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D, UK, IT, ESP 1969
Originaltitel:Trono di fuoco, Il
Alternativtitel:Bloody Judge, The
aka. Juez sangriento, El
aka. Night of the Blood Monster
aka. Proceso de las brujas, El
aka. Throne of the Blood Monster
aka. Trial of the Witches
aka. Witch Killer of Broadmoor
aka. Witches' Trial
Länge:102:39 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ungeprüft
Regie:Jesus Franco
Buch:Michael Haller, Harry Alan Towers, Anthony Scott Veitch
Kamera:Manuel Merino
Musik:Bruno Nicolai
Darsteller:Christopher Lee, Maria Schell, Leo Genn, Hans Hass Jr., Maria Rohm, Margaret Lee, Pietro Martellanza, Howard Vernon, Milo Quesada, Werner Abrolat, José María Blanco, Diana Lorys, José María Prada, John Thompson
Vertrieb:XT Video
Norm:PAL
Regionalcode:0
DVD-Start:17.05.2006 (Kauf)



Inhalt
Im Jahre 1685 herrscht in England der oberste Richter Lord Jeffreys mit unglaublicher Härte und Gewalt. Fanatisch geht er gegen junge Frauen vor, die der Hexerei bezichtigt werden. Auch Alicia wird gefangen genommen, ihr steht ein aussichtsloser Prozess und grausame Folterung bis zu einem Geständnis bevor. Ihre Schwester Mary versucht verzweifelt, sie durch ein Gnadengesuch vor dem sicheren Tod zu retten - ein Unterfangen ohne Erfolg. Im Land kommt unterdessen Unruhe auf, Rebellen wollen den König stürzen. Dies lässt Lord Jeffrey noch härter durchgreifen und seine Folterknechte haben bald auch Mary in ihren Klauen. Für sie beginnt ein gnadenloser Alptraum in dem dunklen Verlies des sadistischen Hexentöters.

Bild
Format2.35:1 (anamorph)
NormPAL
 Beim Bild könnte man meinen, eine US-DVD hätte als Vorlage herhalten müssen, denn stellenweise sieht es richtig gut aus. Taghelle Szenen besitzen eine annehmbare Grundschärfe, die zwar kein sehr gutes Niveau erreicht, aber für einen älteren Nischenfilm angemessen ist. Aber anscheinend hat man die anamorphe Abtastung wieder verbastelt. Ghosting macht die Bewegungsschärfe sichtbar schlechter und die Kompression arbeitet auf Sparflamme, was dauerhaftes Blockrauschen, besonders auf hellen Hintergründen gut erkennbar, aber auch in Schatten, produziert. Das greift natürlich auch die Details an. Außerdem bin ich oft mit der Farbgebung unzufrieden. Gesichter haben fast immer einen Grünstich und auch sonst scheinen die Tönungen aufgebauscht und unnatürlich, als ob man altersbedingte Blässe durch Justierung des Farbreglers wieder aufarbeiten wollte. Kratzer kommen nur selten vor, eher seilt sich mal ein Spinnenfaden ab. Trotzdem, 4 Punkte sind das lange nicht, dafür ist das Bild dann oft auch zu dunkel, es trägt in einer Szene sogar ein falsches Bildformat und die Farben sind zu gelblich.
 +++---

Ton
FormateDolby Digital 5.1, Dolby Digital 2.0
SpracheDeutsch
Untertitel-
 Ganz wunderbar, dass man wieder die Monospur auf alle fünf Lautsprecher aufgesplittet hat. Das bringt natürlich gar nix, nervt eigentlich nur und lässt das stellenweise intensive Rauschen nur noch mehr herausklingen. Etwas Zischeln und stellenweise ein Brummen charakterisieren den deutschen Ton, der sonst aber, abgesehen von einer einzigen Ausnahme, gut verständlich ist und nicht zu sehr kratzt. Etwas problematisch sind die Einfügeszenen, zu welchen es keine deutsche Synchro gibt. Diese oftmals kurzen, aber zahlreichen Stellen sind im etwas schlechteren englischen Originalton gehalten. Aber weder gibt es eine komplette O-Tonspur, die den Film sicherlich aufwerten würde, noch sind die für die Inserts bereitgestellten deutschen Untertitel sonderlich vollständig. Schludrige und unnütze Features also anstatt Sorgfalt, mehr ist das nicht.
 ++----

