Wicked-Vision-Index

Login 18er Bereich

Registrieren

Startseite und Neuigkeiten Reviews
• Filmberichte
• DVD/HD-Reviews
• Bildvergleiche
• Literatur
• Hörspiele Weitere, medienbezogene Informationen
• Hidden Features
• Schnittvergleiche
• Videocover
IT, MEX 1989
Originaltitel:Santa sangre
Alternativtitel:Holy Blood
Länge:118:03 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:Keine Jugendfreigabe
Regie:Alejandro Jodorowsky
Buch:Alejandro Jodorowsky, Roberto Leoni, Claudio Argento
Kamera:Daniele Nannuzzi
Musik:Simon Boswell
SFX:Victor Castro Cano (als Victor M. Cano Castro), Rubén Pacheco García, Alfonso Pacheco (als Alfonso Pacheco García), Marcelino Pacheco (als Marcelino Pacheco Guzmán)
Darsteller:Axel Jodorowsky, Blanca Guerra, Guy Stockwell, Thelma Tixou, Sabrina Dennison, Adan Jodorowsky, Faviola Elenka Tapia, Teo Jodorowsky, María de Jesús Aranzab, Jesús Juárez, Sergio Bustamante, Gloria Contreras
Vertrieb:Legend / Universum Film
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:22.01.2007 (Kauf)



Inhalt
Der kleine Fenix wächst in einer bizarren Welt voller Widersprüche auf. Er verbringt seine Kindheit in einem Zirkus in Mexico City, in dem sein Vater Orgo als Messerwerfer auftritt. Seine Mutter Concha betreibt mit religiösem Fanatismus einen Heiligenkult um "Santa Sangre", ein junges Mädchen, dem nach einer Vergewaltigung beide Arme abgetrennt wurden. An der Stelle, an der das verstümmelte Mädchen verblutete, errichtet Concha ihr zu Ehren eine Kirche. Als der brutale und grobschlächtige Orgo von seiner Frau mit einer Rivalin erwischt wird, rächt sie sich mit einem Säurebad. Der rasende Orgo schneidet daraufhin Concha beide Arme ab, bevor er sich selbst richtet.
All dies musste der achtjährige Fenix mitansehen. Das traumatische Erlebnis bringt ihn in eine Nervenheilanstalt - erst zwölf Jahre später, als der Junge seine entstellte Mutter wiedertrifft, gelingt ihm die Flucht. Fortan ersetzt er Conchas Arme und lässt sich als Werkzeug ihrer Rache benutzen, indem er furchtbare Morde begeht. Nur die taubstumme Alma, eine Freundin aus Kindertagen, könnte seine Seelenqual beenden.

Bild
Format1,85:1 (anamorph)
NormPAL
 Die Restauration des Bildes kann als wirklich gelungen bezeichnet werden und das obgleich hier "nur" die US-DVD aus dem Hause Anchor Bay als Master herhalten musste. Die Normwandlung ist hervorragend und die Farben wirken stets kräftig und satt. Der Kontrast hinterlässt ebenfalls einen guten bis sehr guten Eindruck und lediglich in dunklen Sequenzen werden feine Details verschluckt. Die Schärfe befindet sich ebenfalls auf einem angenehmen Level, wobei die Detailschärfe ruhig etwas besser hätte ausfallen dürfen. So wirkt der Transfer hin und wieder einen Deut zu weich, überzeugt auf der anderen Seite aber durch seine guten Kantenschärfe. Defekte und Verschmutzungen gibt es kaum und lediglich leichtes Hintergrundrauschen ist hierbei auszumachen. Die Kompression arbeitet ebenfalls unauffällig und der anamorphe Transfer zeigt weder Artefakte noch Blockbildung.
 ++++--

