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D 2000
Originaltitel:Anatomie
Alternativtitel:Anatomy
Länge:95:18 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Stefan Ruzowitzky
Buch:Stefan Ruzowitzky
Kamera:Peter von Haller
Musik:Marius Ruhland
SFX:Die Nefzers, Magicon, CA Scanline Production
Darsteller:Franka Potente, Benno Fürmann, Anna Loos, Sebastian Blomberg, Holger Speckhahn, Traugott Buhre, Oliver Wnuk, Arndt Schwering-Sohnrey, Andreas Günther, Antonia Cäcilia Holfelder, Rüdiger Vogler, Werner Dissel, Gennadi Vengerov, Thomas Meinhardt, Simon Schwarz
Vertrieb:Columbia
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:2.35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch, Englisch
Specials:
  • Audiokommentar
  • Interviews:
    • Franka Potente (5:19 Min.)
    • Benno Fürmann (3:00 Min.)
    • Anna Loos (1:23 Min.)
    • Holger Speckhahn (2:23 Min.)
    • Stefan Ruzowitzky (3:37 Min.)
    • Andrea Willson (2:23 Min.)
    • Jakob Claussen (2:37 Min.)
  • Musikvideo "Anna Loos - My Truth" (4:00 Min.)
  • Trailers:
    • Teaser Trailer (0:47 Min.)
    • Kinotrailer (1:10 Min.)
  • Künstlerprofile:
    • Franka Potente (2:26 Min.)
    • Benno Fürmann (1:46 Min.)
    • Anna Loos (1:44 Min.)
    • Holger Speckhahn (1:41 Min.)
    • Sebastian Blomberg (1:19 Min.)
    • Stefan Ruzowitzky (1:56 Min.)
  • Entfallene Szenen:
    • Szene 1 "Beseitigung der Leiche" (3:12 Min.)
    • Szene 2 "Hein jagt Paula" (1:45 Min.)
  • Dokumentationen:
    • Making Of (4:50 Min.)
    • Produktionsfotos
    • Fotos Menüshooting
    • Storyboard/Szene-Vergleich
    • Special Make-Up und Plastinate (2:24 Min.)
Für die ehrgeizige Medizinstudentin Paula (Franka Potente) geht ein Traum in Erfüllung: Sie wird zu einem Elitekurs in Anatomie bei dem berühmten Heidelberger Professor Grombek (Traugott Buhre) zugelassen. Doch die Freude wandelt sich schnell in jähes Entsetzen, als vor Paula auf dem Seziertisch ein junger Mann liegt, der tags zuvor noch quicklebendig war. Allen Warnungen zum Trotz stellt Paula Nachforschungen an und stößt schon bald auf einen mysteriösen Geheimbund, der in den Gemäuern des ehrwürdigen Instituts sein Unwesen treiben soll. Dass sie sich damit selbst in Lebensgefahr bringt, merkt Paula erst spät - sehr, sehr spät ...
Wenn der Slasher rotiert auf Erden, dann darf good old Germany natürlich nicht nachstehen und schickte somit im Jahre 2000 "Anatomie" auf den Weg. Bemüht kein schematisches Rip-Off eines US-Erfolgs zu produzieren, versuchte man sich an einer eigenen Geschichte rund um eine Medizinersekte namens Antihippokraten, die den betreffenden Eid nicht so wörtlich nehmen und von denen einige sogar vollends übers Ziel hinausschießen.


In der Hauptrolle müht sich Jungstar Franka Potente samt Benno Fürmann und Sebastian Blomberg, da ward schon bald ein Raunen im Blätterwald, das kundete vom deutschen Interner Link"Scream". Nichts könnte falscher sein, denn schlussendlich hat dieser Film mehr mit Klassikern wie Interner Link"Koma" zu tun, die von den moralischen Aspekten medizinischer Menschenversuche handeln, als mit den Slashern unserer Tage. Bedauerlich nur, dass "Anatomie" trotz seiner mehr als unterhaltsamen Grundaussage dieses Terrain nie völlig auslotet, die Antihippokraten mehr am Rande berührt und (hier sind dann doch die recht bemühten Scream-Parallelen) zwei Jungspunde in deren Reihen kreativen Amok laufen lassen.


Ruzowitzky, der neben der Regie auch das Buch schrieb, ist da mit den Erwartungen an so einen Film leicht überfordert, möchte man meinen, denn dieses dramatische Ungleichgewicht zugunsten eines langgezogenen Slasher-Endes mit reichlich Toten schadet dem Werk mehr, als es ihm nützt.
Dabei kann der Regisseur auf dem Gebiete der Suspense mehr, wie man hier über die ersten zwei Drittel sehen kann. Die Sets sind erlesen nüchtern, steril und morbide und Heidelberg ist als Schauplatz auch malerisch genug, um zu beeindrucken. Darüber hinaus wird recht effektvoll mit dem Grauen gespielt, wenn Opfer des Erstarrungsprozesses während ihrer eigenen Anatomie aufwachen und zusehen, wie sie seziert werden. Hier dreht Ruzowitzky enorm an der Spannungsschraube, muss jedoch zugunsten des Studentenwhodunits immer wieder loslassen.
Das pendelt sich alsbald bei zwei möglichen Kandidaten ein, von denen es dann einer tatsächlich ist, während der zweite Täter nur noch als Zugabe gereicht wird. Und obwohl der Showdown reichlich vorhersehbar ist, ist er doch spannend genug, wenn auch etwas schnell vorbei für unseren Zuschauer-Gerechtigkeitssinn, wenn es um die Grausamkeiten der Täter geht. Das Treiben der Antihippokraten lässt der Film jedoch dann gänzlich fallen für ein "Schatz, küss mich"-Happy End.


