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Schweden 1974
Originaltitel:Thriller - en grym film
Alternativtitel:Thriller - ein unbarmherziger Film
aka. They Call Her One Eye
aka. Hooker's Revenge
Länge:106:38 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:Not rated
Regie:Bo Arne Vibenius
Buch:Bo Arne Vibenius
Kamera:Andreas Bellis
Musik:Ralph Lundsten
Darsteller:Christina Lindberg, Heinz Hopf, Solveig Andersson, Despina Tomazani, Per-Axel Arosenius, Gunnel Wadner, Hildur Lindberg, Stig Lokrantz, Lars Lundgren
Vertrieb:Synapse
Norm:NTSC
Regionalcode:0



Inhalt
Seit Madeleine als kleines Kind missbraucht wurde, ist sie stumm. Und doch wächst sie behütet auf einem kleinen Bauernhof zu einer jungen Dame heran. Als sie eines Tages ihren Bus in die Stadt verpasst und daraufhin von einem freundlichen Mann mitgenommen wird, beginnt für sie ein unvorhersehbarer Albtraum: Der junge Herr entpuppt sich als Zuhälter, macht sie Drogen abhängig und somit hörig. Er glaubt, ihren Willen endgültig gebrochen zu haben, nachdem er ihr zur Strafe ein Auge zerstochen hat. Doch Madeleine bereitet ihren Rachefeldzug auf lange Sicht vor und entlädt in einem mörderischen Rausch all ihren Hass an den Personen, die sie erniedrigt und benutzt haben ...

