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D 1999
Originaltitel:Geisterjäger John Sinclair
Länge:456:59 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Robert Sigl, Daniel Anderson, John van de Rest, Bernd Fiedler
Buch:Josine van Dalsum, Felix Meyer
Kamera:Fred Brinkman, Markus Schott
Musik:Karel Svoboda
SFX:Medialab
Darsteller:Kai Maertens, Urs Remond, Jana Hora, Manfred Andrae, Anna Geislerová, Michael Habeck, Teresa Harder, Carlheinz Heitmann, Robert Hummel, Stanislav Hybler, Michael Kroecher, Valentin Platareanu, Horst Buchholz
Vertrieb:HMH / Breu Media
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,33:1 (Vollbild)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 Surround
Sprache:Deutsch
Untertitel:-
Verpackung:KeepCase im Schuber
DVD-Start:15.10.2009 (Kauf)
Specials:-
John Sinclair, Inspektor bei Scotland Yard, ist immer dort zur Stelle, wo ungewöhnliche Phänomene, unerklärbare Todesfälle und mysteriöse Erscheinungen auftreten.

DVD 2:

Folge 1: Ich töte jeden Sinclair
Merkwürdiges geschieht in Schottland: Innerhalb kürzester Zeit sterben Personen mit dem Namen Sinclair. Zeitgleich wird auch das Grab der Eltern von Geisterjäger John Sinclair geschändet. Um der Sache auf den Grund zu gehen, macht sich John auf den Weg in seine alte Heimat. Dort trifft er einen Dämon, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, alle Träger des Namens Sinclair zu beseitigen, um letztendlich als neuer "Sohn des Lichtes" an Johns Stelle zu treten. Zwischen dem Geisterjäger und dem Dämon entbrennt ein Kampf auf Leben und Tod, bei dem auch zahlreiche Unschuldige beim jährlichen Sinclair-Treffen auf Schloss Sinclair in Gefahr sind ...

DVD 3:

Folge 2: Das Horrorkabinett
In einem kleinen Dorf in den Karpaten geschieht Schreckliches: Kinder benehmen sich merkwürdig und töten ihre Eltern. John Sinclair und Bill Conolly machen sich auf den Weg nach Rumänien, um die Dorfgemeinde vor den dunklen Mächten zu schützen. Sie geraten in den Bann eines bösartigen Zwerges, der alle Erwachsenen beseitigen möchte. Zwar gelingt es dem Geisterjäger in die Zwischenwelt vorzudringen, doch der Zwerg ist mächtiger als gedacht ...

Folge 3: Der Hexenclub
Jon Sinclair wird nach Prag gerufen, wo er mysteriöse Morde aufklären soll. Bei Nachforschungen gerät er in den Bann einer Hexe, die als menschliche Verkörperung der Dämonenwelt Tod und Verderben verbreitet. Auch John hat den Tod näher an seiner Seite als ihm lieb ist ...

Folge 4: Anruf aus dem Jenseits
Elf Neugeborene verschwinden innerhalb kürzester Zeit spurlos. Zeitgleich bekommen die Eltern der verschwundenen Babys unheimliche Anrufe von verstorbenen Familienmitgliedern, die vor dem schwarzen Teufler warnen. John Sicnlair geht diesen Phänomenen nach und erfährt duch Pater Ignatius von der Prophezeiung der zwölf Stammhalter des Todes, die dem schwarzen Tod den Weg auf Erden ebenen werden ...

Folge 5: Der Sensenmann als Hochzeitsgast Sinclairs Freundin Anja Kramer aus Deutschland will ihren Freund Eric in einer uralten Kapelle im Odenwald ehelichen. Auch John und seine Kollegen Bill und Glenda sind zu diesem ereignisreichen Fest eingeladen, doch als John die Kapelle in der die Trauung geschehen soll, besichtigt überfällt ihn ein ungutes Gefühl. Mit Hilfe von Pater Ignatius erfährt er, dass dieser Ort in der Gewalt des Bösen ist. Kurz drauf nimmt John an einer Hochzeitsfeier teil, die er im Leben nicht mehr vergessen wird ...

