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CAN 1997
Originaltitel:Cube
Länge:86:45 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Vincenzo Natali
Buch:André Bijelic, Vincenzo Natali, Graeme Manson
Kamera:Derek Rogers
Musik:Mark Korven
SFX:Caligari, C.O.R.E., JJamb Productions
Darsteller:Nicole de Boer, Nicky Guadagni, David Hewlett, Andrew Miller, Andrew Miller, Wayne Robson, Maurice Dean Wint
Vertrieb:Kinowelt / VCL
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.85:1 (Letterbox)
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (Deu), Dolby Digital 2.0 (En)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:Spezialverpackung
Specials:
  • Audiokommentar
  • Production Art:
    • Set Design (14 Bilder)
    • Trap Design (9 Bilder)
    • Production Design (28 Bilder)
  • Deleted Scenes:
    • Missing Room (1:39 Min.)
    • Perspective (0:43 Min.)
    • Overhead Shot (0:45 Min.)
  • Storyboard:
    • Mesh Trap (14 Bilder)
    • Spike Trap (13 Bilder)
    • Wiretwist Trap (8 Bilder)
  • Cast & Crew:
    • Regie und Drehbuch (5 Seiten)
    • Produktionsteam (4 Seiten)
    • Musik - Mark Corven (4 Seiten)
  • Hintergrundinfos (5 Seiten)
  • Engl. Kinotrailer (1:40 Min.)
  • DVD-Trailer:
    • Erkan und Stefan (1:23 Min.)
    • Harte Jungs (1:50 Min.)
    • Insider (2:19 Min.)
    • Mission To Mars (1:40 Min.)
  • DVD-ROM-Teil:
    • Vorteile Web-DVD
    • Trailer:
      • Der bewegte Mann (2:39 Min.)
      • DNA - Experiment des Wahnsinns (0:57 Min.)
      • Spawn (1:38 Min.)
      • Terminator 2 (1:29 Min.)
6 verschiedene Menschen wachen auf einmal in einem riesigen Würfel auf. Ein zynischer Nihilist, ein Cop, eine Ärztin, ein Ausbrecherkönig, ein weibliches Mathegenie und ein geistig Behinderter. Sie alle wissen nicht wie und warum sie an diesem Ort gelandet sind und finden sich auch schrittweise zusammen. Doch jeder hat seine Eigenheiten und Stärken, so dass man verzweifelt versucht zusammen aus dem Würfel zu kommen.
Vorsicht Spoiler!

"Cube" ist zweifellos eine kreative Meisterleistung und ein Film, den man nicht alle Tage zu sehen bekommt. Der nahezu perfekte Beweis, dass man mit einem geringen Budget und den damit verbundenen geringen Möglichkeiten viel erreichen kann, wenn man nur Ideen hat. Vicenzo Natalis Idee ist recht einfach gehalten, nimmt den späteren "Big Brother"-Boom vorweg und zeigt zaghafte Kritik.


Auf den ersten Blick und in den ersten Minuten ist der Film ein schwächenloses Meisterwerk. Gleich zu Anfang wird dem Zuschauer eine blutige Falle präsentiert, die unregelmäßig in jedem Würfel installiert sind. Der riesige Würfel besteht also aus mehreren kleinen Würfeln, die sich zusätzlich noch bewegen. Zuschauer wie Figuren wissen nicht was sie erwartet oder was vorher passierte, denn eine Einleitung gibt es nicht. Eine einfache wie gute Idee um pure Spannung zu erzeugen.
Doch schon bald offenbaren sich die ersten Probleme, denn man hat man kann für höchstens 3 Tage in diesem Würfel ohne Wasser und Essen überleben. So fängt der Film an mit den verschiedenen Charakteren zu spielen und sie auch zu kritisieren. In der Extremsituation sind die Nerven jeder Figur so gespannt, dass Konflikte unausweichlich bevorstehen. Der anfängliche so sympathische Cop, der schon bald der mutmachende Anführer wird, verfällt seinen Aggressionen. Der Zyniker weiß scheinbar etwas über den Würfel und versucht gar nicht um sein Leben zu kämpfen und wird deshalb zum Spielball des Polizisten. Die Ärztin wird hysterisch und verfällt ihren Verschwörungstheorien, die Mathematikerin stößt an ihre Grenzen, der Autist entpuppt sich als Genie und der "Zaunkönig" tappt in eine fiese Falle.


