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DK 2005
Originaltitel:Adams æbler
Alternativtitel:Adams Äpfel - Gott ist auf meiner Seite
aka. Adam's Apples
Länge:90:55 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Anders Thomas Jensen
Buch:Anders Thomas Jensen
Kamera:Sebastian Blenkov
Musik:Jeppe Kaas
SFX:Lars Andersen
Darsteller:Ulrich Thomsen, Mads Mikkelsen, Paprika Steen, Nicolas Bro, Nikolaj Lie Kaas, Gyrd Løfqvist, Lars Ranthe, Peter Reichhardt, Tomas Villum Jensen, Peter Lambert, Solvej K. Christensen
Vertrieb:Delphi / EuroVideo
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:03.05.2007 (Verleih) / 10.05.2007 (Kauf)



Inhalt
Der Landpfarrer Ivan (Mads Mikkelsen) widmet sich in seinem kleinen Gotteshaus der Resozialisierung Straffälliger und lässt sich durch keinen Schicksalsschlag, scheint er doch so grausam, von seinem positiven Weltbild entfernen. Adam (Ulrich Thomsen) ist ein böser Mensch. Seine Bibel ist Hitlers "Mein Kampf" und momentan hat er nur ein Ziel: Den Scheißjob mit der gemeinnützigen Arbeit, zu dem er in Ivans Gemeinde verdonnert wurde, so schnell als möglich abzureißen und dann zu seinen Kameraden zurückzukehren. Leichter gedacht, als getan, denn schon die erste Begegnung mit dem hamoniesüchtigen Pastor droht zu eskalieren, zu verklärt wirkt Ivan auf den echten Kerl Adam. Also versucht Adam Ivan von der Schlechtheit der Welt zu überzeugen, während Ivan das seinige dafür tut, das fehlgeleitete Schaf zurück auf den Weg der Tugend zu führen. An der sich zuspitzenden Auseinandersetzung zwischen Gut und Böse scheint sich aber noch eine dritte Macht zu beteiligen, die beide Seiten auf eine schwere Prüfung stellen wird.

