"Sukeban Boy" ist die Verfilmung einer erfolgreichen Mangaserie von Go Nagai ( "Devilman", "Cutie Honey"), die für die Realverfilmung von Noboru Iguchi ( "Kazuo Umezu's Horror Theater: The Harlequin Girl") adaptiert wurde. Was man als Zuschauer zu sehen bekommt, lässt nur eine Vermutung aufkommen: Dies ist definitiv der beste Partyfilm in der ersten Jahreshälfte 2007. Wie schon der Covertext preisgibt ist "Sukeban Boy" sexy, blutig und verdammt durchgeknallt. Sicherlich muss man ganz klar definieren, dass der hier vorliegende Film nichts weiter als Trash ist, aber eine echte Trash-Granate, bei dem ein wahres Tränenfest vor lauter Lachen vorprogrammiert ist. Ebenso wie "Kill Bill" von Tarantino will "Sukeban Boy" als Hommage an die Girl-Gang-Filme der 70er Jahre verstanden werden, nur dass man dies so ausmerzt, dass ein starkes Nervenkostüm vorhanden sein muss. Wo auch sonst gibt es die "Strumphosen-Gang", die mit den Can-Can-Tanz-Kick für einige nette Einblicke sorgt. Nicht zu vergessen die "Oben-Ohne-Gang" oder die "Splitternackt-Gang". Man merkt, dass hier sehr viele Verrücktheiten vorhanden sind, die sich aber genau aus diesem Grund von der breiten Masse abheben. Oder wurde in anderen Filmen der finale Furz durchgeführt, der den Gegner ins Land der Träume zu schicken vermag? Und ohne mit der Wimper zu zucken wird der rote Lebenssaft nur so durch die Gegend verspritz. Hierfür sorgen Faust- und Martial Arts-Kämpfe, die zum großen Teil nackt ausgetragen werden, u.a. mit Brüsten und Beinstümpfen, die zu Fleisch gewordenen Pistolen mutiert sind. Kreiert wurden diese Effekte von Yoshihiro Nishimura, der auch schon ein wahres Feuerwerk bei "Meatball Machine" und "Suicide Circle" veranstalten durfte. Die sich hier zur Schau stellenden Darstellerinnen wissen optisch zu gefallen, was bei dieser Art von Film eine wichtige Rolle spielen dürfte. Aber auch der Humor darf nicht fehlen und so gipfelt er in seiner Darbietung in einem unglaublichen Fäkalhumor, dem wahrlich nichts heilig ist. Dass Regisseur Noboru Iguchi die Laufzeit auf knapp 60 Minuten beschränkte ist zudem sein großer Pluspunkt, denn das, was er erzählen will, schafft er es bei dieser abstrusen Handlung perfekt in diesem Zeitrahmen. So umgeht er die Langeweile, die es niemals schafft in der Zeit auch nur annähernd aufzutauchen. Realistisch gesehen wird "Sukeban Boy" nicht jeden Filmfreund ansprechen können, dennoch sollten alle, die an Trash-Filmen Freude haben, einen Blick in dieses Meisterwerk des schlechten Geschmacks werfen, denn der Film macht einfach nur Spaß.
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