Hier wird nun ein interessanter Ansatz der Gesellschaftskritik deutlich, der aber leider nicht weiter oder nur ungenügend ausgearbeitet wird. Alle Figuren haben völlig unterschiedliche Lebensauffassungen, die erhebliches Konfliktpotential beherbergen, aber leider ungenutzt bleiben. So wird auch die Frage nach einem Beobachter oder die Frage, warum dieser Würfel gebaut wurde und was dahintersteckt immer nur angerissen, aber wieder im Keim erstickt. Es ist halt so ... Man macht sich nicht die Mühe hier etwas Tiefsinniges zu kreieren. Dankend muss man aber anmerken, dass es sich der Film nicht mit einem Motiv wie "Militär" oder "Aliens" begnügt.
Dabei sind die philosophischen Grundideen doch sogar vorhanden. Worth, der Zyniker meint das dort "draußen" nur Stumpfsinn und Aggression herrschen, während das Mathegenie meint, dass das gerade das Liebenswerte an der Menschheit ist. Weiter klammert sich Quentin, der Cop an der Liebe zu seiner Familie. Alle diese Ansätze werden aber nur anfangs erwähnt, um dann der Suche nach dem Ausgang zum Opfer zu fallen.


Interessant ist aber die Reise der Gruppe durch den Würfel, die mit ein paar härteren Effekten unterstrichen wird. Kameraansichten und verschiedene Farben der Würfelräume vermitteln Klaustrophobie und Angst, die von einem ständigen "Brummen" begleitet werden. Das Matheass kommt dem Geheimnis auf die Spur, wie der Kubus funktioniert, während die anderen neue möglichen Fallen entdecken. Während dessen wird die Beziehung der verschiedenen Charaktere immer gespannter. Trotzdem wirft man dem Zuschauer häppchenweise neue Erkenntnisse, der gierig immer mehr wissen will.


Unterbrochen wird diese Reise durch nicht ganz schlüssige Extremsituationen. Quentins Fallenlassen ist genau so überzogen wie das völlig misslungene Ende, als der Film zum unlogischen (Wie hat er den Griff abbekommen?) Gorefestival verkommt. Der Zauber des Films wird dort auf einen Schlag zunichte gemacht.
Fraglich ist auch das Ende. Wieso überlebt der Autist? Weil es geschmacklos wäre einen Autisten zu töten (Sorry, wenn das hart klingt) oder weil der einzigste "gute" Mensch in dem Film ist? Welchen Sinn hat dann aber der Tod von Leaven und was soll das Licht symbolisieren?

Doch wenn man nicht (wie ich hier) einen tieferen Sinn des Films sucht, wird man exzellent unterhalten. Faszinierend, was man mit einem einzigen Raum erreichen kann, der immer wieder neu ausgeleuchtet wird. Zwangsläufig (geringes Budget) verpflichtete man Nonamedarsteller, so dass es für den Zuschauer nicht ersichtlich ist wer das Abenteuer überleben wird. Mit bekannten Gesichtern hätte das bestimmt nicht so gut funktioniert.


Die Spannung entwickelt sich weniger aus den Fallen, sondern eher aus dem Konflikt zwischen den Figuren. Die frühen, manchmal, undeutbaren Blicke von Quentin lassen einen erahnen, was auf sie zukommt. Überraschend auch immer, wenn wirklich nichts passiert, obwohl man es doch eigentlich erwartet.
Über die Mathematik und die Berechnungen im Film lasse ich mich nicht weiter aus, da es den Rahmen hier sprengen würde. Nur so viel: Ein paar Ungereimtheiten gibt es wohl. So hätte Leaven in der Situation, in der sie scheinbar an ihre Grenzen kommt wohl mit ihrem Wissen locker weiterrechnen können. Aber darunter hätte wohl die Dramaturgie zu leiden gehabt, so sind solche Dinge verzeihbar.
Im Vergleich zur spannenden Inszenierung, der zu einem großen Teil von der Kameraarbeit lebt, die dem Raum immer wieder neue Kniffe hinzufügen kann, sind die Dialoge ein Schwachpunkt des Films. Wird am Anfang noch versucht sich gegenseitig zu erklären, mit was man es hier zu tun hat, verkommen die Gespräche im Film zu lahmen und unattraktiven Einheitsbrei ohne Aussage. Scheinbar gingen hier dem Drehbuchautor die Ideen aus oder er hatte keine Lust mehr.

