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D, IT, FR 1972
Originaltitel:Avventure di Pinocchio, Le
Alternativtitel:Abenteuer von Pinocchio, Die
aka. Aventures de Pinocchio, Les
aka. Adventures of Pinocchio, The
Länge:ca. 322 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 6 Jahre
Regie:Luigi Comencini
Buch:Suso Cecchi d'Amico, Carlo Collodi, Luigi Comencini
Kamera:Armando Nannuzzi
Musik:Fiorenzo Carpi
Darsteller:Nino Manfredi, Franco Franchi, Ciccio Ingrassia, Andrea Balestri, Mario Adorf, Ugo D'Alessio, Lionel Stander, Mario Scaccia, Jacques Herlin, Zoe Incrocci, Carlo Bagno, Nerina Montagnani
Vertrieb:Koch Media
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:25.05.2007 (Kauf)



Inhalt
Größter Wunsch des Fischers Gepetto ist es einen eigenen Sohn zu haben. Da ihm dies bisher verwehrt blieb, schnitzt er sich die Marionette Pinocchio um zumindest ein wenig an Unterhaltung zu bekommen. Eines Nachts erscheint eine Fee und haucht der Puppe tatsächlich Leben ein. Doch Pinocchio muss sich erst noch bewähren, bis er ein richtiger Junge werden kann. Statt zur Schule zu gehen, verkauft er seine Bücher und zieht in die Welt hinaus. Als er nach längerer Zeit zurückkehrt, findet er Gepettos Haus verlassen vor. Der alte Mann hat sich bereits auf die Suche nach Pinocchio gemacht. Nach vielen Abenteuern finden sie sich im Bauch eines Wals wieder.

Bild
Format1,33:1 (Vollbild)
NormPAL
 Bildtechnisch hat Koch Media hier wirklich ganze Arbeit geleistet und liefert uns ein schönes, aufwendig restauriertes Bild ab, welches mit einer stets natürlichen Farbgebung und einem ausgewogenen Kontrast aufwarten kann. Letzterer liefert auch in dunklen Szenen noch gute Werte ab, wobei helle Flächen zu dezenten Überstrahlungen neigen. Die Schärfe darf auch als gut bis teilweise sogar sehr gut angesehen werden. Vor allem die sauberen Konturen und die knackigen Kanten lassen den Vollbildtransfer sehr plastisch erscheinen, was für eine Serie aus dem Jahre 1972 eher selten ist. Leichtes Bildrauschen stört genauso wenig wie die hin und wieder auftauchenden Drop-Outs und Verschmutzungen, wobei ab und an wirklich sehr viele davon zu sehen sind. Der Bildstand ist eher ruhig und die Kompression arbeitet sehr sauber. Ingesamt also ein mehr als guter Transfer.
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Ton
FormateDolby Digital 2.0 (Stereo)
SpracheDeutsch, Italienisch
UntertitelDeutsch
 Die deutsche Stereospur klingt sehr frisch und stets klar und verständlich. Selbst die Musik erfreut sich eines guten Klanges und das für eine Serie, welche rund 35 Jahre auf den Buckel hat. Die italienische Tonspur klingt hingegen eine Spur dumpfer, kann ansonsten aber ebenfalls gefallen. Leichtes Rauschen bei beiden Tonspuren trüben den Hörgenuss nicht sonderlich. Optional gibt es deutsche Untertitel. Die damalig gekürzten und nicht synchronisierten Szenen wurden ebenfalls deutsch untertitelt.
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Extras
Extras
  • 16seitiges Booklet
VerpackungDigipack
 Als Bonus gibt es lediglich ein 16seitiges Booklet, welches aber sehr interessante Information zur Mini-Serie Preis gibt.
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Fazit
"Es war einmal ein ... 'Ein König'!, werden sofort meine kleinen Leser rufen.
Nein, Kinder, da habt ihr euch geirrt! Es war einmal - ein Stück Holz."
- Carlo Collodi