Wo es wirklich mangelt, ist die zeitweise äußere Inszenierung. Da erinnert einfach noch zu vieles an deutsche Fernsehserien oder TV-Movies, wenn Potente in der Familienpraxis mit Daddy aneinander gerät oder Anna Loos als hyperintelligente Bück-dich-Tussi auf Sex in der Anatomie besteht (eh die unpassendste Rolle im ganzen Film). Potente spielt angemessen, vernuschelt aber wie gehabt einen Großteil ihrer Dia- und Monologe, wo eine leichte Überzeichnung in den unterhaltsam-realitätsfernen Bereich durchaus drin gewesen wäre. Auch sonst werden die Gespräche häufig sonor gemurmelt oder gefühlswarm gehaucht und da ist es dann flöten, das Flair von Hollywood.


Trotzdem reicht es zu einem sauberen Spannungsbogen und einer Vielzahl von beklemmenden Szenen mit dem gewissen Tröpfchen Blut, damit es nicht staubt. Und das will in Deutschland schon mal was heißen.


Goldgelb und in saftigen Grün erstrahlen die Außenaufnahmen, von denen es nur wenig zu sehen gibt. Sobald sich die Szenerie in den Pathologiesaal bewegt, wird die Farbgebung bläulich, passend eben zur klinischen sterilen Kälte. Der nicht optimale Kontrast ist aber immer wieder dafür zuständig, dass die Farben nicht ganz so schillern, wie vielleicht gewünscht. Auch ist der schattige Bereich dadurch nicht besonders hoch gestochen wie bei einigen Kinoproduktionen selben Alters. Die Detaildarstellung ist auf gutem Niveau, für ein besonders präzises Bild reicht es aber nicht. Defekte machen sich kaum bemerkbar, wie auch die Kompression nicht sonderlich hervortritt, mit ein wenig Rauschen muss man aber leben können. Kein herausragendes Bild also, nicht zuletzt wegen leichter Doppelkonturen, aber zumindest ein Gutes, wie man es mindestens erwarten konnte.


Die einzige Variante für den deutschen Ton ist der 5.1 Sound. Eine richtige Entscheidung, einen Downmix braucht man sowieso nicht. So richtig durchschlagend ist das Ergebnis des Tones aber bei weitem nicht, dafür sind die Dialoge zu dicht gedrängt auf die Front und zu sachte in der Lautstärke. Ein wenig mehr Klarheit, Brillanz und Durchsetzungsvermögen hätten für einen noch recht aktuellen Film wie diesen gut getan, die damalige Kinoaufführung kam mir da in einigen Schockszenen wesentlich deftiger vor. Schlecht ist der Ton deswegen aber trotzdem nicht. Die Bewegung auf den hinteren Lautsprechern besorgt die kraftvolle Musik, die ansatzweise die Dialoge übertönt. Die Dialoge der englischen Fassung sind da wesentlich lauter abgemischt, sonst bleibt es hier aber beim Klangbild des deutschen Originals.


Die deutsche DVD dieser Box ist identisch mit der bisherigen Einzelveröffentlichung. Diese hatte schon gutes Bonusmaterial, was wir hier natürlich wieder vorgesetzt bekommen. Zur Aufwärmung bei den Extras gibt's ein paar kurze Interviews mit den wichtigsten Personen des Films. Weiter geht's über zwei Trailer, ein sexy Musikvideo von Darstellerin Anna Loos, gesprochene Biografien, zwei entfallene Szenen, zu denen sich ein Audiokommentar des Regisseurs zuschalten lässt, und eine Dokumentation. Beim letzten Punkt sollte man nicht zu viel erwarten, das Making Of ist mit 5 Minuten sehr kurz, dafür sind aber Produktionsfotos und Fotos von der Entstehung des Hauptmenus, sowie ein Vergleich zwischen einer Szene und den Storyboards drin. Auch eine kurze Doku zu den Plastikmodellen ist vertreten, wobei jeder Bereich mehr Spielzeit verdient hätte. Den größten Informationsgehalt hat natürlich der Audiokommentar des Regisseurs, der, wie viele Extras, Englisch untertitelt werden kann. Das Hauptmenu startet stilvoll mit einer auf dem Seziertisch liegenden Leiche, über die die Kamera fährt. Nachdem man im Hauptmenu angekommen ist, stehen Bild und Ton zwar still, aber alle Übergänge sind ähnlich als Blicke über den kalten Körper aufgebaut.


"Anatomie" konnte sich im Kino als deutscher Überraschungserfolg durchsetzen. Zu recht, ist er doch einer der wenigen deutschen Horrorfilme der letzten Jahre. Zudem bewahrt er sich gegenüber der amerikanischen Slasherwelle thematische wie auch inszenatorische Eigenständigkeit auf. Die deutsche DVD ist in Sachen Bild und Ton für einen Toptitel sicherlich verbesserungswürdig, liegt aber wie erwartet über dem Durchschnitt des jährlichen DVD-Outputs.


Film++++--
Bild++++--
Ton++++--
Bonus+++---


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Anatomie 2
Anatomie
Anatomie 1+2 (Collector's Edition)
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