Großes Lob sollte auch man auch den, mir durch die Bank weg unbekannten, Darstellern aussprechen, die ihre Ängste und Aggressionen intensiv dem Zuschauer näher bringen. Ich möchte keinem das Prädikat schlecht aufdrücken. Eine geschlossen harmonierende Gruppe mit vielen Stärken und kaum Schwächen.


Das High-Tech-Bild zum High-Tech-Film? Pustekuchen, für die Box wurde nämlich wieder nur die schlechte VCL-DVD genutzt, die mal gar keinen Spaß mach. Das Bild ist also nach wie vor nicht anamorph, auch wenn das Cover das vorlügt. Das wäre aber nicht das Schlimmste, wäre nicht bereits die reguläre Letterbox-Variante höllisch unscharf. Beim Aufzoomen in das 16x9-Verhältnis offenbart sich dann eine kleine Katastrophe. Zu der führt auch, dass die Farben schlecht aussehen. Das Bild ist ganzheitlich milchig dunkel und an Schattierungen ist selten zu denken. Der Schwarzwert ist höchstens dunkelgrau und in den vielen dunklen Szenen erkennt man selten Details. Die Farben gehen darin leider auch etwas unter, obwohl einige gute Ansätze erkennbar sind, die durchaus strahlende Farben andeuten. Ich habe den Film da in wesentlich besserer Erinnerung, zur Schande meinereiner und des Labels muss ich aber sagen, dass die qualitativ höherwertigere Quelle keine Legale war. Zumindest sind keine Verschmutzungen erkennbar und die am Maximum arbeitende Kompression zeigt auch keine Probleme.


Die deutsche Tonspur klingt ein wenig nach Kino, da ihr mitunter die Präzision und detaillierte Reinheit fehlt. Sie macht aber ordentlich Dampf auf den hinteren Lautsprechern, aus denen metallische Geräusche wie Hall und die Bewegung der Würfel immer wieder in ordentlicher Lautstärke dröhnen. Der Ton macht sogar einen sehr räumlichen Eindruck, da die Abmischung geschickt vorgenommen wurde und viel Bewegung ins Spiel bringt, auf der Front könnten sich die Dialoge aber etwas mehr durchsetzen. Bei der englischen Synchro, die es leider im Stereoformat gibt, kommt manchmal das gleiche Problem durch: Die Dialoge sollten einfach etwas feiner sein, manchmal sind sie ein wenig dumpf. Die deutschen Untertitel sitzen zum Teil außerhalb des 16x9-Bildes, weswegen man diese beim Aufzoomen verliert.


Da sich an der DVD nichts geändert hat, bekommen wir auch wieder die gleichen Extras geboten. Darunter befindet sich ein Audiokommentar mit Regisseur Vinceno Natali, dem Darsteller David Hewlet und dem Autor Andre Bijelic. Hörenswert ist er sicherlich, die Drei haben viel zu erzählen, mir ist er aber eine Spur zu trocken. Das weitere Material umfasst vor allem Textseiten, die beispielsweise mit Designstudien oder Storyboards (3 Actionsequenzen mit Fallen) gefüllt sind oder ausreichend Auskunft über Cast & Crew geben. Die drei meist kurzen Deleted Scenes sind bis auf die Letzte mit einem festen Audiokommentar verfügbar, die Bildqualität weist aber auf Rohmaterial hin. Unter den Hintergrundinfos werden dann noch einige Themen des Filmes weiter geführt, bevor es dann mit dem engl. Kinotrailer und vier weiteren DVD-Trailern abschließt. Bei den Audiokommentaren fehlen jegliche Untertitel. Wer dann noch ein DVD-ROM-Laufwerk besitzt, kann sich 4 Trailer im MPEG-Format (schlechte Qualität) anschauen und sich darüber erkundigen, welche Möglichkeiten das Medium DVD noch so bietet.


Wenn man keinen tieferen Sinn sucht, wird man hier erstklassig unterhalten. Doch sobald man hier unter die Oberfläche des Films guckt, die interessanten, kritischen Ansätze sieht und zu interpretieren anfangen möchte, wird genau diese Idee leider abgewürgt. Man macht es sich hier zu einfach (Ist halt so) und zerstört damit einiges an Potential des Films. Oberflächlich erstklassig, im Kern aber maximal mittelmäßig. Zu 4 Punkten reicht es daher gerade so ...


Film++++--
Bild++----
Ton++++--
Bonus++----


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Cube Zero (Special Edition)
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