Bild
Format2,35:1 (anamorph)
NormPAL
 Größere Kritikpunkte am Bild gibt es nicht da man sich sehr viel Mühe gegeben hat. Die Schärfe ist gelungen, jedoch nicht als perfekt zu bezeichnen. Hierfür hätte man noch etwas an der Detailschärfe arbeiten müssen. Gerade im Hintergrund fehlt es an dieser. Die Farbgebung und der Kontrast können sehr wohl überzeugen, da man mit sehr natürlichen Farben und einem passenden Kontrast arbeitet, der sich weder in hellen noch in dunklen Szenen irgendwelche Schnitzer erlaubt. Sichtbar ist aber ein minimales Hintergrundrauschen, welches aber nicht sonderlich ins Gewicht fällt. Die Kompression kann ebenfalls als gelungen bezeichnet werden und arbeitet sehr sauber.
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Ton
FormateDolby Digital 2.0, Dolby Digital 5.1(Deutsch)
SpracheDeutsch, Dänisch
UntertitelDeutsch
 Wie bei diesem Genre üblich darf man nicht sonderlich viel erwarten, da der Großteil im Frontbereich zustande kommt. Hauptsächlich wird die Räumlichkeit für den Musikscore genutzt. Wenn es aber nötig ist werden auch direktionale Effekte eingesetzt, um ein räumliches Klangvolumen zu schaffen. Hierfür wird auch der Subwoofer dezent ins Geschehen mit einbezogen, um eine ordentliche Dynamik zu verbreiten. Die Tonausgabe ist bei allen drei Varianten sehr klar und fehlerfrei. Rauschen ist keins vorhanden.
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Extras
Extras
  • Nicht verwendete Szenen (15:38 Min.)
  • Making of "Adams æbler" (25:47 Min.)
  • Deutscher Kinotrailer (1:46 Min.)
  • Rezept: Dänischer Apfelkuchen (2 Seiten)
  • Das Buch Hiob (12 Seiten)
  • Auszeichnungen (3 Seiten)
  • Cast & Crew Infos:
    • Mads Mikkelsen (6 Seiten)
    • Ulrich Thomsen (6 Seiten)
    • Paprika Steen (5 Seiten)
    • Nikolaj Lie Kaas (5 Seiten)
    • Nicolas Bro (4 Seiten)
    • Ali Kazim (2 Seiten)
    • Anders Thomas Jensen, Regie (6 Seiten)
  • Trailershow:
    • In 3 Tagen bist du tot (1:51 Min.)
    • We Feed the World - Essen global (1:05 Min.)
    • NVA (2:09 Min.)
    • Knallhart (1:44 Min.)
VerpackungKeepCase
 Die DVD hat einige interessante Extras zu bieten. Zuerst werden Deleted Scenes angeboten, die man doch alle irgendwie gern im Film gehabt hätte. Schlecht sind sie nämlich nicht und werden wohl nur aus Gründen der Straffung raus genommen worden sein. Einen guten Überblick und einiges an Hintergrundinformationen bietet das Making of, in welchem die Stars hinter und vor der Kamera zu Wort kommen. Aber es macht sich auch hier eine Amerikanisierung breit, da man auch sehr viel Lobeshymnen preisgibt, wie toll doch alles und jeder war. Wenn man den Film, also das Endergebnis sieht, kann man es aber irgendwie auch verstehen und daher: Auge zu und durch. Abgerundet wird mit dem deutschen Kinotrailer, es gibt aber auch noch einige Texttafeln zu besichtigen, wo man unter anderem das Buch Hiob lesen kann oder ein Rezept für dänischen Apfelkuchen. Eine Trailershow des Anbieters gibt es zudem.
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Fazit
Anders Thomas Jensens "Adams Äpfel" dürfte wohl eine der besten Filmveröffentlichungen im Jahre 2007 sein und darf gerne als echter Geheimtipp verstanden werden. Denn die Komödie, die den Kampf zwischen Gut und Böse schildert, hat alles, was einen wahrlich guten Film ausmacht. Erzählt wird die Geschichte vom Neo-Nazi Adam (Ulrich Thomsen), der frisch aus dem Gefängnis entlassen in die Obhut des Gemeindepfarrers (Mads Mikkelsen) gerät, der in seiner Kirche ein Rehabilitationszentrum für Kriminelle eingerichtet hat. Ivan, so der Name des Gottesdieners, ist davon überzeugt, dass es nur Gutes im Menschen gibt und versucht die Kriminellen auf den richtigen Weg zu führen. Damit dies gelingt, muss sich Adam zuerst ein Ziel setzen: eine Aufgabe, die den Erfolg zum Ende der Therapie krönt. Durch einen dummen Wortwitz von Adam einigen sich die beiden darauf, dass Adam einen Apfelkuchen backen muss. Hierfür benötigt er natürlich Äpfel, die am Baum im Kirchengarten wachsen. Also wird ihm quasi als zweite Aufgabe das Pflegen des Baumes aufs Auge gedrückt. Neben ihm befinden sich noch drei weitere Gesellen in der Obhut des Priesters. Sarah (Paprika Steen) etwas abgewrackt, schwanger und alkoholabhängig, ist die Frau im Bunde. Dazu gesellen sich noch Gunnar (Nicolas Bro), ein ehemaliger Tennisspieler, der ebenfalls ein Alkoholproblem hat und zudem ein Vergewaltiger und Kleptomane ist, und Khalid (Ali Kazim) ein islamitischer Tankstellenräuber mit terroristischen Ambitionen. Dieser Umgang erschwert Adams Lebensweise ungemein und wird durch die positive Lebenseinstellung des Pastors noch verschlimmert. Auch eine höhere Macht scheint mit dem Geschehen auf Erden nicht sonderlich zufrieden zu sein und setzt alles daran, der Mission Apfelkuchen zu schaden.
Durch den Storyaufbau merkt man schon, auf welche Achterbahnfahrt sich der Zuschauer begibt, doch das hier Beschriebene ist nur ein Bruchstück von dem, was Regisseur Jensen an Ideen parat hält. Dass hierbei auch eine gewisse Unkorrektheit zu tage gefördert wird, setzt dem ganzen noch die Krone auf. Die Verbindung zur Kirche und das Zitieren biblischer Elemente in Verbindung mit dem nationalsozialistischen Gedankengut oder das zwanghafte Zusammenleben eines Skins mit einem muslimischen Mitmenschen innerhalb einer kirchlichen Gemeinschaft wurde perfekt ausgearbeitet. Vor allem liegt dies an der Charakterisierung der Rollen, da jede für sich über Eigenheiten verfügt. Für den Zuschauer entsteht nun das Problem, dass man den Film nicht als Nebenbeschäftigung ansehen kann, da er verstanden werden will. Solche Rollen können nicht mit beliebigen Darstellern besetzt werden, sondern man muss genau darauf achten, ob der jeweilige Charakter auch zum Darsteller passt. Jensen hat aber alles richtig gemacht und besetzte die Rollen mit einer Güteklasse dänischer Charakterdarsteller, denn mit ihnen steht oder fällt die Umsetzung des Drehbuches. Neben dem Humor fehlt es aber auch nicht an ernsten Momenten, in denen sich der Zuschauer dann fragt, ob er lachen oder weinen soll. Eine tiefgründige Dramatik reicht sich mit rabenschwarzem Humor die Hand. Darin versteckt Jensen zudem noch eine Botschaft, die es dann zu entdecken gibt. Dennoch sei aber auch etwas gewarnt, denn es wird vor nichts und niemanden halt gemacht. Jeder bekommt sein Fett weg und jeder Charakter hat auch Eigenarten, die jeder Zuschauer irgendwo in sich selber wieder finden wird. Wenn ich als Autor dieses Textes nach einen negativen Aspekt in diesem Film suche, werde ich ihn in "Adams Äpfel" nicht finden, denn alles wirkt durchdacht und erlaubt sich keine Fehler. Dieser Meinung waren wohl auch die Besucher des NIFFF 2006, die "Adams Äpfel" mit dem Publikumspreis auszeichneten.



Bilder der DVD




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