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CAN 2005
Originaltitel:Saints-Martyrs-des-Damnés
Alternativtitel:Saint Martyrs of the Damned
Länge:112:09 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Robin Aubert
Buch:Robin Aubert
Kamera:Steve Asselin
Musik:Yves Desrosiers
SFX:Louis Craig, Buzz Image Group
Darsteller:Isabelle Blais, Sylvie Boucher, François Chénier, Pierre Collin, Michel Forget, Carl Hennebert-Faulkner, Germain Houde, Renaud Lacelle-Bourdon, André Lacoste, Mathilde Lavigne, Hubert Loiselle, Alexis Martin, Monique Mercure, Monique Miller, Alec Poirier, Patrice Robitaille
Vertrieb:MCOne
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:01.06.2006 (Verleih) / 13.07.2006 (Kauf)



Inhalt
Menschen verschwinden auf geheimnisvolle Weise in dem kleinen Dorf Saint Martyrs. Boulevardjournalist Flavien und Fotograph Armand wollen sich die mysteriösen Vorfälle vor Ort ansehen, doch kaum angekommen, verschwindet Armand. Die Suche nach seinem Freund entwickelt sich für Flavien zu einem Alptraum. Er wird nicht nur von dem Geist einer längst verstorbenen Frau verfolgt, auch die seltsamen Dorfbewohner scheuen keine Mittel, ihn von seiner Suche abzuhalten. Doch der Journalist gibt nicht auf - und entdeckt bald ein grauenhaftes Geheimnis ...

Bild
Format2.35:1 (anamorph)
NormPAL
 Es ist selten, dass solch eine starke Farbverfremdung den Sehgenuss erhöht und nicht negativ beeinflusst. Grundsätzlich wurde dem Material die Farblichkeit entzogen, weswegen man sich schnell in der geisterhaften, alten Stadt zurecht finden wird. Meist sind es gelbliche oder gründliche Töne, die das stilisierte Bild bestimmen und im düsteren Ambiente ein unbehagliches Gefühl entwickeln, was man beispielsweise schon von Interner Link"Calvaire" oder einigen neueren Backwood-Slashern her kennt. Auch der Kontrast scheint modifiziert, den Schatten wurde etwas mehr Spielraum gegeben, ohne helle Elemente zu sehr abzudunkeln und die Erkennbarkeit zu gefährden. Der Transfer wirkt dank knackiger Schärfe meist sehr realistisch und filigran, auch wenn stellenweise dezentes Rauschen und etwas Abschwächung der Details auftreten. Aber das stört nur unwesentlich, bekommt man doch sonst eine Optik geboten, die hohen Ansprüchen gerecht und nicht von der Kompression beeinflusst wird.
 +++++-

