"Meatball Machine" kann zweifelsohne als Fleisch gewordener Wahnsinn bezeichnet werden wie er nur aus Japan kommen kann. Anders ist der Film nicht zu beschreiben, in dem sich Menschmaschinen bis auf Blut bzw. bis aufs Fleisch duellieren, bis der Gegner auseinander gepflückt wird. Diese grotesk aussehenden Wesen waren anfangs Menschen bevor ein außerirdischer Parasit Besitz von ihnen ergriffen hat, um sie umzuformen. Das gesamte Volumen des menschlichen Gehirns wird ausgeschaltet, so dass der Körper nur als Hülle dient, um den perfekten Kampf zu führen, ganz ohne Schmerzen und bis auf die Knochen. Sieger dieser Schlacht ist derjenige, der den gegnerischen Parasit herausreißt, um diesen zu verspeisen. Das neueste Opfer ist der sehr ruhige Joji, dessen geheime Liebe ebenfalls zu einer Kampfmaschine mutiert ist. Doch schafft es der Parasit nicht, von seinen Gedanken Besitz zu ergreifen, so dass er zwar mutiert aber noch Herr seiner Sinne bleibt. Und so ist ein Ausweg unmöglich, der ihm seine große Liebe näher bringt. Allerdings anders als er es gewollt hat. Wie man der Handlung schon nachweisen kann, wird hier Gore-technisch einiges geboten. Das soll zwar nicht heißen, dass über die gesamte Laufzeit nur der rote Lebenssaft fließt, aber dennoch, wenn es zu Kämpfen kommt - und es sind bei weitem nicht wenig in dem Film - wird auch ein ordentliches Gemetzel veranstaltet. Dass hierbei unzählige Funktionen der mechanischen Rüstungen zum Einsatz kommen, dürfte wohl als selbstverständlich betrachtet werden. Egal ob Bohrer, Flammenwerfer oder Kreissäge, an Ideen mangelt es nicht. Einem Ideenmangel dürfte eigentlich nur dem Drehbuch von Junya Kato anzulasten sein. Denn die eigentliche Geschichte wirkt etwas unsinnig und anfangs doch etwas merkwürdig konstruiert. Doch genau das ist es, was als wirklich interessanter Aspekt zu vermelden ist, denn am Ende schließt sich das Logikloch und formt sich zu einer runden Angelegenheit, die einiges an Ideenreichtum vorzuweisen hat. Dennoch liegt das Hauptaugenmerk deutlich auf die Kostümierung der Menschmaschinen, den blutig-schleimigen Effekten und der Choreografie bzw. der Hau-drauf-Mentalität der Kämpfe. Gerade die Effekte sowie die Masken wirken sehr gelungen und lassen den Low Budget-Film deutlich nach mehr aussehen. All denen, die immer noch im Dunkeln stehen, was "Meatball Machine" angeht, sei dezent auf Shin'ya Tsukamotos "Tetsuo" verwiesen. Zwar ist ein direkter Vergleich definitiv als Farce zu bezeichnen, doch sind viele Versatzstücke was die Menschmaschine betrifft einen kleinen Vergleich wert. "Meatball Machine" ist wohl die trashige Variante von "Tetsuo", die dank eigener Ideen und passablen Darstellern für einen vergnüglichen und auch kurzweiligen Filmabend sorgt.
Die DVD-Auswertung aus dem Hause AFN präsentiert den Film, dessen Budget nicht sonderlich hoch gewesen ist, in einer ordentlichen Ausführung. Einziger Wermutstropfen ist das fehlende Bonusmaterial und dass es keine 5.1-Abmischung gibt. Diese wäre gerade bei den Kämpfen nützlich gewesen.
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