Ton
FormateDolby Digital 2.0 Stereo, Dolby Digital 5.1 Upmix (nur engl.)
SpracheDeutsch, Englisch
UntertitelDeutsch
 Tonal können wir auch voll und ganz mit dem vorliegenden Ergebnis zufrieden sein. Der deutsche Stereotrack überzeugt durch seine sehr klare und rauschfreie Wiedergabe. Der englische Mix liegt dabei einmal in Stereo und einmal in einem Dolby Digital 5.1-Upmix vor, welcher aber kaum Vorteile mit sich bringt. Die englische Fassung gelingt vor allem in der Musik deutlich frischer und ist sehr natürlich, bietet zudem eine gute Sprachverständlichkeit. Optional lassen sich deutsche Untertitel hinzuschalten.
 +++---

Extras
Extras
  • 20seitiges Booklet
DVD 1:
  • Audiokommentar mit Regisseur Alejandro Jodorowsky & Alan Jones
DVD 2:
  • La Constellation Jodorowsky (Dokumentation) (86:07 Min.)
  • Jodorowsky im Interview (24:34 Min.)
  • Kurzfilm: "Echek" (optional mit Audiokommentar) (3:56 Min.)
  • Nicht verwendete Szene mit Audiokommentar (4:34 Min.)
  • Postergalerie (22 Bilder)
  • Trailer (1:33 Min.)
VerpackungKeepCase
 Legend Film lizenzierte alle Extras der Anchor Bay DVD und somit kommen wir in den Genuss des tollen Audiokommentars von Regisseur Alejandro Jodorowsky und; Alan Jones, welcher komplett deutsch untertitelt wurde. In seinem ersten Regiekommentar erzählt Jodrowsky viel über die schwierige Produktion, seine Gefühle den Film sieben Jahre nach dem Tod seines Sohnes und Hauptdarstellers Alex Jodorowsky wieder zu sehen. Selten habe ich einen solch informativen und vor allem persönlichen Kommentar gehört.
Auf der zweiten DVD macht die 86minütige Dokumentation "La Constellation Jodorowsky" den Anfang. Hier kommen Regisseur und Mitarbeiter zu Wort und neben vielen Filmausschnitten aus allen seinen Werken, erfahren wir mehr über den Filmemacher. Ein weiteres Highlight ist das 24minütige Interview mit Jodrowsky, welches 2002 im Rahmen eines "Santa Sangra" Events in einem Londoner Kino geführt wurde, bei dem sich Jodrowsky als sehr redefreudiger und lockerer Kerl herausstellt und ganz nebenbei viel über sich und seine Karriere Preis gibt. Desweiteren gibt es den 3minütigen Kurzfilm "Echek" von Adan Jodorowsky, Alejandros Sohn. Optional lässt sich ein deutsch Unertitelter Kommentar von seinen Vater hinzuschalten. Weiter geht es mit einer 4minütigen Deleted Scene, welche ebenfalls Jodorowsky und Jones kommentiert wird. Zum Schluss dürfen wir uns über eine klein Bildergalerie und dem Originaltrailer freuen und ein 16seitiges Booklet mit einem sehr ausführlichen und informativen Essay zu Jodorowsky Runden den positiven Gesamteindruck ab. Bleibt eigentlich nur noch zu sagen, dass sich selbst das DVD-Menü sehen lassen kann.
 +++++-