Ton
FormateDolby Digital 5.1
SpracheDeutsch, Französisch
UntertitelDeutsch
 Beide Sprachen sind als Surround-Mix gelungen. Vor allem die Frontlautsprecher können sich mit direkten, natürlichen Geräuschen und Dialogen gut einbringen und lasen auf den hinteren Lautsprechern ein wenig Platz für die effektive Musik und ein paar Surround-Geräusche. Besonders die Musik überrascht an einigen Stellen durch fülligen, glasklaren Klang, der die Atmosphäre maßgeblich unterstützt. Wenn man Kritik anbringen kann, dann ist das der etwas schwache Anteil an echten Surround-Effekten, wodurch der Mix zum netten, aber nicht überwältigenden Beiwerk wird. Nichtsdestotrotz eine angemessene Leistung, fast sehr gut. Die deutschen Untertitel sind scheinbar der direkten Übersetzung des Originaltons entnommen, weichen also etwas von der Synchro ab.
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Extras
Extras
  • Trailer (1:16 Min.)
  • Making Of (16:02 Min.)
  • Deleted Scenes:
    • Flavien fragt nach dem Foto von Malvina (1:06 Min.)
    • Schild: Dämmerung des Grauens (0:11 Min.)
    • Flavien belauscht Méchant und Rosie (2:41 Min.)
    • Flavien ruft Raoul an (0:31 Min.)
    • 1. Traum: Lange Version (4:27 Min.)
    • Ankunft des Bürgermeisters (0:53 Min.)
    • Flavien schickt noch ein Fax (2:18 Min.)
    • Flavien bittet Médé um Hilfe (0:43 Min.)
    • Rosies Striptease (3:02 Min.)
    • Flaviens Verhör (2:34 Min.)
    • Flavien sagt Armand, dass er bleibt, um zu verstehen (2:48 Min.)
    • Flavien wird erwartet (1:43 Min.)
    • Flavien vor dem Auge (Lange Version, 1:31 Min.)
  • Fotogalerie (20 Bilder)
  • Maske (4:45 Min.)
  • Programmhinweise:
    • Puerto Vallarta Squeeze (2:16 Min.)
    • Sonata (2:23 Min.)
    • Reeker (1:57 Min.)
    • Cypher (2:00 Min.)
    • Stephen King's Riding The Bullet (1:22 Min.)
    • Donnie Darko (2:21 Min.)
    • Kaena (1:25 Min.)
    • The Cooler (2:11 Min.)
    • Angst über Amerika (1:02 Min.)
VerpackungKeepCase
 Mit dem Silberdruck auf dem Cover hat man sich schon mal eine guten Blickfänger gebastelt. Unter den Extras gibt es ein interessantes Making Of, welches zu großen Teilen am Set entstanden ist und ein ausgewogenes Verhältnis von wenigen Filmszenen und vielen Infos von den Machern bietet. Die Deleted Scenes enthalten einige Szenen, die ich im Film schmerzlich vermisse, weil sie dem Puzzle interessante Stücke hinzufügen. Hervorzuheben sind hier der Traum, der Strip und das Verhör. Bei "Flavien wird erwartet" sieht man übrigens deutlich, wie der Effekt des Doppelgängers gefilmt wurde: Man hat die beiden Filmhälften weich ineinanderfließen lassen, so dass man am Himmel noch etwas von der Schweißnaht sieht. Eine Bildergalerie mit imposanten, hochwertigen Stills und ein kurzer Beitrag zur Entstehung der Maske des Geistes schließen das durchweg brauchbare, aber etwas kurze Bonusmaterial ab.
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Fazit
Wer einfach mal wieder was anderes als üblich sehen möchte, kann sich gern mal an "Saint Martyrs Des Damnes" versuchen, einer kanadischen Produktion, die eindeutig so angelegt wurde, um mit Interner Link"Twin Peaks" verglichen zu werden. Knapp zwei Stunden lang, wird erst mal eine Dreiviertelstunde daran verschwendet, den Zuschauer nachhaltig zu verwirren und das allein ist ja den Versuch schon mal wert.
Da haben wir also einen Revolverblattjournalisten Marke "Von Aliens entführt", der auf einen letzten Auftrag losgelassen wird, angeblich endlich mal einen realen. In dem titelgebenden Städtchen verschwanden nämlich reichlich Leute, um nie wieder aufzutauchen. Kaum dort angekommen, verschwindet der Fotografenkollege unseres Helden Flavien spurlos und dafür darf er eine Parade schräger Vögel abnehmen. Ein monotoner Graukopf und zwei bizarre Zwillingsomas, die sich an der Rezeption seines Hotels abwechseln, ohne das der eine angeblich von den anderen weiß. Ein wutschnaubender Bürgermeister mit seinen Rockabilly-Aufmischern, eine geisterhafte Braut, die auf Landstraßen umherwandelt. Ein Mädchen, das auf der Kuhweide E-Gitarre spielt. Ein Werkstattangestellter mit Gesichtsmaske. Eine Imbissbesitzerin, die ständig in Strapsen rumläuft, samt ihres mongoloiden Sohnes. Und eine Fabrik, in der unheimliche chirurgische Eingriffe vorgenommen werden und in der ein monströses Ungetüm hockt. Natürlich kann die zweite Hälfte des Films der ersten nicht Rechnung tragen, man darf aber das Kompliment machen, dass man die Auflösung bei Beginn noch nicht kommen sieht. Der Film mündet in einen soliden Klon-Horror, in den auch die Hauptfigur auf bizarre Art und Weise verwickelt ist und der vom Zuschauer viel Aufmerksamkeit verlangt, damit man die vielen Handlungsstränge auch noch nach zwei Dritteln halbwegs versteht.
Ein Handicap ist leider Hauptdarsteller Francois Chenier, der die vollen zwei Stunden mit demselben Gesichtsausdruck am Ball bleibt, ein Klotz am Bein, den die Dorfbewohner nicht loswerden, der uns aber auch nie so recht das Herz wärmen will. Wenn es dann wirklich mal romantisch wird, dann wirkt das in diesem ausgebleichten Film sofort ungewollt kitschig. Wie überhaupt Tempo kein Stilmittel des Films ist, geradezu aufreizend betulich reiht sich eine seltsame Szene an die nächste. Für Rätselfreunde sind am Ende noch genug Fragen offen geblieben und das Finale ist kaum dazu angetan, den Film offenherzig durchzuwinken, aber generell ist der Film eine frische Brise am DVD-Markt, Voraussetzung ist und bleibt aber, die französische Machart des Films zu mögen. Robin Aubert ist zwar definitiv kein David Lynch, kann aber den Kreis recht sauber schließen und entlässt alle mit dem Gefühl, mal was anderes präsentiert bekommen zu haben. Ob der Bissen schmeckt, steht auf einem anderen Blatt. Ich für meinen Teil lade alle experimentierwilligen Zuschauer ein.



Bilder der DVD




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