen. Fast in jedem Moment von "Sublime" wird eine Metapher oder versteckte Botschaft unterschwellig mitgeteilt. Dies mag wohl in den meisten Fällen nur US-Amerikanern auffallen, gerade was das Gesundheitssystem in Amerika betrifft oder/aber auch die politischen Kurse, die ein gewisser Herr Bush durchzieht. Auch der versteckte Hinweis mit dem iranischen Arzt in Verbindung mit dem Pessimisten George (der die USA darstellt), der in einem Konflikt mit seinem optimistischen Bruder Billy (Europa in Person), ist schon mehr als genial. Das gesamte amerikanische Denken wird aufgegriffen und verarbeitet. Das deutsche Publikum wird einige der zwischen den Zeilen stehenden Anspielungen nicht mitbekommen und sich irgendwie wundern, suggestiert doch das Cover des Films einen nervenzerreißenden Horrorfilm. Dies ist er nicht und der anspruchslose Horror-Konsument wird sich des Öfteren gelangweilt abwendet. Wer aber etwas Wert auf einen gewissen Tiefgang legt, wird besten unterhalten und trotz einiger Längen bei Laune gehalten, denn technisch ist das Debüt von Tony Krants, das gerade mal für 1,5 Millionen in einer Zeit von 15 Tage entstanden ist, gelungen. Es kann zudem mit guten Darstellern aufwarten.

Die DVD von Warner ist vom optischen und akustischen Gesichtspunkt gelungen und kann auch mit interessantem, wenn auch teilweise etwas werbelastigen Bonusmaterial aufwarten. Zwar ist die Covergestaltung sehr gelungen, aber sie lenkt den Film auf eine Schiene, in die er nicht gehört, was sicherlich dazu führen wird, dass der eine oder andere Horrorfreund enttäuscht die DVD zur Seite legt und hierdurch einen zum Nachdenken anregenden (Horror-)Film verstreichen lässt. Bemerkenswert ist auch mal wieder die Freigabe der FSK, die dem Film keine Jugendfreigabe bescheinigte, was man mit Betrachten des Films definitiv nicht nachvollziehen kann.



Bilder der DVD




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