DVD 4:

Folge 6: Engelsgrab
John Sinclair macht die Bekanntschaft mit dem 15jährigen Chris Stevens, der behauptet, er könne immer dann mit seinem Schutzengel kommunizieren, wenn er sich in gefährliche Situationen befindet. Was er nicht ahnen kann, ist, dass der schwarze Engel Samael Jagd auf alle Schutzengel macht und sie tötet, was wiederum auch den Tod des Schutzbefohlenen bedeutet. Nun liegt es an John, den Kampf gegen Samael aufzunehmen ...

Folge 7: Todeskarussell
In einem Dorf wird ein blutleerer Leichnam auf einem stillgelegten Karussel gefunden. Bei näheren Untersuchungen der ansässigen Polizei entpuppt sich der Tote als Vampir. Dies ist abermals ein Fall für die Spezialabteilung von Scotland Yard. So macht sich John Sicnlair auf den Weg und stößt bei seinen Ermittlungen auf eine Mauer des Schweigens. Lediglich der Dorfpfarrer kann sich dem Druck Sinclairs nicht entziehen und gibt schließlich das dunkle Geheimnis des verrotteten Rummelplatz preis ...

Folge 8: Die Rattenkönigin
London wird von einer furchbaren Rattenplage heimgesucht. Als John Sinclair nach Erklärungen sucht, stößt er auf eine schöne junge Frau, die scheinbar ziellos durch die Straßen streift. Es muss einen Zusammenhang zwischen ihr und dem Auftauchen der Ratten geben. Als er sich an ihre Fersen heftet, gelangt er in einen Nachtclub, wo er Zeuge einer bizarren Vorstellung wird ...

Folge 9: Der Gerechte
John Sinclair wird zu einem alten Freund gerufen, der als Direktor in einem Hochsicherheitsgefängnis außerhalb Londons arbeitet. Scheinbar greift eine unheimliche Macht um sich und beginnt die Insassen zu töten. Es macht den Anschein, als ob ein ehemaliger Gefangener sich auf blutigste Art rächt ...
Anders als der TV-Film wurde die 2 Jahre später entstandene Serie dichter an die erfolgreiche Romanserie von Jason Dark angelehnt. Nichtsdestotrotz sind auch die Meinungen zur Serie sehr gespalten, was u.a. an der sehr trashigen Inszenierung liegen mag. Aber der Reihe nach ...
Florian Fitz, der den Sinclair im TV-Film Interner Link"Die Dämonenhochzeit" verkörperte, war definitiv keine Idealbesetzung, da sein Charakter als auch das äußerliche Erscheinungsbild zu stark vom Vorbild der Erzählung abwichen. Da passt Kai Maertens wesentlich besser in diese Rolle, wenn auch er nicht die Idealbesetzung sein wird, denn allein seine Frisur mit der Schmalztolle lässt in den ersten Folgen eher Lachanfälle als Begeisterungsstürme aufkommen. Auch die Mimik lässt deutlich zu wünschen übrig, da sich sein Gesichtsausdruck im Laufe aller neun Folgen nur selten verändert. Dennoch mag man ihm die Rolle zumindest abnehmen, zumindest dann, wenn man nicht gerade ein sehr konservativer Fan der Romanreihe ist.



Leider hat man es abermals nicht gewagt Sinclairs Freunde Suko oder Jane Collins in die Serie aufzunehmen. stattdessen gibt sich zumindest Bill Collony die Ehre, der eine Mischung aus dem Roman-Bill und Suko darstellt. Die wirklich schlechteste Änderung ist aber die von Johns Sekretärin Glenda Perkins, die in der Serie eine Symbiose mit Jane Collins eingeht und aus der dunkelhaarigen Sekretärin eine blonde Sexbombe auf Abenteuersuche macht. Damit haben sich die Drehbuchautoren zu weit von der Romanvorlage entfernt.