Bild
Format1.66:1 (anamorph)
NormNTSC
 Warum man US-DVDs im Bereich des absonderen Films oft den deutschen Veröffentlichungen vorziehen kann? Weil man dort nicht unbedingt auf Krampf das natürliche Bildrauschen bis zum Erbrechen durch Unschärfe filtert. Und weil man meist eine progressive Abtastung verspricht, die dem Kinofilm technisch am nächsten kommt und auf PAL-DVDs eher Seltenheitswert hat.
Nun ja, "Thriller" zeigt schon deutliche Materialschwächen: Ein Bildrauschen tritt häufig auf, es rieselt also ziemlich deutlich und das Bild pumpt zusätzlich stark, was vor allem innerhalb eines vertikalen Streifens am rechten Bildrand auffällt. Die Schärfe ist auf befriedigendem Niveau, der Verschmutzungsgrad geht bis auf kleinere Fehler und mal einen kurzen, insgesamt aber unbedeutenden Ausfall voll in Ordnung. Die Umsetzung der Farben erscheint nur wenig verfälscht, ist im Grunde sogar sehr kräftig und der Kontrast ist zweifellos sehr detailliert geworden. Im Vergleich zum Trailer aber eine deutliche Steigerung, die für die Restaurationsbemühungen des Labels spricht und für die ich, wenn auch äußerst knapp, 4 Punkte vergebe. Das Bildformat ist übrigens nicht wie auf dem Cover angegeben in 1.78:1 aufgepresst, sondern entspricht dem Originalformat von 1.66:1 und wurde anamorph übertragen.
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Ton
FormateDolby Digital 2.0 Mono
SpracheEnglisch, Schwedisch
UntertitelEnglisch
 Die Tonverarbeitung ist nicht gerade räumlich (schließlich ist es Monoton), da sich schon der englische Ton sehr in der Lautstärke zurückhält und auch nicht sehr klar ist. Möglicherweise ist es das, was anfangs diese beklemmende, weil ruhige Stimmung erzeugt. Die schwedische Tonspur ist zwar in den Dialogen etwas deutlicher, erscheint subjektiv aber noch ein Stückchen leiser. Sobald Musik laut wird, verzerrt diese und auch die Dialoge müssen altersgemäß mit einem unsauberen Klang aufwarten. Es existieren englische Untertitel, die sich aber an die schwedische Spur halten und dadurch starke Differenzen zu den englischen Dialogen aufweisen. Somit sind nicht nur Namens- und Sinnänderungen im Vergleich zum englischen Ton vorhanden, auch werden einige Auslassungen hier auffallen.
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Extras
Extras
  • Theatrical Trailers:
    • TV Spot (0:31 Min.)
    • Theatrical Trailer (1:30 Min.)
    • Double Feature Trailer (2:52 Min.)
    • "Thriller" Trailer (1:25 Min.)
  • Alternate Footage:
    • Outtake Reel (1:07 Min.)
    • Alternate Harbor Fight (5:23 Min.)
    • Movie In Pictures
  • Still Galeries:
    • In Bed With Christina (19 Bilder)
    • Behind The Scenes (37 Bilder)
    • Advertising And Promotion (22 Bilder)
    • Deleted Fight Scene (27 Bilder)
    • Production Photos (29 Bilder)
  • Vibenius Filmography (2 Seiten)
  • Lindberg Filmography (6 Seiten)
 Das ansehnliche Cover hat sicherlich so manchen Käufer in seinen Bann gezogen. Die DVD-Menuführung passt sich dem kruden Inhalt des Streifens an und versteckt unter den Punkten "Death", "Destruction", "Mayhem" und "Revenge" die wichtigsten Auswahlmöglichkeiten wie "Filmstart" oder "Kapitelwahl". Eine markante Stimme fasst den Film reißerisch in einigen Worten und Filmausschnitten im Hauptmenu zusammen, die Submenus sind fest und werden mit einem Fadenkreuz angesteuert, eine nette Idee! Die Trailer zum Film sind natürlich ein absolutes Schmankerl, wie es eigentlich oft bei besonders exploitativen Filmen der Fall ist. Besonders unterhaltsam für Genre-Fans wird es, wenn man den ohnehin schon durschlagenden Hauptfilm in Verbindung mit einem ähnlich gearteten Werk präsentiert, so geschehen beim Double Feature Trailer, der den dort als "Hookers Revenge" betitelten "Thriller" zusammen mit "The Photographer's Model" zeigt. Im Bereich "Alternate Footage" wird man mit einigen Restszenen beglückt, beispielsweise einer alternativen Kampfszenen am Hafen, die von Synapse mit Hilfe von wiedergefundenen Filmschnipseln rekonstruiert wurden, was anhand einer einleitenden Texttafel erklärt wird. Das Ergebnis ist vielleicht nicht im Sinne des Regisseurs und die eingeschnittenen Szenen erkennt man deutlich heraus, aber die zusätzlichen Stunt-Einlagen von Lindberg sind dieses Feature wert. Unter "Movie In Pictures" muss man sich die chronologische korrekte Aneinanderreihung eines Bildergewitters vorstellen. So kann man den Film in etwa 30 Sekunden noch einmal Revue passieren lassen, ohne aber Zeit zu haben, die Einzelbilder klar herauszukristallisieren. Das "Outtake Reel" zuletzt zeigt einige Actionaufnahmen aus alternativem Winkel. Unter den Bildergalerien befinden sich neben Behind The Scenes- und Promofotos auch einige Aufnahmen von Christina Lindberg, die nackt posiert, nur begleitet mit einer Augenklappe. Weiterhin sind Bilder einer verloren gegangenen Kampfsequenz vorhanden, die durch technische Schwierigkeiten unbrauchbar gemacht wurde und später durch den Kampf im Warenhaus ersetzt wurde. Ein glücklicher Zufall, wie es die Texttafel schon erwähnt, denn die Szene im Warenhaus ist um einiges besser gelungen als der Kampf auf freiem Feld. Abschließend gibt es noch Filmografien zum Regisseur und seiner Hauptdarstellerin.
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Fazit
"Thriller", den die deutsche Titelgebung als "Ein unbarmherziger Film" bezeichnet, ist schon hartes Kaliber der Low Budget-Filmkunst. Selten bekommt man beim Anschauen eines Films so ein starkes Gefühl von Mitleid für die Hauptaktrice und Hass auf ihre Peiniger. Und selten wird ein Showdown derart ausufernd zelebriert wie hier, dass er fast einem psychotischen Tanz in Ultra-Slow-Motion darstellt, bei dem die (wenigen) Blutbeutel unerträglich langsam platzen und die schmerzverzerrten Gesichter der Opfer langsam zu Boden sinken. Christina Lindberg, die stumme, später auch einäugige Lolita vom Lande, die sich noch in mehreren Erotikproduktionen verdient machte, muss Unmenschliches über sich ergehen lassen, was der Film in aller Härte zeigt und ggf. mit kurzen, aber plumpen Hardcore-Inserts verdeutlicht. Wenn sie sich täglich ihren Freiern teilnahmslos hingibt, um ihre Drogensucht und damit ihr Leben aufrecht zu erhalten, nützt auch ihr Luxuskörper nichts, um den Zuschauer in wohlige Unterhaltungsstimmung zu versetzen, sprich: Erotische Moment zerstören sich in ihrer Wirkung von selbst durch die Dekadenz und Perversion der Freier. Doch die Abrechnung folgt sobald und ergibt einen sadistischen Reigen, den die schwedische Zensurbehörde anscheinend nicht nachvollziehen konnte und mit einem Verbot strafte. Möglicherweise liegt es daran, dass die technische Umsetzung des Stoffes einfacher Natur ist, was den Fan des hervorragenden Rape'n'Revenge-Streifens aber kaum stören mag, da genug Platz für stimmungsvoll knisternde Spannung und Action vorhanden ist, die sich ganz im Stil der Bronson- oder auch Eastwood-Vorbilder langsam, aber mit jeder Minute dichter ums Publikum spannt.
Ob Synapses Werk tatsächlich "DIE Exploitation-DVD-Veröffentlichung des Jahres 2004" ist, kann ich aus Unwissen über die vielen DVDs da draußen, die diesen Titel möglicherweise ebenso verdient haben, nicht genau beurteilen. Er gehört aber zu den ganz heißen Kandidaten in dieser Kategorie und ist durch seine Limitierung auf nur 25000 Stück mit Sicherheit bald ein gesuchtes Stück.



Bilder der DVD




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