USA 2003
Originaltitel:Jeepers Creepers II
Länge:99:47 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Victor Salva
Buch:Victor Salva
Kamera:Don E. FauntLeRoy
Musik:Bennett Salvay
SFX:Makeup and Monsters, The Orphanage, In-House Prod.
Darsteller:Ray Wise, Jonathan Breck, Garikayi Mutambirwa, Eric Nenninger, Nicki Lynn Aycox, Marieh Delfino, Diane Delano, Thom Gossom Jr., Billy Aaron Brown, Lena Cardwell, Al Santos, Travis Schiffner, Kasan Butcher, Josh Hammond, Tom Tarantini, Drew Tyler Bell, Luke Edwards, Shaun Fleming, Justin Long
Vertrieb:Kinowelt
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:2.35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (Deu, Eng), DTS 5.1 (Deu)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Specials:DVD 1:
- Audiokommentar mit Regisseur Victor Salva und seiner Crew
- Audiokommentar mit Jonathan Breck, Brad Parker und Brian Penikas
DVD 2:
- Trailer:
- Jeepers Creepers 2 dt. (1:56 Min.)
- Jeepers Creepers 2 engl. (2:11 Min.)
- Alternativer Trailer (1:01 Min.)
- Monster Man (2:52 Min.)
- State Property (1:24 Min.)
- Shade (2:13 Min.)
- The Fog (2:42 Min.)
- The Howling (1:25 Min.)
- Geschnittene Szenen (15:11 Min.)
- Featurette (3:28 Min.)
- Hinter den Kulissen:
- A Day In Hell (26:42 Min.)
- Making Of (14:22 Min.)
- Creeper Creation - Maske und Make-Up (11:28 Min.)
- Creeper Composer - Die Filmmusik (9:25 Min.)
- Creeper FX - Digitale Effekte (4:05 Min.)
- Behind The Scenes (10:38 Min.)
- Behind The Scenes - Stunts (9:28 Min.)
- Storyboards:
- Creeper's Lair (4:07 Min.)
- Ventriloquist Creeper (1:26 Min.)
- Bildergalerie (67 Bilder)
Alle 23 Jahre kriegt es 23 Tage lang zu fressen. Wer so lange warten muss, hat gewaltigen Hunger! Am 22. Tag bleiben der geflügelten Höllenkreatur Creeper nur noch 24 Stunden Zeit, um sich den Magen für die nächsten Jahre vollzuschlagen! Als Hauptgang kommt da ein voll besetzter Bus gerade recht. Das Basketball-Team der Bannon High School samt Cheerleadern und Trainern befindet sich auf dem Heimweg von einem Auswärtsspiel - für den Creeper jedoch ist es schlicht Essen auf Rädern. In der Einöde des mittleren Westens scheinen sie dem Ungetüm hilflos ausgeliefert zu sein, doch die Kids legen sich nicht kampflos auf die Schlachtplatte ...
Vor 2 Jahren gelang dem bis dahin unbekannten Regisseur
Victor Salva mit
"Jeepers Creepers" ein mit niedrigem Budget erstellter Horrorfilm, der in den amerikanischen Kinos beachtlichen Erfolg erzielte, obwohl er im letzten Drittel zu einem simplen Schlachtfest verkam. Grund genug
Salva für einen zweiten Teil finanziell großzügiger auszustatten, um den "Creeper" erneut auf die Jagd gehen zu lassen.
Obwohl die Fortsetzung nur wenige Tage später spielt, wurden, wenn man von einem Traumcameo Darrys absieht, keine Charaktere aus dem Vorgänger übernommen. Stilistisch unterscheidet sich der zweite Teil stark vom Vorgänger, obwohl die ländlichen Einöden wieder als Kulisse eingebunden wurden. Anstatt auf Suspense setzt
Salva auf ständige Attacken des "Creepers" auf einen Schulbus, der Basketballspieler, Trainer und Cherleader zurück in ihre Heimat transportieren soll. Hat sich der Creeper die ersten 21 Tage an der ländlichen Bevölkerung gütlich getan, so möchte er kurz vor seinem anstehenden 23jährigen Schlaf noch einmal ein Festschmaus halten. Genau auf diesen Moment wartet der Farmer Jack Taggart, dessen jüngster Sohn einst von dem unheimlichen Wesen geholt wurde. Mit allerlei Equipment zieht er aus, um es zur Strecke zu bringen.