Die Geschichten orientieren sich anders als der TV-Film an Jason Darks Romanen, nehmen sich aber genügend Freiheiten, um vom ursprünglichen Stoff nur noch ein Grundgerüst übrig zu lassen. Wie viele Serien beginnt auch "Geisterjäger John Sinclair" mit einem knapp 90minütigen Pilotfilm, der im Grunde gar nicht mal so trashig wie Interner Link"Die Dämonenhochzeit" von 1997 wirkt. Eigentlich könnte der Film richtig gut sein, wäre da nicht der schwache Übeltäter dieser Folge: Besonders in den ersten Minuten wird das Potential einer guten Gruselgeschichte verschenkt, wenn sich ein tuntiger Glatzkopf in schwarzen Leggings und einem Umhang über das Grab von Sinclairs Eltern hermacht, um danach über Mauern hüpfend den Friedhof zu verlassen. Gar grausig ist diese Szene anzusehen und man wird sich fragen, ob das wirklich ernst gemeint ist. Aber kurze Zeit später geschieht der erste Mord und die Welt ist wieder "in Ordung", denn diese Szene wurde recht stimmungsvoll eingefangen und lässt genügend Blut durch die Gegend spritzen. Danach darf Kai Maertens als Sinclair erstmalig die Szenerie betreten und nach einer kurzen Eingewöhnungszeit ist man dann trotz der absoluten Fehlbesetzung des Beginns grundsätzlich zufriedengestellt. Die späteren Folgen der Serie wirken dann nicht mehr ganz so dämlich und können in Bezug auf Sinclairs Gegner meist überzeugen.



Leider wurden die Darsteller nur etwas umgeschminkt, um als Dämonen der Hölle durchzugehen, was vermutlich dem geringen Budget anzulasten ist. Beispielsweise der schwarze Tod in "Der Sensenmann als Hochzeitsgast" hätte ich mir anders gewünscht, nämlich so, wie es Jason Dark in den Romanen beschreibt oder zumindest wie er im TV-Film als Animation dargestellt wurde. Hier gibt es eben nur einen alten Mann mit Sense zu sehen, der finster in die Kamera schaut. Eigentlich schade, ist diese Geschichte doch eine der Stärksten des Sinclair-Universums. So wird zumindest stellenweise gute Atmosphäre geschaffen.
Neben "Der Sensenmann als Hochzeitsgast" stechen auch "Im Horrorkabinett", "Die Rattenkönigin" und "Anruf aus dem Jenseits" hervor. Die restlichen Folgen sind solide, können erzählerisch aber nur bedingt überzeugen. Eine Premiere stellt die Folge "Der Gerechte" dar, denn im TV wurde diese letzte Folge der Serie nicht ausgestrahlt, was an der dürftigen Einschaltquote gelegen haben könnte. Nach Sichtung dieser Folge hat man allerdings eine ganz andere Vermutung, denn "Der Gerechte" ist ein deftiger Tiefpunkt deutscher Fernsehunterhaltung und hätte die noch übrigen Fans höchstens verärgert. Offensichtlich wurde damit noch eine Comedy-Folge eingeschoben, denn derartiger Blödsinn kann nicht ernst gemeint sein. Es gibt einige nette Effekte zu sehen, sobald aber Ralf Richter als Feuer-Kasper - nein, den Namen habe ich mir nicht ausgedacht, er nennt sich wirklich so - mit einem Flammenwerfer durch die Gegend rennt und von einem drogensüchtigen Gefängnisdirektor samt zigarrenrauchender Gefolgschaft gejagt wird, der auch noch einer von Sinclairs besten Freunden sein soll, zweifelt man deutlich an den Verstand der Drehbuchautoren. Ob die jemals einen John Sinclair-Roman gelesen haben?