Extras
Extras
  • Trailer (0:54 Min.)
  • TV-Spot (0:30 Min.)
  • Artwork-Galerie (14 Bilder)
  • Bildergalerie (120 Bilder)
VerpackungKleine Hartbox
 Der Bonusbereich bietet uns den US-Trailer (unter dem klingenden Namen "Night Of The Blood Monster"), einen Double Feature Teaser, eine Galerie mit Artworks aus verschiedenen Ländern und einer ausführliche Bildergalerie an. Die Menus sind zwar nicht animiert, enthalten aber Teile des Scores. Leider hat man überall die selbe Tonspur drunter gelegt, was nicht grad abwechslungsreich ist.
 +-----

Fazit
Francos "Hexentöter von Blackmoor" ist ein solider Genrebeitrag, der aber weder die barbarische Intensität eines Interner Link"Witchfinder General", noch die grafische Gewalt eines Interner Link"Mark of the Devil" hat und so nur bedingt für Freunde von "Hexenjägerfilmen" interessant ist. Trotz des großen Budgets, das sich vor allem in tollen Kostümen und Kulissen widerspiegelt, kann der Streifen nicht mit anderen Werken mithalten. Denn zu zäh ist der Storyfluss, wirklich im Genre "Hexenjägerfilm" kann man den Film auch nicht ansiedeln. Christopher Lee als Richter ist zwar überzeugend, doch ist seine Rolle weniger als wirklicher Verfolger von Hexen gezeichnet, denn einem politischen Raffgeier, der nach Macht strebt und Folter und Tod nur nutzt, um die Verwirrung im Lande zu seinen Gunsten zu nutzen.
So ist das Thema Hexenverfolgung nicht wirklich präsent, somit auch der Folterfaktor eher gering. Es gibt zwar ein paar Szenen, in denen "die Harke", die übliche Streckband oder auch Daumenschrauben zum Einsatz kommen - doch wirklich grafisch sind die Szenen weniger, wirken auch längst nicht so hart wie in anderen Produktionen, wenn auch im Kontext eingebettet "stimmig" gemacht. Doch kann der Film auch außerhalb der Szenen im Folterkeller mit einer schönen gotisch-mittelalterlichen Atmosphäre aufwarten, wo man sieht wo Geld herein gesteckt wurde. Ja selbst eine Schlachtenszene mit Kanonen, fallenden Pferden und Bombast gibt es - sehr schön gemacht und man glaubt kaum das so etwas in einen Franco-Film zu sehen ist.
Franco-untypisch gibt sich auch der geringe Sleaze- und Erotikfaktor. Zwar gibt es die ein oder andere Szene, in der es nackte Haut zu sehen gibt, doch im Verhältnis zu sonstigen Filmen von ihm gibt es hier relativ wenig zu sehen. Jedoch bieten die Szenen, in der eine Gefolterte die andere ablecken muss oder als der Folterknecht am Ende von den befreiten Insassinnen der Kerker regelrecht zerfleischt wird, Ausblicke auf Francos spätere Exploiter; sicherlich einer der ersten Filme von Franco, die seine Ära "Frauenfolterfilm" einleiten sollten.
Darstellerisch ist zwar ein Christopher Lee dabei, der recht ordentlich spielt, aber längst nicht das Charisma eines Vincent Price aus "Witchfinder General" oder eines Herbert Lom aus "Mark of the Devil" hat. Leider erfährt man recht wenig über die Person George Jeffreys, zudem ist eine Charakterzeichnung kaum auszumachen - im Anbetracht dessen, dass es sich um eine authentische Person handelt, etwas schade. Auch Maria Schell ist als blinde Seherin etwas unterbeschäftigt, da kann Howard Vernon als Chef-Folterer schon mehr gefallen. Aber im Ganzen fehlen einem schon richtige Bezugspersonen, dramaturgisch etwas halbgar alles.

Die neu erhältliche längste Version des Films mit einer Lauflänge von knapp 100 Minuten mag zwar nun komplett sein, ist aber bisweilen etwas langatmig geraten. Etwas gestraffter wäre der Film zwar nicht besser, aber besser zu schauen. Für Genrefreunde also nur eine bedingte Empfehlung, da wie gesagt nicht die Komponente Hexenverfolgung behandelt wird wie man sich vielleicht wünschen mag, sondern eher mehr politische Intrigen im Vordergrund stehen.

Die XT-DVD ist in drei verschiedenen Covervarianten erschienen. Darunter befindet sich auch eine Special Edition, der auf einer Bonus-DVD weiteres Material beiliegt.



Bilder der DVD




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NewsJess Franco verstorben: Ein Nachruf
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