"Back to the 80s" hieß schon das Motto in
"Wrong Turn" und heißt es auch in
"Jeepers Creepers 2". Ganz im altmodischen Stil, mit ganz dezentem Einsatz von CGI zu Beginn, wird hier der Horror überraschend dicht inszeniert. Der Beginn im Kornfeld, als das Wesen neben zwei Vogelscheuchen erwacht und sich sein erstes Opfer gönnt, ist dank Farbfiltern schon recht unheimlich, da das Aussehen des Wesens auch hier wieder größtenteils nur schemenhaft zu erkennen ist und die Schockmomente von der Musik gnadenlos ausgenutzt werden. Der größte Teil des Films spielt bei Nacht, rund um, durch "Wurfsterne" des Creepers lahm gelegten, Bus. Hier offenbart sich recht fix eine morbide Art von Humor: Trainer wie Busfahrerin mit Leuchtfackeln werden auf einmal in den Himmel gehoben, was tricktechnisch gut gemacht wurde, aber in der Darstellungsweise Komik birgt. Solche Situationen werden im Verlauf des Films noch öfters geboten.


Nach dem "10 kleine Negerlein"-Prinzip werden die Teens vom Menschenfresser geholt, die dank einer träumenden Schulkollegin etwas über dessen Hintergrund und die Legende erfahren. Das Geschehen bleibt bis zur letzten Minute spannend, da das Wesen ständig neue, unvorhersehbare Ideen entwickelt, wie es sein Fressen aus der Konserve bekommen kann und die Inszenierung ein hohes Tempo vorlegt. Mal schleicht es um den Bus herum, presst sich an die Scheibe und wählt sein nächstes Opfer aus oder versucht durch das Dach zu brechen. Versuche sich zu wehren sind sinnlos, da es sich scheinbar ständig regenerieren kann, was mit netten Effekten verdeutlich wird, welche auch einen erhöhten Härtegrad (abgetrennter Kopf) haben. Der Kniff ist jedoch die klaustrophobische Inszenierung im Bus, bei dem man sich als Zuschauer bald genau so schutzlos fühlt.
Leider gibt es im zweiten Teil nur stereotype Charaktere, die dem Zuschauer grob ausgedrückt am Arsch vorbeigehen: Niemand der sympathisch ist, niemand mit dem man sich identifizieren kann. Keine Figur steht wirklich im Mittelpunkt, was dazu führt, dass man die Busbesetzer im Dunkeln nicht mehr auseinander halten kann und sie in den Augen des Zuschauers beliebig "geholt" werden können. Hinzu kommt die Tatsache, dass die Dialoge nun wirklich geistige Tiefflieger sind und die Streitereien untereinander irgendwann zu nerven beginnen. Erfreulich, dass sich nebenher der Farmer Taggart als Creepersjäger profilieren kann und (in einer Art Hommage an
Robert Shaws Kampf gegen den weißen Hai) final dem Wesen zu Leibe rückt und schlussendlich den letzten Gag setzt.
Im Gegensatz zum ersten Teil gibt es gleich 2 (untertitelte) Audiokommentare. Der Erste wird von Regisseur
Victor Salva und den meisten der jungen Darsteller gesprochen und unterhält recht kurzweilig, da alle Beteiligten offenbar in bester Laune sind.
Salva selbst gibt interessante Infos über Tricks und Kniffe in bestimmten Szenen, während die Darsteller im großen und ganzen nicht viel Produktives von sich geben, wobei streckenweise leider auch die übliche Lobhudelei nicht fehlt. Nichtsdestotrotz ist der Unterhaltungswert vergleichsweise hoch und Fans der Filme werden hier ein paar

informative Details erfahren.
Im zweiten Kommentar kommen Creeper-Darsteller
Jonathan Breck, sowie die beiden Designer
Brad Parker und
Brian Penikas zu Wort. Hier wird besonders intensiv auf die Erschaffung des Creepers, frühere Entwürfe und die Darstellung eingegangen. Technisch bietet der AK demzufolge eine Fülle an Infos, wobei man z.B. erfährt, dass es zunehmend nur darum ging, wie man alles am besten und gleichzeitig Billigsten machen könnte. Wie auch schon
Salva und Co. im ersten Kommentar, erzählen die Drei wenig selbstkritisch und sichtlich überzeugt von ihrer Arbeit, wobei es trotzdem Spaß macht ihnen dabei zuzuhören.