Gedreht wurde "Geisterjäger John Sinclair" mit deutschen Hauptdarstellern in Tschechien. Die Nebencharaktere wirken ziemlich blass, soll heißen: noch blasser als die deutschen Akteure. Zwar wird durch die deutsche Nachsynchronisation einiges wieder gerade gebogen, die Inszenierung bleibt durch diese Laiendarsteller aber gelegentlich etwas zu unbeholfen. Auch die Kulisse sind nicht immer überzeugend, besonders jene der Metropole London und des englischen Hinterlands. Wer jemals in England gewesen ist, der wird schnell erkennen, dass es sich nicht um britische Bauten, sondern Osteuropäische handelt. Dafür entschädigen ein Großteil der Effekte, die unter Berücksichtigung einer deutschen Produktion ganz passabel aussehen, obwohl allzu deutlich an allen Ecken und Kanten gespart wurde. Z.B. wurde in der Folge "Das Todeskarussell" einfach eine Scheune zur Hölle umgestaltet, indem ein mit angeketteten Personen geschmücktes Kinderriesenrad steht. Das erzeugt nicht gerade Filmatmosphäre, sondern ruft alte Amateurfilme hervor, in denen alles so schön unbeholfen war. Solche Szenen haben eigentlich nichts in einer professionellen Fernsehserie verloren, lassen "Geisterjäger John Sinclair" aber zumindest zu guter Trash-Unterhaltung heranreifen - auch weil die Dialoge ofmals mehr als hirnrissig sind. Insofern ist die Serie - wenn man nicht immer wieder an die Romane denkt - um einiges gelungener als der TV-Film von Klaus Knoesel.

Qualitativ ist das Vollbild dem des zwei Jahre zuvor entstandenen TV-Films ebenbürtig und hinterlässt einen guten Eindruck. Die Farbgebung fällt natürlich aus und überzeugt mit satten und kräftigen Farben, die je nach Handlunsgort in ihrer Intensität variieren. Der ausgewogene Kontrast verschluckt keinerlei nötige Details, die Kompression arbeitet sauber und Bildrauschen ist szenenabhängig ebenfalls in wechselndem Ausmaß vorhanden, beeinträchtigt das Bild aber nicht negativ. Lediglich die Schärfe schwankt in einigen Szenen von "angenehm scharf" zu einem kontrastlosen und verschwommenen Einheitsbrei, was allerdings nur selten der Fall ist. Für eine 10 Jahre alte, deutsche TV-Serie hat man wirklich das Beste aus der genutzten Vorlage herausgeholt.

Ebenfalls wie beim TV-Film wurde die Serie in Dolby Surround abgemischt, klingt damit sauber und überzeugt zuweilen sogar im Raumklang. Das überrascht, da man selbst bei amerikanischen Serien üblicherweise mit Stereo abgespeist wird. Die Akustik gefällt von der ersten Minute an und die Möglichkeiten dieser Tonart werden gut genutzt. Das Klangbild wirkt in den passenden Momenten atmosphärisch und zeigt keinerlei Anzeichen von Rauschen oder Defekten. Dialoge wurden gut in den Mix integriert, sind zu jeder Zeit sehr gut zu verstehen und lassen keine Überlagerungen zu.



Leider wurden auch zur TV-Serie keine Extras auf die DVDs aufgespielt. Dabei wären Interviews interessant gewesen, denn gerade Frage bezüglich der Abweichungen von der Romanvorlage hätte ich gern beantwortet gehabt.

Letztendlich darf man sagen: Wer sich gruseln will, ist fehl am Platz. Wer allerdings Trash liebt, hat nun die Gelegenheit, den Geisterjäger in den DVD-Player zu schieben. Klare Empfehlung für Trash-Liebhaber und deutsche Serienfanatiker, die sich täglich ihre Dosis "GZSZ" einverleiben.


Film++++--
Bild++++--
Ton++++--
Bonus------


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