Fazit
"Santa Sangre" ist surreales Kino par excellence und Jodorowskys wohl persönlichstes Werk, wie er uns selbst im Audiokommentar der DVD mitteilt. Knapp neun Jahre nach seiner Bauchlandung, die er mit "Tusk" hinlegte, wagt der in Chile geborene Künstler, den man gern als Multitalent bezeichnen darf, sein großes Comeback und liefert mit "Santa Sangre" zwar einen weitaus gefälligeres und leichter zugänglicheres Werk als noch zu Interner Link"El Topo" ab, welches aber zugleich an Bildgewalt kaum zu übertreffen ist.
Die Geschichte handelt vom Zirkusjungen Fenix, dessen ewig betrunkener Vater, ein Messerwerfer, sich nicht davon abhalten lässt, trotz seines Eheversprechens, nicht doch mit anderen Frauen anzubändeln. Als seine stark religiöse Frau ihren Mann beim Seitensprung mit der legendären, tattowierten Frau erwischt, verätzt sie ihm sein Geschlechtsteil und er schneidet ihr beide Arme ab, bevor er den Freitod wählt. Der kleine Fenix, der hier noch von Jodorowskys jüngsten Sohn Adan gespielt wird, musste alles mit ansehen, was der Grund dafür sein dürfte, weshalb er die nächsten Jahre in einer Heilanstalt verbringen musste. Nach dem Fenix zu einem erwachsenen Mann heranreifte, der von nun an von Alex Jodorowsky verkörpert wird, können ihm die Ärzte helfen und Fenix kommt wieder frei. Von nun an hilft er seiner invaliden Mutter, die den psychisch labilen, jungen Mann als Mordinstrument benutzt. Er dient ihr als Armprothese und muss fortan ihre blutigen Taten vollüben, um die Welt von den Huren zu befreien.
Jodorowsky macht es uns sehr leicht und Ähnlichkeiten zu Hitchcocks Interner Link"Psycho" kommen nicht von ungefähr. So ist es auch hier der Ödipuskomplex, der Fenix zu seinen Taten bewegt. Der Mord hinter einem Vorwand darf als Hommage an Hitchcocks Lebenswerk gesehen werden. Dennoch ist "Santa Sangre" mehr als nur ein einfacher Film, auch wenn Jodorowsky hier viel Hitchcock und Freud zitiert und sein Werk eine ganze klare Linie verfolgt, taucht er nicht selten in die surreale Welt ein und verleiht "Santa Sangre" unglaublich intensive, beeindruckende, sowie verstörende Momente, welche ihn unvergessen machen. Sei es die Konfrontation mit seinem Opfer auf einem Friedhof, der Tod eines Elefanten und die darauf folgenden Opferung oder aber der Kampf gegen eine Anaconda, welche Fenix aus der Hose kommt und seine sexuelle Unterdrückung zum Ausdruck bringt - der Film bietet massenweise Freaks und eine visuelle Umsetzung, die ihresgleichen sucht. "Santa Sangre" vermischt surreales Kino mit Horror, Giallo und einem Tröpfchen Liebesgeschichte. Das Ende ist phantastisch, auch wenn es gar nicht einmal so überraschend gekommen und es drängt sich erneut der Vergleich mit "Psycho" auf. Doch bevor man die Meinung bekommt, dass "Santa Sangre" massenkompatibel wäre, möchte ich dies strikt verneinen. Jodorowskys Werk ist schwer verdaulich, wartet mit betörenden wie verstörenden Bildern auf, artet dabei nie in Effekthascherei aus und kommt ohne viele Worte aus. Es ist emotionales Kino, bildgewaltig und umwerfend. Jodorowsky konnte sein Werk 7 Jahre nach dem Tod eines Sohnes Alex Jodorowsky selbst nicht mehr schauen, bei dem er und seine Söhne an ihre Grenzen stießen und schlussendlich ein zeitloses Meisterwerk schufen, welches man immer und immer wieder schauen kann und dabei stets neue Dinge entdecken wird, welche einem zuvor verborgen blieben.

Legend Home Entertainment liefert uns mit der sechsten DVD-Veröffentlichung ihrer Kino Kontrovers-Reihe eine in nahezu allen Belangen gute Umsetzung dieses Klassikers aus dem Jahre 1989 ab, welche in keiner Sammlung fehlen sollte.



Bilder der DVD




Druckbare Version
Santa Sangre
IMDb.com OFDb.de



Alle Bilder und Texte sind Eigentum des jeweiligen Rechteinhabers

Copyright by Wicked-Vision 2000-2013/Designed by Daniel Pereé 2000-2013.