Das Bonusmaterial auf der zweiten DVD ist wie schon beim ersten
"Jeepers Creepers" sehr gut ausgefallen. Bis auf das unnötige Featurette, einem 4minütigen Promotion-Film, sollte man sich eigentlich alles auf DVD anschauen. "A Day In Hell" zeigt sehr ausführlich
Salvas Arbeit am Set und springt glücklicherweise nicht von einer Szene zur nächsten, sondern beleuchtet die Entstehung einiger Ausschnitte sehr genau. Auch das Making Of macht durch
Salvas Ausführungen zum Drehbuch und den kurzen Statements der Darsteller viel Spaß. Die Effektarbeit, die man in den beiden Specials schon mal anhand von Green Screens kennen lernen durfte, werden anhand der Entstehung des Creepers und der Maskenarbeit sowie der Kreation digitaler Effekte in zwei separaten Segmenten noch einmal vertieft. Beim Special zur Filmmusik laufen Musikaufnahmen des Orchesters ab, während
Salva und sein Komponist
Bennett Salvay sich im Zwiegespräch gegenüber setzen und die Entstehung einzelner Stücke Revue passieren lassen. Weiterhin gibt es zwei Featurettes mit unkommentierten Aufnahmen hinter den Kulissen, wobei jenes zu den Stunts zeigt, mit welchem riesigen Aufwand einige Actionszenen entstanden. Zum Ende hin hat man noch die Möglichkeit, sich Storyboards zu zwei Szenen ein paar Trailer und eine Bildergalerie anzuschauen. Alle Extras wurden deutsch untertitelt.


Die Bildqualität hat sich doch ein wenig gebessert gegenüber dem etwas schwachen ersten Teil, was vor allem an den stilistisch hervorgehobenen Farben liegt, die zum großen Teil in herbstlichem Gold erstrahlen. Der Kontrast ist auch hier nicht so hochgestochen, wie man vielleicht erwarten würde, er besitzt insgesamt aber wesentlich bessere Eigenschaften als noch im 1. Teil, der sowohl in hellen als auch dunklen Aufnahmen etwas schwach aussah. Auch die Detailschärfe scheint hinzugewonnen haben und suggeriert ein noch höher aufgelöstes Bild, das dennoch kleinere Ungereimtheiten auf feinen Strukturen erkennen lässt. Auch das Rauschen wurde zurückgefahren, es ist aber immer noch auf einem deutlich sichtbaren Niveau, genauso wie leichte Nachzeichnungen an Konturen hervortreten, so dass das Bild stellenweise nicht homogen wirkt. Trotzdem gute 4 Punkte, stellenweise sogar 5, z.B. wenn mal etwas länger keine kleinen Kratzer auffallen.


Der DTS-Ton ist etwas kräftiger als der Dolby Digital-Ton, so richtig interessant wird es aber erst beim englischen Original, denn diesem gegenüber scheint die deutsche Synchronisation, die etwas flach und zu sehr auf die Front gedrückt wirkt, nämlich ein paar Effekte auf den Rears vergessen zu haben. Der deutsche Ton ist trotzdem wohlklingend, da spätestens der Score durch seine fein aufgelöste und aufbrausende Art Bewegung ins Tongeschehen bringt. Der Subwoofer wird gut genutzt, ob für Schockszenen oder Musik. Nur die Dialoge könnten etwas klarer sein - das aber nur im Vergleich zum realitätsnäheren englischen Ton. Auch hier gibt es wieder deutsche Untertitel.
"Jeepers Creepers 2" gefiel mir um Längen besser als das Original und überzeugt durch seine traditionelle, direkte Inszenierung und ein hohes Tempo, bei der die Atmosphäre dicht bleibt. Die Fortsetzung hat keinen Durchhänger und ist immens spannend wie unheimlich. Viel Abwechslung wird dabei zwar nicht geboten, doch schafft
Salva es dem Geschehen ständig neue Ideen hinzuzufügen. Die schemenhafte, nie ganz sichtbare Gestalt des Creepers trägt dazu natürlich auch bei. Sicher einer der besten Horrorfilme des Kinojahres 2003. Die DVD-Umsetzung ist etwas besser als beim Vorgänger ausgefallen, so dass man mit dem sehr guten Bonusmaterial von einer gelungenen DVD sprechen kann.