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D 1998
Originaltitel:23
Länge:94:47 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Hans-Christian Schmid
Buch:Michael Gutmann, Michael Dierking, Hans-Christian Schmid
Kamera:Klaus Eichhammer
Musik:Norbert Jürgen Schneider, Peter Kellert, Andreas Weidinger
Darsteller:August Diehl, Fabian Busch, Dieter Landuris, Jan Gregor Kremp, Stephan Kampwirth, Zbigniew Zamachowski, Peter Fitz, Burghart Klaußner, Lilly Marie Tschörtner, Patrick Joswig, Arnulf Schumacher, Sven Lehmann, Óscar O. Sánchez, Brigitte Janner, Katrin Klein, Hedi Kriegeskotte, Karin Gregorek, Regine Zimmermann
Vertrieb:EuroVideo
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:23.08.2001 (Kauf)



Inhalt
Der junge Karl Koch gerät durch seine Begeisterung für die in den 80er Jahren aufkommende Computerszene in Kontakt mit einem Dealer und einem Deserteur, die ihm anbieten, sein Hackertalent in bare Münze umzuwandeln. Er soll verschiedenste Informationen für den KGB beschaffen und sie in Ost-Berlin abliefern. Inspiriert durch seinen unbeugsamen Glauben an weltumspannende Verschwörungstheorien lässt sich Karl auf ein Leben als Spion ein, das er fortan nur noch nachts und nur noch unter dem Einfluss von Drogen verbringen kann.

