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IT 1970
Originaltitel:Decameron, Il
Alternativtitel:Decameron
aka. Decameron, The
Länge:106:33 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Pier Paolo Pasolini
Buch:Pier Paolo Pasolini nach einer Vorlage von Giovanni Boccaccio
Kamera:Tonino Delli Colli
Musik:Ennio Morricone, Pier Paolo Pasolini
Darsteller:Franco Citti, Ninetto Davoli, Jovan Jovanovic, Vincenzo Amato, Angela Luce, Giuseppe Zigaina, Gabriella Frankel, Vincenzo Cristo, Pier Paolo Pasolini, Giorgio Iovine, Salvatore Bilardo, Vincenzo Ferrigno, Luigi Seraponte, Antonio Diddio, Mirella Catanesi, Vincenzo De Luca
Vertrieb:Legend/Universum
Norm:PAL
Regionalcode:0



Inhalt
Der florentinische Dichter Boccaccio (1313-1375) verfasste über 100 Novellen um Liebe und Sexualität, die er von den Teilnehmern einer kleinen, erlesenen Gesellschaft in den Zeiten der Pest erzählen lässt. Nonnen vergnügen sich mit Gärtnern, Priester brechen Ehen und ein Maler erkennt, dass er niemals den idealen Vorstellungen entsprechen wird ...

Bild
Format1.85:1 (anamorph)
NormPAL
 Die nächtliche Silhouette weist einige Nachzeicheneffekte in Form von leichten Doppelkonturen nach, dies aber weiter schlimm, bewegt sich die Schärfe dadurch doch auf einem beachtlichen Niveau. Auch die Restaurationsbemühungen für dieses Werk scheinen sich gelohnt zu haben, sieht man doch äußerst selten analoge Defekte, die eher in den Hintergrund treten. Einzig etwas störend dürfte das hintergründige Rauschen sein, welches einige Flächen stark in Beschlag nimmt, andere wiederum auslässt. Die Kompression quittiert dies in solchen Sequenzen mit leichter Block- und Artefaktbildung, ansonsten kann man ihr aber nichts anlasten. Besonders schön hervorgehoben wurden die kräftigen Farben, die selbst noch in nächtlichen Szenen brillant und natürlich hervorstechen und von einem überraschend guten Kontrast begleitet werden.
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Ton
FormateDolby Digital 1.0
SpracheDeutsch, Englisch
UntertitelDeutsch
 Die beiden Tonspuren beließ man auf Mono, was einen Center bezogenen, nur selten spürbar rauschenden Ton ergibt, sollte man nicht von Hand auf normalen Stereobetrieb umschalten. Die deutsche Synchronisation gibt sich alt und zischt in den Stimmen, die Geräuschkulisse ist aber ebenso klar (relativ zum Alter des Films natürlich) wie die des italienischen Tons. Wer diesen einschaltet, kommt noch in den Genuss von sehr störungsfreien und klaren Dialogen, die zwar etwas aufgesetzt wirken (evtl. eine Neusynchronisation?), aber auch wesentlich reiner wirken. Knackser oder Tonausfälle bleiben aus.
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Extras
Extras
  • Pappschuber
  • 4seitiges Booklet
  • Interview mit Ninetto Davoli (11:31 Min.)
  • Bildergalerie
  • US-Trailer (1:22 Min.)
  • Ital. Originaltrailer von 1971 (2:18 Min.)
 Der US-Trailer sollte in keiner obskuren Trailersammlung fehlen, aber auch der italienische Trailer, welcher mit festen deutschen Untertiteln versehen hat, ist Gold wert. Im Interview mit Pasolinis Vertrauten Davoli wird in lockerer Runde über den Ursprung des Filmes gesprochen, so dass man hier schon einige Details zur Deutung einiger Elemente innerhalb des Filmes erfährt. Beispielsweise die Darsteller wurden per Hand ausgewählt und rekrutieren sich allesamt aus Schauspiel unerfahrenen Personen, die Pasolini und Davoli zusammen auf den Straßen antrafen und zur Mitarbeit bewegen konnten. Weitere Infos zur Trilogie befinden sich im Booklet, die Bildergalerie zeigt ein paar Fotos und zoomt dynamisch zwischen diesen hin und her. Die DVD, welche eine vertonte Menuführung bereithält, steckt in einem schönen Pappschuber, die Covergestaltung der inneren Hülle ist daher eher schlicht.
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Fazit
"Decameron", Pasolinis auszugsweise Verfilmung von Giovanni Boccaccios Geschichtensammlung gleichen Namens und Beginn der "Trilogie des Lebens", ist eine vergnügliche Erzählung, die in ihren teils herben Späßen auf das religiöse und sexuelle Leben des zumeist einfachen Volks des Mittelalters sicherlich einige Interpretationsmöglichkeiten offen lässt, die mir nach einmaligem Anschauen aber noch nicht sonderlich bewusst wurden. Die lose aneinander geknüpften, aber nie abgehackt wirkenden Einzelgeschichten, die mitunter auch untereinander im Ablauf springen, erweisen sich trotzdem als hervorragende, leichte Unterhaltung, eine frivole Komödie, die sich satirisch und warmherzig um die Einfältigkeit der Menschen kümmert. Da Pasolini sehr aufwendig in seiner Verfilmung vorging, wird trotz selbstironischem und lockeren Umgang mit dem Thema Sexualität ein Niveau erreicht, welches weit über dem der damaligen Sexpossen lag. Pasolini selbst ist in einer Episode zu sehen und stellt sich wohl autobiografisch als Künstler dar, der den ersten Teil mit einem treffenden Zitat abschließt. Die DVD wurde schick umgesetzt, technisch dem Möglichen angepasst und erhält dadurch eine klare Kaufempfehlung.



Bilder der DVD




Druckbare Version
Canterbury Tales
Geschichten aus 1001 Nacht
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