Easy Rider meets the Wolfman
Nun ist das Crossover zwischen dem in den 60/70er Jahren angesagten Bikerfilm mit dem ebenfalls blühenden Horrorfilm auch auf DVD erhältlich. Und nicht zu unrecht präsentiert Anbieter Laser Paradise den Film innerhalb der Midnight Movies Collection. Denn genau hier gehört er hin. Was Regisseur Michel Levesque mit seinem Erstling hier unters Volk mischt, ist kurz gesagt sehr stumpfsinnig und dermaßen verblödet, dass es eine wahre Freude beim Zuschauen ist. "Blutnacht des Teufels" wird jeder Fan von Trashfilmen einfach nur lieben. Allein die Charakterisierung der Rocker ist schon beachtlich, werden sie doch irgendwie als degeneriert dargestellt, die nichts draufhaben außer auf ihren Motorrädern fahren, Biersaufen und Rumhuren. Nebenbei werden noch Leute bestohlen oder einfach nur verprügelt. Im wirklichen Leben entspricht dieses Bild sicherlich keinem echten Biker, Ausnahmen bestätigen die Regel, aber hier müssen sie so sein, denn es muss ja eine Begründung geben, um sie in die Hände der Satanssekte zu spielen. Diese wirkt ebenfalls etwas merkwürdig, lebt sie doch zurückgezogen in der Wüste, umgeben von dem Teufelssymbol, das meterhoch über dem Dach steht. Muss ja auch so sein, weil die Kirchengebäude auch ein Kreuz auf dem Dach haben. Also, ihr schwarzen Schäfchen, kommet alle zu uns, auch wenn ihr nicht wisst, das wir gar Böses im Schilde führen. Dies lassen sich unsere Rocker auch nicht zweimal sagen und schon kann der Empfang beginnen, der in einer schwarze Messe gipfelt, für D.J. Anderson, die Helen spielt, sogar in einem nett anzusehenden Nackttanz inklusive Totenschädel und Schlange. Zudem wurde irgendwas mit ihr gemacht, aber was, wird an dieser Stelle nicht verraten. Nun fängt auch der Horroranteil zu wachsen an und ein paar blutige Szenen dürfen dem Geschehen beigefügt werden. Ausschlaggebend hierfür ist der im Titel schon genannte Werwolf. Es werden Erinnerungen an die guten alten Zeiten freigelegt als der Werwolf noch eher aussah wie ein Plüschmonster. Grausig wirkt er nicht aber verdammt trashig und was macht der Wolf in einem Bikerfilm? Richtig, auch er fährt Motorrad und das ist einzigartig in der Geschichte des Films. Dass die Darsteller nicht unbedingt eine große Leistung vollbringen, dürfte allein schon der Handlung wegen klar sein und so passt man sich ungeniert dem Niveau des Films an. Prinzipiell wurde demnach alles richtig gemacht und mein Zitat lautet: Ganz großes Kino!!! Aber nur für Liebhaber des Trashfilms, denn solange der Trashgehalt den Unterhaltungswert nicht eindämmt, sondern sogar noch steigern kann, ist ein vergnüglicher Filmabend garantiert. Und genau so etwas ist Michel Levesque gelungen.
Leider ist es dem Anbieter nicht gelungen eine vollständige Fassung zu veröffentliche. Es fehlen ca. 5 Minuten an Handlung die ebenfalls auf der US-DVD fehlen. Ungeschnitten soll nur das Videotape aus Holland und England sein.
Die im Rahmen der "Midnight Movie Collection" als Nummer 2 veröffentlichte Fassung von "Blutnacht des Teufels" ist identisch mit der alten Veröffentlichung von WGF/Schröder Media, welche innerhalb der kurzlebigen "70s Trash Collection" erhältlich war. Wer demnach die Erstauflage verpasste, bekommt jetzt eine neue Chance, den Trash-Klassiker in seine Sammlung einzureihen. Einzig die Verpackung hat sich geändert, denn statt des KeepCase befindet sich die DVD jetzt in einer schicken kleinen Hartbox, die zusammen mit den restlichen Titeln der "Midnight Movies Collection" ein nettes Gesamtbild abgibt. Bleibt nur zu hoffen, dass noch viele weitere Perlen des schlechten Geschmacks ihren Weg in die von Laser Paradise gestarteten Reihe finden.
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