Bild
Format1.85:1 (anamorph)
NormPAL
 Von Beginn an wird man mit einem stilistisch veränderten Kontrast bedient, der starke Überhellungen des Bildes abzeichnet, wohl, um vergangene Zeiten etwas nostalgischer und auch vernebelter erscheinen zu lassen. Das gelingt insgesamt sehr gut, vor allem da dunkle Bildteile darunter nicht leiden und die Schärfe immer mindestens auf gutem, manchmal sogar auf sehr gutem Niveau ist. Auch die Farben sind leicht vergilbt angepasst, aber trotzdem als kräftig zu erkennen. Probleme gibt es auch bei diesem Transfer in Bewegungen, wenn dann die Auswirkungen des Rauschfilters leichte Verschmierungen aufkommen lassen. Den Detailgrad schränkt das nur wenig ein, zumal die Kompression nicht in Erscheinung tritt, der sonst so überzeugende Eindruck wird dadurch aber ein wenig getrübt. Zwischenzeitlich werden Archivaufnahmen aus Nachrichtensendungen eingepasst und kleine punktuelle Störungen treten auch auf, was die Bewertung aber nicht beeinflusst.
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Ton
FormateDolby Digital 5.1
SpracheDeutsch
Untertitel-
 Trotz des Dialog lastigen Stoffes gibt es einige schön raumfüllende Szenen zu hören, die den Dolby Digital-Modus prächtig ausnutzen. Dazwischen ist vor allem die Musik für Einstreuungen auf den Rears verantwortlich. Aber man soll sich nichts vormachen: "23" wäre schon seltsam, wenn er mit hämmerndem und Effekt reichem Soundtrack konzipiert worden wäre, denn das passt so gar nicht zur Thematik. So ist man froh über jedes kleine Detail, was sich von den Stereoboxen trennt. Die Dialoge kommen mir immer wieder etwas leise vor, bleiben aber bestens verständlich.
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Extras
Extras
  • Audiokommentar
  • Über Karl Koch (10:31 Min.)
  • Über R.A. Wilson und sein Werk (8:05 Min.)
  • Die Zahl 23 (4 Seiten)
  • R.A. Wilson und die Illuminaten (3 Seiten)
  • Hinter den Kulissen (4:18 Min.)
  • Making Of Featurette (4:14 Min.)
  • Kino-Trailer (1:42 Min.)
  • Cast & Crew:
    • August Diehl:
      • Biografie (2 Seiten)
      • Filmografie (1 Seite)
      • Statement (3:31 Min.)
    • Fabian Busch:
      • Biografie (2 Seiten)
      • Filmografie (1 Seite)
      • Statement (2:54 Min.)
    • Dieter Landuris:
      • Biografie (2 Seiten)
      • Filmografie (1 Seite)
      • Statement (2:25 Min.)
    • Jan-Gregor Kremp:
      • Biografie (2 Seiten)
      • Filmografie (1 Seite)
      • Statement (2:13 Min.)
    • Hans-Christian Schmid:
      • Biografie (2 Seiten)
      • Filmografie (1 Seite)
      • Statement (4:11 Min.)
  • Weitere DVDs:
    • Am Ende der Gewalt (1:49 Min.)
    • St. Pauli Nacht - Leben ist, wenn was dazwischen kommt (1:43 Min.)
    • Stille Nacht (2:11 Min.)
    • Jenseits der Stille (1:53 Min.)
    • Tuvalu (1:33 Min.)
VerpackungKeepCase
 Das Bonusmaterial ist sehr darauf ausgelegt, Hintergründe und Gedanken beim Entstehungsprozess zu vermitteln und nicht so sehr darauf erpicht, besonders gut zu unterhalten. Der Audiokommentar mit dem Regisseur Hans-Christian Schmid, den Produzenten Jakob Claussen und Thomas Wöbke und dem Drehbuchautor Michael Gutmann mag daher ein wenig trocken sein, die Tatsache, dass Unmengen an Hintergrundmaterial dem Film zugrunde lagen, spiegeln sich hier aber wieder. Gleiches gilt für die zwei Specials über Karl Koch und den "Illuminatus!"-Autor R.A. Wilson, bei dem sich die eben genannte Runde zusammentut und eine freie Diskussion über die Themen hält. Über Wilson werden wir weiterhin innerhalb einiger Texttafeln aufgeklärt und auch der (imaginäre) Mythos um die Zahl 23 wird näher beleuchtet. Zum Schluss sind noch Einblicke vom Set zu sehen und ein Making Of, dass aus allen vorangegangenen Extras eine 5minütige, moderierte Filmvorstellung erstellt. Über die Darsteller und Macher des Films bekommen wir in jeweils 2 Seiten Filmografie und einer Seite Biografie sowie kurzen Statements auch etwas mit, bevor das Bonusmaterial mit dem Trailer und Werbung für andere, meist deutsche Filme schließt. Insgesamt eine überzeugende Vorstellung, die vielleicht noch umfangreicher gestaltet werden könnte, wenn man Originalmaterial wie Interviews und Zeitungsausschnitte der damaligen Zeit hinzugezogen hätte.
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Fazit
Einerseits sicher zu den besseren deutschen Filmen der letzen Jahrzehnte zu zählen, birgt "23" leider auch so manche Enttäuschung in sich. Betrachtet man das Werk zunächst einmal als Biopic, mag man durchaus zufrieden sein, denn Aufstieg und Fall des realen Karl Koch wurden schlüssig eingefangen. Jedoch suggerieren sowohl Promotion als auch die erste Hälfte des Films eher einen Thriller, der sich neben der Spionagethematik vor allem den Verschwörungstheorien und dabei insbesondere dem Rätsel um die Zahl 23 widmet. Irgendwann verlässt 23 allerdings diese Pfade und mutiert zum reinen Drogendrama, das Schizophrenie, Halluzinationen und Einlieferung Karl Kochs zeigt. Hier wurden dann zahllose Anhänger und Interessenten der in den 90er Jahren besonders angesagten Verschwörungstheorien nach allen Regeln der Kunst vor den Kopf gestoßen. Denn im weiteren Verlauf sind weder die Titel gebende Zahl, noch die zuvor allgegenwärtigen Illuminaten von Relevanz. Bedenkt man die doch recht aufdringliche Assoziation des Films mit diesen seiner Komponenten, muss man den Zuschauern attestieren, berechtigterweise enttäuscht zu sein.
Zumal der Film als reines Drama ebenso wenig punkten kann. Dazu ist die Geschichte der Hauptfigur einfach zu unspektakulär und der behandelte Teil ihres Lebens zu begrenzt und darüber hinaus weitgehend auch zu oberflächlich gehalten. Um dies zu kaschieren, setzt "23" also vordergründig auf die genannten Thriller-Motive, die aufgrund ihrer fehlenden Auflösung jedoch beinahe zu plakativem Beiwerk degradiert werden. Nichtsdestotrotz wissen jene Elemente aber zu unterhalten und - zumindest im Unwissen um den späteren Spannungseinbruch - auch zu fesseln. Denn unabhängig vom Wahrheitsgehalt der Verschwörungstheorien ist es schon interessant, den wilden Spekulationen der beiden Mini-Revoluzzer zu folgen. Hier wird dann auch die volle Palette an Indizien aufgefahren, sei es der Illuminatengründer Adam Weishaupt, der George Washington beseitigte, um an seiner Stelle Präsident der Vereinigten Staaten zu werden oder die immer wieder am 23. irgendeines Monats ermordeten "großen" Anarchisten. Die Zahl selbst wird selbstverständlich ebenfalls ausgeschlachtet, wobei jeder für sich selbst entscheiden sollte, ob die Feststellung, dass jemand die Zigarettenmarke Ernte 23 raucht, gekonntes Augenzwinkern darstellt, oder eher den ganzen Film ins Lächerliche reißt. Tatsache ist jedoch, dass einige der Spielereien mit der 23 wahrhaftig imstande sind, ein mulmiges Gefühl aufkommen zu lassen - allerdings dürfte auch jedem bekannt sein, dass man mit jeder Zahl derartige "Zufälle" produzieren kann, wenn man nur lange genug sucht. Neben diesen, für sich genommen, gelungenen Szenen, muss man dem Film auch seine Schauspieler und deren Leistung zugute halten. August Diehl hat sich mittlerweile ohnehin zu einem der begehrtesten deutschen (nicht-mehr-ganz-so-)Jungschauspielern entwickelt und legt hier einen unter die Haut gehenden Karl Koch hin, dem man Hektik, Drogenmissbrauch und Paranoia zu jeder Zeit abkauft. Nicht umsonst hat Diehl für diese Rolle den Deutschen Filmpreis erhalten. Ihm zur Seite steht Fabian Busch als sein bester Freund David, der hier ebenfalls völlig überzeugen kann, und auch die weiteren Rollen sind allesamt gut bis optimal besetzt.

So sind die Schwächen des Films umso bedauerlicher, jedoch nicht wegzudiskutieren und bei einem Blick auf "23" als Ganzes leider viel zu prägnant. Auf der anderen Seite mag man aber auch die durchaus vorhandenen positiven Aspekte herausstellen, was den Film zwar nicht zu retten vermag, jedoch weitaus mehr bietet, als so manch gehypter Müll aus deutschen Landen.



Bilder der DVD




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