Wer kennt sie nicht, die Geschichte von der Holzpuppe, die ein Mensch sein möchte? Geschaffen vom Florentiner Journalisten, Satiriker und Schriftsteller Carlo Collodie, unter den Titel "Storia di un burattino" (Geschichte einer Holzpuppe) erschienen 1881 die ersten 15 Kapitel in einer Kinderzeitschrift. Collodie ließ Pinocchio allerdings sterben und so wurde er als Strafe für seine Ungehorsamkeit gehenkt. Doch die Geschichte wurde auf anraten des Verlegers weitererzählt und so gab es in den nächsten 2 Jahren 21 weitere Kapitel, in denen Pinocchio überlebt, sich bessert und am Ende doch noch ein echter Junge aus Fleisch und Blut wurde. Den Rest kennt man - Die Geschichte um den kleinen Holzkopf wurde immer und immer wieder aufgelegt und in verschiedensten Formen auf Papier gebracht bzw. verfilmt. Sei es die Kindgerechte, amerikanisierte Disney-Version, in der Pinocchio moralische Unterstützung von einem kleinen Grashüpfer erhielt, über eine japanische Zeichentrickserie, welche jeder kennen dürfte und auch heute noch auf KIKA zu sehen ist, bis hin zu erwachsenen Versionen in Form von Pornofilmen oder als Mörderpuppe in Interner Link"Pinocchio - Die Puppe des Todes".
1972 erschien diese sechsteilige deutsch-französisch-italienische Co-Produktion unter der Regie von Luigi Comencini in Italien und wurde ein großer Erfolg. Hierzulande erschien die Serie in 13 Teilen, leicht gekürzt und gilt auch heute noch als eine der erfolgreichsten Verfilmungen der Geschichte, wobei Luigi Comencini die Erzählung sehr frei interpretierte, zumindest ab der dritten Episode. Zudem verzichtet Comencini nahezu auf alle phantastischen Elemente der Geschichte und so ist z.B. die Schnecke im Dienste der Fee lediglich eine alte, sehr langsame Frau, der Richter ist ein ganz normaler Mann und kein Gorilla und die Halunken sind nur Schausteller. Selbst Pinocchio ist ein richtiger Knabe und nur in den seltesten Fällen eine Puppe, wodurch sich der Grundtenor der Geschichte stark verändert und man irgendwann hofft, dass der Rotzbengel sein Fett wegbekommt. Er wirkt kein Stück naiv oder unschuldig, wie man es von der Holzpuppe kennt, sondern als Kind aus Fleisch und Blut bekommt man teilweise das Gefühl, dass es sich um ein wirklich böses und großschnäuziges Balg handelt, bei dem selbst die Fee es schwer hat, ihm gut zuzureden. Sie kann ihm nicht einmal damit kriegen, dass er nur ein richtiger Junge werden kann, wenn er lieb ist, da er bereits ein echter Junge ist. So schenkt sie ihm Mutterliebe und bemüht sich, ihn auf den rechten Weg zu bringen.
Das kann man zwar als Schwäche ansehen, in Anbetracht des Aufwandes und der Kosten einer Realverfilmung scheinen diese Änderungen allerdings legitim und im Gegenzug liefert uns Comencini eine Serie ab, welche gänzlich auf den moralischen Zeigefinger des Originals verzichtete, dafür aber richtig schön zynisch daher kommt und voller sozialkritischer Elemente ist. Bestens erkennbar istdas vor allem an den Erwachsenen, welche allesamt als dumme, machtgierige Alten gezeigt werden, welche das Kind in jeder Situation nur ausbeuten wollen und ihre Machposition ganz klar an ihrer Stärke definieren. Diese Interpretation brachte den Regisseur einiges an Ärger ein, da man der Meinung war, dass Comencini ein verzerrtes Bild des Kinderbuches gedreht haben soll. Dabei ist Comencini Version von "Pinocchio" in allen Belangen gelungen und spiegelt auch heute noch die gesellschaftlichen Probleme exakt wieder, vielleicht sogar mehr denn je. Denn von je her wird das Individuum des Kindes lieber unterdrückt als es zu stärken und bei der Entwicklung der Persönlichkeit zu helfen. Somit ist der Film eher für das erwachsene Publikum gedacht, welche sich diesen Sechsteiler einmal zu Herzen nehmen sollten, anstelle gleich die "Super Nanny" zu rufen.

"Pinocchio" ist ein großartiger Film geworden, der zudem mit tollen Schauspielern, darunter auch mit Stars wie Mario Adorf und Gina Lollobrigidia aufwartet. Die DVD-Box erscheint in einer schönen Umverpackung, im Digipack mit Glenzeffekt, und kann sowohl bild- wie auch tontechnisch überzeugen. Leider gibt es keine Extras, dabei wären einige Interviews wahrlich interessant gewesen.



Bilder der DVD




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