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AUS, UK 2005
Originaltitel:Proposition, The
Länge:99:42 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:John Hillcoat
Buch:Nick Cave
Kamera:Benoît Delhomme
Musik:Warren Ellis, Nick Cave
SFX:Steve Courtney
Darsteller:Tom Budge, Guy Pearce, Emily Watson, Ray Winstone, David Wenham, John Hurt, David Gulpilil, Leah Purcell, Richard Wilson, Tommy Lewis, Boris Brkic, Iain Gardiner
Vertrieb:Sony Pictures
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:24.04.2007 (Verleih) / 22.05.2007 (Kauf)



Inhalt
Captain Stanley und seine Leute fangen 2 der 4 Burns-Brüder, Charlie und Mike. Ihre Gang wird verantwortlich gemacht für einen Überfall auf die Hopkins Farm, bei der die schwangere Mrs. Hopkins vergewaltigt und die komplette Familie umgebracht wurde. Arthur Burns, der älteste der Brüder und Kopf der Gang, kann sich vor dem Arm des Gesetzes verstecken. Captain Stanley bietet Charlie zum einen Straffreiheit an und zum anderen das Leben seines jüngeren Bruders, wenn er innerhalb von 9 Tagen Arthur findet und zur Strecke bringt.

Bild
Format2,40:1 (anamorph)
NormPAL
 Der erdige Grundton überzeugt mit satten und sauberen Farben, sowie mit einem angenehmen Kontrast, der selbst in dunklen Sequenzen alle Details offenbart, dafür aber stilbedingt nicht immer einen optimalen Schwarzwert präsentiert und hin und wieder etwas ins Grünliche tendiert. Die Schärfe hinterlässt ebenfalls einen guten, teilweise sogar sehr guten Eindruck, wobei die Detailschärfe etwas besser hätte ausfallen dürfe. So wirken Nahaufnahmen und Halbtotalen noch recht detailliert, aber nicht wirklich durchweg überzeugend. Außerdem erscheinen Totalen etwas zu weich, was am eingesetzten Filter liegen dürfte. Rauschen gibt es kaum, lediglich leichtes Blockrauschen ist hierbei auszumachen. Dafür ist das Bild frei von Defekte und Verschmutzungen. Ein wirklich gutes Ergebnis.
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Ton
FormateDolby Digital 5.1
SpracheDeutsch, Englisch
UntertitelDeutsch, Englisch, Türkisch
 "The Proposition" ist kein lauter Film und spielt sich dementsprechend meist im Frontbereich ab. Die Rears werden hierbei sehr selten genutzt, was die mangelnde Räumlichkeit erklärt, da selbst Umgebungsgeräusche kaum bis gar nicht aus den Rears hallen. Lediglich der Score verirrt sich in die Effektkanäle, wobei diese Klänge aber auch nicht viel rausreißen und direktionale Effekteinsätze, wie das Wandern von der Front in die Rears, lassen sich an fünf Fingern abzählen. Die Stimmen sind dafür sehr klar und deutlich zu verstehen und auch sonst wirkt die Abmischung im richtigen Moment sehr kraftvoll und sauber. Unterschiede zum englischen Mix sind hierbei nur in den Dialogen zu finden, welche eine Spur dumpfer erscheinen. Optional lassen sich diverse Untertitel hinzuschalten.
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Extras
Extras
  • Trailershow:
    • Casino Royale (2:26 Min.)
    • Der Pakt - The Covenant (1:58 Min.)
    • Spiel auf Bewährung (1:58 Min.)
VerpackungKeepCase
 Ärgerlich! Die englische Tartan-DVD beinhaltet ein fettes Arsenal an Extras und wir bekommen mal wieder nichts davon zu sehen.
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Fazit
Die Sonne blendet, die Luft steht, nur mühsam erblickt man die scheinbar unendlich weiten australischen Outbacks - noch leicht beirrt über den Einstieg des Films: Eine wilde Schießerei, die Kugeln fliegen, das Blech biegt sich, es fließt Blut, Schweiß und Tränen. Durch die löchrigen Wände schimmern helle Strahlen der Mittagshitze, der Seelenzustand dieser Menschen ließe sich vermutlich ähnlich bebildern. Hier geht es um nicht weniger als den Kampf zwischen Abtrünnigen und dem Gesetz vor dem Hintergrund der britischen Kolonisation im 19. Jahrhundert. Drei verbrecherische Brüder gegen die Polizei - einer muss leben, einer muss sterben, einer muss sich entscheiden ...
Es ist ein überschaubares Spektrum an Handlungsorten und Charakteren, das Sänger und Songschreiber Nick Cave für sein Drehbuch entwirft. Ihnen gleich ist die innere Leere, die bedrückende Stille: Die Ausstattung ist spärlich, Gebäude und Häuser erscheinen in ihrer kahlen Ungemütlichkeit kaum als Orte der Zuflucht, und ähnlich ist es um die Kämpfer in diesem Schauspiel bestellt, sie reden selten, blicken ernst und konzentriert, handeln schnell, unberechenbar, kompromisslos. Diese Welt der Männer ist durch eine unbändige Brutalität gekennzeichnet, die durch die spirituellen Klänge des Soundtracks nur zeitweise durchbrochen werden kann.
Dieser schwer zugängliche Film erscheint weder als ein bitterer Abgesang noch als kühler Neo-Western, das verrät bereits die Eingangssequenz. Das Shoot-Out-Gewitter im Stil genreüblicher Finalszenarios wird radikal umgekehrt, gleich in den ersten Minuten abgehandelt und nicht wieder aufgegriffen, es bleibt der einzig wirkliche Kugelhagel in "The Proposition". Die folgende erste Hälfte zeichnet sich durch eine erdrückende Schwerfälligkeit aus. Die einfache Handlung scheint sekundär, vielmehr konzentriert sich Regisseur John Hillcoat auf die Darstellung seiner Pro- und Antagonisten, dem abgemagerten Outlaw Guy Pierce, der sich der Entscheidung gegenüber sieht, seinen Bruder auszuliefern, und dem Briten Ray Winstone, der sein Eintreten für das Gesetz der Führsorge der Ehefrau (eindrucksvoll: Emily Watson) überordnet.
Dass die Aborigines diesem Terror der Kolonisten still beiwohnen, immer nur am Rande auftauchen und das Geschehen beobachten, wird intelligent angedeutet, aber kaum weiter verfolgt. Weniger eine Auseinandersetzung mit dem historischen Rahmen des Stoffes, denn eine Ballade über menschliche Abgründe mag Cave im Sinn gehabt haben, ohne eine Rechtfertigung für den im besetzten Australien angesiedelten Zusammenhang liefern zu wollen.
Die dieser Darstellung menschlicher Härte innewohnenden Gewaltexzesse stehen dabei jedoch im Konflikt zwischen dem Anliegen, diese der im Western zumeist romantisierten und zwangsläufig verharmlosten Gewalt gegenüberzustellen, durch die Überstilisierung jedoch wie ein Paradigma erscheinen. Deshalb faszinieren und wirken die Bilder dieser meditativen Odyssee nur in dem Maße, wie sie den Zuschauer leider auch langweilen: Wenn die endlos wirkende Selbstzerstörung den eindrucksvollen Höhepunkt markiert, hat dieser sein Interesse womöglich längst aufgegeben.

Technisch befindet man sich zumindest auf einen guten Weg, wobei uns am meisten das Fehlen sämtlicher Extras gestört hat. Der Rest ist grundsolide produziert und macht einen ordentlichen Eindruck. Man sollte sich "The Proposition" aber auf jedenfall vorher erst einmal ausleihen.



Bilder der DVD




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